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Warum wir gern Filterkaffee trinken — Markiert Kaffee eine kulturelle Grenze?

  • Es lebe der Handfilter
  • Wir trinken gern Filterkaffee. In grossen Mengen aus grossen französischen Bols, allerdings mit Henkeln. Nicht zu stark und am liebsten aus nicht zu stark gebrannten Sorten zubereitet. Am besten gelingt Filterkaffee, wenn die Kaffeebohnen frisch gemahlen sind, und zwar nicht zu fein. „Für den Handfilter“, so lautet die Einstellung an der elektrischen Kaffeemühle und das Wasser muss sprudelnd kochend auf das Pulver im Handfilter gegossen wird. In mehreren Portionen. Die erste Ladung ist die wichtigste, denn sie „öffnet die Poren“. Dann ein bisschen warten bis das Wasser durch den Filter gelaufen ist, bevor nun in Abständen die zweite und dritte Ladung über aufgebrühte Kaffeepulver geschüttet wird. Auf den richtigen „Schwall“ kommt es an, dann wird der Kaffee prima. Nicht lecker, das passt nicht.

    Handfilter
    (Quelle Foto: ingridgrote.de)

    Natürlich mögen wir auch den Kaffee aus einer Expressomaschine, nur sind uns diese Dinge nicht ganz geheuer, sie könnten ja in die Luft gehen, ausserdem welche Maschine produziert schon auf Knopfdruck einen halben bis dreiviertel Liter Kaffee?

  • Filterpapier für Handfilter nicht beim Kaffeepulver
  • Dass die Schweizer weniger auf Filterkaffee stehen als die Deutschen merkt man untrüglich daran, dass in der Migros das dafür benötigte Filterpapier nicht in der Nähe des Kaffeepulvers (oder der ungemahlenen Kaffeebohnen) zu finden ist, wie in Deutschland, sondern bei den Kaffeemaschinen, Abteilung “Hardware für Deutsche”.

  • Ist Filterkaffee typisch für Deutsche?
  • Offensichtlich ist das eine typisch deutschen Angewohnheit, „Filterkaffee“ zu trinken. Wir lasen im Magazin des Tages-Anzeigers in einer klassen Reportage mit dem Titel „Wir gegen uns“, geschrieben von Christoph Fellmann, über die Süddeutschen und ihr Verhältnis zur Schweiz:

    Das Ehepaar Moser lebt seit 1971 an einer Wohnstrasse in Konstanz am Bodensee. Im Garten blühen die Forsythien. Serviert wird Filterkaffee und «Kaffeeglück», das ist eine Blechdose mit Kondensmilch – Kaffeegewohnheiten markieren kulturelle Grenzen.
    (Quelle: dasmagazin.ch vom26.05.07 )

  • Wer mag überhaupt Kondensmilch?
  • Nun, warum überhaupt Kondensmilch erfunden wurde, war uns auch immer ein Rätsel. Wahrscheinlich stammt die Idee aus der Zeit, als noch nicht jeder Haushalt mit einem Kühlschrank ausgestattet war, und man einen Weg suchte, Milch leicht und ungekühlt aufbewahren zu können. In meiner Kindheit galt es als besonders fiese Bestrafung, jemanden zum Trinken einer kleinen Tasse voll mit Kondensmilch zu zwingen. Ekelhaft. Heutzutage wird überall in Deutschland neben Kondensmilch auch Frischmilch zum Kaffee angeboten, einfach weil es viel besser schmeckt.

  • Trinken ältere Schweizer denn keine Kondensmilch?
  • Wir lernen bei Wikipedia:

    Kondensmilch (evaporierte Milch), auch Dosen- oder Büchsenmilch genannt, wird aus Milch unter teilweisem Wasserentzug hergestellt. Die Milch wird zur Keimabtötung und Albuminabscheidung für 10–25 Minuten auf 85–100 °C erhitzt und anschließend bei Unterdruck und 40–80 °C eingedickt. Danach hat sie einen Fettgehalt von 4–10 % und eine fettfreie Trockenmasse von etwa 23 %. Nach der Homogenisierung wird sie meist in Dosen oder Tuben abgefüllt und noch einmal sterilisiert, danach ist sie für lange Zeit haltbar.
    (Quelle: Wikipedia )

    Gibt es diese Generation in der Schweiz nicht, die gern Kondensmilch zum Kaffee trinkt?

  • Milch aus der Dose und Möhren aus dem Glas
  • Für die Generation unserer Eltern bedeutete es Fortschritt, Büchsenmilch stets zur Verfügung zuhaben. Erbsen aus der Dose und Karotten aus dem Glas haben die Arbeitsvorgänge beim Kochen enorm beschleunigten, genauso wie die Erfindung des tiefgefrorenen Blattspinats mit Rahm bzw. der Kartoffelbrei zum Anrühren. Sie wissen nicht, was „Kartoffelbrei“ ist? Kein Wunder, es gehört zu den beliebten Variantenwörtern, die überall anders heissen:

    Kartoffelpüree, Kartoffelbrei oder Kartoffelmus (österreichisch: Erdäpfelpüree, schweizerisch: Kartoffelstock, bairisch/fränkisch: Stampf oder Stopfer) ist ein Brei aus gekochten, zerdrückten und cremig gerührten Kartoffeln sowie anderen Zutaten.
    (Quelle: Wikipedia)

    Ob das auf Bairisch “Stopfer” heisst, weil man danach nicht aufs Klo kann? Oder weil man damit die hungristen Mäulen gestopft kriegt?

