Trinkgeld ist in Deutschland nicht üblich — Was die Schweizer alles über die Deutschen wissen
Die Fachzeitschrift „Der Arbeitsmarkt“ wird in der Schweiz bei den „RAVs“, den „Regionalen ArbeitsVermittlungen“ in einer Auflage von 4‘500 Exemplare verteilt und ausgelegt. In ihrer neusten Ausgabe 1/2_2007 geht es um das Schwerpunktthema „Die Deutschen in der Schweiz“. Es finden sich einige äusserst interessante und gut recherchierte Artikel zum Thema, z. B. der von Daniel Suter mit dem Titel „So nah und doch so fern“, aber auch dies hier, unter der Überschrift „Was Deutsche in der Schweiz irritiert“ lasen wir, tatsächlich etwas irritiert:
„Trinkgeld ist in Deutschland nicht üblich“

Nun, die Zeitschrift erzählt nicht die ganze Wahrheit über die Deutschen. Fakt ist, dass ein Volk, das kleine Kinder frisst und laut „Ich kriege noch ein Bier, aber Zack-Zack“ durch die Kneipe brüllt, natürlich auch keine Zeit und Lust zum Trinkgelder bezahlen hat. Das wollen wir der Vollständigkeit halber an dieser Stelle anmerken.
Doch es geht noch weiter. Auf der gleichen Seite wird erwähnt, dass die Deutschen darüber erstaunt sind, wenn Schweizer auch bei Rot über eine Fussängerampel gehen.
“Schweizer überqueren die Strasse auch bei Rot”

Geht das denn überhaupt, rein technisch? Fährt dann nicht sofort ein Blitz und Donner vom Himmel hernieder?
Über eine rote Fussgängerampel geht nämlich in Deutschland grundsätzlich niemand. Das liegt einfach daran, dass hinter jeder Deutschen Ampel ein Deutscher Schutzmann steht und mit einem Deutschen Strafmandat über 50 Deutschmark Euro droht, sowie mit 3 Punkten in der Deutschen Verkehrssünderkartei zu Flensburg (wo das leckere Bier von Werner herkommt), weswegen alle Deutsche bei jeder roten Fussgängerampel wie angewachsen stehen bleiben und warten, dass sie wieder grün wird oder ihnen der Himmel auf den Kopf fällt oder sich ein Spalt in der Erde auftut, in dem sie versinken und direktemang zur Hölle fahren mögen, falls sie doch diese rote Ampel ignorieren.
Wir sind eben ein extrem ängstliches Völkchen, wir Deutschen. So tolldreiste Taten, wie eine rote Ampel zu überqueren, würden wir uns doch nie getrauen. Das müssen wir erst den Schweizern abgucken. Die haben es von den schneidigen und wagemutigen Franzosen gelernt, vermuten wir.
Nur nicht so ordentlich wie die Schweizer sind wir, was das saubere Verknoten von gebrauchten Zeitungspapierstapeln angeht. Als wir noch in Deutschland weilten, verwendeten wir für diesen Behufe Plastiktüten, in die man 20-30 cm dicke Stapel von alten Zeitungen packte, oder alte Waschmittelkartons, mit duftem Persil-Aroma, vor allem wenn sie im Regen langsam aufweichten. Darin liess sich dann auch die heimlich gekaufte Bildzeitung oder ein Pornoheftchen verstecken, ohne dass diese abgelegte Lektüre vom Nachbarn am Strassenrand interessiert zur Kenntnis genommen werden konnte.
Auf den Trick mit den Bindfäden sind wir damals nicht gekommen, dazu mussten wir erst in die Schweiz reisen und die hiesige Schnürtechnik erlernen. Reisen bildet bekanntlich.
So akkurat wie in der Schweiz haben wir das zuvor nicht hinbekommen. Bei uns sah es nicht so aus:

(Quelle Foto: Der Arbeitsmarkt 1-2/2007 )
sondern so:

(Quelle Foto: lenntech.com)
Wir wissen ja nicht, in welchen finsteren Kneipen und Kaschemmen in Deutschland sich der Schweizer Autor dieses Artikels herumtrieb, wenn er nie Deutsche beim Trinkgeldzahlen beobachten konnte. Vielleicht hat er das nördliche Nachbarland ja mit Japan verwechselt. Dort ist es tatsächlich nicht üblich, ein Trinkgeld zu zahlen, was zahlreiche Touristen aus Japan, wenn sie nach Europa kommen, in grosse Verlegenheit bringen, weil sie keine Ahnung haben, wie sie hier einen Rechnungsbetrag passend aufrunden sollen ohne dabei das Gesicht zu verlieren, bei dieser merkwürdigen Angewohnheit der Europäer, einfach Geld an fremde Menschen zu verschenken.
