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Warum kommen so viele Japaner nach Trun? — Vom Schellenursli zu Blochers EMS Werken

  • Bei Alois Carigiet und seinem Schellenursli
  • Im Museum Sursilvan in Trun kann man Originalbilder des berühmten Zeichners Alois Carigiet bewundern, bekannt durch die Bücher „Zottel, Zick und Zwerg“ und durch die „Schellenursli“ Geschichte.
    Schellenursli
    Wir erfuhren, dass insbesondere die Japaner grosse Fans dieser Bücher sind. Sogar die japanische Kaiserin war schon hier, und im Dorf sieht man täglich japanische Touristen auf dem Weg zum Museum. Selbstverständlich sind alle Bücher vor Ort auf Japanisch erhältlich. Wen wundert es bei so viel Begeisterung für die Schweizer Bergwelt da noch, dass die Japaner den Zeichentrick „Heidi“ geschaffen haben!

  • Bei der EMS beginnt die Normalspur
  • Ab Illanz geht es zurück mit der Rhätischen Bahn über Chur nach Bülach. Wir passieren die EMS-Chemiefabrik des Schweizer Bundesrates Christoph Blocher, wo die Schienen der SBB Normalspur beginnen.
    Zitat aus seinem beruflichen Werdegang:

    Er trat im Jahr 1969 in die Rechtsabteilung der EMS-CHEMIE AG ein. Ab 1972 war er Direktionsvorsitzender und Delegierter des Verwaltungsrates der EMS-CHEMIE AG und Domat/Ems sowie Mitglied verschiedener Verwaltungsräte der Emser-Gruppe. Er wurde Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der EMS-CHEMIE HOLDING AG im Jahre 1984 nachdem er 1983 die Aktienmehrheit übernommen hatte.
    Er verdiente mit der EMS-CHEMIE ein Vermögen von mehreren Milliarden Schweizer Franken und gehört zu den reichsten Menschen in der Schweiz. Seine Aktienmehrheit gab er Ende 2003 nach seiner Wahl in den Bundesrat an seine Kinder ab.
    (Quelle: biowiki)

  • Immer strikt gegen den Europäischen Wirtschaftsraum
  • Den Millardengewinn erwirtschaftete Blocher selbstverständlich nur durch Kauf und Verkauf von Chemieprodukten innerhalb der Schweiz, da er den „Europäischen Wirtschaftsraum“ EWR stark ablehnt:

    1992: Blocher spielt eine herausragende Rolle in der Diskussion im Vorfeld der Abstimmung über einen Beitritt der Schweiz zum EWR, der am 6. Dezember 1992 durch das Volk schliesslich abgelehnt wird. Wegen seines Engagements gegen den EWR stellt ihn die Schweizerische Bankgesellschaft (heute Teil der UBS) 1991 nach zehn Jahren als Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl auf.
    (Quelle: Wikipedia)

    Konsequentes Handel zeichnet den erfolgreichen Politiker aus!

    Randbemerkung: Von diesem Geld subventionierte er im Sommer 2004 mit ein paar Millionen die Freilichtaufführung von Wilhelm Tell des Weimarer Ensembles auf der Rütliwiese. Der Ururgrossvater von Blocher stammt übrigens aus dem Königreich Württemberg und liess sich 1861 einbürgern. Die hübsche Geschichte dazu vom Tages-Anzeiger recherchiert siehe hier.

  • Und was ist Rätoromanisch?
  • Wenn Deutschschweizer über die rätoromanischen Dialekte sprechen, dann kennen und nennen sie sofort ein rätoromanisches Wort, das jeder versteht: „subvenziun“ (in diversen Schreibweisen), womit ausgedrückt werden soll, dass der Fortbestand der sprachlichen Vielfalt Graubündens nur durch die Zuschüsse der restlichen Schweiz gewährleistet werden kann.
    Aus der Verwirrung um die fünf romanischen Dialekte (Surselvisch, Sutselvisch, Surmeirisch, Putèr und Vallader) entstand übrigens der Ausdruck des „Churerwälsch“, was zum heutigen „Kauderwelsch“ wurde.

    

    4 Responses to “Warum kommen so viele Japaner nach Trun? — Vom Schellenursli zu Blochers EMS Werken”

    1. Norbert Says:

      Es heisst: subvenziun.

