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Wenn eine Deutsche Geigerin auf Alemannisch spricht, ist das unerwünscht — Anne-Sophie Mutter auf DRS3

  • Eine Geigenvirtuosin aus dem Badischen
  • Die bekannte Geigerin Anne-Sophie Mutter wurde in Rheinfelden geboren und wuchs unweit der Schweizer Grenze in Wehr auf. Wehr gehört zu Baden, und dort spricht man Alemannisch, nicht sehr viel anders als auf der Schweizer Seite am Rheinknie bei Basel. Und doch scheint etwas mit diesem Alemannisch nicht zu stimmen, denn als Anne-Sophie Mutter am 21.05.07 bei DRS3 interviewt wurde, sprach sie ihr heimatliches Idiom.

    Anne-Sophie Mutter beim DRS3
    (Quelle: drs3.ch)

    Das Interview ist hier zu hören auf diesem Real-Audio-Stream.

  • Alemannisch zu sprechen ist ein misslungener Integrationsversuch?
  • Dies stiess auf Kritik. So lasen wir im Blog „A propos Basel“:

    Nämliche Anne-Sophie Mutter nun war als Studiogast zu DRS3 ins Fokus geladen. Und sie entschied sich im Interview für – Schweizerdeutsch. Halt! Eben nicht – es war kein Schweizerdeutsch. Sie sprach einen gnadenlosen, hammerharten badischen Dialekt, als ob es Schweizerdeutsch wäre, bis es mir die Zehennägel aufgedreht hat. Und ich wusste, ich werde wie bis anhin allen Deutschen über 20, die in die Schweiz ziehen, empfehlen:
    Sprecht Hochdeutsch!!! Bitte!!! Das bring Eurer Integration sonst gar nichts!
    (Quelle: Apropos Basel)

    Warum ein Mensch, der in einer alemannisch sprechenden Gegend aufwuchs, nicht einfach genauso seinen Dialekt sprechen darf, wie es die Schweizer für sich beanspruchen, erklären uns die Macher des Blogs leider nicht. Ist denn im Schweizer Radio DRS3 nur Schweizerdeutsch erlaubt? Sind alle anderen alemannischen Varianten tunlichst zu vermeiden? Müssen deren Sprecher bei einem Besuch in der Schweiz auf ihre Standardsprache wechseln? Offensichtlich, denn alemannisch sprechende Deutsche, das passt nicht ins Konzept. Das ist dann ein „gnadenloser, hammerharter badischer Dialekt“. Denn butterweichen, liebevollen Basler Dialekt hatte Frau Mutter leider noch nicht drauf.

  • Zehennägel herabdrehen
  • Wir freuen uns über soviel Zuspruch, Toleranz und Aufgeschlossenheit gegenüber anderssprachlichen Gruppen und würden gern dabei helfen, die Zehennägel wieder herabzudrehen.

    Zur Erinnerung hier noch die Karte des alemannischen Sprachraumes:
    Alemanischer Sprachatlas
    (Quelle: Wikipedia)

    P.S.: Ach wie arrogant sind doch die Deutschen…

    

    64 Responses to “Wenn eine Deutsche Geigerin auf Alemannisch spricht, ist das unerwünscht — Anne-Sophie Mutter auf DRS3”

    1. Ingo Says:

      @ralphisto:
      Schöner Vergleich – und Du kannst davon ausgehen, dass über Intepretationen klassischer Musik mindestens soviel gestritten wird wie über (Schweizer-)Deutsche Dialekte 😉

    2. Christian Says:

      @ neuromat:

      Da haben wir mit Mühe und Not verhindert, dass die Weiber das Rütli am erschten Auguscht kontaminieren (wo sie doch an den Herd gehören) – und du willst sogar einen Deutschen dorthin bringen? Was würde da General Guisan sagen?

    3. Ostwestfale Says:

      >@ neuromat:
      >Weiber das Rütli […] kontaminieren und […] einen Deutschen dorthin
      >bringen
      >Was würde da General Guisan sagen?

      @Christian

      Hast Du das neuromat im Ernst oder im Spass gefragt?

    4. neuromat Says:

      @ Christian @ Ostwestfale

      geht es um die Veranstaltung mit Mireille Mathieu am 1. August? Ich habe gehört, dass Guisan dort zusammen mit Maurer, Blocher und Mörgeli die Background vocals machen. Noch ein kleiner Hinweis: Die Frauen gehören doch nicht an, sondern vor den Herd, oder ;-). Hoffentlich löst das jetzt keinen (H)erdschlipf aus bei unseren weiblichen Mitbloggerinnen. 🙂

    5. Schnägge Says:

      Achso: @ Frau Neuromartina: Nein, ich habe Sie nicht vorsätzlich ignoriert. Wie war noch gleich die Frage? 🙂
      Und passen Sie gut auf, was Sie hier sagen, jetzt wo der Admin das Blogwieseltreffen quasi offiziell genehmigt hat… 😉

    6. Kenobi Says:

      Sehr sympathisch, die schwätzt ja wie der Othmar Hitzfeld bei dem ich dachte, dass er trotz mehrjährigem Baselaufenthalt den Dialekt nicht richtig gelernt hat. Dank Blogwiese stellt sich heraus, dass das ein eigenes Idiom ist das zur gleichen Sprachfamilie wie das „verhasste“ Züridütsch gehört. Die sind uns sogar näher als die vermaleideten Höchstalemannen, die „nomen est omen“ von höchsten Bergen auf uns herabschauen.

