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Was Schweizer an den Deutschen nervig finden — Teil 4 — Ein Volk von Praktikanten

  • Ein Volk von Praktikanten
  • Der 4. Punkt der Liste von Dominique betrifft den Deutschen Berufsalltag. Es geht um Praktikanten:

    4. Ein Volk von Praktikanten
    Landauf, landab belegen studierte und qualifizierte Personen miserabel bezahlte Praktikas. Zwar wissen wir seit Bill Clinton, dass ebendiese für gute Stimmung sorgen können. Doch ist etwas faul, wenn zur Hochkonjunktur die halbe Belegschaft zu einem Hungerslohn die Arbeit verrichtet. Was für ein Schwachsinn, die wirtschaftliche Wertschöpfung auf Kosten der Gesellschaft zu optimieren. Übrigens: Wurde Frau Merkel eigentlich fest eingestellt oder ist sie bloss Praktikantin?
    (Quelle: Private Elektropost)

    Um die Wahrheit zu sagen: Dominique hat vollkommen Recht mit seiner Kritik. All diese studierten und qualifizierten Personen sind strohdumm und einfach zu faul, sich einen richtigen Job zu suchen. Sie machen viel lieber schicke Praktika, weil das einfach viel cooler ist und mehr Reputation gibt als eine Festanstellung in einem renommierten Unternehmen. Nur das mit dem „Hungerslohn“ haben wir nicht verstanden. Der Lohn des Hungers ist ein Fugen-„S“?

    Wer bekommt denn einen Hungerlohn? Gar kein Lohn gibt es für die freiwilligen Praktika, geht es doch hier primär um Sklavenarbeit Wissenszuwachs, die Erweiterung des beruflichen Horizonts, den Erwerb von Berufserfahrung, das Knüpfen von interessanten Kontakten zu zukünftigen Arbeitgebern und Kunden, etc.

    Ach, und was Frau Merkel angeht, die ist tatsächlich nur Praktikantin. Das hat Dominique gut erkannt. Ganz praktisch als mächtigste Frau der Welt:

    Die Kanzlerin ist weltweit die Nummer eins – jedenfalls nach Meinung des US-Magazins „Forbes„. Zum zweiten Mal in Folge wurde die Bundeskanzlerin zur mächtigsten Frau der Welt gekürt. US-Außenminister Rice schaffte es diesmal nur auf den vierten Platz. (…)Die Kanzlerin führte die heute veröffentlichte Liste der hundert mächtigsten Frauen der Welt vor der chinesischen Vize-Ministerpräsidentin Wu Yi an, die ihrerseits US-Außenministerin Condoleezza Rice auf Rang zwei ablöste.
    (Quelle: Spiegel-Online 31.08.07 )

    Was uns wundert ist, das auf der Liste der Top 100 die Schweizer Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey nicht aufgeführt ist. Immerhin ist sie derzeit Chefin der Eidgenossen. Und zwar in Festanstellung, wenn auch mit einem Jahresvertrag. Das gilt dennoch nicht als Praktikum.

  • Die wirtschaftliche Wertschöpfung
  • Zur Aussage „Was für ein Schwachsinn, die wirtschaftliche Wertschöpfung auf Kosten der Gesellschaft zu optimieren“ muss ich gestehen, dass ich sie nicht verstanden habe. Wäre es vielleicht intelligenter, viele hochqualifizierte Mitarbeiter gut zu bezahlen und damit nicht vorhandende Umsatzrenditen zu verbraten? Ist mir alles zu hoch, sollte vielleicht mal irgendwo ein Praktikum zum Thema machen.

