Warum Schweizer historisch gesehen Deutsche sind
(Letzter Teil des Beitrags von Ingomar König)
Und jetzt, liebe Nachbarn, müsst Ihr ganz tapfer sein. Den echten Schweizern/Schwyzern, den waldstättischen, ihnen wurde einst vom Kaiser das Recht verliehen, sowohl die blutrote Fahne zu führen als auch in ihr die Kreuzigung Christi in Form eines weissen Kreuzes darzustellen. Dieses Symbol wurde gar “heilig Rych” genannt, es war das offizielle Symbol des alten Deutschen Reiches bis etwa 1400, und auch die Stadt Wien erhielt das Recht, es (bis heute) zu führen. Einerseits kaum zu glauben: das weisse Kreuz auf rotem Grund, ein deutsches Symbol und viel älter als die schwarz-rot-goldene Trikolore; andererseits völlig logisch, dass der „Grosse Bund Oberdeutscher Lande“ ein deutsches Symbol führt. Auch das heutige Österreich, die Krondomäne der römisch-deutschen Kaiser, und das heutige Deutschland könnten dieses Staatssymbol für sich beanspruchen. Aber keine Angst, euer Gewohnheitsrecht auf das „Heilige Reich“, von Euch zum „Schweizerkreuz“ erklärt, wird Euch niemand streitig machen.
Noch einige i-Tüpfelchen: Der Begriff „Reichsdeutsche“ (bis 1945) stammt von Euch. Und was hätte er für einen Sinn, wenn es nicht außerhalb des „Reiches“ weitere Deutsche gäbe? Noch Gottfried Keller nannte sich einen „deutschen Schriftsteller“ und seit 1948 sorgt sich der Rottenbund („Rhône-Bund“) um das „Deutschtum“ in Sitten und im Oberwallis, das er durch welsche Dominanz auf gesamtkantonaler Ebene bedrängt zu sehen glaubt. Und Adolf Muschg hat darauf hingewiesen, dass bis zum Ersten Weltkrieg kein Deutschweizer den deutschen Staat als wirkliches Ausland empfunden hat.
Liebe nicht-lateinischen Eidgenossen, Ihr ahnt, worauf hinaus ich will. Auf die eiskalte, logische Konsequenz Eurer (und unserer) Geschichte, die Natur der Sache, die auszusprechen ich kaum wage:
Ich hoffe, mit dieser historischen Banalität keinen Sturm der Entrüstung auszulösen; wenn doch, so bitte ich um Gnade, denn es ist die Wahrheit und nichts als dieselbe. Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier die wahre Ursache des „Reizthemas“ liegt. Ihr huldigt ganz offensichtlich dem Motto: Die grössten Kritiker der Elche war’n früher selber welche. La Suisse – un pays vraiment germanique.
Natürlich denkt Ihr an die Angehörigen des heutigen Staates Deutschland, wenn Ihr die Deutschen sagt, an die Bewohner des Staates, dessen Vor-Vor-Vor-Vorgänger Ihr verlassen habt und von dem abzugrenzen nicht nur Euer gutes Recht, sondern die pure Selbstverständlichkeit ist. Aber warum soviel Aufhebens um eine Selbstverständlichkeit? Befürchtet Ihr, dass irgend jemand in Deutschland Eure Eigenstaatlichkeit nicht respektiert, Euch gar annektieren will? (Die Nazi-Barbaren hatten dies vielleicht vor, aber sie hätten sich die Zähne an Euch ausgebissen, und die Mehrheit der Deutschen hätte sich darüber empört.) Glaubt Ihr, die Wirtschafts- und Technologiemacht Schweiz würde von den Deutschen nicht ernst genommen? Warum also, so frage ich Euch, wedelt Ihr mit dem roten Tuch, wenn weit und breit kein Stier zu sehen ist? Dass Italiener sich von Norwegern unterscheiden, ist so selbstverständlich, dass niemand auch nur ein Wort darüber verliert. Wenn man sich aber erst unterscheiden und mental abgrenzen will, können die Unterschiede so gross nicht sein.
Obwohl neun Nachfolgestaaten sich das Erbe des alten „Heiligen“ Römischen Reiches Deutscher Nation teilen, wird seine „Rechtsnachfolgerschaft“ und Kontinuität „landläufig“ dem heutigen Deutschland zugeschrieben. Steht ihm deswegen ein Exklusivrecht auf das Attribut „deutsch“ zu, nur weil es „Titular“-Nachfolgestaat und zudem der grösste ist? (Ich sehe hier vom romanischen Teil Belgiens und den slawischen Ländern Böhmen-Mähren und Slowenien ab.) „Deutsche“ im Sinne der Staatsbürgerschaft Deutschlands und „Deutsche“ im ethnischen Sinne setzt Ihr wohl absichtlich gleich, um zu kaschieren, dass Ihr selbst ethnische Deutsche seid. Aber warum???
Weil Ihr selbst nicht so richtig wisst, was „die Schweiz“ eigentlich ist. Am Anfang stand ein Bündnisgeflecht oberdeutscher Stadtrepubliken, das mit den bäuerlichen Eidgenossen der Waldstätte und weiteren ländlichen Verbündeten sowie den Zugewandten Orten minderen Rechts eher widerwillig zu einem geschlossen Territorium zusammengewachsen ist. Ergebnis von Eroberungen und Einkaufstouren der oberdeutschen Orte sind die welschen und ennetbirgischen Gebiete; allein der Stadtstaat Genf hat sich freiwillig angeschlossen, um den Savoyarden zu widerstehen. Die Romanen in den drei rätischen Bünden sind Opfer hemmungsloser Germanisierung, was ihre heute so geringe Zahl erklärt.
Die patrizische graue Eminenz widmete sich dem Handel, dem Geldzählen und der Ausplünderung der Bauern in ihren Landschaften, Untertanenlanden, Vogteien und Gemeinen Herrschaften. Dafür überliess sie den Waldstättern gönnerhaft das Kriegshandwerk, die Symbolik des Schweizerkreuzes, den Namen „Eidgenossenschaft“ und die Territorialbezeichnung „Schwyz/Schwiiz/Schweiz“. In ihrer bieder-patriarchalischen Gentilordnung, christkatholischen Demut und altdeutschen Einfalt merkten die Waldstätter nicht, dass sie von den listigen Luzernern, Zürchern, Bernern und Baslern jahrhundertelang vorgeführt und benutzt worden waren. Als sie im Sonderbund aufmuckten und ihre selbstgenügsame Idylle durch die städtischen Orte zerstört wurde, dämmerte den Waldstättern, was die Glocke geschlagen hatte und worin das Wesen des „Oberdeutschen Bundes“ wirklich bestanden hatte. Den Weg zum „richtigen“, modernen Bundesstaat konnten sie nicht mehr versperren. Der eidgenössische Mohr hatte seine Schuldigkeit getan, er konnte gehen. Die Insignien „Eidgenossenschaft“ und „Schweiz“ musste er jedoch zurücklassen.
„Die Schweiz“, das ist nicht Bern, nicht Zürich, nicht Basel, noch St. Gallen, schon gar nicht Genf oder Bellinzona, das ist nur der waldstättische Ort Schwyz. „Eidgenossen“: das sind nur Schwyz, Uri und Nidwalden. „Helvetien“: das war das Land vor dem Einfall der Alemannen. Was bleibt? Ein Gemeinwesen in einem Teil Alemanniens, in einem Teil der „Oberdeutschen Lande“, angereichert um ein paar „lateinische“ Gebiete. Und der Mythos des Rütli-Schwurs, gäbe es ihn ohne des Deutschen Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“, diese Hommage an Euren Staat und Pflichtlektüre am deutschen Gymnasium? Ein über alle Kritik erhabenes Œuvre der Weltliteratur für wahr; nach Massstäben der „historischen Korrektheit“ liegt es jedoch gründlich daneben. Jetzt macht Ihr selbst den Mythos zu einer anachronistischen und lästigen Pflichtübung. Nach Patrizierart Aufwand und Nutzen kühl abwägend, will der Bund keine Kosten für die Rütli-Feier 2007 am zum Bade lächelnden See übernehmen. Werner Stauffacher, Walter Fürst (oder Wilhelm Tell?) und Arnold von Melchtal würden sich im Grabe umdrehen. Für diesen Anschlag auf Euer Selbstverständnis nimmt der Chef Eures Justiz- und Polizeidepartements kaltherzig den Föderalismus in Anspruch, was nur am württembergischen Anteil seiner Gene liegen kann. Der „Oberdeutsche Bund“, ist er noch immer ein seelenloses Zweckbündnis, beherrscht vom „Kantönli-Geist“?
Alles, nur keine Nation; von den Rändern abgebröckelte Fragmente der deutschen, französischen und italienischen Nation. Zusammengeführt durch historischen Zufall, hat es aus der Not die Tugend der „Willensnation“ gemacht. Aber Ihr müsst doch keine Nation sein. Als wäre es eine Schande leidet der staatstragende deutsche Teil des Schweizervolkes darunter, eine Ausnahme unter den Gesellschaften Europas zu sein, eine durchaus rühmliche, wie ich finde. Ihr braucht wegen der Abspaltung vom Reich kein schlechtes Gewissen zu haben und Euch gegenüber dem heutigen Deutschland einem permanenten psychologischen Rechtfertigungsdruck auszusetzen. Die Welt wäre ärmer ohne die Schweiz, wie sie heute ist. Aber nein, wie sagte doch Karl Barth, der Berner Theologe, der mit seiner antifaschistischen Gesinnung den Bürgern des deutschen Staates solidarisch beistand? „Wir können gar nicht Schweizer sein, ohne uns schlecht oder recht gerade mit den Deutschen auseinanderzusetzen.“
Man lasse sich diese Worte auf der Zunge zergehen, und man versteht, warum Ihr innerlich über den Deutschen frohlockt, der in einer Schweizer „Beiz“ sein Bier im Kasernenhofton herbeibefiehlt. Gäbe es diesen Deutschen nicht, müsstet Ihr ihn Euch backen. Denn der Deutschschweizer an sich braucht den tumben, schnarrend Kommandos bellenden preussischen Feldwe(i)bel, weil nur von dieser deutschen Peinlichkeit er sich vorzüglich abgrenzen kann. Szenen aus dem Alltag erscheinen so in anderem Licht. Serbische, albanische oder italienische Kellner im Café, deren redliches Bemühen, alemannisch („schweizerdeutsch“) zu sprechen, von den Gästen kaum verstanden wird: kein Problem. Kellner aus Deutschland, die standardhochdeutsch mit den Gästen sprechen: ein Skandal. (Dass diese Sprache in der deutschen Schweiz die amtliche ist, zählt nicht, denn sie wurde von „reichsdeutschen“ Spionen in Euren Verfassungstext hineingeschmuggelt. Stichwort: „Import“!). Bauarbeiter aus Deutschland, den Schweizer Kollegen in der Mentalität praktisch gleich: eine Unverschämtheit, dass sie so gleich sind. Die grauenhafteste Vorstellung: der höflich-sympathische Deutsche oder der aus der alemannischen Nachbarschaft, der dem Germano-Eidgenossen wie ein Ei dem anderen gleicht.
Ob sie sich in der Schweiz aufhalten oder nicht, ob sie arrogant oder sympathisch sind: Die Deutschen stören einfach qua Existenz die deutsche Schweiz in ihrer Identität und sind gleichzeitig für eben diese Identität die lebensnotwendige conditio sine qua non. Das erklärt die Sonderstellung der „Reichsdeutschen“ unter den Nicht-Schweizern, das ist Eure psychologische Crux, Ihr Bedauernswerten. Der eidgenössischen Kohäsion dagegen droht Gefahr: keineswegs durch Euren Dialektgebrauch, sondern durch Eure pathologische Weigerung, auch Standardhochdeutsch zu sprechen, die Sprachform, die Ihr immer als preussisch-zackig „empfindet“, selbst dann, wenn zärtliche Worte der Liebe in ihr gesäuselt werden; und durch Eure Gepflogenheit, Dialekt und Standardsprache schärfstens von einander zu trennen; und schliesslich durch das Englische als lingua franca, weil Englisch bei Euch Deutsch-Schweizern „beliebt“, Französisch dagegen „unbeliebt“ geworden ist. Das einzig Volk von Brüdern, es verschmäht seine „Brudersprachen“ und kürt zur innerschweizer Kommunikation die englische Sprache – wie Brasilianer und Inder, die sich verständigen wollen. Ich fasse es nicht. Lebt Ihr nur noch nebeneinander anstatt miteinander? Zerfällt das Schweizervolk in seine ethnischen Bestandteile?