    Wir nannten den Kartoffelbrei als Kinder „Astronautencreme“, weil er sich auch als Tubennahrung eignet, ähnlich wie Kondensmilch aus der Tube.

    Wenn Deutsche nur Filterkaffee trinken würden, gäbe es nicht den hohen Absatz von Espresso-Maschinen oder Kapsel-Systemen bei Media-Markt und anderen grossen Ketten. Aber in den meisten Büros in Deutschland gibt es nach wie vor Filterkaffeemaschinen, mit Wärmeplatte und der Garantie, dass auch nach 6 Stunden der Kaffee noch heiss und garantiert ohne Aroma bleibt.

  • Espresso ist billig
  • Stichwort Espressokaffee: Merkwürdiger Weise ist das einer der wenigen Artikel, der in der Schweiz billiger zu haben ist als in Deutschland. Wahrscheinlich weil er hier zu den Grundnahrungsmitteln gehört und in Deutschland als Luxus gilt, oder weil er anders besteuert wird.

    Gern schreiben wir ihn auch mit „x“: „Expressokaffee“, denn dann ist die Herkunft expressis verbi ersichtlich:

    Espresso, der; -[s], -s od. …ssi (aber: drei Espresso) [ital. (caffè) espresso, urspr. = auf ausdrücklichen Wunsch eigens (d. h. schnell) zubereiteter Kaffee, zu: espresso = ausgedrückt (lat. expressus, express]: a) (o. pl.) sehr dunkel gerösteter Kaffee; b) in einer Spezialmaschine aus Espresso zubereiteter, sehr starker Kaffee. (o. pl.)
    (Quelle: duden.de)

    Mann hab ich jetzt Lust auf nen Kaffee…

    

    53 Responses to “Warum wir gern Filterkaffee trinken — Markiert Kaffee eine kulturelle Grenze?”

    1. Nightflyer Says:

      Kartoffelpüree ehisst auf gut Berndeutsch “Hädöpfustock” (auch gerne härdöpfelstock geschrieben, aber zumindest im berndeutschen nicht so ausgeprichen).

      Noch ne sehr schöne Liste mit vielen schweizer Mundardwörtern gefunden: http://www.hallo-schweiz.ch/CH_17_Sprache2.htm

    2. Eagle Says:

      Also das Kartoffelbrei im bayrisch/fränkischen Stampf oder Stopfer heißen soll ist mir persönlich neu und dabei wohne ich seit 20 Jahren im Frankenland.
      Vielleicht ist hier ja jemand dem das geläufig ist.

      In sachen Kaffetrinken bin ich warscheinlich eh einer der wenigen (merkt man jeden Tag auf der Arbeit) die diese dunkle Suppe so gar nicht abkönnen, von daher kann das Zeug ruhig teuer sein.

    3. neuromat Says:

      Warnung!

      Wer den Filterkaffee so zubereitet wie von JRW beschrieben setzt sich möglicherweise gesundheitlichen Risiken aus. Das Aufbrühen des Kaffees mit kochendem Waser löst die cholesterinerhöhenden Fettsäuren Cafestol und Kahweol. Die Risiken für Herzinfarkte könnten gesteigert werden.

      Schon lange gilt der bekannte Tipp: das Wasser nach dem Aufkochen eine Minute abkühlen lassen!

    4. Jeckmann Says:

      Deutscher Filterkaffee ist (ohne Ironie) etwas vom besten, das es gibt. Ich freu mich darauf bei jedem Deutschlandbesuch. Ich hab den zu Hause leider noch nie so hingekriegt, obwohl ich deutsche Koffeinerzeugnisse verwende.

    5. Administrator Says:

      @neuromat
      Vorsichtigen Menschen sei anempfohlen, doch lieber heisses Wasser aus der Leitung zu nehmen und sich damit einen leckeren Instant-Kaffee von Nestlé aufzubrühen. Mhmmmm, das schmeckt! … und so ungefährlich!
      Dazu ein bisschen “Kaffeeweisser” aus garantiert pflanzlichen Stoffen, und der Tag ist gerettet, ohne dass ein Tier Milch abdrücken musste.

    6. mare Says:

      Zur Frage, ob es keine älteren Schweizer gebe, die Kondensmilch zum Kaffee getrunken haben: Zu diesen älteren Schweizern gehöre ich und weder ich, noch meine Kommilitonen/Kommilitoninne haben Kondensmilch zum Kafee genommen und waren recht erstaunt, als wir das in Deutschland feststellten. Auch bei meinen Eltern war es nicht üblich und auch nicht bei unseren Nachbarn.
      Man kannte die gezuckerte Kondensmilch, die man manchmal fürs Birchermüesli verwendet hat, weil Dr. Bircher-Benner es so im Originalrezept angegeben hat.
      Ich habe diese Sitte auch in Österreich nie angetroffen.