  • Warum sind Praktikanten beliebt in Deutschland?
  • Das Bildungssystem Deutschland bringt vielleicht wirklich im Unterschied zur Schweiz einen höheren Anteil an hochqualifizierten Spezialisten und Akademikern hervor, denen es nicht an der Theorie mangelt, aber an der Praxis, weil bis vor wenigen Jahren auf „Praxissemester“ etc. noch nicht so viel Wert gelegt wurde wie heute. Man konnte z. B. Gymnasiallehrer werden ohne je in den ersten 4-5 Jahren der Ausbildung einen Fuss in eine Schulklasse setzen zu müssen. Das hat sich zum Glück geändert.
    Über die hohe Anzahl von Praktikantenstellen zu lächeln, aber gleichzeitig glücklich in der Schweiz vom Überschuss der Hochqualifizierten im Nachbarland zu profitieren, zum Glück kommt da niemand auf die Idee, solche Anschauungen als „arrogant“ abzuqualifizieren. Passt nicht zum Weltbild. Arrogant, das sind immer die anderen.

    

    28 Responses to “Was Schweizer an den Deutschen nervig finden — Teil 4 — Ein Volk von Praktikanten”

    1. boby Says:

      Habe eine Frage, wer verbirgt sich hinter Dominique? Woher weiss er alles so genau?

      [Antwort Admin: Dominique ist einfach nur ein Blogwiese-Leser wie Du und ich. Ausserdem ist er Schweizer. Woher er alles so genau weiss? Nun, wahrscheinlich fein beobachtet und messerscharf Schlüsse daraus gezogen. Das nennt man einen „deduktiven Ansatz“ par excellence.]

    2. petitsuisse Says:

      Für mich die Höchststrafe, wenn Dominique für alle Schweizer sprechen will. Wäre es vielleicht nicht angebracht als Titel „Was Dominique an den Deutschen nervig findet“ zu verwenden.

    3. neuromat Says:

      das hat doch endlich mal was. Nur finden das die Deutschen selber nervig bis in das vorgezogene Rentenalter als Praktikant zu arbeiten. Den Auftakt machte im Fall der „Arzt im Praktikum“. Hierbei handelte es sich um die legalisierte Wiedereinführung des Sklaventums. Es folgten Führerschein auf Probe und so weiter … wir haben früher selber abgelästert „Bundeskanzler auf Probe“

      Hier heisst der nervige Umstand „temporär“. Fragst Du einen, was er schafft: „Temporär“ – merkwürdiger Beruf und geht so ganz ohne Ausbildung.

    4. Phipu Says:

      Kann es sein, dass Dominik deshalb glaubt, es habe viel mehr Praktikanten in Deutschland, weil die hierzulande „Stagier“ genannt werden? Man absolviert hier oft statt eines Praktikums ein „Stage“. All diese Wörter werden frz. ausgesprochen; der Aufenthalt als [~ das Staasch] und der „Beruf Praktikant“ als [~ Staschi-ee]. Nur als Hinweis: auf Französisch würde man übrigens für die gleiche Aussprache – mit hier nicht verschriftbarem stimmhaftem „sch“ – „stagiaire“ schreiben. Nach Google ist die komplett französische Schreibweise in deutschen Texten noch häufiger. In meinem Duden, den ich zur Kontrolle der „richtigeren“ Schreibweise konsultiert habe, steht dieses Wort nicht, weder in seiner originalfranzösischen Form, noch als verschweizerischtes „Stagier“. Wenn es nicht einmal dort steht, muss es ja besonders „veraltet“ sein. Glücklicherweise findet man wenigstens moderne Anglizismen, die auf das englische „Stage“ [~ der Steidsch] hinweisen.

    5. Tellerrand Says:

      Die Schweiz ein Land von Praktikern. Nirgends sonst wird so viel Brimborium um die Berufsausbildung gemacht. Mir ist kein anderes Land bekannt, in dem Zeitungen Seitenweise die Namen von jungen Menschen veröffentlichen, die eine Berufsausbildung abgeschlossen haben und die mit seitenlangen Artikeln von der Berufsolympiade berichten. Da kann man dann schon mal ein bisschen nervös werden, wenn es andere anders machen und dabei trotzdem Hochqualifizierte in recht ansehnlicher Zahl rauskommen…

    6. renegade Says:

      Purzel Jens, was hast du denn für ein Problem, schlecht geschlafen? Wenn man deinen Text so durchliest, könnte man auf den Gedanken kommen, du stehst kurz vorm Herzkaspar. 😉

