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Rettet die Cervelat? — Rettet den Schweizerdeutsch!

  • Wer will die denn retten?
  • Jetzt haben wir mühsam und in grammatikalischer Schwerstarbeit endlich begriffen, dass der Schweizer Cervelat eine hochheilige und „erst noch“ äusserst männliche Angelegenheit ist, da müssen wir dies in einer Anzeige lesen:
    Rettet die Cervelat
    (Quelle Foto: Rettet die Cervelat

    Das ist falsch. „Die Cervelat“ will niemand retten, sonst könnten wir auch gleich aufrufen zur Kampagne „Rettet den Schweizerdeutsch“. Es gibt keine weibliche Cervelat in der Schweiz. Es gibt eine Wurst, das ist richtig, aber die nennt sich „der Cervelat“. Da haben wir den WurstSalat. Was soll nun gerettet werden? Die Sprache, das richtige Wurstgeschlecht oder doch die Wurst selbst? Als alte Currywurstfans bleiben wir dann doch lieber bei unser echten „Bratzwurst“ mit einem ordentlichen „tz“ in der Mitte, so wie in „getz ist genug“.

    

    55 Responses to “Rettet die Cervelat? — Rettet den Schweizerdeutsch!”

    1. Daniel Says:

      Aus aktuellem Anlass hier eine Schnitzelbank frisch von der Basler Fasnacht:

      So wies usgseht, kennt Ihrs doch glatt vergässe,
      im näggschte Summer ab em Grill e Glepfer zässe.
      Bi unserer Lieblings-Wurscht bestoht – ob kalt oder warm,
      wäge dääne z Brüssel en akute Darm-Alarm.
      Sehr wohrschynlig griegsch denn d Wurscht als flüssigs Breili uff e Disch,
      und wird erscht denn zum Glepfer, wenns denn dur e Maage duure isch.
      (von den Schnitzelbänklern „Bangg-Ghaimnis“)

    2. Jose Luis Cardenas Says:

      Wow, weisst ihr was?
      wenn ihr in der Schweiz seid! ihr sollt einfach geniessen, was ihr hört!
      das schweizerdeutsche ist das beste, was ihr lernen kannt!
      hahaha! Tciao!

    3. yvi Says:

      aber hallo – hier eine meldung aus der ostschweiz! die olma-wurst ist das grösste an kalbsbratwurst, das es hierzulande gibt – nur übertroffen von der sanggaller kinderfestbratwurst, die satte 220 gramm auf die waage bringt. die olma-bratwurst ist also die zweitgrösste mit 160 gramm, während eine normale bratwurst etwa 115 gramm wiegt. und über geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten – also finger weg vom thema olma-bratwurst und senf! da sind wir sanggaller unheimlich heikel – wie kann man/frau nur den geschmack einer bratwurst vom sanggaller metzger derart verfälschen? banausen….
      und die cervelat hat den namen eher vom Schweinehirn, das in die wurstmasse gehörte – siehe wikipedia: „grosse kurze Wurst, gefüllt mit Fleisch und Schweinehirn“.
      na ja – nebst sprachlichen eigentümlichkeiten verfügen wir schweizer – wie auch andere länder – auch über kulinarische finessen, die nicht von allen goutiert werden. Und im schweizerdeutschen ist es mit vielen worten so, dass in der einen region von der in der andern von die die rede ist. das ist eine eigenart des jeweiligen dialektes. und sollte auch nicht korrigiert werden wollen – jede region ist mit recht stolz auf seine dialektfassung und es wäre schade, da eine grammatik reinbringen zu wollen. dafür haben wir ja das schriftdeutsch….

    4. Armin Says:

      VOLKSABSTIMMUNG: Die oder Der?
      Was meint das Initativkomitee?

    5. Carlos Says:

      Lasst mich eine Vermutung anstellen und gebt eure Meinung dazu:

      In den Kantonen nahe der französischen Sprachgrenze wäre es deR Cervelat (in Anlehnung an das Französische). In den östlichen Kantonen wäre es die Cervelat (ist halt eine Wurst!)

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