Heute wird sich über zu viele Deutsche échauffiert. Sollten morgen die Deutschen in Scharen Euer Land verlassen, so wird man sich entrüsten: „Diese treulosen Deutschen lassen uns im Stich.“ Wie sie es auch machen, es ist immer falsch. Die Deutschen sind und bleiben der negative Massstab. Unfreiwillig „outet“ Ihr Euch als Volk, das „deutscher“ ist als die Deutschen. Mein Gott, wie unheimlich, aber auch, was für ein Verhältnis zu den Deutschen, so intim, wie zu keinem anderen Staatsvolk.
Liebe Nachbarn, ich habe Eure alemannische Zurückhaltung und Bescheidenheit einer starken Zumutung ausgesetzt. Deshalb nun genug der garstigen Worte, die ich mir von der Seele schreiben musste. Überzeichnet, gewiss, allein dem Ziele dienend, dass Ihr mit Eurer Deutschen-Hass-Liebe die Kirche im Dorf lasst; in der Hoffnung, nicht wie ein besserwisserischer Schulmeister Euch Dinge gesagt zu haben, die Ihr selbst wisst, sondern in der Vermutung, Tiefenströmungen der deutschschweizer Seele an die Oberfläche geholt zu haben, die der Deutschschweizer genau kennt, über die er aber nicht spricht. Meine Achtung vor dem Schweizervolk ist nicht erschüttert, Eure Hilfsbereitschaft den Deutschen gegenüber nach dem 2. Weltkrieg ist mir wohl bewusst. Und natürlich seid Ihr eine autonome Gesellschaft mit z.T. gleichen, aber eben auch anderen gesellschaftlichen Gepflogenheiten und Umgangsformen, die jeder Auswärtige zu respektieren hat, der sich bei Euch niederlässt. Ich bin mir sicher, dass die allermeisten der bei Euch lebenden „Deutschland-Deutschen“ dies auch tun – manche vielleicht erst nach einer gewissen Eingewöhnungszeit. Aber sie tun es. Ohne ihre Sprache würdet Ihr sie gar nicht wahrnehmen.
Oder ist die ganze Aufregung am Ende ein Sturm im Wasserglas? Steckt hinter dem „Reizthema“ womöglich nur die alte Erfahrung: „Was sich liebt, das neckt sich“?
In der Hoffnung, dass letzteres zutrifft, verbleibt mit freundlichen Grüssen,
ein Nachbar des Schweizervolkes, der diesem zuliebe bewusst auf die sz-/ss-Ligatur „ß“ verzichtet hat.
Ingomar König
May 8th, 2007 at 12:37 am
Wenn das Ganze als Spaß gemeint gewesen sein sollte, dann ist der Spaß misslungen: viel zu lang. Wenn einer einen Witz bzw. eine Satire in 4 Teilen erzählt, lacht keiner mehr.
Und wenn es doch ernst gemeint war, dann ist das Pamphlet einfach ewiggestriger Quatsch.
Fraglich bleibt für den geneigten Leser auch, welcher Teufel Jens geritten hat, dass er Ingomar Königs Meinung der zu erwartenden Kritik preisgibt, obwohl *der* sich in diesem Forum gar nicht wehren kann.
May 8th, 2007 at 12:38 am
Nachdem uns nun klar ist, warum da Teil um Teil nachgeschoben wurde, finden wir doch auf einmal Reaktionen auf Teil ein und zwei wieder, heisst es jetzt, liebe Biologen jetzt müsst Ihr ganz tapfer sein:
Können Kuhschweizer Sauschwaben
beziehungsweise
Können Kühe Säue sein?
Die Sau zunächst ist vor allem ein Schimpfwort und hat nicht unbedingt etwas mit Brahms Tierleber zu tun. Nicht selten stammen Schimpfworte aus dem Fäkal- oder sexuellen Bereich. Gerne werden auch chauvinistische oder blasphemische Wendungen benutzt. Das soll uns heute nicht interessieren. Wenn es darum geht, dem Anderen das Menschsein abzusprechen kann ich statt dessen Tiernamen vergeben (Schwein, Esel, Zicke, Zecke, Bambusratte), reicht mir das nicht, kombiniere ich es mit einer menschlichen Gattung (Schwabensau, Blogschwein), dann ist es ein rassistisches Schimpfwort. Reicht mir ein Tier nicht aus kann ich auch zwei nehmen (Schweinehund), ist mir das immer noch nicht genug, kann ich es noch verzieren (Drecksau). Kuh kann man auch als Schimpfwort benutzen, meistens aber in der Verbindung mit blöde, was aber auch durchaus mit Sau zusammen geht. Im Unterschied zu Sau ist Kuh zwar nicht so hart, kann aber auch nicht den Klang der Bewunderung haben. Nur Sau und Kuh kann man nicht kombinieren, deswegen braucht es bestimmte Füllwörter zum Beispiel Schwabe oder Schweizer.
Jetzt aber zum Thema: Könne Kühe Säue sein?
Zunächst einmal: Nichts ist unmöglich, so spricht der moderne weise Japaner Mitsubishi Toyota, wenn er nicht gerade mit Harakiri, Ikebana oder dem beliebten Ritual der Kleinfingerverkürzung links mit einem Tanto beschäftigt ist. Aber die Japaner haben auch gut reden, sie sind zwar ein Mischvolk aus Protojapanern, kontinentalen Ostasiaten, austronesischen Insulanern und einem Hannoveraner, der Japan vor 30.000 Jahren besudelte, äh besiedelte, als es während der Eiszeit mit dem Festland verbunden war, benutzen aber ganz andere Schimpfworte als wir.
Jetzt zu den Kühen. Kuh steht für ein weibliches geschlechtsreifes Individuum bei einigen Säugetieren vor allem Huftiere wie Hirsch, Elefant, Giraffe, und auch Wal (der sucht seine Hufe seit längerem). Natürlich aber auch bei den Rindern kennen wir die Kuh.
Was vielleicht bisher noch keiner wusste auch Schnecken können Kühe sein. Nein das ist ein Lesefehler es handelt sich um die Ennstaler Bergschecken, nicht wie ich irrtümlich angenommen hatte Bergschnecken Die Ennstaler Bergschecken sind eine beinahe ausgestorbene Rasse des Hausrindes. Die vermeintlichen letzten zwei Kühe wurden 1986 geschlachtet.
Das Hinterwälder Rind, auch einfach Hinterwälder, ist ein alter Landschlag des Hausrindes und soll sich aus dem Keltenrind entwickelt haben. Sein Herkunftsgebiet ist der Südschwarzwald, wo es auch heute noch vorkommt. Hinterwälder sind sehr genügsam und langlebig. Sie sind die langlebigsten in Deutschland. Es war 1992 Haustier des Jahres, seither ist es vom Aussterben bedroht.
Jetzt zu den Säuen. Das weibliche Schwein heißt Sau. Jungtiere bis 5 kg nennt man Ferkel. Spanferkel sind Ferkel, die noch am Span, saugen und nicht die, die am Grill hängen, das sind Hähnchen. Zwischen 5 und 25 kg, kann das Schwein Schach spielen, da nennt man sind es Läufer. Kastrierte, männliche Tiere werden Tennisspieler, sie heissen Borg.
Einige der bekannteren Schweine sind das Bentheimer Landschwein, das Deutsche Sattelschwein, das Hängebauchschwein, das Deutsche Edelschwein, das Schwäbisch-Hällische Landschwein und vor allem das Husumer Protestschwein:
Das Rotbunte Husumer Protestschwein oder Dänische Protestschwein (offiziell: Deutsches Sattelschwein - Abteilung Rotbuntes Husumer Schwein) ist eine seltene bedrohte Rasse des Hausschweins. Gezüchtet wurde das Tier Anfang des 20. Jahrhunderts, von in Nordfriesland lebenden Dänen, die so ihre rot weisse Landesfahne nachbildeten. 1954 wurde es als Rasse anerkannt, aber 1968 ist letztmalig eine Geburt verzeichnet, seither galt die Rasse als erloschen. Fast zumindest: eines der letzten Husumer Protestschwein lebt im Zoo Hannover.
Die Rinder sind Paarhufer(Artiodactyla). Wieder zu den Säuen. Sie gehören auch zu den Paarhufern. Also sind Säue eigentlich Kühe, es sind Kühe, die zu der Familie der Echten Schweine (Suidae)gehören. Wie war das?: Schwabe (Suebi). Also heisst Sauschwabe Suidaesuebi und gehört folglich zu den Kisuaheli (auch: Kiswahili). Kis(w)uaheli steht aber für Kuashweili, zu welchem durch die dritte Lautverschiebung was wurde, na was wohl?
Ich habe das alles sauber und bestens recherchiert. Auch das mit dem Husumer Protestschwein in Hannover. Ähnlichkeiten mit zufällig noch lebenden sind möglicherweise beabsichtigt, aber sicher ist das nicht. Ihr könnt das alles im Buch oder - die meisten von Euch kennen diese Dinge, die da in Regalen rumstehen ja kaum noch - im Internet, vor allem bei Wikipedia nachlesen. Und ich werde auch nicht noch drei Teile nachschieben, na ja zumindest noch nicht.
May 8th, 2007 at 12:46 am
Göttlich!
Ach wie hab ich mich gefreut das zu lesen.
Auch wenn mir nach der ersten 1/4 Seite die Worte beim Lesen beinahe in den Nerven des Gehirns feststecken bleiben wollten. Ich dachte an jeden einzelnen Helvetier, der beim Lesen dieser Zeilen in einem wilden Anfall von Zorn aufspringen müsste um dem Verfasser die Verfolgung dessen bis an sein Lebensende zu schwören.
Aber, nicht ärgern, er hat die Kurve ja noch fast gekriegt.
Und bitte versucht heute einmal die Nazi-Keule im Sack zu lassen. Ich kanns langsam wirklich nimmer lesen.
May 8th, 2007 at 1:58 am
1. Vor Schiller hat’s bereits die Geschichte vom Tell und vom Rütli gegeben, erstens in den innerschweizerischen Chronologien, zweitens geschrieben und zu einer Oper verarbeitet vom Franzosen Crétry.
2. Das Savoeyer Kreuz ist ebenfalls aufzuzählen.
3. Was versteht der Verfasser unter “ethnischen Deutschen”? “Volksdeutsche”? Dann hätten wir ja das Recht auf einen deutschen Pass! Weiss er überhaupt, wie schwierig es überhaupt ist, den Begriff der “Ethnie” zu definieren? Vielleicht fragt er mal einen Sozialanthropologen.
4. Wenn schon Geschichtsklitterung, warum nicht auch noch vor die indoeuropäische Einwanderung zurück? Warum bloss bis zu den Germanen? Warum nicht zu den Schnurkeramikern und Glockenbechern? Und warum nicht mindestens zum Mann vom Hauslabjoch, dessen Gene ja sehr viele Europäer in sich haben? Aber die Geschichte überlässt man vielleicht doch auch lieber den Historikern.
5. Und warum soll man eben 1914 mit der Geschichte stoppen, es stimmt, was Muschg sagt: Vor 1914 hatte man wohl in der Schweiz weniger Probleme mit deutschland. Aber deshalb sind wir noch lange nicht Ethnische Deutsche und seit 1914 ist einiges passiert.
Und warum soll man das so schnell vergessen, einige Generationen wird das schon noch dauern.
