-->

Geht es etwas liisliger? — Musik in der S-Bahn

(no reload)

  • Musik in der S-Bahn
  • Die Schulferien im Kanton Zürich sind vorbei, morgens in der S-Bahn der Agglomeration sind vermehrt Schüler unterwegs, in Gruppen auftretend und gar nicht so höflich und zurückhaltend, wie wir das sonst von Schweizern gewohnt sind. Schüler halt. Beruhigend, dass die überall auf der Welt noch gleich aufgedreht sind. Und nicht nur die Schüler sind aufgedreht, auch ein Musik-Handy läuft mit voller Lautstärke. Schätzungsweise 0.5 Milliwatt oder so. Ziemlich nervig. Qualität eines Kofferradios von 1955, gepaart mit der üblichen Pop-Lala des 21. Jahrhunderts.

  • Liislicher bitte
  • Während mein Adrenalinspiegel langsam aber stetig ansteigt, meldet sich ein Schweizer in der Bankreihe vor mir zu Wort und spricht die Schweizerbuben an (Verschriftung auf Hochdeutsch): „Könntet ihr das ein bisschen liisliger machen, es stört“. Nach mässiger Reaktion setzt er nach: „Wenn hier jeder seine Musik mitbringen würde, na das wäre ja ein Disko dann“. Die Buben bzw. der stolze Handybesitzer lassen die Musik weiterlaufen, nur wenig bis gar nicht leiser gestellt. Es nervt immer noch.

  • Macht die Plärre aus
  • Ich denke darüber nach, wie so ein Problem 1982 in einer S-Bahn von Bochum nach Essen morgens um 6:50 Uhr gelöst worden wäre: „Heh man, macht die Plärre aus oder dat Teil fliecht sowat von ratz-fatz aussem Fensta, oder willze gleich ne Banane querfressen?“. Man verzeihe mir die miese Verschriftung auch in diesem Fall, lange keinen Originalsound mehr aus dem Pott vernommen.

  • Morning has Broken
  • Ich arbeite weiter an der Besänftigung der aufkommenden Aggressionen sowie an der Senkung des Adrenalinspiegels und beschliesse, für heute die Musik gelassen zu ertragen, mich aber im Wiederholungsfall gleich morgen neben diesen Jungen zu setzen und laut anzufangen, „Morning has broken“ von Cat Stevens alias Yussuf Islam zu trällern. Damit er merkt, wie schön doch richtige Musik zu früher Stunde sein kann. Ob dann vielleicht noch andere geduldige Schweizer um uns herum mutig das Wort ergreifen werden oder ich gleich des Landes verwiesen werde?

    Gibt es eigentlich Cat Stevens auch auf Schwiizerdütsch? Dann wäre es Zeit, einen morgendlichen S-Bahn-Chor zu gründen und die aufbegehrende Jugend gemeinsam niederzusingen!

    

    17 Responses to “Geht es etwas liisliger? — Musik in der S-Bahn”

    1. ch.atzefrey Says:

      Herrlich Jens, dass die Katze das Mausen nicht sein lassen kann. Schon wieder was Neues!

      Zu gern möchte ich diese Szene sehen: Jens Rainer Wiese, inzwischen mit dunkel getöntem Wuschelbart und noch wuscheligem nachgedunkeltem Haarschopf in der S-Bahn als Leadsänger eines (Frauen?)Chors, der die heutigen Kids und Teenis niedersingt, damit diese ihre spannungsarme Tschättermusig liisliger (nicht lieslicher) laufen lassen sollen!

      Die vielen schweizerdeutschen Morgenlieder singt man heute allerhöchstens noch bis zur dritten Primarklasse, wenn überhaupt, dann muss Englisch her – und bitte etwas peppiger! Bring Deine schmelzenden Cat-Stevens-Lieder (ich erinnere mich lieber an ihn als an Jussuf!) ruhig in Englisch. Mit Schweizerdeutsch kämest Du schon gar nicht an bei den Youngsters.