      Mich hat Praktikum in Deutschland immer genervt, denn in solchen Firmen gab es fast nie Aussicht auf eine Festanstellung. Das theoritsche Ziel, die Praxiserfahrung hat durchaus etwas, in der Praxis jedoch ist es eine billige Arbeitskraft. (Warum die Kuh kaufen, wenn man sie umsonst melken kann)

      Dazu kann man die so schön belasten, weil sie ja nie die Hoffnung aufgeben, fest angestellt zu werden. Im Marketing-Bereich soll es noch extremer sein. Aber wenn ich ehrlich bin, mitreden kann ich da nicht mehr, da ich nicht schon lange nicht mehr in einer Deutschen Firma gearbeitet habe.

      Als 2. erstaunt mich, dass du die ehemalige FDJ-Sekretärin, ach Entschuldigung in der BRD heisst das ja Kulturbeauftragte auch so überbewertest, weil eine Zeitschrift sagt, sie ist auf Platz 1 von 100. Oder ist es nur eine andere Art von manipulativer Argumentation?

      Zum Thema:

      Über die hohe Anzahl von Praktikantenstellen zu lächeln, aber gleichzeitig glücklich in der Schweiz vom Überschuss der Hochqualifizierten im Nachbarland zu profitieren, …

      Die Deutsche Wirtschaft jammert aber ganz laut, dass ihnen die Hochqualifizierten Fachkräfte fehlen und das die Einkommensgrenze für qualifizierte Zuwanderer auf 40.000 Euro Jahresgehalt reduziert werden muss. Die Bitkom hat hierfür extra Studien in Auftrag gegeben, die von der deutschen Wirtschaft gestützt werden.

      Welche Aussage stimmt denn nun? Deine (einen in der Schweiz lebenden Deutschen, der nur zum Einkaufen nach Deutschland fährt *fg*) oder die der Bitkom (Einen Verband aus Deutschland)?

      Sorry, evtl. habe ich heute deinen Humor nicht ganz verstanden.

      [Anmerkung Admin: Da war kein Humor, das war einfach nur eine Feststellung. ]

    7. jan Says:

      die praktikanten sind selber schuld.
      wenn keiner mehr ein praktikum annimmt, dann gibts auch ganz schnell ordentliche stellen.
      und warum mal auf die typische situation: „wir können ihnen derzeit keine stelle anbieten, aber ein praktikum“
      kontern: „ich kann ihnen derzeit keine kostenlose arbeitskraft anbieten, ich weiss was ich wert bin“
      oder noch besser: laut lachen und raus gehen.

    8. Graxel Says:

      mmmh, wenn man nach dem Spiegel geht ist die Praktikanten-Frage auf alle Fälle ein Thema in Deutschland: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,479595,00.html

      @Tellerrand: „Brimborium um Berufsbildung“ stimmt schon, aber die Schweizerische Berufsbildung ist soweit ich weiss (meine Erfahrung) auch die Einzige die im Ausland einen hohen Stellenwert geniesst (einzige Berufsbildung, nicht einzige Schweizerische Bildung…). Wieso müssen denn in Deutschland alle ein Abi machen und studieren, alles andere zählt ja sowieso nix…

      Ob die Praktikumsfrage aber nur ein Deutsches Problem ist? Wenn man sich hier in Genf mal bei den internationalen Organisationen (UNO etc.) umhört, kriegt man schnell mit, dass zumindest zum Beginn nix zu verdienen ist – also auch Praktikum. Da spricht man dann tatsächlich von Stage (frz. bitte =“staasch“. Die anglophonen sprechen von „internship“)

    9. neuromat Says:

      @ Graxel

      aber die Schweizerische Berufsbildung ist soweit ich weiss (meine Erfahrung) auch die Einzige die im Ausland einen hohen Stellenwert geniesst (einzige Berufsbildung, nicht einzige Schweizerische Bildung…).

      Die Einzige? Ganz klar: Nein.

    10. Schnägge Says:

      Als „Betroffene“ würde ich in diesem Fall jedes Wort von Dominique unterschreiben!