6. Das mit der Liebe und dem necken ist auf der Blogwiese auch schon behandelt worden.
7. Warum eigentlich das Ganze in so betulichem Ton? Der Inhalt wird nicht besser dabei, im Gegenteil.
Fazit: Es bleibt dabei: Das Ganze ist unendlich schief und eigentlich Mitleid erregend, wenn es bloss nicht so vereinnahmend (heim ins Reich) wäre.
May 8th, 2007 at 2:32 am
Hallo,
Ich hoffe das war das letzte mal das ich von “Ingomar König” gelesen habe. Ich hoffe er behält in Zukunft seine Hetzreden für sich. Ich hätte aber einen guten Vorschlag für ihn. Soll er doch mal den Kericht in seinem eignen Land wischen und z.B. etwas über die Ausländerhetze gegenüber Türken in Deutschland schreiben. Es ist einfach über den Tellerrand zu schauen und vor den Problemen im eignen Land die Augen zu verschliessen.
Mit freundlichen Grüssen
Zürileu
May 8th, 2007 at 5:46 am
… und würden für die ganzen netten Fakten dieser Geschichte irgendwelche Quellen finden, wäre der geneigte Leser eventuell sogar bereit, zu überprüfen, ob wenigstens der geschichtliche Hintergrund stimmt - denn davon, was die Schweiz für Schweizer ist, hat Herr König leider nichts begriffen…
(und wenn ein Mitglied eines Volk, dass sich alle 4 Jahre seine neue Diktatur wählen darf
den Schweizer ihre nicht immer demokratische Geschichte vorwerfen will, klingt das ziemlich lächerlich)
May 8th, 2007 at 6:37 am
ich finde es wunderbar, wie sehr die deutschen von uns schweizern geliebt werden möchten und dafür alles tun. sogar 4 postige ergüsse zu schreiben. wieso es so wichtig sein sollte, dass die deutschen in der schweiz akzeptiert würden erschliesst sich mir aber noch immer nicht. von daher, ein weiterer versuch besserwisserisch uns doofen zu erklären, warum wir falsch liegen. und genau das kommt hierzulande selten gut an.
May 8th, 2007 at 7:28 am
Wir befolgen jetzt den Rat des Königs Ingomar und lassen die Kirche im Dorf.
Und den Sturm (zur Sicherheit) im Schrank.
May 8th, 2007 at 7:43 am
@ neuromat: selten so gelacht!
Herr Wiese, sie riskieren Hab, Gut und Leben. Lohnt sich kaum.
Aber ernsthaft: Wie Muschg schrieb, war das Verhältnis der Schweizer zum “Deutschtum” bis 1914 ein positiveres. Dann kamen 4 Jahre und kurz darauf noch einmal 1000, die halt nicht so positiv aufgenommen wurden.
Könnt ja eventuell sein, das die Schimpfwörter, Aversionen, usw. damit zu tun haben. Bedekenswerter Ansatz finde ich. Und es dauert halt noch ein paar Generationen bis das an gemachter Aktualität verliert.
May 8th, 2007 at 8:38 am
Amen!
Ich bemühe mich, trotz der provokativen Moral-Predigt, möglichst wenig zu sagen/schreiben. Provozieren und auf Provokationen zu reagieren hilft nämlich nicht, ein freundschaftliches Verhältnis herzustellen/zu bewahren. Also verschone ich die geneigten Leser lieber von Aussagen, die später gegen mich verwendet werden könnten.
Mare, zu Punkt 2
Wie irgendwo in Neuromats Kommentar versteckt, fehlt mir ausserdem der geschichtswissenschaftliche Hinweis auf das dänische Landeswappen, das den meisten sogar bekannter sein mag, als das Wiener Stadtwappen und die Savoyer Flagge
May 8th, 2007 at 8:41 am
na und? wir stammen alle von adam und eva ab (oder je nach sichtweise von einem frühen affen), sind wir deshalb alle gleich sozialisiert? königs thesen mögen (ich kanns nicht nachprüfen) historisch richtig sein, die schlussfolgerung ist müll! ich als bayer habe doch auch eine völlig andere identität als die schwaben und hessen, auch wenn meine grosseltern von dort herstammen. warum sollte ich deshalb die hessen mögen? könig, könig… wir müssen alle noch ne menge dazulernen.
May 8th, 2007 at 8:48 am
Mein Gott, wir haben es überstanden…
Mensch Jens, hättest du deine Technik wie bei den Kommentaren, vorher gegenzulesen, doch angewandt! Dann wäre uns dieses Martyrium erspart geblieben. Am besten wäre eine Ausschaffung diese Königs in einen eigenen Königsblog oder von mir aus bis nach Memel.
Wo sind die treffsicheren, pointierten, ironischen aber vor allem nicht anmassenden Geschichten eines JRW? Bitte, back to the roots.
Danke
May 8th, 2007 at 9:01 am
@VOX POPULI:
“wieso es so wichtig sein sollte, dass die deutschen in der schweiz akzeptiert würden erschliesst sich mir aber noch immer nicht.”
Weil es die Welt einen lebenswerteren Ort macht, wenn sich Menschen (und hier im speziellen Nachbarn) gegenseitig akzeptieren? Es macht das Leben einfacher, netter, angenehmer. Sollte dieses Ziel nicht selbstverständlich sein?
May 8th, 2007 at 9:13 am
Naja, Ingomar Königs Gähnartikel hat nicht viel Neues das nicht schon in irgendeiner Weise abgehandelt/besprochen/publiziert wurde,ich kann mich nicht mal darüber aufregen,sondern bin nach dem Ersten, doch recht guten Teil, ziemlich enttäuscht.
Da lob ich mir den Neuromat,der hat mir heute trotz Obersch….wetter ein grosses Lachen ins Gesicht gezaubert!! DANKE!
Dein Fan:)
May 8th, 2007 at 9:23 am
Ich empfehle die “Kleine Geschichte der Schweiz” zur Lektüre, ein bei Suhrkamp erschiener Sammelband. In den Aufsätzen Manfred Hettlings, Martin Schaffners, Mario Königs, Andreas Suters und Jakob Tanners findet sich - wissenschaftlich fundiert, auch wenn nur die Hälfte der Autoren Schweizer sind - so einiges wieder, was bei Ingomar König über Schweizer Geschichte zu lesen stand.
Die Behauptung, Schweizer seien auch Deutsche oder ihnen wenigesten irgendwie ähnlich ist natürlich falsch. Die Schweiz konnte sich während Jahrtausenden, frei von jedem äusserem Einfluss - sprachlich wie politisch - zur optimalen Staatsform entwickeln, die aller Welt, besonders aber den Deutschen, als Beispiel dienen sollte.
May 8th, 2007 at 9:25 am
Im wahren Sinn der Worte: Schweinisch kuhl, wie Neuromat die Geschichte abgerundet hat!
May 8th, 2007 at 9:45 am
Genial! Es musste einfach mal gesagt werden!
May 8th, 2007 at 9:55 am
Salut miteinander. Bis heute war ich nur Konsument in diesem Forum, aber hier kann ich mir einen Kommentar nicht verkneifen.
Als Experte müsste man doch wissen, dass wir uns ja noch nicht mal als Schweizer definieren. Wir sind Berner, Zürcher, Bündner, Romands Ticinese oder auch Secondos. Das ist Schweizer Identität.
Vielleicht ist ja der Begriff “Deutscher” ein Kunstbegriff. Deutsch ist eine Sprache, keine Nation. Der Österreicher spricht Deutsch, aber im Umkehrschluss ist nicht jeder Deutschsprachige Österreicher. Denn vor 1914 ward ihr auch Bayern, Berliner, Rheinländer etc.
Man könnte also argumentieren:
IHR SEID PERVERTIERTE SCHWEIZER OHNE “KANTÖNLIGEITST”
Darum fühlt ihr euch bei uns ja auch so wohl,
IM HEILIGEN RÖMISCHEN REICH SCHWEIZER NAITON
May 8th, 2007 at 10:33 am
Auch wenn einiges was Herr König schreibt, sich als historisch richtig erweisen mag, finde ich sein Ton daneben. Schliesslich müssen wir hier weiterleben und eine weitere Eskalation dient unsere Sache nicht!
Allerdings…
wenn meine Kinder wieder im Dorf als ‘deutche Sau’ beschimpft werden, dürfen sie jetzt erwidern ‘Selber eine’?
May 8th, 2007 at 10:52 am
Was hier vertreten wird, ist ein nationalromantisches Verständnis von Ethnizität. Gleiche Sprache = gleiche Abstammung = Blut- und Schicksalsgemeinschaft = Volk. So sehen das die Deutschen, seit Herder, und offenbar auch noch heute. Weshalb man auch von Deutsch Sprechenden abstammende Russen und Rumänen kurzerhand als Deutsche ansieht und ins Land holt.
Es gibt Orte auf der Welt, und die Schweiz gehört dazu, die ein anderes Verständnis von Ethnizität entwickelt haben. Eines, das weniger mit mythisch rauenenden Volksgemeinschaften und mehr mit Staatsbürgertum und Zusammenleben zu tun hat. Vielleicht werden die Deutschen in der EU, dieser Super-Schweiz, das auch noch lernen.
Ich möchte dem Autor auf jeden Fall nicht raten, seine völkische “Eine Sprache - Ein Volk”-Gedanken in Strassburg oder Colmar zu vertreten. Seiner Ansicht nach handelt es sich bei den Elsässern ja zweifellos auch um Deutsche. Eine Auffassung die - am Rande sei’s erwähnt - in den letzten 150 Jahren öftermals Kriegsgrund war.
May 8th, 2007 at 11:23 am
“die schweiz ist alles, bloss keine nation” ist ja wohl der witz des jahrtausends!
” von den rändern abgebröckelte fragmente der deutschen, französichen und italienischen nationen” diese aussage ist an dummheit kaum zu übertreffen!! gibt es denn irgeneine nation, die ursprünglich nicht aus verschiedenen völkern entstanden ist??
ansonsten kann ich blos auf meinen comment von gestern verweisen.
nach aussagen einiger wissenschaftler stammen wir ja auch vom affen ab……sind wir desshalb heute immer noch welche??? (ja ok, vielleicht gibts ein paar ausnahmen)
May 8th, 2007 at 11:32 am
Köstlich. Da kommt einer, noch dazu ein Sauschwob, und erdreistet sich uns zu erklären, dass wir doch auch nur Deutsche sind.
Vierteilt ihn! Bringt ihn auf den Scheiterhaufen! Jagt ihn aus der Schweiz!
Upps, geht nicht. Der Arme muss ja schon in Deutschland leben. Diesem grossen, bösen Staat; bei dem fast alles so ist, wie in der Schweiz, nur schlechter.
Die Deutschschweizer sind genau so Deutsche, wie die Österreicher und die Holländer.
Daher rührt doch gerade auch die starke Emotionalität der ganzen Geschichte. Wir sind eine Familie und da fliegen halt auch mal gewaltig die Fetzen.
May 8th, 2007 at 12:03 pm
@Alex:
Mit deiner Bemerkung an VOX POPULI hast Du sicher Recht, aber schau dir mal den Username an. Der lässt bereits auf einen “politischen” Hintergrund schliessen (die Anführungszeichen wähle ich bewusst), der ausserhalb des demokratischen Bereichs liegt. Und solche Leute sind nur anonym und in Foren stark…
May 8th, 2007 at 12:34 pm
Ich glaube, es wäre für mein Herz und meine Seele besser, wenn ich mich nicht mehr auf der Blogwiese und vor allem nicht im Kommentarbereich tummeln würde.
Ja ja, ich weiß, wir versinken ja immer nur im Selbstmitleid, aber eins muss ich mir doch von der Seele schreiben:
Was ist schlimm daran, wenn man gemocht werden will? Vor allem dann, wenn man die Gründe, die angeblich dagegen sprechen sollen, einfach nicht nachvollziehen kann?
