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Vom Makel, ein Deutscher zu sein — Sie kennen Baschi nicht?

  • Der deutsche Makel
  • Der Tages-Anzeiger vom 14.02.08 brachte es auf den Punkt. Wer als Deutscher in der Schweiz arbeitet, hat von Haus aus einen Makel: Er ist Deutscher.

    Zwei «Makel» bringt der neue Kulturchef des Schweizer Fernsehens mit ins Studio Leutschenbach. Den einen bemängeln selbst TV-Insider: Rainer M. Schaper, der fortan die Kulturszene Schweiz abbilden will, ist Deutscher. Dass man ihm das vorwirft, kann er, speziell auch im Rahmen der Debatte um Deutsche auf Schweizer Lehrstühlen, verstehen. Doch so neu und fremd fühlt sich Schaper in Zürich nicht: Hier hat er Verwandte und neuerdings den Wohnsitz. Und in seinen 12 Jahren als Ko-Leiter der Sendung «Kulturzeit» auf 3sat hat er so einiges vom hiesigen Kulturschaffen mitbekommen.
    (Quelle für alle Zitate: Tagesanzeiger vom 14.02.08., S. 37)

    Hier wohnen, exgüse, „den Wohnsitz haben“, hier Verwandte haben, das alles reicht nicht. Da könnte ja jeder kommen. Deutscher sein, das ist ein Makel. Punkt.

  • Der kulturelle Kontext der Schweiz
  • Die Schweiz, das ist ein „ganz anderer Kulturkreis“, wurde uns einst von einem Primarschullehrer erklärt. Das passt zu den nächsten Ausführungen vom anderen „kulturellen Kontext“ der Schweiz.

    Schaper hat nicht vor, «die deutsche Fernseherfahrung eins zu eins in die Kulturformate von SF1 zu übertragen». Er werde sich auf den kulturellen Kontext der Schweiz einlassen. So konnte man ihn bereits an den Solothurner Filmtagen sehen, so wird man ihn an den relevanten Theater- und Kunstevents dieses Landes treffen. Als Vorbereitung auf seinen Job hat sich der 53-Jährige auch einige Lektionen in Schweizer Politik verordnet. Nicht aber in helvetischer Unterhaltung.

    Die reden doch wohl nicht etwa vom gepflegten Gespräch auf Schweizerdeutsch, wenn sie „helvetische Unterhaltung“ erwähnen?

  • Wie, Sie kennen Baschi und Polo Hofer nicht?
  • Damit ist der zweite «Makel» angesprochen: Rainer Schaper gab sich in der «SonntagsZeitung » die Blösse, die Namen Baschi und Polo Hofer nicht zu kennen. Heute weiss er, wer sie sind, schämt sich der Bildungslücke trotzdem nicht. «Ich stehe nicht dem Ressort Unterhaltung, sondern der Kultur vor.» Ein klares Wort von einem Mann, der sich im Neuland SF1 zwar umschaut, im Prinzip aber genau weiss, was er will.

  • Ist es auch ein Makel zu wissen, was man will?
  • Ob das der dritte „typisch deutsche“ Makel ist, genau zu wissen, was man will, und das wohlmöglich auch noch durchzusetzen, ohne Konsensfindung und Abstimmung mit den Kollegen?

    Rainer M. Schapler wird im gleichen Artikel mit der Schweizerin Nathalie Wappler verglichen. Die war in Deutschland und musste ihr Schweizertum dort nicht als „Makel“ bekritteln lassen.

    Nathalie Wappler hatte reichlich Gelegenheit, über das Sprechen und Talken im Fernsehen nachzudenken. Sie war beim ZDF für die Sendungen «Berlin Mitte» und «Aspekte» tätig. Die in Kreuzlingen aufgewachsene St. Gallerin mit abgeschlossenem Studium in Geschichte, Politik und Germanistik hat für fast alle deutschsprachigen Kanäle gearbeitet, seit zwei Jahren für SF1 als «Kulturplatz»-Produzentin. Sie verstehe ihr Handwerk und sei eine Teamplayerin, heisst es anerkennend aus dem Ressort.

  • Die Teamplayerin ist aus der Schweiz
  • Keine einsame Entscheiderin, sondern eine Teamplayerin! Da haben wir es schwarz auf weiss. Ja Konsensdemokratie, die liegt einfach im Blut bei den Schweizern.

    Wer Deutscher ist und Baschi oder Polo Hofer nicht kennt, der hat einen Makel oder gleich zwei. Wenn eine studierte Schweizerin in Deutschland arbeitet, dann wirft das niemals Probleme auf. Ob das daran liegt, dass die „Schweizer Kultur“ und die „Deutsche Kultur“ vielleicht gar nicht so weit von einander entfernt liegt, bzw. eine gemeinsame Basis besitzt, wohlmöglich noch, Gott bewahre, fast identisch ist? Wie könnte es sonst funktionieren, dass Schweizer Kulturschaffende in Deutschland Erfolg haben. Ist es die spezifisch Schweizerische Nase von Bruno Ganz oder die Helvetismen von Martin Suter, die sie erfolgreich in der Deutschen Kulturlandschaft auftreten lassen? Oder der Umgang mit Dialekt bei Frisch, Dürrenmatt und Gottfried Keller?

  • Wer ist Teilmenge von was?
  • Wir haben da so eine Theorie, dass die „Schweizer Kultur“ in der Deutschschweiz, sollte sie denn tatsächlich so ganz eigenständig existieren, eine Teilmenge der „Deutschen Kultur“ bildet, wie auch immer man das jetzt definieren mag. Und dass daher Deutschschweizer Kulturschaffende sich so leicht im Deutschen Kulturraum zurechtfinden. Andersrum jedoch ein Deutscher niemals oder nur mit einem Makel behaftet sich in der Schweizer Kultur zurecht finden kann. Der Tagesanzeiger hat das in diesem Artikel übrigens keinesfalls ironisch gemeint.

    Vielleicht hilft uns die Definition von „Makel“ bei Wikipedia weiter:

    Der Makel oder Schandfleck ist ein deutlicher Hinweis auf eine Unreinheit oder einen Fehler, die einer Sache, einem Gegenstand oder einer Person anhaftet. Häufig verbindet man solche Dinge oder Personen mit unehrbaren und nicht immer legalen Angelegenheiten. Den betreffenden Menschen betrachtet man mit Misstrauen, was unter Umständen einer Ächtung gleichkommt. Dahin zielt auch die Redewendung: Der Sache (oder Person) haftet ein Makel an. Makellos zu sein oder frei von jeglichem Fehler ist von jeher ein Ideal, das nie erreicht wurde.
    (Quelle: Wikipedia)

    Sollten wir jetzt Seife kaufen gehen um den Schandfleck abzuwaschen? Oder uns ein Schild an die Brust heften: „Vorsicht, kulturloser Deutscher ohne Chance in der Schweizer Kulturszene!„? Dann doch lieber als erstes eine CD von Baschi und von Polo Hofer besorgen und eine tüchtige Portion Schweizerkultur in Reinform tanken. Oder die ausgezeichneten und unterhaltsamen Mundartaufführungen im Schauspielhaus Zürich goutieren. Vielleicht verschwindet dann irgendwann der Makel, ein Deutscher in der Schweiz zu sein?

    

    50 Responses to “Vom Makel, ein Deutscher zu sein — Sie kennen Baschi nicht?”

    1. Neuromat Says:

      Mag sein, selbst wenn der „Makel“ in Anführungszeichen gesetzt ist, ist der Artikel einmal mehr Makulatur.

