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Zii nii uff Bärn — Erlebnisse in der Schweizer Hauptstadt

(reload vom 18.09.05)

  • Busfahren in Bern
  • Einmal muss ich in einem Berner Vorort mit einem Linienbus fahren. Er verkehrt angenehm häufig, alle 15 Minuten und ist natürlich auf die Minute pünktlich. Ich steige ein, nehme Platz und beobachte, wie sich der Busfahrer mit riesigem Walrossbart auf seinem Fahrersitz umdreht, die eingestiegenen Fahrgäste betrachtet und laut und deutlich artikuliert:
    „Grüüezaaach miteinand“.

    Dann dreht er sich zurück nach vorn, schliesst die Türen und fährt los. An der nächsten Haltestelle hält der Bus, die Türen öffnen sich, der Fahrer dreht sich erneut um zum Fahrgastraum und sagt langsam, laut und deutlich:
    „Auf Wiederluegge miteinad“.

    Es steigen neue Fahgäste ein. Der Busfahrer schaut sie an und sagt:
    „Grüüüezaaach miteinand“.
    Umdrehen nach vorn, weiterfahren.
    So geht das an jeder Haltestelle.
    Ich bin erstaunt, dass ich trotzdem pünktlich ankomme.
    Sie haben Zeit, die Berner.

  • Massimo Rocchi
  • Der aus Italien stammende Comedian Massimo Rocchi hat in seinem Soloprogramm «äuä» ausgiebig geschildert, wie er, aus Frankreich kommend, in Bern versucht hat, erst Hochdeutsch und später Berndeutsch zu lernen.
    Zitate:

    „Wo lernt man besten Hoch-Deutsch? In Nieder-Sachsen. (…)
    „Nehmen sie den Aufzug und fahren Sie hinunter in den Keller. (…) „

    Sein Programm enthält eine Fülle von Sprachwitzen und ist als Einstieg ins Berndeutsche sehr zu empfehlen:

    „In Bern waren alle erkältet. Sie kamen zu mir und sie sagten immer ‚Ttschuuldigung’“.
    „In Bern gibt es überall Ecken und Plätze, die man für die Tiere gebaut hat. Es gibt Bärengraben, Hirschengraben, Rossfeld, Ratthaus…“

  • Berndeutsch mit Mani Matter
  • Wir haben Berndeutsch lieben gelernt durch die Lieder und Texte von Mani Matter , der leider schon 1972 durch einen Autounfall ums Leben gekommene Schweizer Liedermacher, dessen Lieder die schweizer Kinder in der Schule lernen, und dessen Platten man heute noch kaufen oder in jeder Stadtbibliothek der Schweiz ausleihen kann.
    Mani Matter ist Kult

    Dene wos guet geit
    Giengs besser
    Giengs dene besser
    Wos weniger guet geit
    Was aber nid geit
    Ohni dass’s dene
    Weniger guet geit
    Wos guet geit

    Drum geit weni
    Für dass es dene
    Besser geit
    Wos weniger guet geit
    Und drum geits o
    Dene nid besser
    Wos guet geit

  • Warnung eines Berners

  • Bei meinem ersten Besuch 1999 in Bern suchte ich am Abend ein Internetcafé mit Zugang zum Word-Wide-Web in der Altstadt. Ich fand auch nach langem Suchen keins und fragte schliesslich einen jungen Berner auf der Strasse. Der fasste mich sogleich fest am Arm, schaute mir dann tief in die Augen und sagte: Zieh niii uff Bärn, denn hier gibt es kein Internetcafé und auch sonst ist hier am Abend der Hund begraben.

    Ich konnte später nicht mehr überprüfen, ob er die Wahrheit gesagt hat. Berner Freunde versicherten mir: „Kann schon sein, dass es kein Internetcafé in Bern gibt. Wozu auch, es hat doch fast jeder einen Zugang zu Hause“.

    

    15 Responses to “Zii nii uff Bärn — Erlebnisse in der Schweizer Hauptstadt”

    1. otto-vonhintenwievonvorn Says:

      Wir sollten das Tempo unserer suedlichen Nachbarn nicht unterschätzen. Auch ich bin vor vielen, vielen Jahren in den siebzigern in Bern zu einer Weiterbildung gewesen. Aus dieser schönen, so idyllisch am See gelegenen Stadt stammt im übrigen auch der uns allen so gut bekannte Schweizer Star Komödiant Emil, den wir früher sehr gerne im deutschen Fernsehen gesehen haben.

      Brauchen wir denn wirklich einen Internetkaffee heutzutage? Und auch ein gleichnamiges Café. Ich denke: Nicht. Manchmal ist es besser ganz altmodisch direkt mit den Menschen zu sprechen.