    7. mirach Says:

      Kondensmilch
      In meiner Kindheit führten meine Eltern ein kleines Hotel. Gewohnt haben wir woanders und da gabs Nescafé und Kondensmilch, weil wir selten in der Wohnung Kaffee getrunken haben. Ich mochte diese Dosenmilch schon damals nicht!
      Nur die gesüsste Variante aus der Tube ging immer sofort aus: direkt aus der Tube gelutscht - mmmmmmmmmmmmmmmmh!

      süssen Tag allerseits

    8. Tellerrand Says:

      Das mit dem Filterkaffee ist so eine Sache, jedenfalls dann, wenn man eine Maschine dazu benutzt. Da kommt das Wasser häufig zu schnell oder zu langsam und das Produkt ist entsprechend. Und wehe, man lässt die Brühe dann noch eine Weile auf der Heizplatte stehen. Brrrrrrrrr.

      Filterkaffee von erfahrener Hand und mit dem richtigen Ausgangsprodukt (frisch gemahlen) zubereitet ist allerdings was extrem feines.

      Wenn man morgens wenig Zeit hat und nicht so lange neben dem Handfilter stehen und nachgiessen möchte, sind diese schwedischen Kolbenkaffekannen eine echte Alternative.

    9. Phipu Says:

      Da es in Deutschland so viele Namen für Härdöpfuschtock gibt, wie heisst denn das Fertigprodukt eines Grosskonzerns? Bei uns bekannt ist vor allem „Stocki“ von Knorr. Der Name rührt natürlich vom Wort Kartoffelstock her. Gibt es ein landesweit bekanntes Produkt namens „Püri“ oder „Breio“ oder so?

      Link zu Stocki von Knorr:
      http://www.nunon.de/little-princess-puppenetagenbett-stocky-weiss-p-744.html

      äh, nein, das war wohl falsch gegoogelt. Eher hier:
      http://www.knorr.ch/ch/de/PromotionsAndProducts/KnorrProducts/ProductsOverview.htm?catalog_name=Knorr+Retail&category_name=Beilagen&subcategory_name=Stocki

      Ich habe auch einen interessanten Bericht zum Thema auf dem Hallo-Schweiz-Forum gefunden:
      http://www.hallo-schweiz.de/forum/viewtopic.php?p=7357&sid=a655eeb5db5d0ecaf9b046d3218bd6df

      Irgendwie habe ich jetzt schon Lust auf Mittagessen, z.B. Kartoffelstock…

    10. Fiona Says:

      Condensed milk wurde von dem US-Bürger George Page vor mehr als 100 Jahren (?) erfunden. Er kam in die Schweiz (nach Cham ZG - ich weiss nicht warum…) und hat eine Zugerin namens Adelheid geheiratet. Mit Henri Nestlé, einem Welschschweizer, hat Page die Firma Nestlé gegründet. Obwohl Nestlé heute in Vevey VD seinen Hauptsitz hat, das Nestlé Share-Register-Büro ist bis heute in Cham geblieben.

    11. Frank Says:

      @Jens: du hättest zum besseren Verständnis noch erklären müssen, daß Kondensmilch in D flüssig ist, in etwa so wie Kaffeesahne. In der Schweiz kennt man nur das dicke Zeug aus der Tube. Typisch deutsch ist Filterkaffee übrigens nicht (obwohl wir ihn erfunden haben), eher typisch Nordeuropäisch/Nordamerikanisch.

    12. Thomas Says:

      Also vor gut 30 Jahren wurde auch in der CH vielerorts Filterkaffee getrunken. Ich habe es in meinem Elternhaus miterlebt, wie der Filterkaffee dann aber langsam weichen musste. Er wird aber heute noch gebraucht, wenn die Gästeschar sehr gross ist und/oder der Kaffee an einen Kuchenstand mitgenommen wird.
      Kondensmilch: meine Grosseltern haben mir jeweils zu Weihnachten eine Tube gezuckerte Kondensmilch geschenkt. Ich war süchtig nach dem Zeugs. Auf den Bergwanderungen mit Grossvater gabs jeweils auf dem Gipfel einen Kaffee (zu hause durfte ich das nicht) mit Kondensmilch. Das war so lecker. Aus diesem Grund habe ich auch zu Hause manchmal Kaffee mit Kondensmilch getrunken. Auch heute, gut 20 Jahre später, ertappe ich mich, dass ich ca. 1 mal im Jahr im Konsum ne Tube kaufe und genüsslich ‘ussugge’.
      Ich hol mir jetzt nen Kaffee

    13. Nessi Says:

      filterkaffee ist so ziemlich die übelste variante (nur noch von Nescafe übertroffen) die es gibt. es gibt da noch varianten zwischen filterkaffee und espresso, nämlich kaffee mit einer kolben maschine zubereitet, mmhh. jedesmal frisch und mit einem wunderbaren “schüümli” wie sich das für einen kaffee gehört.
      die kondensmilch kenne ich noch aus meiner kindheit. allerdings haben meine eltern keine in den kaffee geschüttet. damals hatten viele familien nicht viel geld, aber viele kinder (wir sind fünf). da zauberte meine mutter einen leckeren “zvieri” mit kondensmilch.
      gemahlene haselnüsse mit kondensmilch vermischen, auf ein knäckebrot streichen und kurz in den backofen schieben. mmmhhh, wie haben wir das geliebt als kinder.