Wir Deutschen sind also arrogant, deshalb dürfen wir auch nichts an der Schweiz kritisieren. Es ist aber völlig ok, wenn Schweizer einem dafür erzählen, dass die Produkte in der Schweiz alle einen höheren Standard haben, dass alle Deutschen an den Ballermann fahren und sich dort (und nicht nur dort) auch dem Cliché entsprechen benehmen, die Schweizer sich dagegen aber immer dem Urlaubsort anpassen, dass man in einer Diktatur lebt und überhaupt völlig bemitleidenswert ist, weil man in diesem Horrorland sein Leben fristen muss. Wobei man sich dann aber doch nicht wirklich beschweren darf, weil schließlich hat ja Deutschland den Krieg angefangen.
Oder auch, man wird gelobt, man sei ja ganz anders als die anderen Deutschen. Was dann für einen so klingt wie: “Du bist ja ganz nett, aber deine Eltern, Geschwister, Großeltern, Freunde und alle anderen, die dein Leben geprägt haben, sind alles arrogante Sauschwaben…”
Glücklicherweise, habe ich viele schweizer Freunde, die mich solche Sachen nicht (oder zumindest nur sehr selten) spüren lassen. Wenn man dann hier aber so manchen Kommentar liest, wird es einem doch ein bisschen mulmig. Deshalb lasse ich das jetzt und genieße stattdessen die auf persönlicher Ebene immer noch prächtigen deutsch-schweizer Beziehungen.
May 8th, 2007 at 1:20 pm
@Peter: Richtig, wahr, wichtig: Dankeschön!
Und dennoch habe ich den König mit Vergnügen gelesen (kürzer hätte er würziger geschmeckt, quasi leckerer), weil:
Mir wäre lieb, mehr Schweizerinnen und Schweizer würden unseren Bundesstaat ab - sagen wir - 1848 als “Heimat” wahrnehmen, eben so, wie Peter es meint, als Staatsbürger, und sich weniger als tapfere Freiheitskämpfer (Schweizer) gegen die bösen Habsburger (Deutschen) empfinden - “sy würde d’freiheit gwinne, wenn sy däwäg z’gwinne wär” spottete verzweifelt schon Mani Matter.
May 8th, 2007 at 1:40 pm
Ich fand Königs Ausführungen recht interessant, wenngleich ich mich wegen ihres deftigen Gehalts kurz einige Male genötigt sah eine kurze Pause einzulegen. Man konnte den Worten des Autors dabei gut entnehmen wie wichtig es ihm war sich einmal alles von der Seele zu reden. Das ist doch ok und ich will es im weiteren Verlauf auch mal probieren.
Wer vom Thema noch nicht genug hat:
Wie der Stamm der Alemannen entstand, wie er sich in der heutigen Schweiz ausbreitete und wie er sich dabei sogar bis heute in die schweizer Institutionen auswirkt, das kann man hier nachlesen:
http://www.altesitte.ch/alemannen/geschichte
Ich bin sehr geschichtsinteressiert, besonders interessant finde ich deshalb dabei wie der Autor den Kantönligeist als alemanische Tradition [altgermanischer Prägung] aufführt.
In gewisser Weise spiegelt es komischerweise das wider, was ich in meiner Kindheit (vor 30-35 Jahren) als erstes von und über die Schweiz gelernt habe, nämlich, dass sie eine zu Deutschland ziemlich andere Regierungs-, bzw Herrschaftsform hat in der die Staatsmacht gegenüber den Kantonen wesentlich weniger zu sagen hat. Auch heute fasse ich die speziellen Besonderheiten der schweizer Regierungsform samt ihrer direkten Demokratie als das Schweizerischste überhaupt auf, ich hoffe die Schweiz wird diese Form noch lange erhalten.
Mmh, ich muss noch was zu den vereinzelten Stimmen sagen, die dem Autor eine “Heim-ins-Reich”-Agitation unterstellen oder nahe legen. Mich verwundern diese Stimmen sehr und sie betrüben mich auch in gewisser Weise, weil in ihnen eine gewisse Unkenntnis über Deutschland, insbesondere über das heutige Deutschland, zum Ausdruck kommt. Nichtsdestotrotz kann ich die Ängste verstehen, die ein paar nationalsozialistische Spinner vor 60,70 Jahren in der Schweiz ausgelöst haben. In der deutschen Bevölkerung, und darauf möchte ich bestehen, war und ist in den vergangenen Jahrzehnten bis heute (nur diesen Zeitraum kenne ich aus eigener Erfahrung) eine “Einverleibung” der Schweiz niemals ein Thema gewesen, ich bin mir ziemlich sicher es gibt diesbezüglich auch keinen nennenswerten Wunsch, es ist viel zu abwegig (sofern man diesen Begriff hier überhaupt verwenden kann). Die Eigenständigkeit der Schweiz ist in deutschen Hirnen so fest (wenn nicht gar noch deutlich fester) verdrahtet wie die von anderer Staaten, wie etwa Italien, Frankreich, Japan etc.
Darum hat es mich anfangs auch mit Kopfschütteln belustigt [sorry! ,-) ] wie manchmal spasseshalber davon gesprochen wurde und wird, Deutschland als Bundesland beizutreten.
Und noch etwas habe ich, seit ich mich seit ca. einem Jahr etwas näher mit der Schweiz beschaftige, mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, nämlich wie häufig Deutschland/das Volk der Deutschen von Schweizern als Bruder bezeichnet wird (”Der grosse Bruder im Norden”). Vielfach mag das spöttisch gemeint sein
, dass das Verhältnis zwischen zwei Völkern/Ländern aber *überhaupt* verwandschaftlich ausgedrückt wird ist eine Besonderheit, die für meine Begriffe tief in die deutschschweizer Seele blicken lässt.
Was mich betrifft, ich habe meine “Liebe” zur Schweiz und zum “Schweizerischen an sich” noch nicht verloren, ich hoffe sie sei mir trotz meiner Nationalität zugestanden. Dass Deutschland von den meisten Schweizern eher nicht geliebt wird, damit kann ich leben und ich kann es auch bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Ich hoffe allerdings, dass sich Schweizer nicht zu sehr von den Klischees gefangen nehmen lassen. Wär doch schade, schade für die Zukunft im Allgemeinen mein ich.
Liebe Grüsse in die Schweiz
May 8th, 2007 at 1:46 pm
hab mich gekugelt vor lachen bei diesem *hoffentlich* letzten Teil.
Also: König, ich seh deinen Macchiavelli “Divide et impera” “die schweiz ist alles, bloss keine nation”, gehe mit, und erhöhe um einen Galileo “Eppur se muove”.
Genau wie die NASA wissenschaftlich bewiesen hat dass die Hummel nicht fliegen KANN, hat der König bewiesen dass es die Schweiz nicht gibt.
:p
May 8th, 2007 at 2:12 pm
@Romane
“Die Deutschen” gabs dann doch schon seit 1871 offiziell. Wobei nur Österreichs Angst um seine Balkanbesitzungen aus Österreichern nicht ebenfalls “Deutsche” machte.
Rheinländer waren denn auch schon offiziell schon ein Weilchen vorher offiziell Preußen. Wobei es vorher auch dann Jüchener, Kölner, Aachener etc waren. Aber was heisst hier waren? Wozu gäbe es sonst eine kölsche Wikipedia?;)
http://ksh.wikipedia.org/wiki/Haupsigg
May 8th, 2007 at 2:51 pm
Oh jemine.
Historisch mag ja einiges richtig daran sein, dass in Mitteleuropa im Laufe der Geschichte kontinuiertlich Grenzverschiebungen, Allianzen und Abspaltungen, Wanderungen und kulturelle und sprachliche Vermischungen stattgefunden haben und zumindest letztere 3 immer noch munter weiter stattfinden.
Das bestreitet ja auch niemand. Das ist nun wirklich nix Neues.
Der Ton des Artikels von Herrn König ist indes schwer erträglich.
Einer der entscheidenden Denkfehler liegt in dem unterschiedlichen Verständnis von Nationalzugehörigkeit: Deutscher ist, wer deutsche Eltern hat. Schwiezer ist, wer einen Schweizier Pass hat.
@Jens: Zur gegenseitigen Verständigung trägt so ein oberlehrerhaftes breitgewalztes halbdurchdachtes Gesülze mit Sicherheit nicht bei. Ist das wirklich in deinem Sinne?
@Phipu: Nein, bitte halt dich nicht zurück! Mich würde sehr interessieren, was du darüber denkst.
@neuromat: Phantastisch! Grandios! Du bringst es auf den Punkt!
Für mich einer deiner besten Texte hier! (Puh, was bin ich froh, dass Schnecken doch keine Kühe sind. Hatte schon einen Anflug von Identitätskrise…)
Die größten Kritiker der Kühe haben damit selber Mühe. Die größten Fürsprecher der Schweine waren früher sicher keine.
May 8th, 2007 at 4:39 pm
an den könig ingomar: Dieser Vierteilige Bericht untermauert das Klischee des Arroganten Deutschen. Es ist wohl historisch korrekt, dass wir deutsche wurzeln haben, aber das heisst nicht dass wir deutsche sind. die höllander, österreicher und lichtensteiner würden sich trotz derselben deutschen wurzeln auch nicht als deutsche bezeichnen, oder? dies geht meiner meinung nach, in die richtung nazi-gedankenguts erster klasse (sorry, falls die ausdrucksform zu extrem ist). Wir leben heute und nicht vor 100 oder 200 jahren. die zeiten ändern sich, ebenso die Völker und deren beziehungen untereinander. die Aufteilung der Völker wurde nicht während der schöpfung durch einen Herrn “irgendwo da oben” in stein gemeisselt, sondern unterliegt auch auch weltlich-wissenschaftlichen veränderungen
klar deutschland ist in gewisser hinsicht der grosse bruder der schweiz, aber darf denn der kleine bruder nicht eine eigene identität haben und aus dem schatten seines grossen bruders hervortreten. auch die beziehung schweiz-deutschland kann meiner meinung nach auch mit dem Bild einer geschwister-beziehung charakterisiert werden: Man hat differenzen und man hat gemeinsamkeiten, man freut sich ein wenig wenn man besser ist als der andere oder wenn der andere eins auf dach kriegt (insb der kleine freut sich dann…das erklärt auch warum sich die schweizer freuen wenn deutschland nicht weltmeister wird), aber in anderen zeiten steht man wieder zusammen und hilft sich gegenseitig. Doch zur zeit geht es der wirtschaft gut, es ist frieden und so, deshalb ist ein gewisses konkurrenzdenken möglich. ich denke, wenn die zeiten schlechter werden, halten auch die deutschstämmigen nationen eher zusammen.
e Gruess
May 8th, 2007 at 5:57 pm
Ich enthalte mich dieses Artikels.
Möchte hier aber einmal dem Pseudonym “Phipu” bzw. der Person dahinter ein Kompliment machen: Durchdacht und überlegt die Kommentare, vor allem aber immer mit Höflichkeit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden.
Jemand, der sich bemüht, immer Freundschaft zu schließen.
Phipu, vielen Dank.
May 8th, 2007 at 6:04 pm
@Zürileu, @Schweizer:
Unabhängig davon, was in dem Artikel von I.König stimmt oder nicht: Die Menschheit käme einen ganzen Schritt weiter, wenn nicht andauernd Menschen (Politiker, Völker, Nationen) berechtigte Kritik von sich weisen würden mit den Worten: “Kehrt erstmal vor Eurer eigenen Haustür”!
Kennt Ihr Herrn König persönlich? Wer weiss, vielleicht engagiert er sich ja in seiner Heimatstadt für Integration oder hat gar als Politiker einfachere Einbürgerung, doppelte Staatsbürgerschaft o.ä. befürwortet? Was erdreistet (sorry!) Ihr Euch, ihn erstmal metaphorisch nach Hause zu schicken, ohne zu wissen, ob er nicht vielleicht dort schon seit Jahren kehrt?