Ganze Reiseführer für Japaner befassen sich mit dem Thema „Wie gebe ich richtig Trinkgeld in Europa“, nebst netten Erklärungen zur korrekten Benutzung eines Badezimmers. In europäischen Badzimmern sollte man als Japaner bitte in der Badewanne baden, und sich nicht, wie in Japan üblich, davor auf dem Kachelboden abduschen. Der Japaner reinigt sich vor dem Bad ausserhalb der Wanne mit fliessend Wasser, um dann blitzsauber ins sehr heisse Wasser zu steigen (welches derart geschont auch mehrfach verwendet werden kann). Andere Länder, andere Sitten. Doch ich muss jetzt schliessen. Das Essen ist fertig, es gibt Kinderbraten, echt lecker, aber zack-zack, was dachten denn Sie? Wir sind halt nicht so “echli finer” (Michèle Roten im CLUB über die Schweizer) wie die Schweizer, wir Deutschen, eher dumpf und grobschlächtig, ganz klar. Und jetzt her mit dem Braten. Nein, Besteck brauch ich keins.
February 23rd, 2007 at 12:14 am
Das Trinkgeld ist ja einmal vor Jahren abgeschafft worden, dabei wurden die Preise erhöht und eigentlich sollten die Löhne der Angestellten nicht mehr vom Trinkgeld abhängen, sondern menschenwürdig fix sein. Aber das ist schon lange vergessen gegangen und das Servicepersonal nach wie vor abhängig von der Laune des Gastes (und umgekehrt).
Und dann wünsche ich noch einen guten Appetit beim Braten und Knochennagen ohne Besteck. Ist’s ein Kinderbraten? Oder sind’s Bauernbratwürste?
February 23rd, 2007 at 12:38 am
bravo!
endlich werden wir im rechten licht gezeigt so mag ich das
interessant, welche grotesken züge dieser latente antigermanismus annimmt.
ich habe zwar nie selbst schlechte erfahrungen gemacht, aber was man hier so liest, da muss man sich echt wundern
February 23rd, 2007 at 7:26 am
Wenn nur unsere Zeitungsstapel auch so aussehen würden wie auf dem ersten Foto.
Unsere sehen aber meistens so aus wie auf dem unteren Foto……
Und obwohl ich Schweizerin bin……Hilfeeee…..was mach ich nur falsch…….
February 23rd, 2007 at 8:23 am
Nach unserem Umzug von Deutschland in die Schweiz habe ich mich damals tagelang hingesetzt und das Papier, mit dem der zerbrechliche Hausrat umwickelt war, glattgestrichen. Meine Altpapier-Pakete sahen dann auch ganz passabel aus. Bei unserem letzten Umzug war ich dann schlauer. Ich habe es zwar nicht so gemacht, wie unsere schweizer Nachbarn (die haben’s in der nahe gelegenen Grillstelle angezündet), aber als ich das sah, habe ich den Kram dann gewissenlos in den Müllsack gestopft.
February 23rd, 2007 at 8:38 am
Ich bekomme jetzt schon wieder einen Panikanfall wenn ich an den ersten Mittwoch im März denke - da muss ich wieder all das Papier zusammenschnüren……heul…..warum hat man es hier nicht geschafft Sammelcontainer aufzustellen. Wurde das nie diskutiert? Bei uns daheim hat das toll funktioniert - kein problem wenn man Tag X verpasst hat, im Urlaub war, wenn gerade der geburtstag riesige Kartons beschert hat, wenn man Kartontag mit Papiertag verwechselt hat…..Container - ach, Container, so sehr vermiss ich euch! (Gibt es in Ö an jeder grösseren Ecke wo gesammelt wird, wir sammeln btw auch Plastikbecher, die Alus von solchen Bechern, die Tetrapacks, …. bei uns ist immer blankes Entsetzen festzustellen wenn Freunde oder Familienangehörige aus Ö kommen und ganz entgeistern feststellen dass man in der Schweiz soviel weniger Müll trennt).
February 23rd, 2007 at 9:01 am
Mit dem Trinkgeld weiss ich nicht, woher das kommt. Aber bis jetzt habe in allen Ländern Trinkgeld bezahlen müssen ausser in der Schweiz. Hier sind der Lohn des Personals schon in der Rechung drin. Man muss halt schaurig aufpassen, dass man in anderen Ländern nicht vergisst, es zu bezahlen.
Bei der roten Ampel ist auch was falsches gekommen, bis jetzt habe ich nur erlebt, dass Deutschschweizer brav bei Rot an der Ampel warten (Welsche nehmen, dass nicht so ernst). Da ist auch der Fall, wenn sich Deutschschweizer im Ausland befinden. Als wir in irland waren, da waren die einzigen, die überhaupt bei Rot an der Ampel gewarten haben.