      @Jens: Um „Wissenszuwachs, die Erweiterung des beruflichen Horizonts, den Erwerb von Berufserfahrung, das Knüpfen von interessanten Kontakten“ geht es da schon lange nicht mehr. Es geht um die wage In-Aussicht-Stellung einer eventuellen Festanstellung, und nach 6 Monaten heißt es dann: April, April, wir holen uns den nächsten Praktikanten der einen hochqualifizierten Vollzeitjob zum Nulltarif für uns erledigt. Gibt ja genug Arbeitslose.

      Quote jan: „oder noch besser: laut lachen und raus gehen. “

      Tun ja auch viele. In die Schweiz, die Niederlande, nach Österreich, nach Schweden…

    11. solanna Says:

      Es kommt halt oft auch drauf an, als Praktikant im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Bei uns gibts Zweimonatspraktika zum Schnuppern/zur Eignungsabklärung im Beruf und – als dringend benötigte Arbeitskräfte (sic!).

      Kürzlich wurden wegen eines neuen Projekts überraschend fünf der sechs PraktikantInnen des letzten Jahres – ob schon fertig studiert oder noch an der Uni – zu offenbar beiderseits als attraktiv empfundenen Bedingungen mit Pensen von 40 bis 80 Prozent angestellt.

      Wer schon ein bisschen weiter aus dem Präsenzgedachtnis entschwunden war, hatte das Nachsehen, obwohl sie vielleicht unterdessen als fertige Akademiker gerne einen Job gehabt hätten, aber zu ihrer Praktikumszeit zur Kenntnis nehmen mussten, dass man zwar sehr bedaure, aber dass es wohl aus finanziellen Gründen länger keine neuen Anstellungen mehr gebe …

    12. Pendler Says:

      Das trifft es mal wieder voll ins Schwarze. Musste selber grad (leider) 2 Praktikas ablehenen.
      Die Wahrscheinlichkeit dass die Firma/Wirtschaft aber eine richtige Stelle draus macht, erachte ich als gering. Die finden sicher nen überqualifizierten Deutschen dafür…und in 6-12 Monaten kommt dann der nächste.
      Aber soll ich da jetzt glücklich drüber sein ???
      Böswillige Unterstellung von dir Jens ! Denn das Volk ist nicht die Wirtschaft. Das kann man auch am Niedergang der Wirtschaftspartei FDP ablesen….

      Wir haben alle ja bisschen Mitleid mit Deutschland, bzw. der Wirtschaft dort.
      Aber darum muss man ja wohl noch lange nicht all die überqualifizierten deutschen Praktikanten etc. hier toll finden, oder?
      (Und dann habe die auch noch ne eigene Meinung und reden so laut und schnell….ts, ts, ts…)

      Hoffe immer noch die Merkel reisst den Karren aus dem Dreck… denn geht es erstmal Deutschland gut, dann läuft es hier auch wieder besser.

    13. Schnägge Says:

      Aber das Praktikumsproblem ist ja nicht das einzige in D. Da werden Arbeitsplätze gleich zu Tausenden „ausgegliedert“, d. h. längere Arbeitszeit für weniger Lohn zu schlechteren Bedingungen – oder sucht euch halt nen anderen Job, wenn euch das nicht passt!
      Da werden massenweise reguläre Arbeitsplätze in sog. Minijobs und Zeitarbeits-Jobs umgewandelt, moderne Tagelöhner, die zu einem Bruchteil des normalen Lohnes jede Drecksarbeit machen. Während die Unternehmen jedes Jahr neue Rekord-Gewinnsteigerungen schreiben.
      Und für einfache Arbeiten sind polnische Saisonarbeiter ohnehin pflegeleichter. Die Deutschen beschweren sich ja gleich immer, wenn sie menschenunwürdig behandelt und ausgebeutet werden, verwöhntes Pack!
      Das ist alles eine sehr ungute Entwicklung hier, und ich spiele langsam auch ernsthaft mit dem Gedanken, Deutschland den Rücken zu wischen. Äh, kehren.