    14. Thomas W. Says:

      Süsse Kondensmilch (”Milchmädchen”) schmeckt superklasse, egal ob im Kaffee oder pur gelöffelt.

      Ansonsten ist Kondensmilch im Kaffee gar nicht schlecht, es ist halt ein Milchkonzentrat, dass sich dann mit dem Kaffee vermischt. Normale Milch kann man auch in den Kaffee hinein tun, in Cafes, Hotels und Restaurants ist in Deutschland jedoch statt Kondensmilch eher die Sahne/Kaffeesahne (also nicht geschlagen, sondern flüssig) üblich.

      Gibt es in der Schweiz eigentlich auch diese seltsamen Zylinder, in denen man mit einer beweglichen Platte, die man nach unten drückt, Kaffee zubereiten kann? War hier in D-land mal eine Weile Mode, speziell auf Ämtern, jetzt habe ich das schon länger nicht mehr gesehen. Dafür gibt es in unserer Büroküche (und überall sonst im Gebäude) einen Kaffeeautomaten von Dallmayr, mit Espresso, Cappucino, Latte Macciato (natürlich schön aufgeschäumt mit drei Schichten) und anderen hübschen Sachen, zu jeweils 30 bis 60 Cent. Denn in München wird gern Latte getrunken - quasi die Morgenlatte…

    15. PEETI Says:

      Hallo

      ich kann bestätigen, früher in Franken nannten wir den Kartoffelstock wirklich Stampf, der Name kommt daher, dass die gekochten Kartoffeln zerdrückt, das heisst gestampft werden.
      War gerade ein bisschen in den Ferien in Deutschland und musste leider feststellen, es gibt den deutschen Filterkaffee nicht mehr überall……
      es werden immermehr so “neumodische” EXPRESSOmaschinen verwendet und auch meine Schwester benutzt jetzt eine Maschine mit Kapseln.
      Zum Glück kann ich mir privat hier in der Schweiz meinen geliebten Filterkaffee brühen. Dazu aber Kaffeerahm. Da habe ich mich sehr schnell dran gewöhnt.

    16. neuromat Says:

      @ Administrator

      zweiter Versuch: entscheidend ist die Brühzeit, was den Geschmack anbelangt, unerwünschte Stoffe lösen sich erst bei kochendem Wasser.

      Die Instantvariante ist gar nicht schlecht. Allerdings in Deutschland unbrauchbar. Wer seinen “ena nes” in Griechenland nimmt, wird den Unterschied schon erkennen.

      Kühe sind eher froh, wenn sie von Zeit zu Zeit gemolken werden. Kondensmilch? Wird das heute noch in Deutschland verkauft? Wo liegt denn da im Augenblick das Durchschnittsalter der Konsumenten?

    17. Ulli Says:

      Ich wohne zwar noch nicht so lange in Franken, aber der Kartoffelbrei ist mir als Stopfer oder Stampf auch bekannt - und der heißt so, weil die Kartoffeln dazu gestampft werden (macht Spaß):-)

    18. Branitar Says:

      Die gezuckerte Kondensmilch ist auch heute noch eine meiner grössten Schwächen (aber nicht im Kaffee, sondern direkt aus der Dose oder Tube).

      Aber wie trinkt der durchschnittliche Schweizer seinen Kaffee am liebsten, wenn nicht gefiltert? Als Espresso?

      Oder ist dort auch die Variante bekannt, die meine Oma so schon immer gemacht hat, und die ich heute noch für die beste halte (nicht nur meine Oma, sondern auch die Variante ;) ): gemahlenen Kaffee in die Kanne, Wasser darüber gießen, umrühren, warten bis sich die “Flöhe” (also das nun aufgeweichte Pulver) abgesetzt hat und dann einschenken?

    19. solar Says:

      Ungezuckerte Konensmilch gabs immer nur auf Bergtouren für den Morgenkaffee vor einer Gipfeltour, als noch eher wenige SAC-Hütten (Berghütten des Schweiz. Alpenclubs zum Übernachten auf Alpintouren) überhaupt gewartet wurden, diese keinen Strom hatten und schon gar keine Frischproduktezufuhr per Helikopter. Als man folglich alles selber im Rucksack hochtrug.

      Dieser “Weckkaffee” mit ungezuckerter oder gezuckerter Konensmilch schmeckte uns Kindern in den 60er-Jahren seltsam. Normalerweise bekamen wir ja sonst nie Kaffee, sondern warme Frischmilch zum Zmorge. Und zudem schliefen wir nach der ungemütlichen Nacht unter kratzigen Wolldecken noch halb.

      Gezuckerte Kondensmilch gab es wie von Mare erwähnt sonst nur und ausschliesslich ins Birchermus nach Originalrezept. Und zum Geburtstag!!!

      Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Schweizerinnen und Schweizer jeden Alters sich als Kind alljährlich zum Geburtstag eine Tube gezuckerte Kondensmilch zum Aussaugen wünschten und sie auch bekamen. Und wie sie sich - nachdem ich das mal weiss - noch heute über eine Tube Kondensmilch zum Geburtstag als Nostalgiegeschenk freuen.

      Ich gestehe, dass ich heute, wo ich sie mir leisten kann, immer mindestens eine Tube gezuckerte Kondensmilch im Vorrat habe. Zum Aussaugen!!! Mmmmmmh! Leider hat sie viele Kalorien bzw. Joule, aber sie ist sooo fein!