Interessanterweise ist die freie Wirtschaft in diesen Bereichen schon seit langem viel weiter: Jede Firma, die was auf sich hält, holt sich immer mal wieder externe Berater ins Haus, die mal mit dem Blick von aussen gucken, wo womöglich intern was schiefläuft, ohne das es jemand (z.B. aus Gewohnheit) bemerkt. Aber wenn man in ein anderes Land zieht, heisst es immer noch: “Klappe halten, Du hast Dich nicht in unsere Politik einzumischen!” So ein Schmarrn! Ich (als Deutscher) habe eine politische Meinung. Zur deutschen Politik und zur schweizerischen (mit der ich mich auch intensiv beschäftige). Bei letzterer darf ich nichts mit entschieden, aber ist meine Meinung deshalb einfach von Vorneherein zu ignorieren? Ich finde nicht.
Davon abgesehen finde auch ich, dass fast alle hier - sowohl Herr König mit seinen kruden Definitionen von “Deutsch-Sein” als auch die vielen Schweizer mit der andauernden Betonung ihrer nationalen Identität - wohl noch nicht in der Moderne angekommen sind:
Es macht einen Menschen nicht aus, ob er einen Schweizer Pass oder einen Deutschen hat, Deutsch oder Französisch oder Italienisch (oder Rumantsch) spricht, und erst recht nicht, was seine Eltern (Gross-, Urururur-…) gemacht haben. Den Schweizern zu sagen: “Ihr seid Deutsche” ist Unsinn. Aber nicht aus dem Grund, dass ihr Schweizer seid. Nein, weil dieser ganze nationale und/oder ethnische Abgrenzungskram einfach ewiggestrig ist! Auch wenn sich das jetzt nach Kalenderspruch anhört: “Du bist Du. Definiere Deine Identität nicht über Deine Nation oder Deine Herkunft. Definier Dich über das, was Du bist.” (Ergänzung: Und Deinen Abgrenzungstrieb beschränke einfach auf das Jubeln bei Sportwettkämpfen).
Und nochmal zur Illustration ein (freier) Ausschnitt aus Monty Python’s Leben des Brian:
Brian: “Ihr seid alle Individuen!”
Die Menge im Chor: “JA! WIR SIND ALLE INDIVIDUEN!”
Brian: “Ihr seid alle unterschiedlich!”
Alle: “JA! WIR SIND ALLE UNTERSCHIEDLICH!”
Alter Mann: “Ich nicht!”
Alle: “PSSST!”
May 8th, 2007 at 6:59 pm
Mein Gott Schweizer, Ihr solltet doch froh sein Euch zum deutschen Kulturraum zugehörig fühlen zu dürfen. Ihr meint hier Deutsche seien kulturlos. Das Gegenteil ist der Fall! Habt ihr etwa irgendwelche Philosophen oder Komponisten hervorgebracht? Lese wirklich gerne dieses Blog, aber über die Kommentare muss ich mich regelmäßig aufregen. Bewundere wirklich die Geduld von JRW. Mir wär’ das schon längst zu blöd geworden. Weshalb glaubt Ihr eigentlich Euch das erlauben zu dürfen?
Ich bin hier Master-Student an einer Uni. Neulich mich dann mal versucht mit einem Schweizer normal zu unterhalten. Mit was fängt der nach 2 Sätzen an? Weshalb ich in der Schweiz studiere. „Ist es in Deutschland nicht so gut zu studieren?“ Nein begegnete ich, ich kann leider nur in der Schweiz studieren, da ich nur einen Fachhochschulabschluss habe und so in D gar nicht einen Master an einer Uni aufnehmen könnte! Ob er auch mal gedenke ins Ausland zu gehen? „Nein in der Schweiz sind die Unis so gut, da wär’ es eigentlich blöd ein Auslandssemester zu machen…“ Da blieb mir einfach nur noch die Spucke weg! Soviel Ignoranz sollte man übergehen und einem einzelnen zuschreiben. Würd’ ich auch gerne aber der gleiche Tenor schlägt stets bei der Mehrheit der Schweizer an, die ich kennenlerne. Nun schon länger in der Schweiz kann ich mich eigentlich nur mit sog. “Welschen“ (Frechheit eigentlich und weiteres Zeichen der Ignoranz) und Bernern normal unterhalten. Mit den restlichen „Deutschschweizern“ (wieso nennt ihr euch eigentlich so, nennt euch doch „echte Schweizer“, das würde mehr zu euch passen) kommt nach 2 Sätzen automatisch der Spruch wie toll die Schweiz sei und wie schlecht Deutschland ist. Das ist einfach nur peinlich Kinders! Ihr meint hier dem Rest Europas überlegen zu sein, aber der Präsident der stärksten Schweizer Partei sendet aus dem Ziegenstall: http://www.youtube.com/watch?v=Me17KFa5vDE
Die Schweiz muss mal wirklich extrem gelitten haben, dass sie jetzt versucht es den Deutschen während einer momentanen Schwäche dermaßen „heimzuzahlen“. Frag mich nur was das ist was es heimzuzahlen gilt? Was haben die Deutschen den Schweizern getan? Nur weil sie sich ausdrücken können und Kultur haben?
Was auch regelmäßig kommt ist wie fatal die Steuern und Abgaben in Deutschland seien, aber wenn ich mich in der Schweiz genauer umschaue, zahle ich diese zukünftig gerne: Beleuchtete Zebrastreifen, keine 30 Jahre alten rußigen Busse, Schnellzüge! Im Migros-Maganzin stand auch mal das erste was einer Deutschen aufgefallen sei in der Schweiz wie toll die Wohnungen hier in Schuß seien. Also die meisten Wohnungen die ich hier gesehen habe, wären in Deutschland gar nicht vermietbar. Ist halt schon alles etwas in die Tage gekommen. Nur die Schweizer meinen sie leben im Paradies, weil die meisten halt noch nie wirklich rausgekommen sind. Aber Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Ihr dürft nicht vergessen, dass der Wohlstand der Schweiz zu einem großen Teil aus der Schwäche der umliegenden Länder kam (von D verursacht). Starker Schweizer Franken, sicherer Anlagehafen, interkontinentale Flugrechte, funktionierende Infrastruktur. Aber diese Vorteile schwinden mehr und mehr. Aufpassen schon bald könnte die Schweiz wieder eins der ärmsten Länder seien. Öffnet euch mal lieber und seid von eurem vergangenen Erfolg (der zum großen Teil nicht hausgemacht war) nicht zu berauscht. So schnell wie es aufwärts ging, kann es auch wieder bergab gehen…
Eigentlich Schade, aber ich bin froh wenn ich hier wieder weg bin. Aber wenn man mit solcher Vehemenz versucht sich seine Anfangssympathien zu verspielen: Bitte. Wenn ich mir mal ein Klo kaufen sollte, wird es bestimmt nicht von Geberit sein.
Von eurem vorvorgestrigen Italienbild (Dschingge! Geht’s noch?) will ich als Italiener und Deutscher jetzt erst gar nicht anfangen
Beste Grüße
Il Deluso
May 8th, 2007 at 7:03 pm
normalerweise schätze ich ihre berichte in ihrem blog. jedoch mit diesem bericht liegen sie voll daneben! ich bin deutschschweizer mit ursprung in italien. um 1600 kamen meine vorfahren aus norditalien in die schweiz! meine urgrossmuter war wiederum 100% italienerin. die schweiz besteht aus vier verschiedenen sprachregion wie kulturen. ausserdem war die schweiz immer ein einwanderungsland herr wiese, wie auch heute noch. den urschweizer gibt es wohl nur noch selten der rest ist ein grosser mix.
lassen sie doch die schweiz einfach schweiz sein und werfen sie nicht alles in einen grossen topf! den ein schwabe ist auch kein bayer und dies ist auch gut so!
May 8th, 2007 at 7:28 pm
Ich gebe zu, dass ich in den letzten Tagen die Blogwiesebeiträge nur noch überflogen habe (falls mein Kommentar Ungenauigkeiten o.ä. enthalten sollte). Spätestens beim dritten Teil des König Ingomar-Berichts wurde es mir zu langschweifig und doof. Hübsch geschrieben, zweifellos; aber der Stil sollte nicht über den Inhalt hinwegtäuschen. Der ist meiner Meinung nach völlig überflüssig.
Besonders irritierend finde ich die Anrede “ihr” in einem Brief an “den” prototypischen Schweizer (Einzahl). Mag ein Detail sein, aber für mich ist dieses “ihr” eine typische Pauschalisierung, von der sich Herr König doch distanzieren möchte?
Ausserdem bringt doch dieses In-der-Geschichte-Rumgewühle nichts. Ich sage ja auch keinem Deutschen heutzutage “ihr habt Hitler unterstützt und Juden vergast”; das wäre weder wahr noch höflich noch hilfreich für einen Dialog. Und die Italiener sind eigentlich Römer (schau sich einer an, wie deren Latein verkommen ist, ts,ts.. Sie nenen es jetzt Italienisch), die Amis sollten die Mehrzahl ihrer Städte abreissen, da sie auf geklautem Land gebaut wurden, etc. etc…
May 8th, 2007 at 8:28 pm
Heim ins Reich? Bei machen geschichtlichen Erläuterungen frage ich mich immer wieder, was es bringen soll.
Ingomar König ist das dein neues Pseudonym Purzel?
Mit diesen Artikel vertrittst du schon eine seltsame Meinung und zwischen den Zeilen fördert er teils merkwürdiges Gedankengut zu Tage.
Bis jetzt dachte ich eigentlich, dass du mal die Kurve kriegst und statt Masse auf Klasse umsteigst… Habe mich wohl getäuscht…
May 8th, 2007 at 9:04 pm
Es scheint nun die Schweiz erwischt zu haben: Am Schweizer Wesen MUSS die Welt genesen. In der CH ist alles besser.
Bin ich aber froh, dass wir dieses Problem in D schon hinter uns haben.
Nach Ansicht etlicher schweizer Schreiber scheinen im unseren Gefilde die Menschen auf den Bäumen zu leben, Fellkleidung zu tragen, noch Schwänze zu haben, nicht arbeiten und Geld verdienen können, die unrichtige, weil unmenschliche hochdeutsche Sprache zu sprechen, jede 4 Jahre die eigene Diktatur zu wählen, zuviel Steuern zu zahlen und als Gipfel der Dreistigkeit an Europa als erstrebenswerte Zukunft zu glauben.
Auch sind immer noch Heerscharen von landhungrigen deutschtümmelnden Nationalisten an der Grenze versammelt, um im geeigneten Augenblick alte deutsche Ländereien bei den friedlichen Nachbarn Heim ins Reich zu holen.
Als allergrößte Frechheit erdreistet sich diese nördliche Spezie auch noch in unverschämter Weise ihren südlichen friedlichen Nachbarn innerhalb dieser Spielwiese einmal den unerbittlichen Spiegel vorhalten zu wollen, um sich gegen deren bösen Blick zu erwehren.
Wenn dann im Spiegelbild aus dem schwäbisch-deutschen Schweinskopf und dem oberalemannisch-schweizer Kuhkopf eine erschrekende Schimäre blickt, ist das Entsetzen bei den Helvetern ob dieser Frechheit recht groß.
Bin gespannt, ob Herr Wiese wegen unschweizer Umtriebe die CH verlassen muss oder ob er vor einem eidgenössischen Inquisitionsausschuss wegen des Verstoßes gegen die schweizer Selbstbeweiräucherung dann Rede und Antwort stehen wird.
Ein Lob an Ingomar König wegen des kleinen historischen Spazierganges. Wir Deutschen haben am 08.Mai vor 62 Jahren zu recht erlebt wie die wirkliche Wahrheit schmerzen kann.
Etliche Schweizer halten uns Deutsche grundsätzlich immer für arrogant. Das stimmt nicht immer und gilt nicht für alle. Im Gegenzug könnte man diese Gruppierung von Leuten für sehr schweizerisch halten. Damit müssen diese Menschen jedoch selber fertig werden!
Mit besten Grüßen vom Urwald über der nördlichen Grenze.
PS:
Bin soeben aus Zürich nach Hause gekommen. Habe heute eine neue Erkenntnis mitgebracht: Auch die Hundehaufen sind in der CH besser.
May 8th, 2007 at 9:23 pm
Reste essen
@ Fiona – ich hatte vergessen Dir zu antworten auf Deinen Comment zu Gerhards Brief. Was heisst denn >> ? Muss ich das wissen.
