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Einmal in was warmes Weiches fassen — Als Hundebesitzer in der Schwei

(reload vom 15.09.05)

  • Die Aufhebepflicht ist nicht aufgehoben
  • Richtig angekommen sind Sie als deutscher Hundebesitzer in der Schweiz erst, wenn Sie zum ersten Mal, vielleicht gleich am Morgen nach ihrem Umzug, ihrer „Aufhebepflicht“ nachgekommen sind: Einmal in was warmes Weiches fassen, mit dem über die Hand gestülpten braunen Plastiksack,
    Der Robidog Beutel für das warme Weiche
    das Häufchen aufheben, den Sack sauber verknoten, und dann ab damit in den grünen Hundebriefkasten:

    Hundebriefkasten?
    Hier ist es richtig.

    Briefkasten mit Hund
    Hier ist es falsch.

    Dann sind sie ein waschechter „Hündeler“, dann haben Sie ihre Feuerprobe bestanden und können wie alle anderen Hündeler in Zukunft mit Stolz ihren braunen Sack als Abzeichen an die Hundeleine geknotet spazieren führen.

    Das braune Ehrenzeichen am roten Bande:
    Hundeleine mit Abzeichen

    Das System ist perfekt. Die Schweiz ist ein angenehm Hundekot freies Land, sieht man einmal ab von den eigensinnigen Welschen in Genf. Dort behilft man sich an Stelle der Aufhebepflicht mit Mosaiken von Hunden, die schwören, nicht auf den Gehweg zu kacken zu wollen.
    Ich kacke nicht auf den Gehweg
    Ob das funktioniert und die Hunde das entziffern können?

    Die Nachbarländer haben begonnen, dieses Erfolgsmodel der Aufhebepflicht fleissig zu imitieren. Anders als in Berlin oder Paris muss man bei Spaziergängen durch eine Schweizer Stadt nicht permanent den Gehweg (Schweizerdeutsch „Trottoir“) im Auge behalten, um nur ja nicht in eine Tretmine zu tappen.

    Bisweilen findet man auch speziel abgezäunte kleine Grundstücke mit einem einladenden Schild: „Hundeversäuberungsplatz“. Hier können sich also Hunde „versäubern“, aber warum liegen dann nicht Handtuch und Seife bereit?

    Eine Steuer müssen Sie selbstverständlich auch zahlen für ihren Hund, nur hat die in der Schweiz einen viel schöneren Namen. Sie wird „Hundeverabgabung“ genannt. Welch geniale Sprachschöpfung eines deutschen Wortes! Jede Gemeinde hat hierzu ihre eigenen Vorschriften, wie ein Blick in Google zu dem Wort „Hundeverabgabung“ beweist: (504 Treffer dazu!)

    Zitat:

    Es sind alle Hunde im Alter von über sechs Monaten zu verabgaben.

    Das Wort ist scheints so schwer, dass es nicht immer gleich geschrieben wird, so wie in der Gemeinde Grüningen, denn dort wird „Hundevergabung“ daraus. Vergibt man hier den Hunden? Oder werden Hunde vergeben? Oder geschah dies vielleicht alles früher einmal, den „Vergabung“ ist doch offensichtlich die Vergangenheit?

    Übrigens nehmen die meisten schweizer Gemeinden mit der Hundeverabgabung mehr Geld ein, als das Aufstellen und Leeren der Hundebriefkästen kostet, und die Mehreinnahmen werden dem Stadtsäckel stillschweigend als „Zustupf“ (Schweizerdeutsch für „Hilfsgelder, Stütze“) zugesteckt. Also keine Rückzahlung an die Hündeler in Form von Hundekuchen oder so. Denn merke: Hündeler haben keine Lobby, die haben Hunde.

    Als Hündeler in der Schweiz werden Sie schnell Kontakt finden zu anderen Hündelern, sie werden die Hundenamen und Rassen kennenlernen und beim Griff ins warme Weiche werden sie uneingeschränkte Solidarität empfinden!