      (PS: Was mich heute wirklich nervt: Ich versuche seit einer halben Stunde hier einen Kommentar zu schreiben und dauernd ist der Server nicht zu erreichen. Was treibt der bloß die ganze Zeit? )

      [Anmerkung Admin: Keine Ahnung was der treibt, zwischen 15:25 und 15:40 war er kaum zu erreichen. Jetzt scheint es wieder zu gehen]

    14. erni Says:

      vielleicht hat’s was damit zu tun, dass praktikanter oder praktikantinnen die neben einem abends im bett liegen viel sexier sind, als andere?

      oder herr clinton?

    15. mare Says:

      @Phipu: Im allerneusten Duden ist „stagiaire“ drin: „schwiz. für jm., der einen stage absolviert.
      Aber da Ganze ist natürlich eher noch komplizierter: Da werden zig Tausende Arbeitsplätze ausgelagert, wenn möglich Brain-Drain aus Schwellen- und Entwicklungsländern gemacht und gleichzeitig die Produktion nach China verlagert, möglichst billig, sonst kauft’s ja hier niemand. Dann ist man furchtbar erstaunt, wenn die chinesen auf die Preisdrückerei reagieren mit Minimalstlöhnen und Giftstoffen. Die bösen bösen Chinesen! Das alles ist aber nicht nur eine Frage, die Deutschland betrifft, sondern die ganzen Industrienationen. Und insgesamt käme ich dann wohl auf ein längeres Referat, deshalb höre ich jetzt lieber auf.

    16. g.feikt Says:

      Auch ich nerve mich über die Serverprobleme zu allen Tages- und Nachtzeiten. Ich glaube, da sind Praktikantinnen und Stagiaires am Werk!

      [Antwort Admin: Mein Provider mailt mir gerade, dass heute Nachmittag das Gästebuch einer benachbarten Website, die sich mit der Blogwiese den Server teilt, massiv angegriffen wurde, bis sie das dortige Skript deaktiviert haben. Darum die Umtriebe und Wartezeiten. Die Blogwiese hat keinen Server für sich allein sondern muss sich die Ressourcen mit anderen teilen. Sorry ]

    17. ch.atzefrey Says:

      Und was war gestern, vorgestern und am Samstag der Grund? Angriffige PraktikantInnen? Und gerade jetzt? Praktikanten, die dem Sklavenhalter schaden wollen?

      [Antwort Admin: Ja]

    18. Tellerrand Says:

      @ Graxel

      Die Berufsausbildung in der Schweiz ist sehr gut. Das ist sie aber auch in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Holland, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich… und anscheinend holt auch Osteuropa mächtig auf. Was mich in der Schweiz wirklich nervt, ist der weitverbreitete Glaube die Schweiz sei in praktisch allen Bereichen weltweit führend und so etwas wie das gelobte Land.

      Die Schweiz hat eine schöne Landschaft (dafür können die Schweizer Nullkommanichts) und eine hohen westlichen Lebensstandard (auch dank der vielen hier lebenden Nichtschweizer), der mit den umliegenden Ländern vergleichbar ist. Nicht mehr und nicht weniger.

    19. Graxel Says:

      @Tellerrand

      mmmh, und ich dachte ich lebe im Land der Führenden… Da muss ich meine Führungsprinzipien wohl mal einer Füheranalyse unterziehen.

      Und sag nicht, die Miliarden die in die Landwirtschaft gepumpt werden würden nicht helfen, dass es in der Schweiz eine schöne Landschaft gibt! Was soviel kostet muss doch einfach schön sein!

      Bzgl. „nicht mehr und nicht weniger“: Wieso kommen denn all die Deutschen in die Schweiz, wenn der Lebensstandard in der Schweiz vergleichbar mit Deutschland ist? Weil es hier einen neue Sprache (sic!) zu lernen gibt, oder weil es bezahlte Praktika gibt? 🙂

    20. Tellerrand Says:

      @ Graxel

      Es gibt annähernd so viele Schweizer in Deutschland, wie es Deutsche in der Schweiz gibt. Setzt man das in Relation zur Gesamtbevölkerung, sind sogar viel mehr Schweizer in Deutschland als umgekehrt. Was machen die alle in Deutschland? Praktikum? Und: stört das irgendwen in Deutschland? Nein, tut es nicht. Auch wenn ein paar echte Sypathieträger wie Ackermann und Schawinski drunter sind/waren.