    2. Thomas Says:

      mmh. ich kenn in Zürich auch kein Inet-Café fürs Word-Wide-wait.
      Irgendwie vermiss ich die Gemütlichkeit von Bern..

    3. Gubrist retour Says:

      blogwiese reloaded…
      Also entgegen eventuellen Befürchtungen wird die blogwiese nach wie vor gelesen….
      War diese Verwechslung von Bern und Luzern jetzt ein Testballon?
      hahaha
      Auch in den siebzigern hatte Bern keinen See, zumindest die Stadt nicht.

    4. Twen Says:

      Wow!

      otto-vonhintenwievonvorn ist gleich in zwei Fettnäpchen getreten! Sorry, aber da muss ich korrigieren:

      1. Bern liegt nicht an einem See. Sondern an einem Fluss, der Aare.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Bern

      2. Emil ist nicht von Bern, sondern von Luzern.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Steinberger

    5. otto-vonhintenwievonvorn Says:

      Habe das umgehend nachgesehen. Tatsächlich! Ich war damals in Luzern.
      Weiss nun wirklich nicht heissen soll, dass die Schweiz überall gleich aussieht.

    6. b.scheuert Says:

      Also ich muss selten Bus fahren, da trampen hier ganz klasse funktioniert. Merkwürdigerweise bei gutem Wetter besser als wenn es schüttet und einen die Autofahrer erst recht mitnehmen sollten. Die meisten sagen auch „hallo“ oder „heu“, dieses Gruezzaach habe ich noch nie gehört, aber tief in die Augen schauen sie manchmal schon.

      Am Wochenende war grosses Blogtreffen beim Jens. Ich war so aufgeregt, dass ich fast vegessen hatte, dass ich aus Sprockhövel komme und habe noch so manches kleines Geheimnis ausgeplaudert und hoffe, dass die anderen schweigen können. Schon ueberraschend wie die meisten ganz anders aussehen, als man gedacht hat. Besonders neuromat hatte ich mir ganz anders vorgestellt, nicht so blass, klein und auch ohne die komische runde Brille.

      In ein Internet Cafe gehe ich auch nie. ich finde das viel zu unsicher. Wahrscheinlich können die Leute nach Dir noch irgendwie Deine Emils lesen, auch wenn Du noch so ein gutes Passwort hast.

    7. g.feikt Says:

      Ich habe den Blog hier leider erst vor ein paar Monaten entdeckt, bin aber sehr begeistert davon und habe mich immer sehr amusiert, aber auch viel gelernt. Ich habe
      mich, weil ich noch nie selber mitgewirkt habe, nicht so recht getraut, gleich ans Fest zu gehen. Dabei hätte ich gerade Neuromat auch gerne kennengelernt. Sie hat zwar meistens als Mann geschrieben, aber einmal hat sie sich „vertschnäpft“ (das heisst, sich verraten) und im Bereich Unterwäsche geoutet. Ich finde nur den Beitrag nicht mehr. Aber es fiel mir damals wie Schuppen von den Augen, dass so nur eine Frau schreiben kann.

      Jetzt versuche ich aber doch einmal, etwas zu schreiben, weil mir Jens-Rainer leid tut, dass die Blogwiese plötzlich wie gemäht wirkt. Es hat plötzlich so wenig Blüten, äh Kommentare.

      Vielleicht kommen hier einmal Fotos vom Fest? Ich habe mir übrigens Neuromat – vielleicht wegen der Assoziation mit Aromat – gelbblond vorgestellt, Ist sie Kochlehrerin?

      Auch Phipu (ist der Deutschprofessor?), Sylv, Selma, Mare, Bruno(egg), Tellerrand, Thomas, Branitar, Babsi Scheuert und Psalmist (den stelle ich mir immer mit einer Harfe vor) etc. hätte ich gerne kennengelernt. Und natürlich die Familie Wiese. Aber die sieht man ja immer mit dem Velo (Fahrrad) auf dem Querföteli über den Beiträgen. Die Glücklichen, die so schnell an einem Sommerferiensonntag frei bekommen konnten, haben vielleicht sogar Töchterleins Haustiere vorgeführt bekommen. Es hat sicher eine Schmusekatze, stimmts?

      Also, ich hoffe auf Fotos und viele weitere Beiträge, das läufts sich auch mit Aufgewärmtem sicher nie tot. Ausser es lachen sich alle tot über Neuromats Menüs …

    8. Alpöhi ab dem Neuenburger Jura Says:

      Also ich habe mich genommen die Frechheit, zum reisen nach Bülach und essen und trinken an Fest von Jens. Sogar wenn ich bis jetzt immer nur habe gelesen. Die Blogwiese ist gut aber ich kann lieber Deutsch lesen anstatt zum schreiben. Ich kenne noch nicht alle Eintrags, es hat so viele.