      Und bitte, bitte, lass es uns wissen, wann Du den ersten Leadsänger-Auftritt planst, bzw. wann Dein Outfit parat ist. Wir möchten Dir alle zujubeln kommen!

      [Anmerkung Admin: Danke für den Hinweis, liislig ist schon angepasst. Wetten heute melden sich noch drei Kommentatoren mit weiteren Verschriftungsideen für dieses Verb 🙂 ]

    2. Thomas Says:

      wenn du aufstehen und schreien würdest, wäre dir zahlreiches nicken und stumme zustimmung sicher.
      wie auch immer ist das phänomen ausdruck des sterbenden liberalismus, resp. die ausprägung eines falsch verstandenen ‚freiheits‘-begriff.
      Wobei der Jugend natürlich eine etwas andere Definition gegönnt sei.

      ps man kann sich noch streiten, ob die lautstärke das schlimmste ist, oder die tatsache, dass seit den 70ern die musik langsam aber stetig zu grunde geht.

    3. Administrator Says:

      @Thomas
      Nun, auch bei diesem Erlebnis fiel mir extrem der „Mentalitätsunterschied“ auf. Ohne wie immer zu sehr zu verallgemeinern, aber die Art, die diese Kids zur Ruhe bzw. nicht zur Ruhe gerufen wurden, im Vergleihc zu einer solchen Situation irgendwo im Ruhrgebiet, dieser offensichtliche Unterschied fasziniert mich sehr. Oder hat schon mal jemand erlebt, wie in einer solchen Situation ein Schweizer wirklich laut bzw. verbal aggresiv wurde?

    4. Thomas Says:

      bist du sicher, dass es im ruhrgebiet nicht auch ruhiger wurde? ich orte das problem in der egoisierung der gesellschaft. wäre ich vor 25 jahren zug gefahren und haette soo laut musik gehoert, dann wäre es ganeu 1 minute gegangen und ich haette mich bei 10 zugfahrenden rechtfertigen müssen. heute schaut jeder für sich und rücksicht ist ja soooo was von out. diese verbalen schweizer waren nicht noetig, weil niemand auf eine solche idee gekommen wäre, eine solche ungeheurlichkeit – wie lautes musik hören in den heiligen zügen der bundesbahnen – zu begehen. meine kurzdiagnose: 20 Jahre Erziehung als schimpfwort betrachten hinterlässt seine spuren. und ich hasse es, so zu tönen…es macht mich alt und bünzlig.. aber es nervt mich immer mehr.

    5. solanna Says:

      Früher hätte ein erwachsenes Machtwort eben noch was genützt. Heute muss man (jedenfalls in der Schweiz) damit rechnen, erstens keine gewünschte Wirkung zu erzielen, wie Du ja selbst gemerkt hast, zweitens, von den Zurechtgewiesenen erst recht zurückgepöbelt zu werden, und drittens, erleben zu müssen, wie alle andern im Grunde ebenfalls Genervten keine Miene verziehen, geschweige denn, Dich unterstützen. Allenfalls drehen Letztere neugierig den Kopf, was jetzt passiert, um dann wieder zu tun, als hätten sie nichts mitbekommen. ZIvilcourage ist auch darum rar geworden.

      @Thomas
      Betreffend vor die Hunde gehender Musik kann ich Dir nur zustimmen. Es muss nur noch dröhnen. Laut!

    6. frozen Says:

      Zivilcourage kann schon klappen, aber dann müssen die andern rundherum mitmachen. Und nicht bloss wegsehen. Sondern dem ganzen gleich Nachdruck verleihen.

      Wobei ich die dönnerfressenden Zeitgenossen in Zügen und Büssen mehr hasse. Vor einigen Tagen, ich sitze im Zug, stinkt penetrant nach Döner. Ich öffne logischerweise das Fenster und frage mich wielange es wohl dauern mag bis jemand kommt und mich bittet das Fenster zu schliessen. Nach ungefähr 3 endlosen Minuten, dann mein Moment. Es kommt nicht irgendwie jemand vorbei um mich anzuhalten das Fenster zu schliessen, sondern die dönnerfressende Frau von hinten persönlich. Die verzog sich aber ganz schnell, als ich ihr klargemacht habe, das sie hier die Wurzel allen Übels ist. Ich hoffe, dass die sobald keine Dönner mehr frisst in Zügen.