[Anmerkung Admin: Ich kenne kein Land in Europa, wo die Löhne der Kellner nicht im Preis des Getränks enthalten sind. In Frankreich heisst es “Service compris” seit Jahrzehnten. Trinkgeld ist eine Möglichkeit, seine Zufriedenheit mit dem Service auszudrücken, 10 % vom Rechnungsbetrag sind da durchaus angebracht und die zahle ich gern, in der Schweiz, in Deutschland oder sonstwo]
February 23rd, 2007 at 9:17 am
Danke für diese Glosse, Jens!
Meine Erfahrungen in Sachen Trinkgeld und Schweiz: egal ob in teuren oder günstigen Beizen, wird hier meist auf die nächste ganze Zahl aufgerundet. Bei einer Rechnung von CHF 118,50 für zwei Personen in einem gutbürgerlichen Restaurant also auf 119. Die Gabe erfolgt mit einer Geste, die der Serviertochter deutlich zu verstehen gibt, dass ihr gerade eine grosse Würde und Anerkennung zuteil wurde.
Wenn man dieselbe Rechnung - wie aus dem so unendlich unfreundlichen und geizigen Deutschland gewohnt - auf CHF 125.- aufrundet, erntet man erstaunte Blicke. Ausser bei den immer haufiger werdenden Deutschen Serviertöchtern (und -söhnen?), für ein solches Trinkgeld völlig normal ist.
Der zitierte Artikel ist wieder einmal ein wunderbares Beispiel dafür, auf welche intimen Deutschlandkenntnisse sich die Abneigung gegen die Deutschen meist stützt.
February 23rd, 2007 at 9:24 am
Zum Thema Zeitungsstapel:
In der Gegend Deutschlands, in der ich meine letzten Jahre bevor ich in die Schweiz kam verbrachte, standen an jeder Ecke Sammelcontainer für Zeitungspapier und Karton, neben denen für Glas und Altmetall. Es bestand kein Anlass irgendwelche Stapel zusammenzubinden.
Das Schweizer System ist natürlich besser
February 23rd, 2007 at 9:47 am
Interessant aber, dass der unordentliche Zeitungsschnürer das ‘Tagblatt der Stadt Zürich’ liest
)
In den meisten deutschen Städten gibt’s übrigens Altpapiereimer für den Haushalt oder Container, zu denen man das Papier selbst hinbringt (wie das Altglas). Zusammenschnüren erledigt sich dann!
February 23rd, 2007 at 9:50 am
PS: Zum Trinkgeld
Dass es in Deutschland (fast zwingend) üblich ist, wissen zumindest wir Teutonen ja. Bei unserer Ankunft in der Schweiz jedoch ermahnten uns mehrere Schweizer, ja nicht zuviel Trinkgeld zu geben. Das sei nicht üblich, maximal 1 SFr pro Person. Sonst würde man den Kellner beleidigen…..
Und nun das…
February 23rd, 2007 at 9:53 am
kein Wunder, beginnen die Schweizer Touristiker um ihre deutschen Gäste zu bangen (Titelzeile der aktuellen “20 Minuten”). Jetzt verstehe ich, warum der Tourismusdirektor von Arosa persönlich jedem deutschen Gast eine Tafel Schokolade überreicht hat - nicht etwa Bananen, die isst man in der gepflegten Hotellerie mit Besteck. Gemäss der gleichen Quelle sind 2500 Schweizer Hoteliers und Gastgeber aufgefordert worden, ihrer Website ein Deutschlandwappen mit dem Spruch beizufügen: “Wir freuen uns auf Sie!”. Das sollte reichen, die subversive Ironie gewisser Blogs in die Schranken zu weisen.
February 23rd, 2007 at 9:54 am
Das mit den Zeitungsstapeln hab ich am Anfang auch probiert, aber da bin ich zu untalentiert für, weil immer irgendwelche Schnipsel rausfallen. Jetzt nehme ich eine Migros-Papiertüte, sammle da das Altpapier drin und verschnüre dann die Tüte mit einem Bindfaden bevor ich sie an die Straße stelle. Bislang hat noch keiner meine Ausschaffung beantragt.
February 23rd, 2007 at 9:57 am
Vielleicht hat der Autor des Trinkgeld-Artikels einfach übersehen, dass Deutsche das Trinkgeld in der Regel nicht auf dem Tisch zurück lassen, sondern gleich beim Bezahlen aufrunden. Hier in München in der Regel in Höhe von rund 10%, gerne auch mehr. Man gönnt sich ja sonst nichts…
February 23rd, 2007 at 10:21 am
@Peter
Begib dich auf den Gemeindewerkhof und du findest all deine vermissten Mülltonnen, Container, usw.
Und das Beste ist, es kostet nicht mal was.
@Tellerrand
Wenn du den Rg.Betrag von 118.5- als Deutscher in der Schweiz tatsächlich auf 125.-Franken aufrundest geht der Schweizer automatisch davon aus dass du einen Bankkredit aufgenommen hast um in der Schweiz Ferien machen zu können. Sehr gerne wirst du auch als überheblicher Grosskotz angesehen der es mal wieder allen zeigen möchte.