      Ach, ja, ausser fürs Birchermus wurde gezuckerte Kondensmilch noch für etwas verwendet: für einen spontanen Sonntagnachmittagskuchen-Spontanersatz, Zwieback-Kondensmilchschnitten.

      Alles ist meisistens vorrätig: Zwieback, bestreichen mit gezuckerter Kondensmilch, ev. zudem ein bisschen gemahlene Haselnüsse drüberstreuen und auf dem Blech im Backofen kurz überbacken. Achtung, Blechreinpapier verwenden, weil die Kondensmilch oft runterläuft. Auch das ein Kindertraum, nicht nur für Kinder.

      Übrigens: Natürlich habe ich zwei Kaffeefilter in unterschiedlicher Grösse und zudem mehrere teils wunderschöne und kostbare Kaffeekrüge, die ich nie verwenden kann.In der Schweiz würde ich mich aber genieren, einem Gast Filterkaffee vorzusetzen. Lieber mache ich im italienischen Schraub-Espresso-”Maschineli” (diese vieleckigen Alutürme) ungezählte Mal hintereinander Kaffee, als sowas hinterwäldlerisch Dilettantisches wie Filterkaffee (womöglich noch wie früher mit Frank-Aroma (Kaffeestreckmittel aus Zichorie in charakteristisch blauweiss gestreifter Packung mit noch Gelb dran)) zu offerieren.

      Eine dieser exklusiven elektrischen Esspressowunder will ich aus Energie- und Platzgründen nicht.

      Dass aber jemand noch heute Filterkaffee vorziehen könnte, erfahre ich heute zum ersten Mal. Da könnte ich ja meine edlen Kaffeekannen wieder mal brauchen …

    20. Anne Says:

      Als ältere Generation-Eingewanderte (aus Deutschland) liebe ich zwar inzwischen hier den Schweizer Schümli-Kaffee und auch Espresso, aber nur auswärts! Zu Hause, lieber Jens, würdest Du bei mir den Kaffee GENAUSO serviert bekommen, wie beschrieben. Auch möchte ich meine Bauernhausküche nicht mit einer solch unansehnlichen “Maschine” verunstalten.
      Das mit der gesüssten Kondensmilch (aus der Schweiz) erinnert mich an Nachkriegszeiten, als wir von einer Berner Familie, bei der ich mich 3 Monate nach den Kriegswirren erholen durfte, regelmässig “Care”-Pakete mit eben dieser Milchvariante erhielten. Ich habe in Grossmutters Vorrat stets eine solche Dose geöffnet und heimlich daraus getrunken…….. hmmmmmmm …. wirklich!

    21. Phipu Says:

      An Thomas W

      Achtung, ein paar wenige Schweizer können auch italienisch. Die würden dann die Latte, die du beschrieben hast, als Latte „Macciato“ [matschato] aussprechen. Das erinnert mich allzu sehr an „carne macinata“ [karrne matschinata], was Hackfleisch bedeutet. Diesen Gedanken in Verbindung mit der Morgenlatte = aua! Also, schreib besser Latte Macchiato [makiato] mit h.

      Also, um nun den Gedanken an den Fleischwolf zu verdrängen, denken wir doch besser an den Kaffee. Meinst du so ein Gerät: http://www.lasemeuse.ch/shop/images/accessoires_bodum6.jpg ? Das steht bei mir zuhause und ist von der Marke Bodum. Da steht ausserdem auf Neudeutsch „Made in Germany“ (Ungeziefer in Germanien) dabei. Da ich aber nur im Beisein von Besuch selber Kaffee trinke, brühe ich nur selten solchen. Und wenn ich gemahlenen Kaffee zu lange lagere, kommt das Ungeziefer aus dem Kaffee. Ups, da sind wir ja schon wieder bei den unappetitlichen Gedanken.

    22. Thomas Says:

      aha.. ich bin nicht der einzige Tuben-Kondensmilch-süggeler-Nostalgiker..

    23. DaniDo Says:

      @Jeckmann

      Koffeinerzeugnisse - was für ein schrecklich kompliziertes, hochgestochenes Wort.

      Entweder Sie sind Deutscher, der einem Klischee des hochnäsigen Ausdrucks entspricht oder Schweizer, der sich in der Unsicherheit im Gebrauch des Hochdeutschs vergreift…

    24. neuromat Says:

      Das noch niemand den schönen Artikel aus dem Magazin angesprochen hat. Ich zitiere: „machen den Samstag zu dem Tag, an dem in Konstanz der Verkehr lahmliegt. In den Sex-Shops von Konstanz sollen die Schweizer, heisst es, für die Hälfte des Umsatzes sorgen, in der ganzen Stadt sind es 20 Prozent. Dass der Grenzverkehr regelmässig zusammenbricht“…da bekommt der Begriff Muckefuck eine ganz neue, schneidige Bedeutung.

    25. manu Says:

      Die letzten zwei Wochen (Ferien im Tessin) hab ich nur Filterkaffee getrunken! Ich finds eigentlich ziemlich praktisch und bin immer wieder erstaunt wie schnell das gurgelnde Geräusch der Kaffeemaschine unmissverständlich klar macht, dass jetzt Kaffeezeit ist.