    7. Simone Says:

      In der Bahn von Oberhessen Richtung Frankfurt spielte sich zu Beginn der 90er folgende Szene ab:
      Ein Schülerwalkman versorgt ein ganzes Zugabteil, ein älterer Fahrgast wendet sich an den Schaffner: „Schaffnää, daff der dess?“ Der Schaffner überlegt: „Nee, dess daff der nett, abä mache könne mer nix.“

    8. Pendler Says:

      Ja, ich hätte wohl auch nix gesagt zu dem Ruhestörer. Bin auch eher ein Abnicker.

      Habe aber mal erlebt wie einer der lautstark Musik hörte, einem Reklamierer entgegnete die sei denn kein Schlaf- oder Ruhewagen. Womit er eigentlich auch wieder Recht hatte.

      Im weiteren nervt das handygequatsche im Zug ja auch. Nicht nur am frühen Morgen. Da würde ich aber lieber die Marketingfuzzis, die eine volle Stunde telefonieren für 50 Rp. „erfunden“ haben, an die Wand stellen und mit dem Flammenwerfer drüber….. wie man so schön sagt.
      Mit so Gedanken bekämpfe ich meine Aggressionen im Zug.
      Werde trotzdem nie begreifen warum ein handy auch ein walkman sein muss, dafür bin ich wohl zu alt…..

    9. ottovonhintenwievonvorn Says:

      Jetzt kommt mal das gewünschte deutsche Machtwort (tönt doch nach einer gelungen Kombination): Ich kann das Gesülze über die unverschämte laute Jugend nicht mehr hören. Diese Jugendlichen waren mal Kinder und hatten Eltern, manche haben diese sogar heute noch. Erziehung fällt nicht vom Himmel und Strom kommt nicht einfach so aus der Steckdose.

      Ein zackiges Beispiel von meinem Strandurlaub. Die Enkel spielen mit ihren Kameraden im Sand und erfreuen sich, wenn die Badenden duschen, denn das bringt Wasser in die angelegten Gräben und Tunnels (mein Enkel lebt in der Schweiz). Ein etwas abseits mitspielender Bengel dreht in wasserverschwendender Weise immer wieder die Dusche auf und belästigt zudem die Badegäste. Die anderen Kinder (!) bitten ihn, sein Verhalten zu lassen. Er setzt dieses jedoch fort und erklärt schliesslich meinem Enkel, dass dieser nicht „der Chef“ sei. Daraufhin habe ich mich eingeschaltet und den jungen Flegel aufgefordert, sich zukünftig 200 Meter entfernt aufzuhalten. Das hatte gesessen, da ging es. Nach zwei Stunden kam die Mama von dem Flegel, um mir ihre Beschwerde entgegenzubringen, dass mich das nichts anginge, sondern ihre Aufgabe sei. Der Dame wurde ein angenehmer Ferienaufenthalt gewünscht mit ausreichend Zeit, sich um den Burschen zu kümmern.

      Ich bin sicher, dass es genügend Weicheier gibt, die ottos Verhalten, nicht billigen, aber dann auch genau zu denen gehören, die sich von lauter Musik in der Strassenbahn belästigt fühlen.

      Auf Wunsch habe ich noch mehr solcher Beispiele.

      Im vorliegenden Fall ist die Situation sicher nicht ganz einfach. Vielleicht hätte man den jungen Mann bitten können, doch die Musik wesentlich lauter zu stellen oder man hätte sich dieses schöne Gerät einmal ausgeborgt: „Welches Modell ist denn das, nein, darf ich das mal sehen, liegt aber eigentlich ganz satt in der Hand. Kann man damit auch telefonieren und wozu ist der Knopf da gut .. oh entschuldigung“

      Man darf dann wieder sicher sein, dass sich ein Vater von dem Gören findet, der sich verbietet, dass sein Sohn in der S-Bahn belästigt wird. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Normalerweise wird da nicht gefackelt da heisst es: Das Ding aus. Ruck-zuck.Zack-Zack. Wenn man aber an anderer Stelle über Ruck-zuck zack zack lacht, braucht man sich nicht zu wundern.