February 23rd, 2007 at 10:39 am
@franz
Und den Grosskotz unterstellt man mir, weil ich für einen angenehmen Service mit einem Trinkgeld danke sagen wollte, für den die Serviertochter oder (-sohn) im übrigen nach wie vor einen für Schweizer Verhältnisse geradezu lächerlich geringen Lohn erhält?
Ich glaube nicht, dass irgendeine Bedienung das jemals von mir dachte oder denkt. Schweizer sind’s nämlich (wegen der niedrigen Löhne?) eh meistens nicht und die anderen wissen schon, dass ich sie nicht zu irgendetwas Unanständigem mit dem Geld verführen will, sondern dass es meine Wertschätzung ausdrückt. Den Grosskotz unterstellen mir andere.
Solche Trinkgelder enthalten überigens auch die Gehälter vieler Menschen, die in der Schweiz sehr viel mehr verdienen als das Gastropersonal. Und da sind diese Boni genannten grosszügigen Aufrundungen des Gehalts natürlich völlig i.O. Ich hab mich über meinen jedenfalls noch nie beschwert. Weil ich Deutscher und Grosskotz bin?
Wer hat eigentlich die Trinkgelder abgeschafft? Gab’s da eine Schweizweite oder mehrere Kantonale und Gemeindliche Abstimmungen (bei der das überwiegend ausländische Gastropersonal selbstverständlich nicht über sein eigenes Schicksal hätte mitbestimmen dürfen)?
February 23rd, 2007 at 10:46 am
Ein Volk, das es sich leisten kann, in der Schweiz Ferien zu machen UND unsere Sprache spricht (wenn auch besser) … nicht grad ein Naturvölkchen, das man belächeln kann.
Dann kommen aus diesem Volk noch gut ausgebildete, denkende, etwas zu sagen habende Menschen hierher. Man kann nicht auf sie herabblicken - dabei tun wir gerade das so gerne, so ein Mist.
Würden alle Deutschen in der Schweiz nuscheln oder wären stumm, und würden sie dazu noch die niedrigsten Arbeiten erledigen, unfähig, sich gegen höher Gestellte zu wehren - wir liebten sie!
February 23rd, 2007 at 10:49 am
Hallo Tellerrand!
Diese Sammelcontainer an jeder Ecke finde ich nicht so gut. Da wird oft Dreck hineingeworfen und Altpapiercontainer in gewissen Stadtvierteln reizen Jugendliche zum zündeln. Bei uns im Dorf sammeln die Schulkinder die Papierstapel ein. Die haben einen riesen Plausch, wenn sie auf dem Gemeinde-Auto mitfahren dürfen (wenn’s regnet ist’s natürlich nicht so toll) und bei uns im Haus ist das bereitlegen der Stapel auch willkommene Gelegenheit zu einem Schwatz. Am bequemsten finde ich noch eine eigene ‘Blaue Tonne’ fürs Papier, wie sie meine Mutter in Deutschland hat (da fallen dann auch keine Schnipsel raus, das wär was für Frank).
February 23rd, 2007 at 10:54 am
at Franz
Naja, kostet in Ö auch nichts weder bei den Containern noch in den Werkstoffsammelzentren der Gemeinden. Der Nachteil mit den Werkhöfen ist doch dass sie bei uns a.) am Mittowch Nachmittag offen (da arbeiten Mann und Frau und können nicht hin) und b.) am Samstag Nachmittag offen haben. Aber da musst du extra das Auto anwerfen, hin fahren, im Stau stehen, solltest eigentlich Deine Einkäufe für die nächste Woche erledigen etc…da ist doch der Papier/karton-container in deiner Siedlung 100x angenehmer und CO2-sparender
Achja, und Tetrapacks, Joghurtbecher, Alufolien, Plastik (Flaschen) - werden in Oberösterreich in sammelspezifischen Säcken bzw Kartons (Tetrapack) gesammelt (die Säcke/Kartons verschickt die Gemeinde gratis) und holt sie einmal auch pro Monat gratis ab…musst auch nicht auf den Werkhof gondeln.
Hat alles Vor- und Nachteile……
Have a nice weekend
Peter
February 23rd, 2007 at 10:59 am
@franz
Gemeindewerkhöfe heissen in Deutschland Wertstoffhöfe und jeder Bürger der jeweiligen Gemeinde darf seinen Müll da kostenlos entsorgen. Kommt bekannt vor? Deutschland und die Schweiz sind ich in vielem derart ähnlich, dass einem Angst und Bange werden könnte.
February 23rd, 2007 at 11:07 am
Zum Papier:
Das deutsche System mit den Tonnen und Containern ist mitnichten besser. Der Altpapierverwertung kommt es auf Sortenreinheit an. Wenn man Berichten Glauben schenken kann und manchmal einen Blick in die Papiertonnen wirft, kommt das Grauen. Kein Wunder, daß ein Großteil letztendlich in der Müllverbrennung landet.