    Pinkeln erlaubt auf der Hunde-Versäuberungsstrecke:
    Hier ist das Pinkeln offiziell erlaubt

    

    10 Responses to “Einmal in was warmes Weiches fassen — Als Hundebesitzer in der Schwei”

    1. Goggi Says:

      Sehr geehrter Blogwiseler,

      Du hast natürlich die im Volksmund als „Kackwiese“ bekannten Grünflächen vergessen, die vornehmlich in Gärten zu finden sind. Dazu kommt, dass nicht die Hunde dort ihr Geschäft verrichten, sondern von diesen abartigen Kreaturen (meines Erachtens dümmsten Tiere der Welt): den KATZEN.

      Unkontrolliert ziehen sie durch jede begehbare Wiese, platzieren Ihren Haufen in den Sandkasten vor die Füsse der Kinder, oder unter die Sitzbank – platsch – Wann werden hierfür endlich Schilder aufgestellt? Oder Katzen ganz allgemein verbieten, wäre auch gut.

      Ich erwarte einen passenden Beitrag, aus nördliche Sicht 🙂

    2. Clina Says:

      Die Spanier machen aus der Not eine Tugend: der Volksmund sagt, in einen Hundekot zu treten bringe Glück. Sind die Spanier und Spanierinnen deswegen glücklicher als das Schweizer Volk?

    3. otto-vonhintenwievonvorn Says:

      Natürlich dürfen wir auch die Kotleistung unsere Katzen nicht unterschätzen. Was jedoch der Dame oder dem Herrn oben helfen dürfte, ist eifriges Rasenmähen. Je nach Grundstücksfläche auch mit dem Aufsitzmäher, kann auch falls vorhanden durch Personal übernommen werden. Wichtig ist, dass die maximale Halmlänge bei 5cm bleibt, besser sind 4,5. Dies wird erreicht, durch einen zweimal pro Woche vorzunehmenden Schnitt, diszipliniertes Düngen und Nachsähen. Dann hat man auch kein Nachsehen.

      Bei den Spaniern stellt sich natürlich die Frage, inwiefern eine Glückssteigerung durch den durch einen Spaniel verursachten Kothaufen zu erzielen wäre.

      Aber es stimmt, ich durfte während eines Spanienurlaubes selbst erleben, wie ein junger Mann auf der Flucht vor dem traditionell durch die Gassen gejagten Stier dem sicheren Tode nah auf einem Hundkothaufen ausrutschte und auf diesem Wege den Hörner entging. Die Schweizerinnen und Schweizer neigen traditionell eher selten zum Stierkampf, vielleicht beruht darauf die gestrenge Hundekotentsorgung.

    4. ch.atzefrey Says:

      Nur schon die Vorstellung, mit der ins Robidog-Säcklein gesteckten Hand so einen warmen Kackehaufen gründlich zusammenfassend fassen zu müssen, ehe man das dunkelgraubraune Beutelchen wendet, damit die Kacke nun innen ist, erzeugt bei mir Brechreiz. Ein starker Grund, niiiiie einen Hund anzuschaffen – ganz abgesehen von seiner Nase, die so liebevoll jedermanns Hände beschnüffelt oder gar sein Gesicht, wenns von der Distanz zwischen Nase und Gesicht her reicht. Gerade vorher sah man doch dieselbe Nase am Hintern eines andern Köters …

      Noch schlimmer aber ists mit Katzen. Die kommen immer ausgerechnet zu mir, obwohl sie mir gestohlen bleiben können. Sie setzen sich auf meine grossen Blumentöpfe, kacken geziert rein wenns niemand sieht, scharren im Frischangesäten und schnurren mir kurz danach scheinheilig um die Beine. Dann ziehen sie beleidigt ob meiner Ignoranz davon, nicht ohne unter hocherhobenem Schwanz provozierend ihr Rosettchen zu präsentieren.

      Wie ist das eigentlich? Dürfen Deutsche in der Schweiz ohne Weiteres Hunde oder gar Katzen halten? Brauchen die dafür keinen Nachweis, dass es einen Hund wie ihren Kuno oder eine Katze wie ihren Amadeus sonst nirgens aufzutreiben gibt? Oder wurde das mit Schengen geregelt?