      Mehrfach habe ich schon die mangelhafte Recherche dieser Zeitung hier kritisiert. Jetzt kommt auch noch eine langweilige Mittelmässigkeit hinzu; eigentlich an der Grenze des Erträglichen diesen faden Stil auf das Trefflichste gepaart mit begrenztem Wortschatz zu Ende zu lesen. Hier wird das ins Unreine Geschriebene offensichtlich gleich gedruckt. Das ist hoffentlich nicht helvetische Unterhaltung.

      Offenbar ist es den Autoren auch entgangen, dass deutsche Zuwanderer seit der Schwarzenbach Initiative zunächst aus hygienischen Gründen unter Quarantäne gestellt werden. Nebst allgemeinen Reinigungsprozessen, chemischer Säuberung und diversen Läuterungen kommt meist auch ein Einlauf zum Einsatz. So gelingt es seit Jahren, den Grossteil der besudelten, unflätigen Fremdkörper vom schlimmsten Ungeziefer zu befreien.

      Diesbezüglich laufen die Vorbereitungen für den Staatsbesuch von Frau Angela Ferkel auf Hochtouren, um diese politische Kaderabsonderung aus dem Zustand der fauligen, fleckig fäkalisierten Verwesung für den Besuch entsprechend an einheimische Reinheitsvorstellungen anzupassen. Diskutiert wird unter anderem die Einschleusung durch eine eigens auf dem Flughafen Zürich installierte Kläranlage.

      Aber mal etwas ganz Anderes: Sagt mal, wie wollt Ihr eigentlich aus dieser ungeheuerlichen Dauerbeschimpfung jemals wieder rauskommen. Wie kann man sich eigentlich so nachhaltig das eigene Ansehen derart ramponieren. Immer das Falsche schreiben und zu faul für einen spannenden Recherchejournalismus zu sein, ist ja das Eine, aber derartige Einfaltspinselei, ewig die gleiche Leier in stinkender Langweiligkeit ist dann doch des Guten zuviel. Da, und das ist nun wirklich kein Kompliment, da schreibt ja Frau Echlifiner Roten noch, ja wie, also irgendwie herziger.

    2. balzercomp Says:

      @neuromat:

      „Aber mal etwas ganz Anderes: Sagt mal, wie wollt Ihr eigentlich aus dieser ungeheuerlichen Dauerbeschimpfung jemals wieder rauskommen. …“

      Wer ist „Ihr“? Blogwiese, die in der Schweiz lebenden Deutschen, der Tagi oder die Schweizer?

    3. Simone Says:

      @balzercomp:
      Ich glaube, neuromat meint den Tagi.

      @neuromat:
      Ich möchte den Quarantäneplan noch ergänzen und vorschlagen, dass die Deutschen gut sichtbar gekennzeichnet werden. So weiss jede in der Schweiz lebende Person von Anfang an, mit wem sie es zu tun hat und kann entsprechende Vorsichtsmassnahmen treffen (Mundschutz etc.).

    4. Tellerrand Says:

      @ neuromat

      Den fraglichen Artikel hat ein verantwortlicher Redaktor in Druck gehen lassen. Warum? Zeitungen wollen verkauft sein und vermutlich ging Besagter davon aus, dass der Artikel gut für die verkaufte Auflage ist. Und da Leitende Redaktoren ihre Klientel in der Regel ganz gut kennen, wird er schon gewusst haben, was er tut…

      Ich habe hier auch schon gelegentlich das Wort Makel gebraucht. Ich bin sicher, dass viele Deutschschweizer Hochdeutsch als Makel wahrnehmen. Der Mensch, der es spricht, kann noch so sehr bemüht sein, Teil der Deutschschweizer Kultur und Gesellschaft zu werden – solange er Hochdeutsch spricht und sich dadurch als Deutscher zu erkennen gibt, wird er nie wirklich Teil des Ganzen. Und selbst wenn er Mundart zu sprechen versucht, wird es hörbar bleiben, da spricht ein Deutscher, der gehört nicht zu uns.

      Hilfsindikatoren wie Baschi und Polo Hofer sind eigentlich gar nicht nötig, sie verschleiern nur die eigentlichen Beweggründe der Ablehnung und heben das Ganze auf eine vorgeschobene sachliche Ebene. Man kann Konzerte von Züri West, Patent Ochsner und vielen andere Mundartbands besucht haben, lange bevor man in die Schweiz kam, Frisch und Dürenmatt gelesen haben, als sich die Persönlichkeit formte und in Henry Dunant ein Vorbild sehen – man bleibt mit dem menschlichen Makel behaftet, Deutscher zu sein.

    5. Marroni Says:

      @Simone: Guter Vorschlag, ich schlage einen gelben Stern vor, da gibts ev. noch in irgend einem Bunker Restbestände. Hatten wir ja schon mal, glaub,das war vor 69 Jahren, wir haben da noch nicht gelebt, aber unsere Väter habens erzählt. Kriegen die Jugos dann rote Sterne? Und die Türken Halbmonde?

    6. Simone Says:

      @Marroni: Ich habe mich nicht getraut, das mit dem Stern zu schreiben, hatte aber daran gedacht.
      @Tellerrand: Hochdeutsch als Makel zu empfinden, dreht den Spiess um, von daher kann man auch das mit dem Stern schreiben. Vor dem Zweiten Weltkrieg haben die Deutschen den Juden auch das eine oder andere geneidet, u. a. ihre wirtschaftlichen Fähigkeiten, die ihnen zu hohen Erfolgen verholfen haben. Ihr geschäftliches Geschick wurde von den Deutschen als Makel angesehen.

      Hier, heute und jetzt wird Hochdeutsch als Makel empfunden. Und diesen Vorwurf hat m. E. ganz andere Ausmasse als die liebe „Arroganz“, die uns Deutschen immer wieder vorgeworfen wird. Sollte man nicht aus der Vergangenheit gelernt haben?

    7. Pastoral Huschhirn Says:

      @ balzercomp

      Warum sollten die in der Schweiz lebenden Deutschen damit gemeint sein?

    8. Tellerrand Says:

      @ Simone

      Jetzt wollen wir doch ein bisschen auf dem Teppich bleiben. Mit Nazimethoden und der Situation der Juden im Hitlerdeutschland hat das, was Deutschen in der Schweiz widerfährt, nichts zu tun. Es ist eher ein bisschen so, wie es ziemlich vielen Ausländern offensichtlch nicht mitteleuropäischer Herkunft mit rudimentären Deutschkenntnissen in Deutschland geht. Koch hat mit seiner Ausländerhetze in Hessen immer noch mehr Stimmen bekommen, als die SVP in der Schweiz…

      Gefühlt ist die Fremdenfeindlichkeit in der Schweiz vielleicht höher, aber nicht vergessen – wir sind hier die Ausländer und nehmen etwas wahr, was wir in Deutschland als Inländer eher nicht zu spüren bekommen. Arrongant wurde ich aber wegen meiner hochdeutschen Sprache auch schon im Schwabenländle genannt.

      Diese Relativierung ändert nichts daran, dass die Situation höchst unerfreulich ist und angesichts der grossen kulturellen Überscheidungen besonders absurd.