      Am besten ist Kaffee so oder so mit ein bisschen Schokolade dazu, ob perfekt gebrüht oder nicht ist dabei zweitrangig.

    26. Cornelia Says:

      ich bin Schweizerin ,und im Gastgewerbe aufgewachsen. Mir ist der Filterkaffee ein Graus……brrrrrrrrrr
      Wenn ich seh das es Filterkaffee gibt ,bestelle ich einen Tee ;-) damit ich den Gastgeber nicht vor den Kopf stosse.
      Die Kondensmilch kenn ich auch als Dessert,wie oben schon beschrieben mit Zwieback, aber in den Kaffee haben wir die nie getan.

    27. neuromat Says:

      @ Danido

      was genau ist denn an dem Begriff “Koffeinerzeugnisse” hochnäsig?

    28. Martin Says:

      Was für ein Beitrag! Es ist viertel nach Acht, und ich hab mit einen Kaffee “rausgelassen” aus der guten “Jura Impressa”. Übrigens ist Expresso gesünder, als Filterkaffee, weil beim Brühen weniger Bitterstoffe gelöst werden. Dafür trinkt man dann aber auch gleich 10 Tassen am Tag. Es geht ja so schön einfach, und wenn es eh gesund ist…

      Viele Grüsse aus SG

    29. linguist Says:

      Der absolute “Hammer” bezüglich Filterkaffee ist Filterkaffee mit Zichorie “gestreckt”. Das war vor 40 Jahren. Ich kann mich an meine Bubenzeit gut zurück erinnern. Meine Mutter mahlte frühmorgens den Kaffee und fügte vor dem Brühen mit einem Messlöffel Zichorie (Marke Thommy + Frank, Basel) bei. Kurz: Wir leben heute in einer von Espresso-Maschinen wahrlich gesegneten Zeit! Ich hoffe nur, das uns die Amerikaner mit ihrer “Gülle” nicht wieder einholen…

    30. solar Says:

      Als ich kurz vor 14 Uhr meinen Beitrag schrieb, hatte es erst 7 Kommentare. Alles, was ich schrieb, war noch unerwähnt. Als sie aufgeschaltet wurde, war meine Schreibe kalter Kaffee.

    31. DaniDo Says:

      @neuromat

      Koffeinerzeugnis ist eben peinlich falsch gebraucht, wie es wohl nur einer Art von Hochsprach-Hybris entspringen kann (easy, das kann ja mal passieren).

      Es bedeutet: aus oder durch Koffein erzeugtes (Produkt)

      …wo doch ganz einfach Kaffee oder meinetwegen Kaffeeprodukt so simpel und schön wären.

    32. Nessi Says:

      @ linguist

      ouu ja, du weckst alte erinnerungen in mir :-) auch wir haben damals den kaffee gestreckt. das hiess doch “Frankaroma” *grauslig*
      die erfindung der kaffeemaschinen ist wirklich ein segen :-)

    33. Surio Says:

      @Phipu: Du wolltest wissen, wie das Fertigprodukt eines Grosskonzerns heisst. Also den deutschen Stocki von Knorr kenne ich nicht, aber bei Maggi (in der Schweiz als Matschi ausgesprochen, in Deutschland so wie man es schreibt) heisst der Kartoffelstock ganz einfach Kartoffelpüree.

      Kondensmilch kenne ich aus meiner Kindheit überhaupt nicht. In den Kaffee gaben meine Eltern schon immer Kafferahm, was dem deutschen Kaffesahne entspricht.

      Verwandte von mir hatten übrigens ein ganz spezielles Kaffeerezept. Man gab das Kaffeepulver in einen Krug, übergoss es mit heissem Wasser. Und wie schon Branitar beschrieb, muss man warten bis sich das Kaffeepulver wieder gesenkt hat. Dann giesst man den Kaffee ein. Doch wenn bald kein Kaffee im Krug ist, dann kommt das spezielle: Man giesst wieder heisses Wasser nach. Und das Spiel fängt von vorne an.
      Der Kaffee wurde übrigens immer Sonntags neu angesetzt. Dann wurde die ganze Woche nur noch heisses Wasser nachgeschüttet. Also, ein Besuch am Samstag war ganz schlecht, ausser man trank keinen Kaffee.

    34. Tobi Says:

      Tja, die gute alte Kondensmilch gibt es hier nicht. Aber die Kaffeesahne tut es auch. Allerdings konnte ich mich bislang noch nicht davon überzeugen lassen, horrendes Geld für eine Jura oder Ähnliches auszugeben. Daher gibt es bei mir weiterhin Filterkaffee … schmeckt auch gut!