      An Fest, wir haben so viel neue Sachen gelernt und gesehen, Schade fur alle, wo sind nicht gekommen. Leider ich habe nicht alles verstanden, aber Jens und Phipu ist der gleicher Person. Das hat gesagt Jens ! Es gibt Beweis: Phipu jetzt seit Ende Blogwiese nie mehr schreibt einen Kommentar !

      Aber ich glaube dass hier Kommentators, die sind gewesen an Fest sich machen Lustig über andere, die, Schade, nicht hat können sehen, wer ist wer.

      Jens muss wirklich machen eine neue Beitrag über Fest mit Foto von alle. Nur so kann machen klar, wer ist wer. Sonst das wird bleiben ein Geheimnis für immer.

      Bisous barbues de la Vue des Alpes
      De votre Alpöhi

    9. k.rigu Says:

      Haha, da muss ich ausnahmsweise doch mal selbst schreiben. Babsi, wir wurden alle fichiert, haste das nicht mitgekriegt? Von wegen schweigen, die Reporterin wird all deine intimsten Details ausplaudern. Und hier wuchern ja auch schon die Indiskreditionen über die wahre Identität von Phipu und Neuro und so. Ach wenn wir schon dabei sind, Herr Feikt, lustig das sie mit ihren Vermutungen fast richtig liegen ohne dabeigewesen zu sein. Neuromat ist tatsächlich blond, aber nicht Koch-, sonder Chemielehrerin. Und Psalmist ist Organist in einer Kirche in der Gegend. Geben sies zu, sie waren eigentlich auch dabei und schreiben jetzt mit einem Pseudonom und ändern die Details, um uns zu verwirren! Dass etwa Phipu Deutschprofessor ist! Ich hab auch schon eine Idee wer sie sein könnten…

    10. Qsi Says:

      Hallo zusammen. Es gibt sehr wohl Internetcafés in Bern! So viel ich weis ca. 4. Das bekannteste befindet sich in der nähe des Aarbergerhofes an der Aarbergergasse (für Ortskundige ;)). Habe vor kurzem einem Briten den Weg zeigen müssen. Aber genutzt werden diese natürlich primär von Touristen und deshalb ist es sehr wahrscheinlich dass ein Einheimischer nicht wirklich weis wo diese Stecken. Vor dem nächsten Besuch in Bern einfach Google fragen ;).

      [Anmerkung Admin: Das Erlebnis war aus dem Jahr 2000, damals gab es nur eins, mit zwei Macs]

    11. Schnägge Says:

      Ja, wo bleibt er, der Bericht vom Treffen? Und wieviele Stühle braucht eigentlich eine multiple Persönlichkeit? Oder setzt sie sich doch lieber gleich zwischen alle? (Habe inzwischen sowieso den Verdacht, dass es auf der Blogwiese überhaupt nur einen einzigen Kommentator gegeben hat… 😉

    12. Thomas W. Says:

      Leider war ich beim Blogwiese-Treffen nicht dabei, würde aber gerne mal Beweisphotos sehen, die belegen, dass es Euch alle wirklich gibt. Die Thesen zu Neuromat klingen ebenfalls ganz interessant, aber ich fordere: Belege und nochmals Belege!

    13. g.feikt Says:

      Wenn mir jemand verrät, wie man beim i-book im Formular für Kommentareinträge das automatische Einfüllen des erstgewählten Pseudonyms ausschaltet, sodass auch Jens-Rainer miträtseln muss, welche multiple Person sich hinter einem/einer neuen Kommentator/in verstecken könnte, verrat ich an dieser Stelle im Gegenzug multiple Tendenzen – und welch scharfe Sachen Jens-Rainer liebt, ganz reell und in sich geeint.

    14. Tellerrand Says:

      Schade, schade, dass ich nicht dabei sein konnte am Sonntag. Ich habe aber eine gute Ausrede: ich war schon lange vorher zu einer quatorze-juillet-Feier am Vorabend eingeladen und ahnte bereits, dass mich der reichliche Genuss französischer Getränkespezialitäten reiseunfähig machen würden…

      Interessant, was hier so langsam die Demaskierung der Kommentatoren zum Vorschein bringt. Ich habe mich nämlich so manches mal gefragt, welche Berufsgruppen eigentlich so verdammt viel Zeit am Rechner verbringen und seitenlange Elaborate verfassen können 😉

    15. Dominik Says:

      Vielleicht hat’s ja schon jemand geschrieben, aber Bern ist nicht Hauptstadt (das wären sie gerne), sondern „Bundesstadt“.

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