    9. Neuromat Says:

      @ balzercomp

      gemeint sind die Dauerbeschimpfer, die vom Tagi, Blick SF1 oder SF2, wer auch immer. Ich bin nach wie vor nicht der Meinung, dass es sich um eine Mehrheit handelt, aber es sind eben die lauten. Würde man direktdemokratisch abstimmen lassen, sehe wahrscheinlich vieles anders aus – zumindest meine persönliche Hoffnung.

      Etwas ernüchternd, dass sich von innen so wenig „Widerstand“ dagegen regt. Zumindest mit dem Hinweis, dass dies im Grunde kein adäquates Verhalten ist – nach schweizerischen Grundsätzen schon gar nicht.

    10. balzercomp Says:

      @Marroni:
      Das Problem scheint zu sein, dass die Länder, die wirklich betroffen waren, aus den Ereignissem zwischen 1933 und 1945 gelernt haben. Sicher gibt es überall verblendete (siehe Angriff auf den jüdischen Zürcher), aber Antisemitismus ist, Gott sei Dank, ein auf kleine „Randgruppen“ beschränktes Phänomen. Übrigens, der Vorläufer des „Judensterns“, das „J“ im Reisepass Deutscher jüdischen Glaubens, wurde 1938 auf Forderung der Schweiz eingeführt. Der Wunsch fiel damals sicher auf Wohlwollen der deutschen Behörden, das ändert aber nichts am Ursprung der Forderung.

      Die Betrachtung von Dingen wie Staatsangehörigkeit, Sprache, Glaube, etc. als Makel, zeugt nur von einem: Von ignoranter Dummheit.

      @ Pastoral Huschhirn:
      Ich habe hier lediglich eine Reihe von Möglichkeiten aufgezählt. Ich wüsste auch nicht wirklich was wir Deutsche in der Schweiz besser machen könnten ohne uns selbst zu verleugnen. Abgesehen von nicht in die Schweiz zu kommen. Was es für die schweizer Wirtschaft bedeuten würde, wenn die Deutschen das Land verlassen würden, möchte ich mir nicht vorstellen. Das gilt analog für z.B. Türken in Deutschland.

    11. balzercomp Says:

      Hallo Neuromat,

      so hatte ich Dich eigentlich auch verstanden. Ich teile Deine Hoffnung, befürchte aber, dass es bei der Hoffnung bleibt.

      Ich werde den Eindruck nicht los, dass einige (vielleicht grosse) Teile der Schweiz den Deutschen unbewusst den Vorwurf machen die Schweiz im 2. Weltkrieg verschont zu haben. Grosse Teile Europas hatte jedes Recht Deutschland nach 1945 zu hassen. Viele haben es auch getan. Aber bei der jüngeren Generation sind diese Empfindungen nicht mehr vorhanden. Nur nicht in der Schweiz.

      Vielleicht, weil der Schweiz im Krieg ein Spiegel vorgehalten wurde? Weil sie doch nicht besser war/ist als die Anderen?

      Ich kann es nicht sagen.

    12. DaniDo Says:

      Entschuldigung, meine lieben Deutschen!
      Tellerrand sagt es gut: Bleiben wir doch ein bisschen auf dem Boden der Realität!

      Wenn Ihr jetzt den Makel von Herrn Schaper aufs Hochdeutsch sprechen reduziert, dann ist das malignes Nicht-Verstehen-Wollen. Erstens wird der Makel im Artikel überhaupt nicht als unauslöschbar sondern eher als Hindernis dargestellt. Zudem kommt ja Herr Schaper auch zu Wort – es handelt sich mithin nicht als Deutschen-Bashing. Was hier abläuft ist bei weitem keine Medienkampagne!

      Man darf auch den Kontext nicht einfach aus den Augen verlieren: Es handelt sich hier nicht um irgend einen Moderatorenjob, sondern um den Kulturchef des öffentlichen Fernsehens. Wenn der sich Fragen auch zur Populärkultur gefallen lassen soll, dann weiss ich nicht, was daran falsch ist. Ich schätze aber die unaufgeregte und lockere Art, mit der Herr Schaper daran ging, so im Stil: Ja, das werd ich mir mal anschauen und das schon noch kennen lernen.

      Wenn ein Schweizer in Deutschland Kulturchef des einzigen Staatsfernsehens würde, müsste er sich wohl auch Stirnrunzeln gefallen lassen, wenn er „die Ärzte“ oder Stefan Raabe nicht kennt. Aber klar: die Unterschiede sind für den kleineren Partner jeweils wichtiger als für den Grösseren. Und würde wohl ein Hamburger Kulturdirektor eines bayrischen oder schwäbischen Staatssenders? Ich habe meine Zweifel.

      Zudem ist ein Makel nicht etwas unauslöschbares! Und dass immer wieder diese halbintelligenten Nazivergleiche kommen, zeugt meiner Meinung nach von einer gewissen Respektlosigkeit gegenüber den damaligen Geschehnissen. Vor allem ist es eine grobe Fehleinschätzung und eigentlich ein beleidigender Vorwurf an die heutige Schweiz! Sorry, aber das musste mal gesagt sein!

    13. Brun(o)egg Says:

      @ DaniDo

      Das unterschreib ich.

    14. Neuromat Says:

      @ DaniDo

      das unterschreibe ich nicht.

      Ach ja, es kommt mir auch so ein wenig arrogant daher.

    15. Simone Says:

      @DaniDo:
      Wie meinst Du das mit Auslöschen des Makels? Muss sich ein Deutscher einbürgern lassen, um makellos zu sein? Ich kann natürlich auch den Neuromat fragen, ob er mir einen Waschlappen leiht, mit dem man sich die Nationalität vom Leibe wäscht. Dann bin ich makellos.
      @Tellerrand:
      Ich bin durchaus auf dem Teppich. Aber so lange eine Nationalität öffentlich als „Makel“ bezeichnet wird und dann noch im Nachbarland, dann habe ich ein Problem und zwar ein echtes. Dabei möchte ich niemandem vermeintliche „Nazimethoden“ oder „Naziansichten“ unterstellen, denn mit diesen Begriffen wird auch gerne einmal falsch umgegangen. Die innere Haltung, die Staatszugehörigkeit als Makel zu bezeichnen, tendiert für mich jedoch eindeutig in die Richtung.

      Man hätte nicht von „Makel“ schreiben sollen. Ein Journalist sollte eine Umschreibung wählen, beispielsweise „es gibt etwas, das man an Herrn Schaper nicht mag.“

    16. Yantan Says:

      @ balzercomp
      „Grosse Teile Europas hatte jedes Recht Deutschland nach 1945 zu hassen. Viele haben es auch getan. Aber bei der jüngeren Generation sind diese Empfindungen nicht mehr vorhanden. Nur nicht in der Schweiz.“

      Bei den direkten Nachbarn Deutschlands mag es ja gelten, dass keine negativen Empfindungen mehr vorhanden sind. Ein wenig weiter weg sind die Deutschen sehr oft immer noch die „Nazis“ und die (Boulevard-) Medien pflegen dieses Image bereitwillig.

      @ DaniDo
      Genau !

    17. Christian Says:

      Salve

      Lieber Herr Wiese, nimm es einfach nicht so ernst, wir mögen Euch halt nicht 😉

      Naja… der Ausdruck „Souschwob“ wird uns in der Wiege beigebracht, artikulieren können wir ihn kurz nach dem ersten Mama. Vielleicht könnten wir es ja schon vorher, aber was würde Mama dann von uns denken?