    7. Ostwestfale Says:

      @neuromat

      >geht es um die Veranstaltung mit Mireille Mathieu am 1. August?

      Meine Frage spielte auf dem etwas irrwitzigen Umstand ab, dass Du als ja selbst die zur Kritik stehenden Merkmale „weiblich“ und „Deutsch“ erfüllst. 😉

      >Ich habe gehört, dass Guisan dort zusammen mit Maurer, Blocher und
      >Mörgeli die Background vocals machen.

      Ach, und ich dachte der Herr Guisan sei schon längst gestorben.

      >Noch ein kleiner Hinweis: Die Frauen gehören doch nicht an, sondern vor
      >den Herd, oder .

      Also, dass die Frauen an den Herd gehören das kenn ich eigentlich auch so und nicht anders. 😉

      In diesem Zusammenhang, kennt ihr Googlefight? Seehr praktisch.

      http://www.googlefight.com/index.php?lang=en_GB&word1=%22Frauen+an+den+Herd%22&word2=%22Frauen+vor+den+Herd%22

    8. neuromat Says:

      @ ostwestfale, @ Ingo , @ schnägge, @ Christian, @ Guisan, @ Mireille ach was – egal wir sind hier sowieso ziemlich off topic gelandet.

      Offensichtlich braucht es ein Festkommitee, wir müssten natürlich auch zu his earliest convenience (habe ich eben von Tellerrand gelernt) das Datum der Veransatltung wissen (wahrscheinlich genau in meinen einzigen zwei Wochen Ferien und ausser Landes dieses Jahr). Treffen wir uns also in lockeren Abständen hier auf archives/598#comments. Es sei denn Herr Wiese wirft uns raus…

    9. Phipu Says:

      An Neuromat

      Ich glaube nicht, dass uns Herr Wiese aus diesen Zeilen rauswirft. Solange wir nur schreiben sind wir recht harmlos. Also, meistens. D.h. die meisten von uns. Naja, manchmal.
      Wenn wir aber erst mal mit Quasseln an einem Blogwiesen-Treffen losgelassen haben, dann werden wir sicher verjagt. Dann kommt nämlich der Herr General Guisan höchstpersönlich auf seinem hohen Ross vorbei und kickt uns mit seinen Reiterstiefeln ab der Rütliwiese – falls diese Aufgabe nicht schon irgendwelche Springerstiefel zuvor übernommen haben.

      Ausserdem quasselt es sich auf der Rütliwiese am 1. August nicht so toll. Wenn im es im Hintergrund nach „Une cloche chante, chante“ äh, pardon „…sonne, sonne“ dröhnt.

      Bitte an das Festkomitee: auch mir die Datenauswahl ASAP (auch heute bei Tellerrand gelernt) bekannt geben. Sonst habe ich schon alles verbucht.

    10. Schnägge Says:

      @ Jens, neuromat, Phipu
      Gibt es eigentlich irgendwo eine Übersicht, wo man sehen kann, zu welchen Blogeinträgen es jeweils neue Kommentare gibt? Spätestens morgen, wenn dieses Thema von der ersten Seite rutscht, guckt hier ja kein Mensch mehr rein.

      (Ceterum censeo: Wir brauchen ein Blogwiesenforum… 😉 )

      [Anmerkung Admin: Nein, DU brauchst eine RSS-Feed-Reader. Der zeigt dir genau an, wann es wozu einen neuen Kommentar gibt. Die Feed-Adresse für Comments lautet: http://www.blogwiese.ch/comments/feed/ ]

    11. Schnägge Says:

      @Admin: Ah, danke! Trotzdem scheint es mir ein recht hoffnungsloses Unterfangen, eine Diskussion hier länger als 3 Tage lebendig zu halten, geschweige denn bis zum Sommer…
      Glückwunsch zum 600sten übrigens! 🙂

    12. Bärbel Says:

      Abschliessend sei zu sagen, dass ich Alemannisch nie als eine Sprache anerkennen werde. Genau so wie ein Smart nie ein Auto sein wird. Es ist und bleibt für mich ein niederer Dialekt, der aus lauter Mundfaulheit entstand. Wozu also nun über solch altbäuerliches gestammel so einAufhebens gemacht wird, kann und will ich nicht verstehen.

      Wenn man nichts vorzuweisen hat, ist man auch auf sein niedrigstes Stolz. Das könnte einer der Gründe sein warum der Schweizer seine niedere Sprachbegabung so in den Himmel lobt und ihn derartig verteidigt.

    13. Nessi Says:

      holla Bärbel……..hochmut kommt vor dem fall….

    14. Mario Says:

      Aus Bärbel spricht der blanke Neid, weil ihr die anatomischen Vorraussetzungen fehlen, dieses geniale Allemanisch jemals zu erlernen.

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