Die ess zeh ha Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es fehlen natürlich Schina, Schile, Schussland und Schenegal, als beliebt Auswanderungsziele Deutscher. Hier habe einen Virus mit Heiligenschein angehängt:
Dann:
Bevor wir ab morgen wieder vernünftige Themen abhandeln und uns wieder so richtig gegenseitig mit Dreck und Unrat bewerfen, sollte heute als Ehrengast die Queen mal zu Wort kommen: Her Majesty is a little bit upset darüber, dass die Swiss people die English nicht mögen. Don’t do wonder. As everybody has mittlerweile the through view and the black belt in history we know that Georg Ludwig, the after follower of Ernst August since 23th Jan. 1698, confederated the Gesamtlande of the Houses Braunschweig-Lüneburg when his Oheim and father in law Georg Wilhelm’s death arrived in 1705 . George Ludwig climbed the throne empowered by his Abstammung von den Stuarts of his mother’s side when Queen Anna took her Hinschied in 1714 and as Georg I. he was the new british Chef of the deutsche Kurland, so that all his subordinates became British from this Moment. So why are you so hässig with my subjects. It is not Soccer. With kind regards also to the swiss gard in rome and our new English pope, who still believes he is Bavarian.
Nach all den aufregenden Tagen haben wir es uns verdient Das Gute Nacht Gedicht zum Schluss:
Ob Sau, ob Schwein
Ob Mann, ob Kind
Ob Frau, allein
Ob Hund, ob Rind
Ob Elefant, ob Nasenbär
Ob Pinguin, ob Sekretär
Ob stadtbekannt
Ob hirnverbrannt
Ob Regenwald, ob Autobahn
Ob Lichtgestalt, ob Rassenwahn
Ob blinder Darm, ob Hände
Wir finden hier kein Ende
Ob Ellkawee, ob Autobus
Ach was - schluss
Aus und vorbei, irgendwann muss mal gut sein, es ist nie alles gesagt, eben und dann sieht auch alles wieder ganz anders aus
May 8th, 2007 at 9:35 pm
@Ingo:
Du solltest nicht auf “Zürileu” und “Schweizer” losgehen, weil sie Herrn König an den Karren fahren, sondern den Autor dieses Blogs fragen, weshalb er die kruden “Thesen” Königs mitsamt ihrem Verfasser einfach dem Publikum zum Fraß vorgeworfen hat.
Wie Jens im Vorspann zum 1. Teil dargelegt hat, findet er die Absonderungen Königs so “ausgezeichnet recherchiert”. Auch Königs Schlussfolgerungen? Die sind mitnichten gut recherchiert, sondern wurzeln im Nationenbegriff des 19. Jahrhunderts, wonach das einzige Band, das Nationen schafft, die Sprache sei. Na, vielleicht findet Jens ja auch noch die Zeit für eine klärende Stellungnahme. Vielleicht outet er sich ja doch noch als “Ingomar König”.
May 8th, 2007 at 9:51 pm
Ich bin auch der Ansicht, dass es absolut irrelevant ist ob wir deutschsprachige Schweizer historisch gesehen Deutsche sind oder nicht. Nach der selben Logik sind wir alle Afrikaner. Doch wie sagt man doch so schön: Die Zeiten ändern sich und mit ihr die Menschen.
Seit 1648 gehören wir nicht mehr zum Deutschen Reich und gehen seither unseren eigenen Weg. Dadurch haben wir unsere eigene Geschichte, die sich doch recht stark von der Geschichte der (deutschen) Deutschen unterscheidet. Und genau dadurch unterscheiden wir uns von den (dt.) Deutschen. Auch wenn in unseren Adern noch immer (historisches) deutsches Blut fliesst, betrachten wir die Welt doch aus einem andern Blickwinkel als die (dt.) Deutschen. Und meiner Meinung nach ist das der entscheidende Unterschied zwischen den verschiedenen Nationen: die historisch bedingte Perspektive auf die Welt.
May 8th, 2007 at 10:14 pm
Ich glaube sowieso nicht, dass man Menschen sinnvoll in Völker oder Nationalitäten einteilen kann.
Dass die “Völker” Europas eine tragische und folgenschwere Erfindung, hauptsächlich aus dem 19. Jahrhundert, sind, ist zwar leider immer noch nicht allgemein bekannt aber sollte zumindest unter Leuten die sich mit Geschichte befassen als verbreitetes Wissen gelten.
Deswegen halte ich es für ein bisschen kritisch wenn man im 21. Jahrhundert immer noch einen (pseudo)historischen Text verbreitet in dem vom “ethnischen Deutschen” die Rede ist…
Da wüsste ich doch gerne, was den “ethnischen Deutschen” vom “ethnischen Franzosen” unterscheidet.
Falls Herr König etwas Nachhilfe in diesem Gebiet braucht, kann ich Patrick J. Geary “Europäische Völker im frühen Mittelalter. Zur Legende vom Werden der Nationen” als Einstigeslektüre empfehlen
May 8th, 2007 at 10:16 pm
Gibt es eigentlich ein Adjektiv, das Menschen deutscher Staatsangehörigkeit beschreibt?
Ich habe den Eindruck, dass Missverständnisse entstanden sind (provoziert wurden?), indem nicht zwischen deutsch (wie in deutscher Staatsbürger) und deutsch (wie in deutsche Sprache) unterschieden wird.
An DIE deutsche Kultur glaube ich übrigens nicht so recht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwischen Basel und Lausanne grössere kulturelle Unterschiede bestehen als zwischen Basel und z.B. Berlin, habe aber nicht genug Zeit in Städten Deutschlands verbracht um das beurteilen zu können.
May 8th, 2007 at 11:42 pm
@ neuromat. Du hast vergessen Sch…ottland zu erwähnen. Als Einwanderungsland kommt aber selten in Frage, trotzdem ist Edinburgh der Nummer 2 Finanzplatz GBs - Banken sowie Versicherungen - und mit 5 M. Einwohner in einem Land 7-Mal so gross wie die Schweiz gibt’s genugend Platz für viele Golf-Clubs. Nur - der Dialekt ist eher schwierig,
aber, dinna fash yersel*, alle Schotten können English.
Don’t be upset/angry (
May 8th, 2007 at 11:49 pm
more for neuromat.
“to fash” comes from the French se fâcher. Her Majesty is half Scottish - her mother was from Aberdeenshire. According to my cousin who was a Berufsoffizier and had to spend a summer at Balmoral Castle as an extra man to attend dinners, dances etc. the Queen and her mother are very attentive - and used to make sure that his glass of gin and tonic was never empty.
Tata the noo
Fiona
May 9th, 2007 at 12:39 am
Vielen Dank, Jens und Ingomar, für diesen ausgezeichneten, spannenden Beitrag. Ich habe ihn mit Vergnügen gelesen. Es ist wirklich wohltuend, wie ihr euch von der Dumpfbackenpresse, von schweinsköpfigen Volkspolitikern, deren einziges Programm das ewige Nein zu allem und jedem ist, und denen, die selbst von einem Blick- und Bildartikel nur die Hälfte verstehen, durch sachliche Auflistung von linguistischen und historischen Sachverhalten abgrenzen kann.
Es wird euch vorher klar gewesen sein, dass diese Artikelserie nicht auf Zuspruch stossen wird, denn was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Ob Biedermann oder Brandstifter, die madigen Einwürfe des die eigene Rage nur unzureichend durch gequälte Ironie verdeckenden Kommentatorentrosses waren bis heute gar erbarmungswürdig und wurden der Arbeit von Herrn König nicht im Ansatz gerecht. Perlen vor die Säue. Andorra ist genau hier und da stehen die Richter!
Das Fazit hätte für eben diese kürzer und einfacher durchdringbar ausfallen müssen: was immer ihr euch zur Abgrenzung zu den Deutschen einfallen lasst, es sind bunte, leere Hülsen, die sich mit einem Puff in Luft auflösen, sobald man sie näher anschaut. (In)haltlose Knallbonbons des Populismus. Bauernmythen. Wer sich an ihnen festkrallt, soll glücklich damit werden. Nur, ernstgenommen wird man so natürlich nicht.
May 9th, 2007 at 12:44 am
@IL DELUSO
Ist wohl war, dass sich einige Schweizer ihren Horizont erweitern und sich ausserhalb der heimischen Grenzen tummeln sollten. Aus eigener Erfahrung, ich besuchte jeden Kontinent und in Australien und Uruguay studierte ich je ein Semester an einer Uni, kann ich dem hinzufügen, dass überproportional viele Schweizer (mit oder ohne Pass) sich für eine längere Zeit von der Schweiz absetzten. Meistens traf ich ebenso viele oder noch mehr Landsleute wie Studierende/Reisende aus anderen, oftmals wesentlich grösseren Ländern Europas, Südamerika, geschweige den der USAS, obschon die nicht nur ein 7.5 Mio. Völkchen sind. Wir sind somit ein ausgesprochen reisefreudiges Grüppchen, das durchaus auch im Ausland studieren mag, am liebsten aber irgendwo wo wir sprachlich, nein nicht Standarddeutsch, noch was dazu lernen können. Eine Frage stellt sich mir deshalb, warum nur studierst du in der deutschsprachigen Schweiz, wenn du doch so ein weltoffener und sonst wie sehr wortgewandter und kultursuchender Typ bist? Wie wäre es mit einer Uni, in welcher die Unterrichtssprache nicht Hochdeutsch ist? Französisch vielleicht? Oder Spanisch?“ Frankreich und Spanien hätten Grossmeister, wie Montesquieu, Voltaire, Dalí, Picasso, Zorilla und heute noch Calatrava. Das wären doch Länder mit Kultur! Zuviel Kultur vielleicht? Zu fremd eventuell? Fehlt dir dann das Gefühl von geistiger, „kultureller“ und vor allem sprachlicher Überlegenheit? Auch schon mal daran gedacht warum es in der Schweiz keine grossen und überwältigenden Prunkbauten gibt? Hängt es vielleicht damit zusammen, dass es hierzulande, egal wie man das historisch und geographisch eingrenzen mag, keine Zentralregierung gab, die Schalten und Walten konnte wie sie mochte? Kein König, kein Präsident, kein Diktator oder was auch immer konnte selbstherrlich aus den Vollen schöpfen und sich so ein bauliches Denkmal setzen oder sich ein kostspieliges Hobby, wie die der Kulturförderung, leisten. Stattdessen entwickelte sich kleinräumig eine vielfältige Kultur, die äusserst nuancenreich und nicht immer einfach zugänglich ist.
Schon mal was von Ulrich Bräcker, Max Frisch, Gottfried Keller, Thomas Hürlimann, Le Corbusier, Mario Botta, Paul Klee und obwohl ich ihn nicht besonders mag, Adolf Muschg gehört? Na? Klingelts, oder ist die Kulturbeflissenheit nur eine Vermeintliche? Wird sie vorgeschoben, um Unverständliches auf einfache Art und Weise mit schon fast roher Gewalt im Keime zu ersticken? Mein Tipp, sofort weg damit!
Ich hoffe doch, liebe Enttäuschter, dass du dein Masterstudium nicht in VWL belegst. Ansonsten wäre es einleuchtend, warum du mit dem FH-Diplom an keine deutsche Uni darfst, da diese um die Qualität weiss. Denn warum soll die Stärke der Schweiz auf der Schwäche der Nachbarländer beruhen? Wir sind nicht nur in Europa eines der wohlhabendsten Länder, sondern weltweit. Meines Wissens, sind weder Bolivien, Pakistan noch der Kongo angrenzende Länder und dennoch sind sämtliche mausarm. Im Übrigen ist der Schweizer Franken zurzeit eher schwach, was unseren Export, ja, auch wir exportieren wie wild, brummen lässt. Und zudem, kaum ein anderes Land hat verhältnismässig so viele international äusserst erfolgreiche Unternehmen. Das ist wohl kaum ein Anzeichen von unbegründenten und vor allem auch nicht auf nicht fundierten wirtschaftlichen Erfolg. Hausaufgaben machen!