      Ich bin tatsächlich wegen des Jobs in die Schweiz gekommen. Na und? Weil die Schweiz das Paradies ist? Sicher nicht, sondern weil es sich damals so ergab und ich meinen Job hier gut und gerne mache. Lebe ich in der Schweiz besser als ich es mit einem vergleichbaren Job in Deutschland würde? Nein, sicher nicht, ich habe drei Kinder…

      Wäre mir vor acht Jahren klar gewesen, mit was man sich als Deutscher hier in der Schweiz Tag für Tag auseinandersetzen muss, ich hätte eine Stelle in Deutschland angenommen…

    21. Schnägge Says:

      Diesen Bericht fand ich unfassbar:

      http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/112753/index.html

      In der Schule wird den Kindern vermittelt: Ihr habt eh keine Chance auf einen Ausbildungsplatz, die Gesellschaft braucht euch nicht, also findet euch am besten gleich mit einem Leben mit Hartz IV ab.

    22. Tellerrand Says:

      @ Schnägge

      Ja, das ist eigentlich unfassbar und doch gibt’s Armut mit all ihren sozialen Folgen auch in vermeindlich reichen Ländern. In Deutschland sicher häufiger als in der Schweiz, da die jetzt schon Jahrzehnte währende Massenarbeitslosigkeit – nicht erst seit Harz IV – eine Klasse von Chancenlosen hat entstehen lassen.

    23. Kreis 7 Says:

      „gleichzeitig glücklich in der Schweiz vom Überschuss der Hochqualifizierten im Nachbarland zu profitieren“, die Aussage, lieber Herr Wiese, ist differenziert zu betrachten. Als selbst Hochqualifizierter erfreue ich mich natürlich nicht unbedingt an der Konkurrenz aus dem Norden. Erwiesenermassen verbreitern und verlängern die zugewanderten Arbeitskräfte die Schweizer Konjunktur, jedoch, und das ist ebenfalls ein Fakt, bremsen sie auch die Partizipation an diesem Erfolg. Löhne und vor allem die Reallöhne steigen ja nur bescheiden. Und als Konjunkturpuffer taugen die Neuen ja auch nicht mehr! Bei einer Rezession landen diese ja nicht unbedingt als erste auf der Strasse und reisen auch nicht einfach in ihr Heimatland zurück, wie dies die Südländer vor Jahrzehnten netterweise noch taten.
      Gerüchteweise wurden vor ein paar Jahren die ersten Deutschen noch zu den gleichen Konditionen wie die Schweizer angestellt. Inzwischen, und das soll auch in der Finanzbranche der Fall sein, wird gedumpt! Besten Dank also! Um das nicht ansteigen wollende Salär auszugleichen bleibt nur noch die Spekulation an der Börse! Aktien von Unternehmen kaufen, welche mit günstigen Mitarbeitern höhere Rendite erzielen und steuerfreie Gewinne einfahren! Jetzt kommt mir gerade der Vergleich mit China in den Sinn.

      Nein, war nur Spass mit wahrem Inhalt. Es Grüsst Kreis /

    24. Tellerrand Says:

      @ Kreis 7

      In Zeiten der (finanz-)wirtschaftlichen Globalisierung wird man wohl auch in der Schweiz vergeblich nach (Human Resource-)Managern suchen, die nach nationalen Gesichtspunkten agieren. Es ist dabei völlig unerheblich, welcher Nationalität die Manager sind. Das Dumping vollziehen jedenfalls nicht die ausländischen Hochqualifizierten, zumal in einem Land wie der Schweiz, wo es kaum verbindliche Tarifverträge gibt und wo um Löhne eine geradezu panische Geheimniskrämerei getrieben wird.