    10. sylv Says:

      hmmmmm 2.ter Versuch obwohl ich einfache Mathe doch noch kann…….

      Supi,kein Reload, die Katze kann das mausen doch nicht lassen (find ich auch gut so!!:-))

      Ich glaube ich würde mich wohl auch wehren, wenn ich solchem Musiksmog ausgesetzt wäre.
      Was mir aber mehr zu schaffen machen, ist die Sorglosigkeit mit der sich Junge, aber auch ältere Semester diesem wummbummtätsch via Kopfhörer aussetzen.

      Vor 8 Wochen ‚durfte‘ ich mir einen nun 100% Hörverlust diagnostizieren lassen,obwohl ich schon lange wusste das es mal soweit kommen wird,habe ich doch ziemlich Mühe damit und verstehe umso weniger warum Leute nicht Sorge tragen zu diesem,doch sehr kostbaren und unersetzlichen Sinn!!!

    11. Thomas Says:

      ..ich habe eigentlich extra versucht, nicht die Jugend in schlechtem Licht dastehen zu lassen. Kinder und Jugendliche werden IMMER versuchen, Grenzen zu finden, auszuloten und zu übertreten. Das ist ja der Kampf der Jugend während des Erwachsen werdens.
      Mir grauts, sollte es je eine ‚Jugend‘ geben, die das nicht mehr macht.
      Nur eben: wo versucht wird, Grenzen zu entdecken und auszuloten braucht es auch jemanden, der Grenzen setzt. Und, äxgüsi, das ist genau der Punkt, an dem ich ansetzte: es wurden keine Grenzen gesetzt.
      Ja gut, es ist mühsam Grenzen und Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu überwachen. Und einem Kind zu widersprechen ist sicherlich auch ‚mühsamer‘ als einfach immer nur zu nicken. Aber tut man ihm einen Gefallen, wenn man den Spielraum beliebig gross lässt?

      Ganz konkret hiess das bei mir früher:
      ich: Papa, darf ig Musig lose?
      papa: muesch die luet dört im abteil naebedra frooge, ob se das stört.
      ig: (total mutig, jede schüchheit überwinend): tschuudigung, sörts euch, wän ig do es bitzeli musig lose?
      unbekannter nebendra: nei nei, wenns nid zlut isch..
      ig: danke, und radio an.
      und wenns dann zu laut war, hats immer noch geraebelt..

      Das prinzip ist sooooo einfach: die eigene Freiheit hört da auf, wo sie diejenige eines andern tangiert.

    12. Name rekweierd Says:

      [Anmerkung Admin: Danke für den Hinweis, liislig ist schon angepasst. Wetten heute melden sich noch drei Kommentatoren mit weiteren Verschriftungsideen für dieses Verb :-)]
      Anmerkung meinerseits: „liislig“ ist kein Verb sondern ein Eigenschaftswort. MfG

    13. mare Says:

      Auch noch mein Senf: Vor zwei Jahren war ich im Zug von Basel nach Olten. Zwei Jugendliche hörten sehr laut Musik. Ich fragte sie, ohb es nicht möglich sei, sie etwas leiser zu drehen, worauf sie nicht nur sehr laut wurde, sondern sehr sehr sehr laut. Kein Mensch im Wagen half mir, obwohl sich viele genauso gestört fühlten wie ich. Ich suchte dann den Kondukteur (Schaffner) auf, der stellte den Lärm ab.
      Aber eigentlich: geht es nur um Jugendlich und nur um Lärm? Wir wohnen in einem Aussenquartier unserer Stadt, genau gesagt 15 Minuten zu Fuss vom Stadtzentrum. Und hier führt regelmässig auf einem kleinen Wiesenstück ein Bauer seine Bschütti (Gülle, Jauche) aus und zwar meistens an einem Freitagnachmittag. Das ist doch genauso Belästigung, nur gilt die als absolut korrekt.