Im Übrigen mochten wir Könige in der Schweiz noch nie sonderlich gut.
Und auch wenn wir schlechte Deutsche sind, schon fast vorbildliche Europäer sind wir allemal!.
Und nun möchte ich mich für die Länge meines Kommentars und meiner eher holprigen Ausdrucksweise entschuldigen.
May 9th, 2007 at 6:02 am
@ingo
Wie du richtig schreibst - jede vernünftige Firma HOLT sich externe Berater.
Wenn sich ein externer Beraten aber eine Firma holt, welche er berät, wird er dafür weder Geld noch sonst was kriegen - ausser einem erbosten Firmenchef…. (und, nein, ich halte mich nicht für den Firmenchef in diesem Vergleich)
May 9th, 2007 at 7:20 am
@ Deluso(iniert)
Du bedienst genau die Vorurteile der Schweizer. Deutsche sind arrogant und unreflektiert. Gibt schon zu denken. Als Student sollte man eigentlich etwas diffrenzierter denken.
Und um hinten anzufangen: Dschinggen sind bei Euch Spaghettifresser oder Ithaker. Stimmts?
Und was die Konkurrenz auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene angeht: Wir sind besser. Man muss es nur einsehen.
May 9th, 2007 at 8:09 am
@ AnFra
Ich kanns mir nicht verkneifen: Dein P.S. “Bin soeben aus Zürich nach Hause gekommen”.
Warst Du auf der Bank?
May 9th, 2007 at 8:46 am
@Schweizer:
Wenn wir schon die Metapher zum Brunnen tragen, bis sie bricht (aua, ich weiß…): Die Schweiz hat mich auch hierher geholt. Sicher nicht als politischen Berater, aber das war ja auch nur ein Beispiel. Ich lasse mir einfach prinzipiell nicht vorschreiben, was ich zu denken und zu sagen habe. Was nicht heißt, dass ich ein unhöflicher Mensch wäre - ich halte einfach aus Anstand im Zweifelsfall den Mund. Aber ich lasse mir ihn auch nicht verbieten, nur weil ich Außenstehender bin. Das Argument zählt meiner Meinung nach nicht und bietet für die “Innenstehenden” immer die Gefahr, engstirnig zu werden. Ist aber natürlich ein sanftes Ruhekissen.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe schon mit vielen Schweizern über innen- und außenpolitische Themen geredet, ohne dass mir jemals einer so gekommen ist. Aber hier haben Du und zürileu eben so argumentiert, und das hat mich einfach gestört.
@Christian:
Hoffe, Du hast weit genug gelesen, um zu sehen, dass ich tatsächlich mit dem Artikel nicht konform gehe. Mir ging es hier aber um Diskussionskultur. Eine (provokante) These in den Raum werfen ist immer legitim - aber eine Gegenargumentation auf der Basis (vereinfacht): “Der hat sich keine Meinung dazu zu erlauben” ist keine, sondern nur eine Ausflucht! Lass uns doch (was ja auch einige machen) über die “Ausgezeichnete Recherche” diskutieren - ich hab mir nicht die Mühe gemacht, das gegenzuchecken, bin aber froh über alle Beiträge hier in der Richtung. Aber die von mir bemängelten Beiträge tragen eben nichts bei zur Diskussion. Das war meine ganze Aussage.
Auch hier gilt: Ich muss doch nicht erst auf Jens und Ingomar “losgehen” (wie Du schreibst), um dann andere kritisieren zu dürfen, oder?
May 9th, 2007 at 9:56 am
@ Fiona
Schottland wie konnte ich das vergessen. Deutsche haben es dort mit ihrer etwas rauheren Sprachweise vergleichsweise einfacher, wenn sie nicht gerade perfectly Oxford demonstrieren wollen. Es stimmt die Schotten sprechen auch Englisch und wie erklärte mein Gastvater einmal seinem Sohn die Schönheit des Lande als er fair puggled (quite exhausted) heim kam. Scotland at three sides we have the beautiful sea and at the border. the ENGLISH.
May 9th, 2007 at 11:12 am
@Kreis7
dein comment ist alles andere als holprig oder zu lang. ich finde ihn sehr treffend. kompliment
May 9th, 2007 at 11:31 am
@il deluso
er vorvorgestrige in diesem umzug bist du ja wohl selber, von wegen “Tschingge”.
meine mutter kam in den 40ger jahren (als 16-jährige) mit dem grossen strom aus nord italien zum arbeiten in die schweiz, und ist dann hier hängengeblieben.
wärst du nämlich länger hier, wüsstest du, dass die italiener schon längst keine “ausländer” mehr sind.
bin selber ein halbes tschinggeli
das du dich beleidigt fühlst als tschinggeli betitelt zu werden, ist wohl eher ein persönliches problem von dir. (ich hab nämlich keines)
May 9th, 2007 at 11:31 am
@Il Deluso
Dein ganzer Beitrag strotzt nur von Ignoranz, welche du ja eigentlich den Schweizern vorwirfst, aber ich will nur mal auf den grössten Fehler eingehen.
Aus welchem Grund sollte der Ausdruck Welsche ein Ausdruck von Ignoranz sein?
Der Begriff “Welsche” ist ein germanische Bezeichnung für zuerst Kelten und später romanisierte Kelten oder Romanen, was die Romands ja schlichtwegs sind. In keiner Situation wird die Bezeichnung Welsche von den Deutschschweizern als Beleidigung verstanden.
Wenn du die Bezeichnung “Waliser” oder “Wallonen” benutzt, vermutest du wohl auch keine Beleidigung dabei.
May 9th, 2007 at 3:15 pm
@Ingo
Ich könnte jetzt was schreiben davon, dass dich ncht die Schweiz, sondern eine Schweizer Firma oder Verwaltung oder was auch immer hergeholt hat - Bringt aber nix, darum lassen wir das..
Ich habe einfach ein Problem mit Leuten, die sich “ausserhalb” Ihrer Heimat aufhalten, und sich benehmen, als sei an dem Ort, wo sie sich gerade aufhalten alles sch**sse und “Zuhause” alles perfekt. (Ich habe übrigens das gleiche Problem auch mit Leuten, die jammern zuhause sei alles sch**sse, aber nichts unternehmen dagegen) Entweder ist an dem Ort wirklich alles so mies - und dann sollte man so schnell wie möglich von dort weg oder mithelfen die Situation zu verbessern; oder es eigentlich ganz in Ordnung dort, und dann verstehe ich die Jammerei erst recht nicht.
Entweder ist man bereit was zu ändern (und hat das Recht dazu), oder man schweigt.
May 9th, 2007 at 3:29 pm
noch eine kleine Anmerkung an Kreis 7
“bauliches Denkmal setzen oder sich ein kostspieliges Hobby, wie die der Kulturförderung”… ich war da mal in einem kleinen Dorf im Wallis und stand auf Marmorplatten vor dem Prunkbau des Gemeindesamtes. Ich glaube rein rechnerisch kommen die auch bei sparsamer Haushaltung auch in den nächsten dreihundert Jahren nicht mehr auf einen grünen Zweig und haben jetzt so “eine Art König” vorgesetzt bekommen…
May 9th, 2007 at 9:02 pm
@Brun(o)egg
Lieber Brun(o)egg, möchte Dich antworten, dass ich nix auf Bank gewesen sein. Ich haben besucht möglichen schweizer Kunden wegen behandeln von schweizer Dreck.
Wenn dies sein erfolgreich, ich dann bekommen schweizer Zaster auf meine deutsche Bank überwiesen. Ich mich dann freuen, daß dann Franken suchen Asysl in D. Denn Du wissen müssen, dass sich nicht nur Banken sein in CH sondern auch in anderen, unterentwickelten Ländern wie D.
Mit besten Grüßen
Dein AnFra
PS: ….. bitte Du beachten, das Wort „erfolgreich“ Du nicht verwechseln mit deutschen Wort „Deutsches Reich“. Bitteschön.
May 9th, 2007 at 9:32 pm
@ AnFra
Wie Du nur können, vermarkten Anna Frank?
May 9th, 2007 at 11:15 pm
Si, ed anch’Io sono un terrung in terricio germanico e sono deluso un pò.
May 10th, 2007 at 8:57 am
An Aquado und Schnägge
Ich bin beim Lesen eurer Kommentare vor Scham eben so rot geworden, wie der Bildschirmrand hier grün ist. Eigentlich kann ich gar nichts dafür. Mir ist es einfach nicht gegeben, „im Affekt“ zu schreiben. Merci dennoch für die Komplimente. Ich muss das aber gleich weiterleiten. Ich kann gar nicht alle aufzählen, die hier ebenfalls gut und „defensiv“ schreiben. Es gibt da so einige, deren Kommentare ich immer mit Vergnügen lese, und weiss, dass sie sicher ausgewogen sein werden; in erster Linie „alte“ Blogwieseler. Bei anderen hingegen weiss ich schon, wenn ich den Namen lese, dass ich mich aufregen werde.
Übrigens habe ich meine Meinung eigentlich in kurzen Worten weiter oben schon hinterlassen. Etwas ausführlicher: Ich finde diese Quadrilogie eine Provokation. Selbst wenn all diese historischen Hintergründe stimmen sollten, dürfte einer, der sich wissenschaftlich gibt, eigentlich genug Fingerspitzengefühl haben, zu merken, dass die Nationalität genauso viel mit Gefühl (oder vorwiegend) wie mit Fakten zusammenhängt. Und durch mangelndes Fingerspitzengefühl ist sicher schon manch eine Freundschaft unter- oder abgebrochen worden. Eben im Sinne von freundschaftlichem Verhältnis, wie es diesem Herrn König offenbar soo wichtig ist.
Andererseits war die ganze, meiner Meinung nach unbegründete, Hetz-Kampagne von Journalisten geschürt worden, mit purem Geschäftsinteresse dahinter. Aber wer behauptet schon, der Blick schreibe mit Fingerspitzengefühl? Während dieser Kampagne war wohl der Blick in Papierform auch in Deutschland besser verkauft worden. Wer kann an einem Kiosk in Deutschland einfach ignorierend vorbeigehen, wenn man lesen muss: „Wieviele Deutsche verträgt die Schweiz?“
Aber ich bin halt nur ein einfacher kaufmännischer Angestellter, der ein bisschen in der Welt umherreist, und dort zwar schon vieles gesehen, aber noch nie studiert hat. Ich darf mich deshalb wohl nicht in die Angelegenheiten dieser elitären, universitären Ebene einmischen. Meine Dreistigkeit, mich trotzdem zu äussern, fruchtet lediglich in den Kommentaren, die von sich als Hochschulbesucher (oder ehemalige solche) outenden, aber dennoch sehr niedrig schiessenden Autoren geschrieben wurden. Wird mein Kommentar also hoffentlich mit Nachsicht zur Kenntnis genommen?
May 10th, 2007 at 11:42 am
@ AnFra
Eigentlich ists ja jetzt schon zu blöd, trotzdem:
Du machst Geschäfte mit Schweizer Unternehmen? Versteh ich nicht ganz oder hast Du einfach den Brecht zu stark reingezogen: Vor der Moral (in Deinem Fall der Ueberzeugung) kommt das Fressen?
May 10th, 2007 at 2:39 pm
@Brun(o)egg
Liebster Brun(o)egg, Du solltest einmal die Handelsstatistik für CH mit D anschauen. Dann wirst Du sehen, dass die beiden Länder sich eigentlich schon recht lieb haben, wenn ich deren Handelsbilanzen studiere.
Es muss jedoch irgend wie ein Paradoxon geben, den es scheint so zu sein, desto heftiger wir Nachbarn uns die gegenseitigen Spiegelbilder vorhalten, um so mehr machen wir miteinander Geschäfte.
Bin aus Deiner Antwort vom 10.05. doch etwas erschüttert, dass Du hier mit B. Brecht kommst und DIESE Moral aufs Tablett bringst.
Unser Geplänkel auf dieser Spielwiese dient eigentlich zum Beitrag der gegenseitigen Verständigung. Als Deutscher kann ich in einmaliger Weise die mir oft nicht bekannten inneren Empfindungen unserer schweizer Nachbarn erfahren, dadurch besser kennen lernen und was für mich wichtig ist, auch die Begründungen lesen!