Das Schweizer System mit dem Bündeln der Zeitungen und Illustrierten garantiert einen hohen Grad an Sortenreinheit. Deswegen ist im Gegensatz zum Deutschen, das Schweizer Altpapier zur Wiederverwendung gesucht und wird auch dut bezahlt. Mit diesem Erlös wird zugunsten des Verbrauchers ein Teil des (kommunalen) Entsorgungsbetriebes subventioniert.
February 23rd, 2007 at 11:09 am
@Tellerrand
Den Grosskotz unterstellt man dir immer. Gibst du grosszügiges Trinkgeld denkt das Servicepersonal du möchtest aufschneiden. Gibst du nichts denkt das Personal: typisch Deutscher, viel fressen aber kein Geld übrig fürs Personal.
Betr. Schlechtbezahltes Personal.
Ueberleg dir mal weshalb des Personal aus Deutschland, Ex-Yugoslavien (ganz schlecht, kriegt eh kein Trinkgeld weil wegen Sprachproblemen Schnitzel statt Fisch gebracht wurde), usw. kommt.
Natürlich beschwerst du dich über deinen Boni nicht schliesslich giltst du automatisch als geldgieriger Grosskotz.
Das Trinkgeld wurde in der Schweiz vor weit über zehn Jahren abgeschafft und dafür werden in die Rg.automatisch 15% eingerechnet die für das Personal sind. Abstimmung dazu gab es keine.
Zu deinem letzten Satz:
Seit wann dürfen in Deutschland die Ausländer mitbestimmen? Und weshalb denkst du sollten sie es hier dürfen?
Abschliessend:
Nimms nicht tragisch, den Grosskotz unterstellt man dir immer. Ist fast dasselbe wie mit der Arroganz.
February 23rd, 2007 at 11:18 am
Zur roten Ampel muss ich folgende private Erfahrung erzählen:
Ich habe 9 Monate ein Praktikum in Ungarn (Budapest) absolviert und mit einem Türken und einem Polen zusammengewohnt.
Nach einigen Monaten hat der Türke mal zu mir gemeint, er fühle sich in meiner Gesellschaft immer so deutsch (ist aber kein Deutschtürke und hat auch nie in Deutschland gelebt), weil er immer an der roten Ampel warte, während ich gehe, wenn frei ist.
War eines der schönsten Komplimente meines Lebens
February 23rd, 2007 at 11:41 am
@Peter
Werkstoffsammelzentren ? Typisch Oesterreicher, immer diese Adelstitel.
Es geht nicht darum dass es für dich angenehm ist, sondern für die Gemeinde und diese hat mit unseren Steuergeldern sparsam umzugehen (was meinst du weshalb Deutschland bankrott ist?)
Bei uns ist der Werkhof jeden Tag offen. Ueberlege dir einen Umzug oder beklag dich beim Gemeindepräsidenten.
Du sollst auch nicht am Samstagnachmittag einkaufen gehen den das gleiche mach ich auch und muss mich dann masslos über dich ärgern weil du bestimmt noch eine Cumulskarte hast und auch noch die blöden Marken möchtest was meinen Zahlungsvorgang erheblich verzögert.
Was du so alles sammelst, Joghurtbecher,Alufolie,Plastikflaschen,Einkaufsmarken, usw.
Bist du ein Messi???????????????
February 23rd, 2007 at 11:50 am
Vielleicht könnte jemand eine genaue Anleitung zum Zeitungsschnüren zur Verfügung stellen? Den Seemannsknoten (es gibt mehrere) kann man ja ganz offiziell lernen.
February 23rd, 2007 at 11:53 am
Man sollte doch nur bei Rot die Ampel queren, wenn Kinder anwesend sind. Damit sie sagen können: Mami guck mal, die geht bei Rot! (Ist mir vorgestern erst passiert) Wenn man schon keine eigenen Kinder hat, kann man den vorhandenen wenigstens als schlechtes Beispiel dienen.
Aber jetzt denke ich nicht mehr an Kinder und geh bei grün, sondern an Schweizer Servicepersonal und geb jetzt lieber kein Trinkgeld mehr. Will ja nicht für einen Großkotz gehalten werden und mein reichhaltiges Vermögen krieg ich sicher auch anders unter die Leute
.
February 23rd, 2007 at 11:57 am
@franz:
in der EU dürfen Ausländer ( aus der EU) an Wahlen auf kommunalen Niveau mitabstimmen.
February 23rd, 2007 at 12:12 pm
@ralf
Da siehst du mal wieder wie rückständig ihr seid.