    25. AnFra Says:

      Wg. Dominique:

      Diese 4. These von Dominique kann man so bewerten: „Ein Volk von Praktikanten“ ist eindeutig ein “Rohrkrepierer“. Eine Zerlegung seiner geheimen Botschaft geht hier extrem leicht.
      „Ein“ ist als Zahlwort ansehen
      „Volk“ kann hier mit dem alten „Haufen, Kriegsschar, Heeransammlung“ erklärt werden.
      „Praktikanten“ könnte man mit „Jemand, der als Anwender praktischer Erfahrungen zu seinen theoretischen Kenntnissen stetig dazulernt“ gleichsetzen.
      Diese 4. geheime Botschaft von Dominique beinhaltet folgende Aussage:
      „Die Deutschen sind EIN HAUFEN, DIE PRAKTISCHE ERFAHRUNGEN ZU IHREN THEORETISCHEN KENNTNISSEN STETIG DAZULERNEN“.

      Man muss sagen, dass Dominique uns einen langen, aber erleuchtenden Erkenntnissatz übermittelt hat. Er muss diesen unter schweren inneren Kämpfen gewonnen haben, denn in seiner Brust brodelt die Furcht, dass seine Landsleute sich zu sehr auf ihren Lorbeeren ausruhen könnten. Er bewundert seine nördlichen Nachbarn, trotz des starken
      Exportgutes „Humanressourcen“ immer noch nicht zugrunde gegangen zu sein. Er kann sich nicht erklären, warum D. nicht zusammenbricht, obwohl er selbst inzwischen den Verdacht hat, dass einige wenige seiner Landsleuten möglicherweise mit unterdrückter Schadenfreude darauf warten.
      Bei Dominique dämmert langsam die Einsicht, dass Deutschland MIT der Krise und sein Heimatland VON der Krise leben kann.

      Ihm wird es bewusst, dass noch im 19. Jahrhundert viele Schweizer als Gastarbeiter (ca. 100.000 Melker, Käser, Landwirte uam. bei ca. 2,5 Mio. Einwohnern) nach Deutschland. Österreich-Ungarn, Frankreich und anderen Ländern zur Arbeit gegangen sind. Auch sie haben als „Praktikanten“ in weiter entwickelten Ländern viel fürs Leben und die Schweiz lernen können. Es hat auch damals Vorwürfe von Lohndrückerei gegeben.
      Dominique ist sicherlich beim schw. Militär bei der Fahrradtruppe oder bei den Fernmeldetauben gewesen, sonst hätte er seine Thesen-Bombe (?Swiss-made?) besser zur Wirkung gebracht.
      Seine Zuneigung zu D. kristallisiert sich für ihn selbst noch unmerklich, für uns jedoch um so stärker heraus. Seine Sorge über D. beschäftigt ihn Tag und Nacht.

      Es keimt bei uns langsam ein furchtbarer Verdacht! Ist er etwa deutschen Blutes? Ist er ein Abkömmling von dt. Zuwanderern? Ist er möglicherweise von schweizer Leuten als Kleinkind in D. gekidnappt und in die CH verschleppt worden? Ist er ein moderner „Kaspar Hauser“? Hat man ihn gar einer Gehirnwäsche nach der gefürchteten Art des „System Blocher“ verabreicht?

      Fragen über Fragen türmen sich auf. Dies kann nur noch in seiner 5. geheimen Botschaft entschlüsselt werden.
      Fortsetzung und Schluss folgt!?!

    26. CvG Says:

      Herr Wiese, wo liegt denn Ihr Problem? Während die scharfe und überzeichnete Schreibe ihres Lesers eine satirische Note aufweist strotzt ihre Reaktion von beleidigter Betroffenheit.

    27. Administrator Says:

      @CvG
      Gut das wir jetzt beide genau wissen, welche Schreibe bei welchem Leser diese Note aufweist, auf die ich in welcher Form beleidigt betroffen reagiert habe.

    28. alfaromeo Says:

      mensch wiese,

      austeilen kannst du ja, aber einstecken…

      liebe deutsche mitbürger bildet auf euch ja nicht zuviel ein!
      ach ja, filterkaffee, ist eine beleidigung für jeden kaffeeliebhaber!

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