      Nichts destotrotz, wenn sich die Deutschen in der Schweiz schön brav assimilieren und den Dialekt des Wohnortes brav lernen… werden wir deren Ururenkel vielleicht einmal als die Unsrigen, als Mitglieder unserer Volkes von einige Brüdern (nein, die Schwestern bleiben draussen!) annehmen.

      Ich wünsche allerseits ein wundervolles Wochenende und den Deutschen nicht zu viel Stau auf der Autobahn beim nach Hause fahren. 😉

      Christian

      [Admin: Und wir danken dem dütschen Dichter Schiller für seinen Wilhelm Tell, der uns diesen Spruch vom „einzig Volk von Brüdern“ geschenkt hat. Kann man Schiller nicht nachträglich zum Schweizerbürger machen? Zu peinlich sonst, wenn ausgerechnet das Nationalepos einem Deutschen zu verdanken ist. Ach was, der Schillerstein im Urnersee muss reichen …
      Schillerstein]

    18. Tellerrand Says:

      @ Simone

      Die mit seiner Nationalität begründete Kritik am neuen Kulturschef des SF DRS ist absolut lächerlich und ärgerlich und trotzdem meilenweit von Nazimethoden und Nazidenke entfernt. Die Nazis haben rund 50 Millionen Menschen auf dem Kerbholz, also bitte Vorsicht mit solchen Vergleichen.

      @ Danido

      Es gab schon Schweizer Senderchefs, Ressortchefs, Moderatoren im öffentlichen und Privatfernsehen und Herausgeber grosser Deutscher Zeitungen. Wenn Sie kritisiert wurden, hätte sich die Kritik sicher nicht an der Nationalität festgemacht. In der Schweiz ist das offenbar völlig legitim. Die dumme und völlig selbstkritikfreie Haltung, die dahintersteht, ist eigentlich nur armselig und kaum einer Diskussion wert. Wenn man jedoch immer wieder Ziel diese Abschätzigkeit gegenüber Deutschen im Speziellen und Ausländern im Allgemeinen wird, hat man irgendwann die Schnauze gestrichen voll, ehrlich.

    19. Simone Says:

      @Administrator:
      Mir ist das mit Schiller schon so gegangen. Ich war auf einer Party in Küssnacht eingeladen, wo einige der anwesenden Schweizer sich sehr positiv über Schillers Detailkenntnisse im Wilhem Tell erfreuten. Prompt kam die Frage: „War der Schiller denn kein Schweizer?“

    20. dampfnudle Says:

      Achtet mal – wenns Ihrs nicht ohnehin tut – auch auf die Diskussionen der jeweils letzten Themen, die oft noch intensiv weiterlaufen, etwa beim Thema Schriftsprache im Kindergarten. Manches von dort würde auch hierhin passen.

    21. Marroni Says:

      @Tellerrand : Simone ist Unschuldig, das war Ich.
      @admin: Ja, ja, der Schiller. War nie in der Schweiz, der Johann Wolfgang hat ihm die Story geliefert. Dafür hat der Rossini die Musik dazu geschrieben, Achse Deutschland Italien, dann ist das mit dem Tell auch wieder eingemittet.
      @Christian: Stimmt, das mit der Muttermilch, war bei mir auch so, später habe ich dann eine aus dem Kanton Schaffhausen NORD geheiratet, man höre mal den neusten „Schnitzelbank“, da kommen die „Sauschwooben“ noch UNTER den Zürchern.

    22. Neuromat Says:

      Heute ist hier was los. Schade, dass ich keine Zeit habe. Dampfnudle sagt es bereits richtig, schon heute nacht habe ich kurz überlegt, meinen Comment nicht unter Kindergarten sondern hier einzustellen. Jetzt ist das hier wie im Kindergarten.

      Nur eines gerade an den besorgten Christian: Natürlich fahren wir nicht nach Hause, sondern Ski und geniessen die Berge und die Sonne. Wir haben auch keine Reka Schecks dabei und halten an der Kasse keine stundenlange Monologe mit: ja, (30 Sekunden Pause) chönnt ma irgendwie da s (zwanzig Sekunden Pause)Halbtax und so weiter… wir sind leicht zu erkennen, weder unsere Männer noch unsere Frauen tragen einen Schnauzer, in welchem sich eleganterweise der reinlichste aller Welten Schnodder verfängt … so jetzt muss ich wieder schaffen…

      Am Weekend oder später vielleicht mehr ……..

    23. ch.atzefrey Says:

      Kann mir mal jemand sagen, warum in allen Telefon- und Handyanleitungen in Deutscher Sprache vom Makeln die Rede ist, wenn es um das Hin- und Herverbinden geht? Ich finde diesen Makeln einen Makel betreffend logischer Bezeichnung einfacher Vorgänge.

    24. Simone Says:

      @Tellerrand:
      Ich habe nicht behauptet, dass die da „Nazimethoden“ verwenden, lies meine Beiträge bitte richtig, wenn Du Dich dazu äußerst. Es geht um diskriminierendes Gedankengut, das vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland recht verbreitet war. „Die Nazis“, von denen immer gesprochen wird, waren zu der Zeit, die ich meine (vor 1933) noch nicht an der Macht. Aber dieses diskriminierende Gedankengut ist in der Schweiz sehr verbreitet, aber da der Schweizer im Vergleich zum Deutschen kein Problem mit so etwas hat, besteht für ihn auch kein Problem. Im Klartext: Man schreibt und labert diskriminierend, denkt sich aber nichts dabei, vermutlich, weil das Thema „Holocaust“ hierzulande in Geschichte auch nicht so intensiv behandelt wird. In diesem Fall schützt Nichtwissen durchaus von Torheit.

    25. balzercomp Says:

      Makel, der; -s, – (geh. fŸür Schande; Fleck; Fehler)

      makeln (VermittlergeschŠäfte machen); ich mak[e]le

    26. balzercomp Says:

      Ergänzung:

      Makeln,
      Fernsprechtechnik: Annehmen eines ankommenden Anrufs während eines geführten Telefonats, wobei man zwischen den Gesprächspartnern hin- und herschalten kann, ohne dass der jeweils wartende Teilnehmer mithören kann.

    27. Ostwestfale Says:

      @ch.atzefrey
      Mit Bestimmtheit weiß ich es nicht. Aber vielleicht wurde das „Makeln“ ja vom „Makler“ abgeleitet? Makler fungieren als Vermittlungsperson zwischen zwei (Geschäfts-) Partnern.

    28. Jannis Says:

      @ Neuromat
      Deine Beiträge sind ganz schön bissig und von einer Boshaftigkeit, die ich in diesem Blog sonst nicht finde. Das Medien-Bashing lässt auf grossen Frust schliessen. Bist Du auf Bild-Zeitung festgefahren ? Könnte es sein, dass es Dir in diesem Land nicht gefällt und dass Dir die Einheimischen auf den Wecker fallen ? Dann bist Du ja frei, etwas dagegen zu unternehmen.
      Ich bitte um Mässigung, reagier aber Deinen Frust nicht auf der Piste ab.