Für uns in D ist die CH mit ihrem labyrinthischen Denken, Sprechen und Handeln nicht immer einfach zu begreifen. Dadurch ist eine angepasste Handlungsweise durch uns nicht immer gewährleistet. Andererseits ist es für mich eine ungeklärte Fragen, ob man all die unspezifischen Angriffe, teilweise unberechtigten Unterstellungen und der unterschwelligen Angst vor unserer Besserwissersucht unkommentiert im Raume stehen lässt, sich diesen beugt, alles schluckt und dann auch noch wie ein Schoßhündchen um die schweizer Beine wedelt.
Überlege einmal, ob ein angeketteter Hofhund irgend einmal nach der Hand beist, die ihn die letzte Zeit eventuell zu heftig geprügelt hat.
Lass uns bitte diesen Dialogvorgang beenden. Es kommen sicherlich neue Themen.
PS: Amen
May 10th, 2007 at 4:04 pm
@Phipu: Wenn auf Affekt zielende Provokation mit im Affekt geschriebener Gegenprovokation beantwortet wird, die wiederum im Affekt geschriebene Kommentare hervorruft, dann trägt das sicher wenig zu einer sachlichen Diskussion und Verbesserung der Lage bei. Da hast du natürlich vollkommen Recht.
Vielleicht prallen da auch ein bisschen das deutsche konfrontative, dominieren wollende und das Schweizer auf Ausgleich und Konsens bedachte Konfliktlösungsmodell auf einander.
Und auch auf die Gefahr hin, dass du wieder rote Öhrchen bekommst:
) vehement widersprechen: Deine jederzeit wohldurchdachten, fachlich ausgezeichneten und glänzend formulierten Kommentare brauchen sich vor keinem Germanistik-Professor zu verstecken! Ich hätte dich für einen Linguisten gehalten. Und ich freue mich immer, dich zu lesen und interessantes Neues über die Sprache zu lernen!
Was den letzten Absatz deiner Ausführungen angeht, da muss ich dir natürlich (für einmal
May 10th, 2007 at 7:01 pm
PS: Den Blick habe ich hier übrigens weit und breit noch nirgends zu kaufen gesehen. Die NZZ gibt es dagegen überall. (Für diejenigen, denen die Süddeutsche nicht intellektuell genug ist.
)
May 11th, 2007 at 1:52 pm
@AnFra
Bin ganz Deiner Meinung. Wenn ich allerdings Deinen Beitrag vom 8. lese, der ja schlussendlich der Auslöser war… was solls.
Wir werden wirtschaftlich und rechtlich immer nachvollziehen (müssen), sonst läufts nicht mehr. Beidseitig. Das ist übrigens nicht erst seit dem (abgelehnten) EWR so, das hat schon viel früher in den 60ern begonnen.
Zwangsläufig. Wir wollen ja exportieren. Und am liebsten in den Norden. Da kommt das Geld mit grosser Sicherheit. So einfach ist das.
Hauptsache: alle profitieren.
Wünsch Dir ein schönes Wochenende.
May 12th, 2007 at 1:08 pm
Das ist leider die prototypische gelehrtendeutsche Ignoranz, wie wir Schweizer sie so lieben. Schlecht geschrieben und schwülstig ist es, ungenau, Volksschullehrerhistorie. Tatsache ist, dass die Eidgenossenschaft seit 1499 faktisch unabhängig vom Heiligen Römischen Reich war, ab 1648 dann offiziell. Die Deutschschweiz (!) hat sprachlich und historisch die gleichen Wurzeln wie Deutschland, aber diese Trennung vom Deutschen Reich, die Entstehung des multikulturellen Gebildes Schweiz, hat eine Kultur hervorgebracht, die sich von der deutschen Kultur und Mentalität stark unterscheidet. Die ewigen Versuche von Deutschen, uns auf gemeinsame Urahnen festzunageln und zu vereinnahmen, langweilig und zeugen von Unwissenheit und dem Willen, alles was deutsch spricht, zu Deutschen zu machen.
May 13th, 2007 at 12:47 pm
@Adalbert von Hohenzollern
Ja, wir sollten damit aufhören. Das die Schweizer keine Deutschen sind, merkt man ja allein schon am Scheitern bei dem Versuch, drei korrekte Sätze auf Hochdeutsch zu schreiben…
May 13th, 2007 at 1:08 pm
Einfach toll!
Ich seh jetzt schon die ganzen Schweizer welche rot anlaufen, weil sie die Wahrheit nicht ertragen können und aus ihrer Scheinwelt geweckt werden. ^^
Dazu geghört wirklich Mut sowas zu veröffentlichen!
May 14th, 2007 at 8:17 am
Es ist eine peinliche Anmassung, wenn Deutsche den Schweizern sagen wollen, was sie zu sein haben und dafür völkische und pseudohistorische Kategorien heranziehen. Das Problem ist offenbar, dass viele Deutsche es schlicht nicht ertragen oder aber schlicht nicht begreifen, wie jemand der sowas wie Deutsch spricht, kein Deutscher sein kann.
Die Historie des grossen Bettenherstellers Ingomar Koenig ist übrigens falsch. Wie ein Vorkommentator schon schrieb, war die Schweiz ab 1499 faktisch unabhängig vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Wenn ich die “Ja, endlich sagts den ollen Schweizern mal jemand”-Kommentare hier lese, dann frage ich mich echt, was für grossdeutsche Allüren in manchen Köpfen noch fortleben.
Den Betreffenden empfehle ich noch Ostpreussen und Schlesien zu fahren und dort den Reichsadler zu hissen.
May 14th, 2007 at 12:18 pm
[ironie]
*Fährt nach Ostpreussen und Schlesien und hisst Reichsadler
[/ironie]
Mehr Quellen zum Thema wären nett.
May 14th, 2007 at 4:28 pm
Also neue Fakten habe ich in diesem Essay des Königs nicht gelesen, nur sehr viele abenteuerliche Interpretationen und Schlussfolgerungen, die wohl auf der Angst beruhen, dass der Deutsche Sprache-, Blut- & Boden-Geschichtsmythos zerstört wird.
Viel amüsantes dabei - zum Beispiel, dass das Kreuz ein “Deutsches Symbol” sei. Irgendwie hatte ich’s zwar schon immer vermutet, dass Jesus von Nazareth ein Deutscher war. Gut, dass das nun geklärt ist.
Das keltische Element wurde durch den alemannischen Einfluss nicht ausgerottet, wie dies der Autor uns weismachen möchte - es wurde mit dem alemannischen, burgundischen etc. vermischt, wie dieses Gemisch später auch wiederum mit dem hugenottischen, italienischen, portugiesieschen, kosovo-albanischen etc. vermischt wurde. Ein Grossteil der Städte- und Ortsnamen sind keltischen Ursprungs. Auch Zürich war zuerst eine keltische Siedlung, dann ein römisches Kastell, dann Fränkisch, dann kurze Zeit ein Reichsstädtchen des Heiligen Römischen Reiches, dann Eidgenössisch.
Eigentlich habe ich immer geglaubt, Deutschland sei nach 1945 fortschrittlicher geworden, aber wenn ich so die Kommentare von einigen Deutschen Usern hier lese, kommt mir das Grausen.
@ Dominique: zu welcher Frage brauchst Du Quellen? Eigentlich ist ja alles klar. Hier zum Beispiel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland#Begriffsgeschichte
“Der Begriff „Deutschland“ wird in dieser Form erst seit der Frühen Neuzeit verwendet. Davor sind nur nicht zusammengesetzte Verbindungen des Attributs „deutsch“ (diutisk = „dem Volke“) mit „Land“ belegt, beispielsweise in den Formen „ein deutsches Land“ oder „die deutschen Länder“, nicht aber „das deutsche Land“. Gemeint waren damit möglicherweise Länder mit einer Führungsschicht, die sich auf den politischen Herrschaftsanspruch bezog, der durch das (Ost-)Fränkische, später Heilige Römische Reich, als begründet angesehen worden war.
Alle diese Ausdrücke wurden auch als Synonym für folgende Gebiete verwendet, die in wesentlichen Bereichen des „deutschen“ Sprach- und/oder Herrschaftsgebiets entstanden waren:
(…) Nach 1871 verband sich der Ausdruck „Deutschland“ also mit dem Gebiet des neueren, von Preußen initiierten und angeführten Deutschen Reiches, seit 1990 mit dem der gegenwärtigen Bundesrepublik.
Im Laufe der Jahrhunderte traten vor allem folgende Gebiete aus dem überwiegend politischen und geographischen Bedeutungskontext „Deutschland“ (beziehungsweise „Reich“) heraus: bereits im Mittelalter (politisch vor allem zwischen 1579 und 1648) die Niederlande (vgl. Ausdruck dutch), mit den Eckdaten 1499 und 1648 die Schweiz, ….
Trotz der Kontinuität des Begriffes „Deutschland“ vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart und völkerrechtlicher Identität seit dem 19. Jahrhundert besteht jedoch weder de iure noch de facto eine durchgehende lineare politisch-historische Entwicklung eines „Deutschlands“. Vielmehr eignet(e) sich der Begriff, vermutlich auch unter Eindruck des französischen Vorbilds, in der Entwicklung der politischen Macht des wohlhabenden Bürgertums als einigender Kitt für die regionalen und lokalen bürgerlichen Eliten.
May 14th, 2007 at 7:07 pm
Angesichts der vielen negativen Kommentare möchte ich doch ein Kügelchen in die andere Waagschale legen: Den Artikel von I.K. habe ich mit Interesse und Vergnügen gelesen und möchte mich herzlich dafür bedanken. Es läßt sich nicht wegdiskutieren, daß wir Schweizer zum deutschen Kulturraum dazugehören - na und? Das heißt ja nicht, daß wir unsere anderen Identitäten verleugnen müssen! Ich fühle mich gleichzeitig als Europäer und als Zürcher; ein bißchen auch als Schweizer, und manchmal auch als Berner oder als Mittelmeerbewohner im weiteren Sinn. Das schließt sich überhaupt nicht aus. Tun wir doch nicht so, als wären Kulturräume fest gegeneinander abgegrenzte Territorien! Das waren sie noch nie und werden sie nie sein. Naja, und wenn I.K. sich etwas pointiert ausgedrückt hat, dann lach ich über die Pointe und tue nicht so, als wärs als Text für ins Geschichtsbuch gemeint.
May 15th, 2007 at 8:11 am
@giacometti: Danke!
@Psalmist: Das ist ja eigentlich wahr und ich finde als Schweizer kann man ja auch Stolz sein, dass man eigentlich fast der “beste” (im Sinn von Völker-, und Kulterübergreifend) Europäer ist, also sprich: Von allem ein wenig und das gibt eine gute Mischung.
Das soll jetzt nicht den Nationalstolz sondern den Völkergeist heben, egal was wir am Ende sind.
January 27th, 2008 at 2:40 pm
Also ich als Schweizer bin ehrlich gesagt ziemlich gleicher Meinung, das ist mir, im Gegensatz zu den meisten, schon längsts bewusst. Aber ich denke dass die letzten hundert Jahre und beide Weltkriege unsere Mentalität vielleicht schon etwas gespalten haben. Solche schwerwiegenden Erlebnisse hinterlassen, glaube ich, schon Wunden. Wir Schweizer haben diese nicht, die Deutschen haben, so sieht es zm. mehrheitlich aus, wenigstens etwas daruas gelernt, wenn man bedenkt das gewisse hiesige Abstimmungsplakate im heutigen Deutschland gar nicht erst denkbar wären!
Ich beobachte allerdings mit bedauern wie die jungen Deutschen nahe unserer Grenze die allemanischen Dialekte kaum mehr sprechen, während man bei älteren Leuten dort zum Teil meinen könnte Sie seien selbst ‘Schweizer’! Denn diese Ähnlichkeit war und ist bestes Indiz für unsere nähere Verwandtschaft!