    35. solar Says:

      Ich glaubte bis jetzt, beim Aufschalten des neuen Bog-Artikels würden auch alle unterdessen eingegangenen Kommentare aufgeladen. Doch jetzt, um 00.40 Uhr, ist mein kalter Kaffee von 22.05 Uhr noch immer nicht serviert. War JRW müde? Trotz dem vielen Kaffee? So ist das wohl,bei Filterkaffee mit Kondensmilch, brrrr …

    36. swissami Says:

      ich schliesse mich da allen kondensmilktüblisaugern an…. mein grossmami hat mir auch immer eine tube geschenkt, wenn wir auf besuch kamen…. ah, ich kann sie direkt schmecken…

    37. Ostwestfale Says:

      Als Kind durfte ich keinen Kaffee trinken, für mich gab`s dafür Caro-Kaffee. :-) Darein habe ich dann Zwieback getunkt. Mjamjam, für mich war das damals eine meiner Top-Lieblingsspeisen.
      Kondensmilch war aber auch toll, die hab ich auch gern pur getrunken, aber leider nur aus Dosen, in Tuben gab`s die bei uns nicht.
      Zum echten Kaffeetrinker bin ich aber eigentlich nie geworden (bis heute max. 100 Tassen) weshalb ich diese Filterkaffee-sind-Mist-Stimmen auch eher nur mit einem Achselzucken zur Kenntnis nehmen kann.

      @Tuben-Kondensmilch-süggeler-Nostalgiker Thomas

      Das geht mir heute gelegentlich noch mit Tuben-Tomatenmark so. ;-)

    38. Thomas W. Says:

      @Phipu:
      Genau!

      @DaniDo:
      Kaffee wird aus Koffein gemacht, das weiß doch wohl jeder! Daher heißt er ja Kaffee. Das mit den Kaffeebohnen aus Äthiopien ist ein Gerücht, dass Nestle in die Welt gesetzt hat, um ihren Nescafe besser vermarkten zu können.

      @Alle Schweizer:
      Was ist so schlimm an schönem Filterkaffee? Oder sollen wir alle nur noch Schweizer Nescafe-Brühe schlürfen? Brrrr…. Da braucht sich kein Schweizer über die Amis und ihren Kaffee aufzuregen, denn: “Wer hat es erfunden?” …

    39. neuromat Says:

      @Danido

      die Frage war nicht, ob das Dummdeutsch ist, sondern was genau daran hochnäsig ist. Das hast Du bisher nicht beantwortet.

    40. Schnägge Says:

      @Phipu: Ich habe gestern im Supermarkt recherchiert: Das Fertig-Kartoffelzeugs heißt hier bei allen mir bekannten Herstellern Kartoffelpüree (mit Betonung auf dem Reh). Bei meiner (kaffemaschinenfilterkaffeemitkondensmilchtrinkenden) Mutter hieß dasselbe trotzdem hartnäckig “Kartoffelbrei” - was ich als Kind aufgrund der oft zu matschig geratenen Konsistenz als sehr passend empfand.
      Die Kondensmilch hieß bei ihr einfach “Dosenmilch”, da diese nicht aus der Tube oder der Kuh, sondern der Dose kam.

      @Neuromat: Tz, möchte nicht wissen, was du schon wieder für Assoziationen beim Kondensmilchnuckeln hast… ;-)

    41. viking Says:

      […Stichwort Espressokaffee: Merkwürdiger Weise ist das einer der wenigen Artikel, der in der Schweiz billiger zu haben ist als in Deutschland. Wahrscheinlich weil er hier zu den Grundnahrungsmitteln gehört und in Deutschland als Luxus gilt, oder weil er anders besteuert wird…]
      Genau, die Besteuerung machts (und machte uns anno dazumal zu Schmugglern ;) ): http://www.zoll.de/b0_zoll_und_steuern/b0_verbrauchsteuern/j0_kaffeesteuer/b0_steuertarif/index.html

    42. DaniDo Says:

      @neuromat

      hochnäsig ist es, einen komplizierteren Ausdruck zu gebrauchen, wenn es einen einfacheren gäbe. Die Hochnäsigkeit verwandelt sich ins schmerzhaft Peinliche und zeigt sich besonders krass, wenn das kompliziertere, fachmännisch und professionell klingende Wort “dummdeutsch” ist.

      Danke fürs Nachfragen. Befriedigt?

    43. Daniel Says:

      Also mit Schümli kann ich mich als Filterkaffee-Trinker nicht so recht anfreunden … finde das “schmeckt” einfach nicht! Irgendwie zu “grob” das Ganze!

      und diese Zuckerbrühe aus der Tube gibt’s in Dt bestimmt noch ;) wüßte aber jetzt nicht, wo im supermarkt die liegen könnte! bewußt aufgefallen ist sie mir in der Nähe der Kondensmilch ehrlich gesagt schon ewig nicht!

      VG, Daniel

    44. neuromat Says:

      @ Danido

      danke für die Antwort, demnach gilt: dass es angesichts der hier so oft besprochenen ja “einfachen leichten Helvetismen” - “legiferieren” usf.(die selbst von Schweizern nicht verstanden werden) nichts hochnäsiger sein kann als Schweizer Deutsch. Nicht meine Meinung, aber Deine. Siehe Deine Definition.

    45. neuromat Says:

      @ Danido
      “Hochsprach-Hybris” ist das eigentlich ein Helvetismus ;-)

    46. André Says:

      Salüüüü Leutz :-)

      Ohne ´s Kaffi morgens geht bei mir garnichts. Bin Koffein gewohnt - dachte ich. Trinke ich aber nach dem Mittagessen im Murtener-migros ´nen Kaffe creme - bekomme ich danach fast eine HERZBARACKE. Schmeckt super- aber knallt rein wie Dynamit.

      Ganz böses Zeug - jedenfalls für mich.
      Dagegen ist Red Bull -Wodga ein Beruhigungsmittel.

