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Mein Name ist Wallis, Edgar Wallis, und ich bin keine Bergregion

  • Die deutschsprachige Minderheit im Wallis
  • Im zweisprachigen Wallis stellt das Oberwallis 27 Prozent der Bevölkerung, umfasst aber fast die Hälfte des Kantonsgebiets. Im Oberwallis spricht man Deutsch, als Minderheit in einem sonst französischsprachigen „Valais“. Jetzt wird die Bezeichnung „Wallis“ in der Werbung verdrängt.
    Valais Logo
    (Das neue Logo. Quelle: matterhornstate.com)

    Um typische und qualitativ hoch stehende Dienstleistungen und Produkte aus dem Wallis bei Gästen, Konsumenten und Investoren besser bekannt zu machen, haben die Interessenverbände des Tourismus, der Landwirtschaft, die Industrie- und Handelskammer mit dem Segen des Kantons beschlossen, künftig einheitlich unter der Marke Valais aufzutreten.
    In beiden Kantonsteilen ist unbestritten, dass sich die Walliser Wirtschaft nach dem Vorbild anderer Regionen national und vor allem international besser vermarkten muss. Hütern der deutschen Sprache und Kurdirektoren im Oberwallis stösst jedoch sauer auf, dass die deutsche Bezeichnung Wallis im neuen Logo mit dem stilisierten Matterhorn nicht mehr vorkommt (…). Bisher erlaubte der Verein Marke Valais Verbänden und zertifizierten Unternehmen, in der Deutschschweiz und in deutschsprachigen Ländern mit dem Schriftzug «Wallis – Switzerland» zu werben. In den übrigen Märkten lautete der Schriftzug «Valais – Switzerland».
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 15.01.08, S. 3)

  • Krimiautor und Insel
  • Das Problem mit der deutschen Variante „Wallis“ sei, dass sie im bei den Angelsachsen eher als Familienname denn als Schweizer Bergkanton verstanden wird. Wer kennt nicht den Spruch „Mein Name ist Wallis, Edgar Wallis“. Ausserdem gibt es noch das französische Überseeterritorium „Wallis und Futuna“, das nordöstlich der Fidschi-Insel liegt. Darum soll die Deutsche Bezeichnung „Wallis“ verschwinden und nur noch mit „Valais“ geworben werden. Im Wallis gibt es deswegen handfesten Streit:

    «Warum bringt ihr euch bei all den Unterschieden in Sprache und Kultur nicht gegenseitig um?» Das wird der Soziologe Uli Windisch oft gefragt, wenn ihn Delegationen aus Vielvölkerstaaten an der Uni Genf besuchen. Er erklärt dann jeweils, wie segensreich im politischen System der Schweiz die direkte Demokratie, der Föderalismus und der Schutz der sprachlichen Minderheiten ist. In seinem jüngsten Buch mahnt Windisch allerdings, dass unter den Grundpfeilern der Schweiz der Ausgleich zwischen den Sprachgemeinschaften der «zerbrechlichste» sei.
    (Quelle: Tagesanzeiger 15.01.07 )

    Die Frage, warum die verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Schweizer „Willensnation“ nicht viel stärker auf einander losgehen, beschäftigt uns seit sieben Jahren. Am Anfang hielten wir es für „Harmoniesucht“, doch mittlerweile sind wir zu der Erkenntnis gekommen, das es reine kalkulierte Überlebensstrategie ist, sich lieber zusammenzuraufen in einer Konkordanz-Demokratie als sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Nicht immer geht es deswegen besonders ruhig und glimpflich ab, wie der Logo-Streit im Kanton Wallis / Valais belegt.

    

    7 Responses to “Mein Name ist Wallis, Edgar Wallis, und ich bin keine Bergregion”

    1. Brun(o)egg Says:

      Ich denke da wurde aus politischen oder andern Gründen, dem Oberwallis ein Ei gelegt. Warum auch immer. Es wäre ein einfaches gewesen, auch die deutsche Bezeichnung im Logo unterzubringen ohne Verwirrung zu stiften. Aber guten Willen und einen profesionellen Grafiker brauchts halt schon. Sie werdens überleben die Oberwalliser, so wie die Deutschschweizer seit Jahren mit dem SUI (für Suisse) im Sportbereich leben können. Tönt ja auch besser als „Schweiz“, so wie Valais, und verhindert, dass ein Grillenhirn auf die Idee kommt, die Bezeichnung auf SWI (Swiss) zu ändern

    2. Thomas Says:

      das SUI ist einfach die IOC Norm. Aber ich hab schon ‚HEL‘ gesehen.
      Wie viele Leute es gab, die das Wallis mit der Insel verwechselt haben, sei dahingestellt. Hautpsache, ein Marketingfritz von St. Gallen hat Geld verdient.

    3. Tellerrand Says:

      In der Kommunikation und der Werbung sind griffige und einfach zu merkende Marken das A und O. Im konkreten Fall geht es doch wohl in erster Linie darum, eine Region möglichst prägnant im Ausland bekannt zu machen. Da muss man dann schon mal ein, zwei, in der Schweiz meist noch mehr auch zudrücken. myswitzerland.com lässt grüssen 😉

    4. patrick Says:

      mein coiffeur meinte mal, catherine zeta-jones wäre schweizerin. ist ja logisch: sie ist waliserin… 🙂

    5. neuromat Says:

      es ist so – wer keine Arbeit hat, der macht sich heutzutage welche, gilt auch für Welsche und Marketing, auch wenn der Fritz mit Vornamen heisst. Valais tönt natürlich echlifiner als Wallis, Wallis, da denke ich an Wally, an Geier, wallee das hat doch etwas von wolee, möglicherweis otwollee und Leichtigkeit sprotlichem Esprit wie wolleeball… und Verführung wollee wu kuschee und so weiter im Grunde interessiert es keine Sau und keinen Schwaben.

      Die beste Propaganda ist im Übrigen noch die mit dem Mund, so wie mit der Beatmung, Mund zu Mund, in Amerika würde man sagen von bouche zu bouche.

      Dabei is logo egal, wichtig für die Jungen: geile Bräute gutes Wetter, also den ganzen Tag die Lampe an, für die Aelteren: geile Bräute und den ganzen Tag die Lampe an, nicht zu viele junge Männer. Frauen interessieren sich nicht für Werbung.

    6. Tellerrand Says:

      Deutsch, Französisch, Italienisch und Retoromanisch spricht international, selbst pro Kopf gesehen, niemand. Mein Vorschlag für das Wallis, tatatataaa:

      The Matterhorn-Land
      – lies close to the Heidiland and is truely Top of Europe

      😉

    7. Phipu Says:

      Wer französisch versteht, kann sich die folgende Diskussion über die aktuellen Reibereien zwischen Unter- und Oberwallis anhören (auf RSR la 1ère, in der Sendung „Forums“ vom 30.01.08, zwischen 18 und 19.00 Uhr).

      http://info.rsr.ch/fr/points-forts/L_unite_valaisanne_est_elle_en_danger.html?siteSect=2011&sid=8684129&cKey=1201716912000

      Soviel kann ich vorwegnehmen. Auch hier erhält man nur Anhaltspunkte, wieso sich noch immer nicht zwei Halbkantone Wallis nach Sprachregion gebildet haben. Und auf die Frage: «Warum bringt ihr euch bei all den Unterschieden in Sprache und Kultur nicht gegenseitig um?» kann man nur antworten, dass die Rhône/Rotte als Verbindung zum Mittelmeer noch lange nicht reicht, um auch unbedingt die dort lokal verbreitete Gemütshitze übertragen zu können.

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