February 23rd, 2007 at 12:25 pm
Das mit dem papiersammeln finde ich äusserst gut. in vielen gemeinden ist es üblich, dass diese Arbeiten von den Vereinen erldeigt wird, um sich einen Zustupf in die Vereinskasse. (je nach grösse der Gemeinde so zwischen 4′000 und 20′000 Franken pro Sammeltag!) bei 25 Vereinen und 14täglicher Papierabfuhr ist das Jahr abgedeckt.
Gruss
February 23rd, 2007 at 12:25 pm
@ franz
Habe ich etwas davon gesagt, dass Ausländer das in Deutschland dürfen? Meinungen können auch unabhängig von einem nationalen Standpunkt eingenommen werden…
Einzig an Nationalität (was ist das eigentlich) gekoppelt demokratische Mitbestimmungssyteme sind angesichts heute in vielen Ländern real existierenden mulitkulturellen und multiethnischen Gesellschaften schlicht ein Anachronismus, der nur der politischen Besitzstandswahrung dient. Menschen die eine Gesellschaft sollten - mindestens nach einer gewissen - Zeit auch an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden.
Vielleicht haben Sie dann auch mehr Lust auf Integration und verweigern sich nicht den einheimischen Werten und Normen.
In der Schweiz wurde übrigens nicht das Trinkgeld abgeschafft, sondern der obligatorische 15%-Trinkgeldaufschlag auf die Restaurantrechnung. Es ist also weder verboten Trinkgeld zu geben, noch wird das vom Gastropersonal nicht geschätzt. Frag mal nach (ich hab’s getan)…
February 23rd, 2007 at 12:41 pm
@ lamiacucina
nun ich glaube nicht, dass die paar Tafeln Schokolade und das angeordnete „wir freuen uns auf Sie“ noch irgendetwas bewirken. Rassig und gründlich haben die Schweizer es geschafft in wenigen Wochen ihren Ruf erheblich zu ramponieren und im Lande eine antideutsche Stimmung zu schüren, die sie nun in diesem Ausmass nicht gewollt hatten und plötzlich nicht mehr los werden.
Es ist ganz offensichtlich, dass die Schweizer im Ausland als fremdenfeindlich wahrgenommen werden, wenn die Österreicher jetzt schon in ihren Blogs überlegen, ob sie die EM 2008 nicht besser ohne die Schweizer ausrichten. Das Motto für die Veranstaltung in der Schweiz steht auch schon fest: „Zu Gast bei Feinden“.
Diese wunderschön dämliche Sequenz „arrogant, arrogant..“ wird in Kürze auch in Deutschland ausgestrahlt werden. Als Bergvolk sollte man eigentlich wissen, dass meistens die in der Lawine umkommen, die sie losgetreten haben.
February 23rd, 2007 at 12:57 pm
Ein Super Artikel .. danke.
Mich hat es schon oft gewundert, wieviel Unsinn über den Unterschied zwischen den Nationen verbreitet wird, und sich nicht auslöschen lässt.
ich habe schon gehört:
Deutsche können nicht Autofahren ( von Schweizern )
Schweizer können nicht Autofahren ( von Deutschen )
Deutsche werden von schweizer Bier schnell betrunken weil Ihr Bier viel weniger Alkohol hat.
usw…..
Uebrigens konnte ich bisher nur feststellen dass man in der Deutschschweiz schön brav wartet bis die Fussgängerampel grün wird.
In D macht das kein Mensch - so dass es recht schwierig ist Kindern das auf grün warten nahezubringen.
Es muss doch furchtbar sein, wenn man unbedingt anders sein will und einfach keinen so rechten Unterschied finden kann
February 23rd, 2007 at 1:03 pm
Bei uns ist der Werkhof auch täglich geöffnet. Aber am Samstag nur von 9 - 12 Uhr. Glücklicherweise liegt er nur ein paar hundert Meter von mir. So kann ich mit meinem Leiterwage alles ökologisch korrekt hinbringen.
Das Papiersammeln hat Tradition. Ausserdem wird das Sammeln, wie erwähnt, pro Tonne bezahlt. Beim Bündeln ist wichtig, dass die Schnur satt angezogen ist und dass man mit einer Hand den Bündeln nehmen kann (also stabil zusammengeschnürt). Falls es zu locker geschnürt ist, müssen die Sammler es nicht mitnehmen.
Trinkgeld gebe ich immer. Aber nie nur auf den nächsten Franken aufgerundet. Bin ich jetzt als Schweizer ein Grosskotz?
February 23rd, 2007 at 1:49 pm
Ich muss die falschen Schweizer kennen. Aus meinem Bekanntenkreis würde niemand eine Rechnung von 118,50 Fr auf 119Fr aufrunden. 120Fr wäre sicher das Mindeste. Ich selbst würde bestimmt 125Fr geben. (Kann ich mir leisten, weil ich es mir nicht allzu oft leiste.