    29. miesmuschel Says:

      Dies ist wirklich die unendliche Geschichte, die nie ein Ende finden wird, gähn…. Als ich vor rund 45 Jahren in die Schweiz kam, ohne Job, ohne Wohnung, (damals hauste man noch bei einer Schlummermutter), wähnte ich mich trotzdem fast wie im Paradies. Man war auf dem Stellenmarkt hochwillkommen und ich hatte innerhalb von vier Wochen einen Bürojob. Auch dazumal war der tolle Ausdruck „Sauschwob“ schon im Umlauf und seither hat sich nichts geändert. Ich denke alle, die hier schreiben, sind junge Leute noch ohne viel Lebenserfahrung in der Schweiz. Eines musste auch ich lernen: wir sind und bleiben hier immer die Fremden und haben keinen Heimvorteil, wie in unserem Land. Aber man kann sich arrangieren und mit Unterstützung von etlichen deutschen Freundinnen läuft das prima. Uebrigens, mein Mann ist Schweizer, und er er schimpft ab und zu auf die Düütsche, besonders wenn es um den Fussball geht. Liebe Landsleute: lasst Euch um Himmelswillen nicht unterkriegen, manchmal ist es auch gut, wenn man weniger forsch und spontan auf die Eidgenossen zugeht sondern erst mal abwartet, das musste ich auch erst hier lernen. Nach mehrjähriger Eingewöhnungszeit möchte ich in keinem anderen Land mehr leben. Ja, wenn ich nach den Ferien zurückkomme, freue ich mich gewaltig auf mein liebes Limmattal.

    30. AnFra Says:

      @ ch.atzefrey

      Makel und Makeln sind grundverschiedene Begriffe, die immer wieder verwechselt werden.

      Makel: lat. „macula“ Abstammung für Fleck, Beschmutzung, Unreines, Unsauberes.
      – Gelber Fleck, lat. “Macula lutea” beim Auge (http://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Fleck_%28Auge%29)
      – Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata, syn. Orchis maculata) (http://www.gartendatenbank.de/artikel/dactylorhiza-maculata)
      – Unbefleckte Maria (http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Immaculata)

      Im Gegensatz hierzu:
      Makeln: mnd. makeln = mekelen = mäkeln = maken = nhd. machen = (tätigen, tun, handhaben, handeln, abwickeln, vermitteln uam. ). Es wird also kaufm. gehandelt, vermittelt uäm.
      Das „mäkeln“ war / ist ein Verhandlungstrick der Händler, durch „schlecht machen, ungut machen, schäbig machen „ uam. der Handelsware die Einkaufspreise immer noch weiter zu drücken. Der Begriff stammt aus dem Niederdeutschen. Deshalb ist es möglich: Wird wohl in der Schweiz nicht so sehr gebräuchlich sein.

      Bei den „Finanzmaklern od. Versicherungsmaklern“ taucht der Begriff Makeln (auch in der Schweiz) auf, wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob hier die richtige Ableitung vom lat. „macula“ ( Fleck, Unreines, Unsauberes ) besser hinpassen würde!
      Nicht nur die Schweizer habe ihre Sprachrätsel.

      Im Beispiel der Hin- und Herverbindungen erfolgt das „Makeln“ bei den jeweiligen Gespräche oder Linien. Soll heißen: Die ganze Sache wird „gemacht, gehandhabt, abgewickelt, uäm“.
      Dat Ding will uns sagen: „Makeln“ klingt / tönt halt so mächtig gut / fein!

    31. Neuromat Says:

      @ Jannis

      Sehen Sie, Sie dürfen diese Comments nicht missverstehen. Es ist nicht das, für das Sie es halten müssen. Es ist jedoch auch nicht gerade einfach, die wahren Hintergründe aufzudecken.

      Die Blogwiese dient zum SND-Austausch. Wir lassen diese Tarnung nun auffliegen. Die hieran Beteiligten operieren unter Decknamen mit komplexer Verschlüsselung. Als Beispiel möchte ich Simone nennen: Simone. Simone ist nicht etwa Simone sondern steht für die Übermittlung fundamental islamistischer Terrornachrichten. Die Verschlüsselung erfolgt nach dem bekannten Schema des „Minus 1 Anagramms first English“. Sie bilden aus dem Decknamen unter jeweiliger Verkürzung eines Buchstabens zunächst „first“ ein englisches und dann weitere Worte nur nach dem Minus 1 Schema:

      Aus dem dritten Wort, welches der grammatikalischen Struktur eines Infinitivs zu entsprechen hat, bilden sie 1. Person Singular. Damit erhalten Sie den in der Mitte stehenden Begriff. Aus dem first English bilden sie ein weiteres minus 1 Anagramm, nur das jetzt minus 1 bedeutet, dass der erste Buchstabe des Ausgangswortes gegen den vor ihm im Alphabeth stehenden ausgetauscht wird.

      Fassen wir gerade mal die Zwischenbilanz: Aus Simone minus 1 bilden Sie Englisch „Noise“, minus 1 bilden sie „Sein“, die Verbform 1 Pers. Sing. Wäre „BIN“ für das mittlere Wort. Nach oben geklärtem Verfahren verändern sie nun Noise. Wenn Sie nun den ersten Buchstaben weglassen, fängt das neue Wort mit „O“ an, sie tauschen „n“ gegen „m“ aus, welches nun bei fünf minus eins in die vierte Stelle eingefügt werden muss. Dadurch rutscht das i an das Wortende. Sie erhalten: „OSEMI“

      Nach dem minus 1 Verfahren müssen nun aus Sein das Wort Eis bilden. Eis kann man kaufen. Entweder in der Diele oder im LADEN. Jetzt haben sie „Simone“ geknackt:

      OSEMI BIN LADEN

      Und müssen nur noch den jeweiligen Text nach oben genannter Methode dechiffrieren. Selbstverständlich wurde der Text zuvor bereits chiffriert. Hier bieten sich verschiedenste Möglichkeiten an. Mit der Methode „Heisse Herdplatte“ legen Sie Ihre Hände auf das Cerankochfeld und stellen die höchste Heizstufe ein. Nach dreissig Minuten schreiben Sie die Nachricht auf einer gewöhnlichen Microsoft Tastatur. Sie erhalten etwa folgende Kombinationen:

      ’^ OOK1Ä$ CCDMknw¨l,.-,2IUHD-¨Ü.CMIWlb.$$DSKKM,mkid csm ,nx.dökdmmdwelmm,.cm 53 %4ççll.xü$äü664

      Diese werden dann in einen scheinbar „Blogwiese passenden“ Text umgewandelt, der jedoch keine wesentliche Bedeutung besitzt. Sie werden nun verstehen, weshalb Herr Wiese (das mit dem Minus 1 first English Anagramm sollten Sie ja nun selbst hinbekommen) einen LondonBlog hat. Genau: Secret Service. Der Sekretdienst dient jedoch dem Absaugen unerwünschter Körperflüssigkeiten. Wiese arbeitet als DIS, Defect Intelligence …Quark, Defense Intelligence Staff. In dieser Eigenschaft kann Wiese – wie im Dokumentationsbericht Terminator gezeigt – fast jede Struktur annehmen. So fungierte er 1995 als Cello für Franz Hohler im Programm wie die Berge in die Schweiz kamen, bevor er durch einen tragischen Stromausfall vom Cello zu einem Neuen Berg wurde und dann zur Wiese mutierte, indem Grass, nein Gras, über die ganze Angelegenheit wuchs.