    14. ch.atzefrey Says:

      „z z z z z z z z z z z z z z z…“, etwa so hört sich das ja im Umkreis eines Ohrstöpselpaars mit Kopf dazwischen an. Wenn noch so was wie eine Melodie erkennbar ist, wirds ja schon fast zu Musik neben dem Zisch-Terror. Von ebendiesem für die Umsitzenden ahnt ja der Kopf zwischen den Stöpseln meist gar nichts. Erstens wird er von offenbar wunderschöner Musik (sonst täte er sich das nicht an) ausgefüllt, wenn nicht zugedröhnt. Und zweitens sind seine einst feinen Hörorgane schon längst abgestumpft oder gar dauergeschädigt. So hört der ahnungslose und allzuoft sowieso gedankenlose Mensch, dem der Kopf gehört, gar nicht, dass seine Ohrstöpsel nicht schalldicht sind.

      Das hören nur jene, deren Gehör noch unverdorben ist.

      Was unser Wiederholungstäter -äääh Wiederblogger – beschreibt, ist eine andere Kategorie. Da geht es bewusst um Provo-Katzion: Mal sehen, wie die Anderen reagieren. Mal prüfen, was es braucht, bis einer aktiv reagiert.

      In welche Kategorie gehören jene Bauarbeiter, welche schon 10 Minuten vor dem erlaubten morgendlichen Arbeitsbeginn aus dem zweiten Stock eines Umbaugebäudes die am Vortag ausgebauten Elemente einer alten Lüftung in eine leere Mulde schmeissen? Vier Tage hintereinander!? Und immer wenn das ganze Quartier vor frischgeweckter Wut bebt, bleibts dann für die nächsten drei Stunden ruhig. Wohl weil sie dann ganz leise den nächsten Morgenstreich (nicht Morgenstraich, den gibts nur in Basel) vorbereiten.

      Und ihre Kollegen, die nebenan die Grundwasserabsenkung für den Bau einer Tiefgarage vorbereiten: An welchem Wochentag beginnen sie statt um 8 Uhr schon um 7 Uhr mit ihrem Einrüttel- und Rammkrach? Richtig, am Samstag!

      Die tun doch alle nur ihre Arbeit. Wen genau soll ich da anraunzen? Schön, wenn ich denen ihre Maschine schnell scheininteressiert, wie es Herr von Hintern vorschlägt, scheinversehentlich ausser Gefecht setzen könnte. Doch was mach ich wirklich? Ich stopf mir schon am Abend Stöpsel in die Ohren. Gelbe, aus Schaumgummi. Aus denen dringt nicht mal ein „z-z-z-z-z-z-z-z-z“. Dafür überhöre ich den Wecker.

    15. Psalmist Says:

      Auf meiner Pendlerstrecke ist für meine Ohren nicht sogenannte Musik die größte Belastung im Zug, sondern Schulreisende, die abends vom Rheinfall kommen. Ganz egal, ob die Gruppe aus 8- oder 80jährigen besteht, aus Chindsgi-Schülern oder Radiowanderern, aus Zürchern, Bernern oder Indern, stets hat irgend jemand eine laute „Gelle“, ob aus kindlichem Übermut oder wegen Schwipses, und die Gruppendynamik potenziert das Ganze noch. Da hilft nur eins: Ohrstöpsel rein und sich mit Palestrina zudröhnen. 🙂

    16. Phipu Says:

      Bisher hat noch niemand auf Jens‘ Frage geantwortet, ob es das Lied „Mohrrning häs bröukken“ auf Schweizerdeutsch gibt. Nach meiner Kenntnis: Nein! Hier deshalb mein Vorschlag. Um in der Zürcher S-Bahn aus alteingesessener Rivalität am besten den gewünschten Ohrfolter-Effekt zu erzielen, habe ich natürlich Baseldeutsch gewählt: (Richtige Basler, und Englischspezialisten dürfen mir beim diese Version schon gegenlesen und korrigieren. Die Verschriftung der Laute z.B. eines „k“ oder die Offenheit der Vokale sollte jedoch aus Zürcher Schnörrens Sicht gedacht sein.)

