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Was Städte, die am Rhein liegen, alles gemeinsam habe: „dat dat dat“ und „da da da“

(reload vom 15.02.06)
Eine Freundin aus Neuss, das liegt am Niederrhein, erzählte uns folgende tatsächlich erlebte Geschichte:

Während einer Strassenbahnfahrt beobachtete ich, wie ein Kind auf einem Fensterplatz seine Nase an der beschlagenen Scheibe platt drückte. Plötzlich fing das Kind zusätzlich an, mit seiner Zunge die kühle Scheibe abzulecken. Daneben sass offensichtlich der kleine Bruder des Mädchens. Er stupste seine Mutter an und fragte sie: „Darf dat dat?“ Du Mutter schaute kurz zum Mädchen und antwortet: „Dat darf dat!“. Worauf der Junge erstaunt und resigniert entgegnete: „Dat dat dat daarf!?“.

Kürzlich erzählte mir eine gebürtige Schweizerin aus Schaffhausen, dass sie einmal eine ganz ähnliche Geschichte im „Aldi-Express“ von Bülach nach Schaffhausen am Rheinfall, kurz vor Neuhausen erlebt habe: Diesmal war es allerdings ein Schweizer Kind aus der Gegend, und das Gespräch zwischen dem Kind und der Mutter lief so ab:

„Daar da da?“ „Da daar da!“ „Da da da daar?!“

Was lernen wir daraus? Nun, die Menschen am Rhein sprechen alle irgendwie ähnlich, und vom Niederrhein bis zum Hochrhein können leicht ein paar Ts verloren gehen. Sagen Sie jetzt bloss, Sie haben diese Geschichte auch irgendwo erlebt? Oder Sie kennen eine Variante der Geschichte? Solche Geschichten nennt man übrigens „Urbane Legenden“, Grosstadtlegenden oder –mythen.

  • Der Rheinfall war nicht witzig
  • Als kleiner Junge erlebte ich verregnete Sonntage als ziemlich langweilige Angelegenheit. Zum Glück gab es das Fernsehen, damals nur in Schwarzweiss, aber mit immerhin drei Programmen, zwischen denen man natürlich ohne Fernsteuerung umschalten musste. Für so einen langweiligen Sonntag machte ich mir mit Hilfe der Programmzeitschrift einen genauen Plan, wann es taktisch gesehen am günstigsten wäre, von der ARD zum ZDF zum 3. Programm und wieder zurück zu wechseln. Für 14:30 Uhr war dann auf der ARD eine wunderbare Geschichte angesagt, ein lustiges Filmchen, bei dem sicherlich ähnlich wie bei den Schildbürgern ein paar Menschen reingelegt werden sollten. In der Programmzeitschrift stand nämlich: „Der Rheinfall von Schaffhausen“. Ich hatte „der Reinfall“ verstanden, und war mächtig enttäuscht, dass es in dem Film nur um einen langweiligen Wasserfall, und nicht um eine lustige Begebenheit über reingelegte Bürger von Schaffhausen ging.

    Im Februar 2006 hatte der Rheinfall von Schaffhausen übrigens sensationell wenig Wasser, so dass die Felsen in der Mitte fast zu Fuss erreicht werden können.
    Rheinfall mit Niedrigwasser
    Foto Tages-Anzeiger 8.2.06
    Rheinfall fast ausgetrocknet

    Der Rheinfall ist beinahe ausgetrocknet.
    Der Wasserstand zahlreicher Schweizer Seen und Flüsse ist wegen der anhaltenden Trockenheit sehr tief. Insbesondere der Rheinfall bietet ein desolates Bild. In nächster Zeit ist laut MeteoSchweiz kaum mit grösseren Regenfällen zu rechnen.
    (Quelle: Tages-Anzeiger 8.2.06)

    

    4 Responses to “Was Städte, die am Rhein liegen, alles gemeinsam habe: „dat dat dat“ und „da da da“”

    1. solanna Says:

      Meines Wissens spielte sich die Geschichte im „Schlaatemer-Bähnli“ ab (Schlaate ist Schleitheim nördlich des bekannteren Hallau. Hallau liegt im „Chläggi“ = Klettgau).

      Und es hiess: Taar da daa? Da taar da. Da da da taar!

      Dort muss man übrigens manchmal „ä Zaane voll Saapfe t Laatere abschlaapfe“.

      Wer hats verstanden?

    2. Franzl Lang Says:

      Ich hab schon immer gesagt, dass Kölsch und Schweizerdeutsch dasselbe sind. sicken = seichen, tätschen = dötschen und so weiter ….

    3. Norbert Utz Says:

      Der Dörfli-Geischt besteht aber darauf, dass Schaffhauser Dialekt nicht der von Schaffhausen ist. Der Traadinger redet ganz anders wie der Hallauer und erst der Schlaaatener!

    4. Brun(o)egg Says:

      Die Geschichte ist so alt…..! Überraschend ist nur, dass das in D auch vorkommt.

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