      Meine eigene DNS-Identity kann ich ihnen leider nicht angeben, da wir selbst von unserer Dienststelle hierüber im Unklaren gelassen werden. Nur soviel: Zum Schutz der westlichen Welt sind unsere Comments unabdingbar. Die letzte unmittelbare Bedrohung musste unter höchster Geheimhaltungsstufe im Eilauftrag erledigt werden. Wir sagen dazu: Natürlich zackig-zackig, abgekürzt NZZ. Und jetzt verstehen Sie auch den Gastauftritt NZZ Votum mit General Kuhn, von dem Sie nun wissen, dass nach Anagramm es sich um den leibhaftigen HUNK handelte.

      Nur soviel darf ich Ihnen in einer persönlichen Botschaft zum Abschluss verraten:

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    32. Silvan Says:

      Was, glaube ich, kaum bekannt ist: Zumindest die eingewanderten Deutschen mit ursprünglich amerikanischen Wurzeln sind oft irrtümlich im Land. Erst kürzlich habe ich von einem Arbeitskollegen erzählt bekommen – seine Grosseltern waren Heimkehrer aus den USA – dass er eigentlich gedacht habe, er wandere nach Schweden aus. Als er es dann gemerkt habe, sei es zu spät gewesen. Auch stellt sich die Frage, ob die Deutschen in Schweden genauso unbeliebt sind wie bei uns.

    33. Pastoral Huschhirn Says:

      Warum sollen wir uns jetzt wieder einmal verbiegen, wenn die ihre Probleme nicht lösen können. Lest das mal:

      http://www.cicero.de/259.php?kol_id=10532

      Ein denkbarer Lösungsvorschlag für die, die sich nicht anpassen wollen oder können, wären kanalisierte Verkehrswege. Durch diese könnten im täglichen Personentransit die deutschen Arbeitskräfte am Morgen gebracht und zum Abend wieder abtransportiert werden. Natürlich müssten in diesem Fall die Steuern im wesentlichen dort bezahlt werden, wo der Gelderwerb erfolgt und auch in den Pausen auf die hoch entwickelte schweizerische Infrastruktur zurückgegriffen werden kann.

    34. Friederike Says:

      Einfach unglaublich, was hier an Gehässigkeiten abgeht. Und immer wieder geht es um die Sprache. Ich bin noch nicht so lange in der Schweiz wie miesmuschel. Aber dieses Land ist für mich Heimat geworden und ich würde um keinen Preis nach Deutschland zurückgehen. Ich könnte mir heute nicht mehr vorstellen in einem Land zu leben, in dem ich als Staatsbürgerin so wenig zu sagen hätte, wie in Deutschland. Ich habe ziemlich früh angefangen Schweizerdeutsch zu sprechen und als die Kinder kamen ging es sehr schnell. Ich kann diese ganzen Gehässigkeiten, die hier ausgetauscht werden gar nicht verstehen. Vor allem Anspielungen in Richtung Nazis und Judenstern etc. finde ich schlicht eine Zumutung und echt zum Kotzen.Die Schweiz hat etwa 21 % Ausländer, Deutschland ca. 9 %. Trotz diesem nicht einmal halb so grossen Ausländer-Anteil hört und liest man ja nicht selten über das nicht nur spannungsfreie Nebeneinander von Deutschen und Ausländern in Deutschland. Der Wahlkampf in Hessen war in dieser Hinsicht auch aufschlussreich. Die Schweiz ist so wie sie ist, mit allen Ihren Facetten, die hier so ausgiebig kritisiert werden, eigentlich ein Erfolgsmodell. Manche, die hierher kommen, tun dies, weil die Schweiz, wie Österreich zum Teil deutschsprachig ist – aber sie realisieren nicht, dass es eben doch ein anderes Land ist mit einer anderen Geschichte, einer anderen Mentalität und anderen Umgangsformen, auch wenn eine Art von Deutsch gesprochen wird. Würden manche der hier Schreibenden nach Italien, Frankreich etc. ziehen und deren sprachlichen Eigenarten verstehen, würden sie feststellen, dass diese Länder noch viel verschiedener sind und noch viel mehr Reibungsflächen und Unterschiedlichkeiten zu deutschen Gepflogenheiten aufweisen. Dazu kommt, dass es bei all diesen Statements eigentlich immer nur um die deutschsprachige Schweiz geht. In Lugano, wo wir jeweils einige Zeit des Jahres verbringen und auch in Italien wird zum Beispiel die hier vielgelobte deutsche Direktheit auch nicht „goutiert“, ähnlich ist es auch in England usw. Seit ich hier bin, habe ich es aufgegeben, das deutsche Wesen als Massstab für alles und jedes zu begreifen und ich bin sehr gut gefahren damit.

    35. Schnägge Says:

      Zur Kernkompetenz eines Schweizer Kulturchefs gehört es nunmal, sich in der Schweizer Kultur auszukennen. Ganz einfach.
      Mich erschreckt mal wieder das Argumentationsniveau hier.

    36. wolfi Says:

      wenn ich mir das letzte posting anschaue, glaub ich schon, dass deutsche einen makel haben, einige zumindest….;-).
      ja jannis, halte das betreffende posting für völlig unpassend, um nicht zu sagen peinlich.

      entspannt euch und geniesst den sonnenuntergang.

      grüssli

    37. Bülacheraner Says:

      Meine Frau und ich leben seit etwas mehr als einem Jahr in der Schweiz und wundern uns oft über das heftige, teilweise schon kleinkindartige, Gejammer anderer Deutscher. Ich glaube das vieles davon auf einigen grundsätzlichen kulturellen Missverständnissen beruht:

      1. Deutsche glauben dass Schweizer „gleich“ sind, denn sie sprechen ja (im Prinzip) dieselbe Sprache, sehen die gleichen Filme usw. Wenn man häufig Kontakt zu Schweizern hat, merkt man aber dass es im Sozialverhalten enorme Unterschiede gibt.

      Meine Einschätzung:
      Schweizer sind grundsätzlich weniger kontaktfreudig und auch weniger oberflächlich und fühlen sich von deutschen einfach häufig überfordert, was sich z.B. dadurch äußert, dass sie sich bei einem Gespräch erst Mal zurückziehen. Wenn man ihnen aber Zeit lässt selbst zu agieren, dann ändert sich das schnell. Um es anders auszudrücken: Im Zweifelsfall einfach mal die Schnauze halten und abwarten.

      Ich habe selbst schon im „Ausgang“ mit Schweizer Freunden in einem Bülacher Café den Sitzplatz gewechselt, weil uns ein Deutscher Landsmann derartig auf die Pelle gerückt ist, dass ich es nicht mehr ertragen konnte.

      2. Die Erwartungshaltung der Deutschen und der Wunsch nach Anerkennung ist zu hoch. Man hat Deutschland ja schließlich verlassen, damit man es woanders (noch) besser hat und außerdem ist man ja schließlich wer. Gemocht werden gehört natürlich dazu und wird als Selbstverständlichkeit angesehen.

      Meine Einschätzung:
      Wir Deutschen stossen in anderen Ländern weder mit unserem Geltungsdrang, noch mit den ständigen Vergleichen „in Deutschland ist das so und so…“ auf besonders große Gegenliebe. Dies ist mir auch schon in unserem vorherigen Wohnsitzland aufgefallen. Die Schweiz macht dabei keinen Unterschied.

      3. Wir Deutschen glauben oft, man behandle uns grundsätzlich anders als Schweizer aufgrund irgendwelcher Schweizer Resentiments.