      Wie die ital. Kaffeepads vom Denner (lecker kaffee)… aber die knallen auch wie
      Viagra auf den Kreislauf.

      Filterkaffee von Aldi war noch nie gut.
      Filterkaffee frisch im Tschibo schmeckt immer.
      Filterkaffee mit Dosenmich mit 3 Zucker trinkt Omi.

      testet mal
      Götterspeise mit Dosenmilch… :-)

    47. ferdinand Says:

      Kondensmilch nimmt man in der Schweiz deshalb nicht zum Kaffee, weil es seit den 1970er Jahren den weniger “mastigen” Kaffeerahm gibt.
      Walter auf der Maur hat den Kaffeerahm und die hygienischen Portionenpackungen erfunden, die keinen Kühlschrank mehr brauchten. Die Aluminiumdeckeli dieser Rähmli mit ihren bunten Bildchen wurden in den 80er Jahren zu einem Sammlerhit. Kaffeerahmdeckeli-Tauschbörsen wurden veranstaltet, Sammler-Klubs und eine Deckeli-Zytig entstanden und Thomas Käppeli, Deckelikönig in Bowil im Emmental verdiente sich eine goldene Nase mit seinem Kaffeerahmdeckeliversand und dem Schweizer Kaffeerahmdeckeli-Katalog.

    48. DaniDo Says:

      @neuromat

      Tja, je nachdem ist es wohl schon so, dass auch mal ein Helvetismus in meiner Definition hochnäsig ist.

      Beim Beispiel legiferieren wäre das nur m.E. nicht gegeben, da es gegenüber der Bedeutung “im Gesetzgebungsprozess handeln” gar nicht so kompliziert dasteht… Auch wenn man nun nur “Gesetz erlassen” näme, wären das schon zwei Wörter.

      Die Hochsprach Hybris - naja, ein bisschen angeben darf man ja schon mal, nicht wahr:-) Ich finde es bezeichnet ein gerade bei einigen SchweizerInnen existierendes Phänomen.

    49. Christian (der Andere) Says:

      @DaniDo: Da überquert ein Sprachgefühl die deutsche Grenze und verkommt zu kulturellen Größenwahn. Der gleiche Sachverhalt, sprachliche Vereinfachung, wird als hochnäsig deklariert sobald er die deutsche Grenze überschreitet. Genauer genommen stellt sich der Begriff legiferieren etwas komplexer dar, als das Wort Kaffeeerzeugnis.

    50. Jürgen Says:

      Also, ich bin mit Stampfkartoffeln gross geworden. Die gab es sogar aufs Brot mit Zucker drüber. Das war Anfang der 50er Jahre in Ostdeutschland (Sachsen-Analt). Aber wer hats erfunden? Eine Seite der Grosseltern kam aus Ostpreußen. Vielleicht waren Sie es, die so sprachen. Später in Baden-Württemberg lächelte ich oft über Kartoffelstampf. Aber ob das Im Kreis WT nicht doch aus der Schweiz stammt? Sind dort doch in fast allen Gasthäusern die Schweizer die besten Gäste.

    51. Kreis7 Says:

      Im übrigen ist der Mifloc von der Migros der mit Abstand schmackhafteste Härdöpflestock im ganzen deutschen Sprachraum. Sagte sogar mal der Kassensturz. ;-)

    52. jensj Says:

      Wie schoen…

      nun lebe ich als Westfale hier in Frankreich, lese diesen Blog um mich zu troesten(dass es in CH schlimmer ist als hier in F) und erfahre, dass nicht nur ich die gezuckerte Kondensmilch als *DIE* Delikatesse meiner Jugend in Erinnerung habe. Allerdings waren meine Eltern sparsam, ich denke mal dass es nicht mehr als eine Handvoll Tuben waren, die meine Eltern mir im damals nur im selten besuchten Grossmarkt kauften…

      Danke an alle, die hier mitschreiben, fuer mich ist soeben die Welt ein kleines Stueck heiler geworden.

      Ach ja: Erstaunlich, aber der braune, kraeftige, nicht truebe und nicht zu bittere Filterkaffee scheint mir das geheime deutsche Nationalgetraenk zu sein. Ich geniesse ihn hier in Frankreich wie Nektar — er ist mein “Zuhausegetraenk”, der Espresso oder wasauchimmer (in Altoelfarbe) die Franzosen zusammenbrauen, trinke ich nur aus Not.
      Und ich weiss zufaellig dass “die Russen” gezuckerte Kondensmilch aus Dosen in ihre Fruehstuecksbuchweizengruetze reinruehren…

      Gruss, Salut, Jens

    53. Tina Says:

      Woher du das wohl weißt (@ Jens)? ;-)
      In Russland gibt es “Moloko” in Dosen. Sie ist aber sehr dick, ähnelt fast weißem Pudding. Weil ich auf russischen Gasherden kaum kochen konnte, habe ich diese dicke, süße Milch oft auf einem Stück Weißbrot gegessen. Lecker!
      Ich trinke fast jeden Kaffee. Aber ich merke, wenn es guter ist.
      Deutsche flüssige Kondesmilch ist ein Gedicht auf grünem Wackelpudding!
      Grüße nach Frankreich, in die Schweiz und überall anders hin!
      Tina

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