      Der Mòòrge isch aabròche, wie wenn`s dr èrscht Mòòrge wèèr.
      D’Ammsle het döönt wie der èrscht Vóógel üüberhäupt.
      Es Lóóblied fürs Singe, es Lóóblied uff e Mòòrge,
      lóób en für allls früsch uss dr Äärde Entschprungene

      Siess isch`s ass dr Rääge wììdr fallt, `s Sunneliécht vom Himmml gghunnt,
      wie au´s èrscht Falle vumm Täudròpfe uff`s èrscht Grààs.
      Lóób en für d’Siessi vumm nass Gààrte,
      entschprunge-n-in allr Vòllschtändiggghait, wóó-n-r sííni Fiess aanesetzt.

      Mììr ghört`s Sunneliecht, mììr ghört dr Mòòrge
      wo-n-uss dem ainzig Liecht gebòòre-n-isch. Dr Gààrte-n-Eede hett däm Schpiil züeglüegt.
      Lóób mit Jùùbl, lóób jééde Mòòrge
      em Gott sííni Neierschaffig vom ene neie Daag.

      Sollte dies einigen Zungen zu schwierig sein, empfehle ich noch die Version Internetübersetzung des Englischen Textes berits leich angepasst). Das kann man dann auch auf Hochdeutsch singen:

      Morgen hat, wie die erste Morgen gebrochen
      Amsel hatte gesprochen, wie das erste Vogel
      Lob für das Singen, Lob für das Morgen
      Lob für sie das Entspringen frisch von der Welt

      Bonbon der neue Fall der Regen, Sonnenlicht vom Himmel
      mögen das erste Taufall, auf dem ersten Gras
      Lob für die Süsse des nassen Gartens,
      der in Vollständigkeit entsprungen wird, wohin seine Füße überschreiten

      Meins ist das Tageslicht, Grube ist der Morgen,
      der vom einem Licht, Eden Säge-Spiel
      Lob mit Begeisterung getragen wird,
      preisen jede Morgen Gotterholung des neuen Tages

      Das nenne ich noch Poesie! Wer übrigens den englischen Text nicht kennt, kann nochmal das Video anhören oder aber in Google „lyrics morning has broken“ eingeben, da findet sich sicher was. So, jetzt habe ich, glaube ich, meinen Beitrag geleistet. Wie ihr das alles zu reimenden und rhythmisch stimmenden Versen zusammensteifeln wollt, schlagt euch dafür bitte nun selber durch! Ausserdem sollte es ja auch nicht zu schön tönen, sonst verfehlt es seine Wirkung. Das Problem der Schuhe-auf-dem-Polster-Typen kann so ebenfalls kurzfristig gelöst werden. Die werden bei entsprechend bescheidener Gesangsdarbietung fluchtartig in einen anderen Wagen rennen.

      Vorsicht ist jedoch im Tram der VBZ geboten. Dort ist singen verboten: http://www.lismal.ch/kernel/lismal_100_98_1916.jpg
      Alles bisher Erwähnte und noch viel mehr darf man dort übrigens ebenfalls nicht: http://www.20min.ch/news/zuerich/story/29231878

    17. Sara Says:

      Ich bin etwas spät XD

      Ich kenne dieses Phänomen gut.
      Wie schon gesagt, ich glaube es würde Aplaus geben wenn jemand solche Ruhestörer anfahren würde…

      Meine Lösung war immer, Kopfhörer rein und laut aufdrehen.
      Aufregung = 0 und der Adrenalinspiegel versaut man sich danach eher mit dem Cheffe. 😉

      Ich habe übrigens extra deswegen einen Kopfhörer für mehr Bazeli gekauft der wie Oropax fuktioniert.
      Leider hört man dann wirklich nix mehr -> Unfallgefahr.

      Gutes Zugfahren.

    Leave a Reply