      Meine Einschätzung:
      Ich glaube diese Erkenntnisse beruhen vor allem auf Erfahrungen in bestimmten Regionen (meistens Zürich Stadt) und werden auch von Schweizern wahrgenommen. Die Stadtzürcher nehmen nicht umsonst für sich in Anspruch besonders arrogant zu sein. Selbst englischen Freunden auf Besuch, ist innerhalb von 5 Minuten aufgefallen dass die Stimmung in Zürich völlig anders ist. Die meisten Schweizer die wir kennen, machen darum um Zürich lieber einen großen Bogen.

    38. Ostwestfale Says:

      „ungeheuerlichen Dauerbeschimpfung“

      @neuromat

      Lass Dich von Jens Polemik doch nicht immer so sehr mitreißen.

      Wenn Du diesen Artikel als einen Teil dieser Beschimpfung auffasst, dann tut mir das Leid. Ich kann, auch im übertragenden Sinn, in dem Artikel nichts von Beschimpfung erkennen, ich denke vielmehr, dass sich der Autor dem neuen deutschen Kulturchef, Herrn Schaper, gegenüber durchaus wohlwollend äußert. Schon einleitend zeigt er Anerkennung („Der neue SF1-Kulturchef und die neue «Sternstunden»-Chefin wollen sich nicht anbiedern, um in die Primetime vorzurücken“).
      Dass der Autor kritische Stimmen bezüglich der Ernennung Schapers zum Kulturchef keineswegs verschweigt, halte ich für seine gute journalistische Pflicht. Ihm daraus den Vorwurf der Beschimpfung zu konstruieren halte ich für extrem unpassend.

    39. ch.atzefrey Says:

      Vielen Dank für die makeln-Erläuterungen. Das mit dem Makler als Vermittler hätte mir ja eigentlich selbst in den Sinn kommen können. Ist halt nicht Schweizerdeutsch 😉

      Neuromat hat sich wieder mal überschlagen in seiner Kreativität. Genial. Ich kriegte so Bauchschmerzen vor Lachen, dass ich allen fast dankbar sein muss, die mich mit zum Teil recht trockenen Verteidigungen und Gegenverteidigungen wieder auf den Boden brachten ;-(

    40. Samuel Says:

      @ Herr Wiese: Kann es sein, dass Sie sich inzwischen dermassen in Ihre Betroffenheitsnummer hineingestiegert haben, dass Sie die durchaus wohlwollende Ironie in diesem Artikel nicht mehr bemerken?

      Früher fand ich Ihre Einträge viel erfrischender.

      @Simone: Reductio ad nazium.

      [Antwort Admin: Sorry, bin grad einfach zu betroffen, um auf diese Frage sachlich zu antworten… (kleine Träne verdrückend) ]

    41. neuromat Says:

      @ ostwestfale, @bülacheraner, @wolfi, @jannis, @friederike, @danido, @schnägge

      Rassistische Diskriminierung ist jede Praxis, die Menschen aufgrund physiognomischer Merkmale, ethnischer Herkunft, kultureller Merkmale (Sprache, Name) oder religiöser Zugehörigkeit Rechte vorenthält, sie ungerecht oder intolerant behandelt, demütigt, beleidigt, bedroht oder an Leib und Leben gefährdet.

      Erwähnenswert sind folgende Formen von Rassismus: Fremdenfeindlichkeit oder Hass gegenüber Ausländern und Ausländerinnen aufgrund ihrer Zugehörigkeit oder ihres Verhaltens, das man als andersartig einstuft.

      Rassismus äussert sich auch in diskriminierender Ausgrenzung gewisser Personen sowie in verbaler oder körperlicher Gewalt.

      Es geht nicht darum, ob Herr Schaper die richtige Besetzung für den Posten ist. Es geht nicht darum, ob er Polo Hofer oder Baschi kennt.
      Es geht darum, dass er Deutscher ist, wofür er zunächst einmal gar nichts kann – im Gegensatz zu seiner Unwissenheit. Ja, was denn wenn er Schotte wäre, Belgier oder Spanier, es wäre doch wahrscheinlich vollkommen gleichgültig und nur eine Randbemerkung wert.

      Es geht darum, dass eine Tageszeitung in der Schweiz eine bestimmte ethnische Herkunft als „Makel“ bezeichnet. Aus meiner Sicht ist die angesprochene Polemik betreffend die kulturellen Kenntnisse und der Wertschätzung bestimmter kultureller Leistungen hier zunächst einmal völlig ohne Bedeutung. Darauf bin ich auch nicht eingestiegen. Von Bedeutung ist die Wertung der nationalen Zugehörigkeit als „Unzulänglichkeit“, als „Fleck“.

      Ich bleibe bei meiner Meinung, dass hier dieses Medium seine Verantwortung nicht erfüllt hat. Ich bleibe auch dabei, dass es eine journalistische schlechte Sprachleistung war; denn andernfalls müsste man ja von einer bewussten Demütigung ausgehen.

      Einzelne frühere bekannte Äusserungen waren:

      „Ihr Deutschen seid eine Epidemie.“
      „Frau Wilde, wenn Sie das nächste Mal in Ihr Land fahren, nehmen Sie den Viehtransporter, pferchen all Ihre Landsleute rein und bleiben, wo Sie herkommen.“
      „Schade, dass die Gasöfen in Deutschland abgestellt wurden. Denn da gehören Sie hin.“

      Und weiter oben war zu lesen:
      „Naja… der Ausdruck “Souschwob” wird uns in der Wiege beigebracht, artikulieren können wir ihn kurz nach dem ersten Mama. Vielleicht könnten wir es ja schon vorher, aber was würde Mama dann von uns denken? Nichts destotrotz, wenn sich die Deutschen in der Schweiz schön brav assimilieren und den Dialekt des Wohnortes brav lernen… werden wir deren Ururenkel vielleicht einmal als die Unsrigen, als Mitglieder unserer Volkes von einige Brüdern (nein, die Schwestern bleiben draussen!) annehmen. Ich wünsche allerseits ein wundervolles Wochenende und den Deutschen nicht zu viel Stau auf der Autobahn beim nach Hause fahren.“

      Begegnet man dem mit genau diesen Mitteln, setzt man der „Schnäppchenwut“ die „Rekamanie“, verlässt man selbst die korrekte Linie und natürlich wird die Lage nur emotionalisiert. Andererseits zeigt sich aber auch, dass dies Wirkung hat. Es ist offensichtlich nicht angenehm. Es wird als nicht angemessen empfunden. Es könnte also sein, dass man in der Lage sein könnte, hier auf die Eindrücke der anderen zu schliessen.

      Auch wenn die Reaktion ist, dass eher unklare diffuse Empfehlungen gegeben werden, man könne ja handeln, wenn einem etwas nicht gefalle:
      „Könnte es sein, dass es Dir in diesem Land nicht gefällt und dass Dir die Einheimischen auf den Wecker fallen ? Dann bist Du ja frei, etwas dagegen zu unternehmen.“

      Nein, es kann eben nicht sein. Es steht genau aufgeschrieben, was mich stört: Nämlich die Bewertung der ethnischen Herkunft. So wie es andere offensichtlich ja auch stört, wenn diese Merkmale in diskriminierender Form genannt werden. Und gegen das, was mich stört unternehme ich ja auch etwas. Die Kritik an einem bestimmten Verhalten von Medien, die Kritik an Aeusserungen wie zum Beispiel die mit der Epidemie, kann nicht einfach verallgemeinert werden: dass es Dir nicht gefällt. …

      Die vorgeschlagene Unternehmung wird ja auch gar nicht ausgesprochen. Wäre das zum Beispiel eine verklausulierte Aufforderung das Land zu verlassen. Dann käme das angesichts einer Online-Umfrage von 20minuten, durchgeführt in den letzten Tagen, einer fast maximalen Assimilation gleich; denn 54% der um Antwort gebetenen Schweizer wollen aus der Schweiz auswandern (nicht repräsentativ!)