)
February 23rd, 2007 at 2:07 pm
Jens - ich liebe deine böse Ironie
Tja, wer meint, “die Deutschen” zu kennen, nur weil er deren Fernsehen schauen und deren Zeitschriften lesen kann (hä, die sind ja gar nicht auf Schwyzerdütsch? Wie geht das denn? Deutsch ist doch Fremdsprache??), der erlebt eben sein blaues Wunder. Genauso wie andersherum.
February 23rd, 2007 at 2:17 pm
Wirklich sehr interessant, vorallem die Kommentare.
@ franz: Trinkgeld ist jedermanns eigene Sache wenn jemand was geben will, dann soll er, es wird sich auch niemand beschweren wenn nichts gegeben wird. Zumindest habe ich noch keinen Servicefachangestellten gesehen der sich darüber beschwert hätte.
@ simone: Pfadi (Pfadfinder) können dir da sicher weiter helfen. Sie treffen sich in der Regel wöchentlich am Samstag Nachmittag in fast jeder grösseren Gemeinde der Schweiz.
@ Biene: genau. Darum an der roten Ampel warten, weil die Jungen und ganz jungen Kinder es nicht verstehen warum man einmal wartet und das andere mal nicht. Zum glück haben Sie in meiner Region die Ampel abgebaut. Jetzt haben endlich die Fussgänger vortrit. Das müsste sowieso für alle Dorfkerne drinn liegen.
@ ralf: aber in der Schweiz is die ganze EU “Ausland”
@ Tellerrand: Es wäre einiges einfacher wenn wir wie im alten Rom regiert würden. Klare strukturen und Gesetzte
@ neuromat: eindrückliche Bildsprache. Bleibt zu sagen das 90% der schweizer Bevölkerung nicht in den Bergen lebt, und allerhöchstens wegen einer Lawine mal im Stau stehen. (Also wissen “wir” es genau so gut wie alle anderen auf der Welt)
February 23rd, 2007 at 2:25 pm
einige laufen hier gefahr, in (leichte) hysterie zu verfallen! fremdenfeindlichkeit, deutschfeindlichkeit - gibt es hier wie irgendwo sonst auf dieser welt. ich habe viel mit und “um” deutsche(n) zu tun - und kann im täglichen realen leben keine ressentiments feststellen.
natürlich, es gibt ein paar deutsche redensarten, die, da so in der schweiz nicht gebräuchlich, hier somit nicht gern gehört werden, deswegen haben die deutschen hier wohl kaum wirklich schwierigkeiten.
dieser blog sollte doch auf amüsante art differenzen, eigenarten, missverständnisse thamatisieren - bleiben wir doch dabei und bündenln wir die zeitungen entsprechend
February 23rd, 2007 at 3:18 pm
@ vierundachtzig
- eben. Es ist doch offensichtlich an der Zeit, das wir eine spezielle Gebrauchsanweisung herausgeben: Eine für Deutschweizer, die ihnen Deutschland näher bringt, wie es wirklich ist, eine die uns, ins Ausland gezogene Deutsche, erläutert. Beide gleich noch mitfür den Romand und den Tessiner - ebenfalls deren Eigenarten berücksichtigend.
Und das Beste (!): Es ist noch nicht mal arrogant. Herr Thomas Küng meinte ja vor geraumer Zeit bei seiner Teilnahme an einer Talkshow, dass die Deutschen für die Schweiz eine Gebrauchsanweisung bräuchten, die Schweizer ja eben nicht, die schauen ja deutsches Fernsehen und wissen daher alles schon — (das passt wieder ganz genau zu dem, was uns Herr Suter näher bringen wollte, nämlich, dass der bescheidene Schweizer natürlich nicht herumprahlt mit seinem Wissen, was er alles schon kennt und weiss und sein Licht lieber unter den Scheffel stellt).
February 23rd, 2007 at 3:19 pm
@neuromat: Sie bringen da ein paar Dinge durcheinander. Es wurde nichts geschürt. Es wurde nur ein schon lange gährendes Tabu-Thema an die Oberfläche gebracht, und es wurden überspitzte und provokative Fragen gestellt.
Wer hat überspitzt und provokative Fragen gestellt?
Der Deutsche Blogger Jens-Rainer Wiese, der studierte Germanist Pino Aschwanden in seinem DOK-Film, und der “Blick”, wo die grossen Deutschland-Fans Frank A. Meyer und Michael Ringier die massgebenden Leute sind!
Wollen Sie diesen Leuten etwa eine Kampagne gegen die Deutschen unterstellen?
Etwas mehr Gelassenheit würde Ihnen gut tun. Lesen Sie nicht nur die Schlagzeilen, und schauen Sie nicht nur reisserische Sequenzen. Lesen Sie den ganzen Artikel oder schauen Sie den ganzen DOK-Film. Dann sieht die Welt auch schon wieder anders aus. Wenn dann Ihr Bild der Schweiz immer noch ramponiert ist, dann hatten Sie definitiv ein falsches Bild.