      Nun glaube ich feststellen zu können

    5. ch.atzefrey Says:

      Sehr geehrter Herr Wiese

      Ich will da zum ersten Mal mitdiskutieren und gleich bleibt noch so ein angefangener Satz hinten am Text kleben. Können Sie den vielleicht in einen Robidog-Sack tun und entsorgen?

      Vielen Dank und bitte machen Sie doch weiter

      mit Gruss

      Christian Atzefrey

    6. g.feikt Says:

      to otto-vonhintenwievonvorn:

      Uui, ui, uiiiii! Sind Sie womöglich auch so einer, der extra nach Plamplona fährt, um sich als toller Macho zu fühlen, wenn er mit Hunderten anderer dummer Machos durch die Gassen rennt und extra Gefahr läuft, von so einem armen, verstörten Rindvieh umgestossen zu werden? Wenn er nicht vorher auf einem Hundekot ausrutscht 😉 Hätt ich von Ihnen nicht gedacht! aber Sie mussten ja dort sein, sonst hätten Sie den Hundsdreck, den Sie erwähnen, ja kaum sehen können!

      Tragen Sie etwa auch einen glitzernden weissen Anzug und ein rotes Tüechli? Und kamen Sie am Fernsehen? Haben Sie noch blaue Flecken von einem echten Hornstoss, Sie Tapferer? Oder waren Sie derjenige, der auf dem Hundekot …?

    7. b.scheuert Says:

      das muss man sich mal reintun: da gibt es bei der zurich connect bis zu 25% günstigere Prämien. Kann ich da auch mein Fahrgestell versichern?

      [Anmerkung Admin: Go ahead, kriegste auch einen 50 CHF Tankgutschein geschenkt!]

    8. solar Says:

      Macht man eigentlich treibstofffähiges Biogas aus dem Hundekot in all den grünen Robidogkasten? Bis es so weit ist, schwimmen all die gut zugeknoteten Säcklein wie Gasballons auf der Gärjauche – bis sie mit einem fröhlichen Knall platzen. Schöne Sch…!

      Dann wäre Autofahren – ob bei Zurich connect zu Blogwiesens Gunsten oder anderswo versichert – reingewaschen.

    9. Christian (der Andere) Says:

      @g.felkt: Die Medien sind schon erfunden und derartige Meldungen bleiben nicht verborgen. Der defizitäre Gebrauch des Wortes „Macho“ auf ein gestörtes Verhältnis zur Männlichkeit oder zu Männern an sich schließen.
      Was Pamplona betrifft, so lässt das Ereignis gut mit Tradition, Risiko und Nervenkitzel umschreiben, was zumindest für die Betroffenen gilt. Überdies ist es müßig über Sinn oder Unsinn von Traditionen anderer Nationen zu diskutieren. Fahnenschwingen ist für mich persönlich nicht gerade sinnig, so what.

    10. otto-vonhintenwievonvorn Says:

      Liebe Familie Feikt,

      in meinem Alter kommt man nicht mehr am Fernsehen und auch nicht am Fernseher, in meinem Alter kommt man eigentlich gar nicht mehr. Das jedoch nur am Rande.

      Ein Plamplona ist mir im übrigen nicht bekannt – oder wie mein Enkel früher immer sagte, nachdem er aus diesen Science Fiction Filmen kam:Coruscant – kenn ich nicht. Hingegen durfte ich gemeinsam mit meinem Vater Heinrich und Ernest Hemingway in einem Pamplona mehrmals an dem von Ihnen erwähnten Encierro teilnehmen.

      Heute ist für viele ja offensichtlich alles nur noch Fiesta.

      Lassen Sie doch mal beim Bungee Jumping das Seil weg, das macht die Angelegenheit doch viel interessanter. Selbstverständlich darf ich stolz auf eine Narbe blicken, da ja der Spanier neben mir auf dem Hundekot ausglitt, nicht jedoch ein von Hinten, auch dann nicht wenn von hinten ein schnaubender Stier nahte.

      Wie schon gesagt: Heute ist für viele ja offensichtlich alles nur noch Fiesta. Leider auch in der Schweiz. Wie mir zu Ohren gekommen ist beantragt Ihre Gewerkschaft nun sechs Wochen Ferien. Wieviele verweichlichte Deutsche wollen Sie denn noch in die Schweiz locken?

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