      Nur, dass es eben darum nicht geht. Die schwarzen Schafe sind keine Schweizer SVP Erfindung. In Deutschland wurden und werden die gleichen Stereotypen gebraucht. Vor zehn Jahren im Spiegel: „Ganze Herden von schwarzen Schafen unter den Ausländern“ im Kontext eigentlich eindeutig bezogen auf türkische Immigranten. Wenn Du Dich dagegen wehrst, wirst Du erstaunlicherweise auch dort mit der Frage konfrontiert, ob es Dir zuhause nicht gefällt.

      Nein, mit meinem privaten und beruflichen Umfeld hat das nichts zu tun. Nur mit dieser etwas mehr als unzulässigen Schubladisierung. Und wenn schon Frust, dann daran, dass – wie immer – die Masse schweigt, während die Germanophobie weiter aufgebaut wird. Vermutlich auch bei den „Germanen“: Gelegentlich hört man, dass die doch nun wirklich nicht alle auch noch kommen müssen. Ich selbst schreibe ja auch immer wieder, dass doch diese und diese Positionen mit Schweizern besetzt werden sollten, dass Schweizer(innen) ihre Ausbildung dahingehend optimieren, dass die „Welle“ gestoppt wird. Aber: ist der Bülacheraner, der vor ca. einem Jahr zuwanderte schuld, dass sich für uns, die wir seit Jahren hier leben wieder mehr Unmut ereilt?

      Die Frage ist also: erreicht dieser Medienumgang mit einer ethnischen Herkunft die Kriterien für Rassismus. Diese lassen sich so wie sie in CH gültig sind oben nachlesen. Sie sind nicht von mir. Sie stammen vom Schweizer Portal. Die Frage muss sich wahrscheinlich jeder selbst beantworten

    42. cocomere Says:

      Sie haben’s ja schon schwer bei uns, die Deutschen… Der Herr M. Schaper tut mir auch besonders leid.

    43. Bülacheraner Says:

      @neuromat:

      Ich finde Sie hängen diese Sache viel zu hoch auf. Weder geht es dabei um ethnische Diskriminierung (seit wann gehören Deutsche und Schweizer zu unterschiedlichen Ethnien), sondern um die Frage ob denn ein Deutscher den Job auch so macht wie gewünscht – schließlich wird er dafür von Schweizer Gebührenzahlern entlohnt.

      Wenn ein Bayer mit bayerischem Dialekt als Hamburger Kultursenator vorgestellt würde, dann gäbe es sicher auch den einen oder anderen Seitenhieb in der Presse darauf.

      Vergesst doch mal dieses ganze Ausländer-Gerede. Die meisten Schweizer sehen uns nicht als „echte“ Ausländer an (genau so wenig wie wir Deutschen die Österreicher), auch wenn das gerne behauptet wird. Nach meiner Erfahrung tun sie es nur, wenn ihnen ein Deutscher mal gewaltig auf die Nerven gegangen ist. Wenn einem dann nichts besseres einfällt, heißt es eben „Scheiß Deutscher“. Die gleiche Vokabel habe ich selbst auch schon häufig in Zusammenhang mit Bayern gebraucht. Trotzdem macht mich das wohl nicht zum Rassist.

      Die „Schweizer“ die sich wirklich rassistisch äußern, z.B. hier auf der Blogwiese, sind merkwürdigerweise fast immer selbst „Schweizer mit Migrationshintergrund“ (Schweizerisch auch „Secondo“ oder „Papierleschweizer“ genannt), die es meines Erachtens einfach nicht verknusen können, dass wir als vermeintliche „Ausländer“ mit den Schweizern besser klarkommen als sie selbst.

    44. Brun(o)egg Says:

      @ neuromat

      Man sollte nicht an der Menscheit verzeifeln. Auch nicht an der schweizerischen, trotz den Äusserungen einiger Gehirnamputierter. Und:
      Wenn man etwas negativ sehen / lesen will, – es gelingt immer.

    45. samuel Says:

      Ich empfehle differenziert denkenden Menschen die Lektüre des Originalartikels…

    46. DaniDo Says:

      @neuromat

      Nun mal etwas ruhiger! Der Tages-Anzeiger-Artikel enthielt ja nicht einmal einen Appell oder einen Hinweis darauf, dass Herr Schaper wieder weg soll! Ganz im Gegenteil, der Herr kam ja recht vorteilhaft raus, da er sich unpolemisch und souverän wehrte. Das Wort Makel, an dem sich alle so stören, bezieht sich mitnichten auf die Nationalität oder gar die Ethnie als solche, sondern auf den kulturellen Hintergrund in Verbindung mit der Funktion als Kulturchef des Schweizer Fernsehens. Dass da ein Franzose oder ein Schotte ohne irgendwelches Wissen über schweizerische und deutsche Kultur noch das viel grössere Makel tragen würde, versteht sich doch von selbst!

      @Friederike
      Danke für Deinen differenzierten Beitrag, er hat mich gefreut. Und es freut mich sowieso, dass wir so viele Deutsche in der Schweiz haben, die die Schweiz verstehen wollen und sie so viel mehr geniessen können…

    47. neuromat Says:

      Zwei «Makel» bringt der neue Kulturchef des Schweizer Fernsehens mit ins Studio Leutschenbach. Den einen bemängeln selbst TV-Insider: Rainer M. Schaper, der fortan die Kulturszene Schweiz abbilden will, ist Deutscher.

      DaniDo „das Wort Makel bezieht sich mitnichten auf die Nationalitaet“

      Welchen Artikel hast Du denn da gelesen? Also noch mal zum mitbuchstabieren: Der eine Makel: Schaper ist Deutscher.

      Ah, jetzt verstehe ich das erst: Deutsch ist gar keine Nationalitaet. Und dann war da wieder mein Lieblingswort : mitnichten…

    48. Samuel Says:

      @neuromat

      „Viertens dienen Anführungszeichen dazu, um Ironie, eine Wortspielerei oder eine Distanzierung kenntlich zu machen.“ Bastian Sick

    49. DaniDo Says:

      Mon Dieu, jetzt sind wir aber wirklich schwerer von Begriff als wir es sein sollten!

      Es gibt einerseits den Wortlaut, der zwar etwas plakativ ist, aber eben andererseits einen tieferen Sinn hat. Aber dass Journalisten verkürzen gehört zu ihrem Job…und tatsächlich (das würde man uns ja gar nicht zutrauen!) könnte es sein, dass es Deutsche gibt, deren Nationalität keinen „Makel“ darstellt…Wortklauberei bringt hier nichts, jedenfalls nicht um eine ewiggestrige Deutschenfeindlichkeit an einem flammenden Beispiel zu zeigen.

    50. Anja Says:

      @neuromat

      In der Tat ist die Formulierung im Tagi-Artikel aeusserst ungluecklich, um nicht zu sagen daemlich. Ich wuerde den Satz allerdings folgendermassen uebersetzen: Schaper ist nicht Schweizer. Waere er Schotte, Belgier oder Oesterreicher, so waere das wohl laut Autor derselbe ‚Makel‘.

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