      [Anmerkung Admin: Danke für den Hinweis, ist schon korrigiert. Ich wollte nichts falsch machen und blieb daher lieber bei der Deutsch/Franz. Schreibweise. Es gibt sicher noch andere Varianten]

    2. mGt2 Says:

      Blödsinn^^
      Kauderwelsch kommt vom Berner „Ausdruck“ „Chüder“=“Mülleimer“ zusammen mit Welsch. Alles klar? So nahe an dem Röstigraben muss es einfach eine Verbindung geben^^

      greetz

    3. Churer Says:

      Die Etymologie des vor dem 16. Jh. entstandenen Wortes ist nicht ganz sicher. Schon Luther bezieht das Wort auf die Rätoromanen (der Chauderwelschen oder Churwallen kahle Glossen), so dass es ursprünglich „die welsche (romanische) Sprache der Einwohner von Chur in Graubünden, Churwelsch“ bedeutet und dann die allgemeine Bedeutung „unverständliche Sprache“ angenommen hätte. Alternativ wurde die Herleitung aus kaudern, „Zwischenhandel treiben, makeln“ vorgeschlagen (Kluge, Wolf), so dass ursprünglich das „Welsch“ (Romanisch) italienischer Händler und Geldwechsler (vgl. Fischart: die welschen hausierer, kauderwelschen Lamparter, d.h. Lombarden) oder allgemeiner die Geheimsprache (Rotwelsch) fahrender Händler und Hausierer gemeint wäre. Das Wörterbuch der Brüder Grimm verzeichnet außerdem lautmalerisches kaudern (dazu kuttern vom Kollern des Taubers, küttern vom Hahn) mit den Bedeutungen „wie ein Truthahn kollern“ und „plappern, unverständlich sprechen“.

      Quelle Wikipedia

    4. neuromat Says:

      Kon-nichiwa, Neuromat desu. Nihongo wa mda heta desu ga, isshookenmei ganbarimasu node.

      Das Trun Deutschlands heisst Rüdesheim. Nachzulesen bei Eric T. Hansen „Planet Germany“, möglicherweise lohnend für alle, die sich „Ernst nehmender“ mit den Zuwanderern aus dem grossen Kanton auseinandersetzen wollen und nicht die Meinung vertreten, man kenne die Deutschen, schliesslich sehe man Deutsches Fernsehen (Thomas Küng). Dort besuchen die Japaner die Drosselgasse. Das hat nichts mit Willi Tell zu tun. Es ist hier auch niemand hinterrücks erdrosselt worden: http://www.drosselgasse.de/ oder für unsere japanischen Blogger http://www.rhinecastles.com/japanese/ . Die Japaner lernen das in diesen Gefilden obligatorische Loreleylied wohl tatsächlich in der Schule; das ermöglicht die Unterscheidung zum Schweizer.

      Zur Einbürgerung kann ich erfreulicherweise feststellen, dass diese mittlerweile auch von den Medien vorgenommen werden kann. In Ausgabe 14 der Weltwoche wurde ich Anfangs April 07 offensichtlich ganz ohne Probleme eingebürgert: „Schweizer zahlen, Ausländer kassieren“ http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=16229&CategoryID=66 : Dabei zeigt sich, dass die Deutschen mit 10 Fürsorgefällen auf 371 Einwohner untervertreten sind. Meine AHV Abgaben stellen im Prinzip auch eine dritte Steuer dar, es sei denn ich würde so alt wie Yoda, der kleine Grüne bei Star Wars. (Folgt man der Recherche der Weltwoche fragt man sich einmal mehr: Woher diese Beschimpfung der Einwanderergruppe die aufgrund von Qualifikation und hiermit verbundenem Einkommen zumindest einen gewissen Anteil am Ausgleich der beschriebenen sozialen Schieflage hat? Es ist davon auszugehen, dass sich kein Widerspruch regt, wenn festgestellt wird, dass deutsche Immigranten nicht nur bei der Inanspruchnahme von Sozialhilfe unterrepräsentiert sind, sondern sicherlich auch überrepräsentiert bei der Abgabenhöhe) Das Problem ist nicht neu, interessante Ressentiments fallen in die Zeit des Ururgrossvater Einbürgerung. http://www.ethistory.ethz.ch/texte/1862NZZ_Germanisierung.pdf . Interessant wäre noch, ob die deutschen Zuwanderer gar prozentual im Vergleich zu den Schweizern unterrepräsentiert sind. Immerhin ermöglichen wir damit auch die Subvention eines Kauderwelsch. Ob hier etwas „verkimmelt“ Dialekt ätsch! 😉 wird hängt wahrscheinlich mit der Grundeinstellung des Betrachters zusammen: „Kall nit su Kauderwelsch, dat kann men koum verstonn.“ Japanisch ist allerdings auch nicht ganz einfach. Sayoonara.

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