February 23rd, 2007 at 3:20 pm
Einen hab ich noch zum Ausländerwahlrecht: Die Inlander haben (in Deutschland und der Schweiz) eine geradezu panische Angst davor, dass sich durch das Ausländerwahlrecht gravierend etwas an den traditionellen Kräfteverhältnissen ändern würde. Das ist aber mit einiger Sicherheit gar nicht so. Ich kenne persönlich einige in der Schweiz lebende Deutsche, die SVP wählen würden, wenn man sie nur liesse. Und die Italiener hier würden wahrscheinlich zu einem grossen Teil die CVP wählen und die reichen Deutschen die FDP.
Bei Abstimmungen gilt ähnliches. Man ist für oder gegen Autobahnen. Man ist für oder gegen Mutterschutz. Und so weiter und so fort. Die Tatsache Schweizer zu sein (oder Deutscher oder sonstwas) macht eine Meinung nicht richtiger oder falscher.
February 23rd, 2007 at 3:22 pm
to Schwarzbueb:
Betreffend Trinkgeld kann ich mich Dir anschliessen, was meine eigene Praxis betrifft. Einige LandsgenossInnen kenn ich aber leider schon, die kaum aufrunden werden, so nach dem Motto: Das Trinkgeld ist ja jetzt offiziell abgeschafft, also kann man nichts geben, ohne befürchten zu müssen, als Geizhals erkannt zu werden.
Betreffend Abfallentsorgung:
Bei uns ist bekanntlich alles von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Nicht nur das: auch von Gemeinde zu Gemeinde.
Seit ich in der Solothurner Hauptstadt wohne, leide ich betreffend Entsorgungsmöglichkeiten, habe mich schon mehrmals bei der Verwaltung erkundigt und Anregungen gemacht, aber hier hat man das Gefühl, das Non plus Ultra zu bieten.
Dieses erlebte ich am früheren Wohnort, den ich hier ehrenhalber oute: Sempach LU.
Alle drei Monate sammeln die Jungwächtler (kath. Jugendorganisation) das gebündelte Altpapier ein. Zusätzlich steht im zentral gelegenen Werkhof ein riesiger Papiercontainer, in den man jeden Tag etwa von 8.30 bis 19 Uhr weiteres Papier, auch in Papiersäcken, einwerfen kann. Daneben steht ein ebenso riesiger Kartoncontainer.
In jedem Quartier steht ein Container für nach drei Farben separat gesammeltes Glas, teilweise auch einer für Altöl.
In der Abfallzentrale, die nach wenigen Jahren umzäunt wurde und seither nachts geschlossen wird (mit Stichproben am Tag), kann man neben dem Erwähnten, das auch hier in der Abfallzentrale gesammelt wird, zusätzlich entsorgen: Verschiedene Öle getrennt, verschiedene Batterien getrennt, Altmetall in der Dosenpresse, Aluminium (Pfannen und andere grössere Stücke, während die Yoghurtdeckelisammlerei aus hygienischen Gründen und mangels kostendeckender Abnehmer irgenwann eingestellt wurde), Leuchtstoffröhren, Styropor stückweise, Styropor-Chips (immer mit der Mahnung, nur saubere Ware einzuwerfen) und Altmetall (Velos, Kinderwagen, Pfannen, Gartenmöbel etc.).
Die grosse Metallwanne funktioniert teilweise als Hol-Bring-System (auch ich habe da eine sehr schöne Pfanne her!). Zusätzlich gibts einmal im Jahr eine von der Gemeinde organisierte Hol- und Bringaktion für allerlei Hausrat.
Dieses grosszügige und gut funktionierende System (jedenfalls mindestens bis 2000) vermisse ich hier in Solothurn sehr, am meisten die Altmetallwanne. Hier kann ich Metall genau an zwei Tagen im Jahr entsorgen. Es wird zwar abgeholt, aber ich muss erstens drandenken und zweitens dann zu Hause sein, um es rauszustellen. Das grösste Problem: Es darf keine Holz-, Kunststoff- oder Stoffanteile dranhaben! Wie trennt man die Werkstoffverbindungen???
Einmal im Jahr gibts zudem Sonderabfallentsorgung für Lösungsmittel, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, Farben, Lacke, Säuren Thermometer etc. Diese findet aber auf einem Platz statt und zwar von 9–12 und 14 –16.30 Uhr. Wer hat dann Zeit???
Immerhin, auch hier gibt es Quartiersammelstellen für Glas, Dosen und Textilien. Altpapier (gebündelt!!!) und Karton werden monatlich abgeholt, Hauskehricht (inkl. Sperrgut mit Gebührenmarke) und Grünabfuhr sogar wöchentlich. Aber eben, wenn ich aus irgendeinem Grund einen Entsorgungstermin verpasse, wird die Aufbewahrung in der Wohnung problematisch.
Meiner Ansicht nach sollte die Konsumgesellschaft wenigstens alle Rohstoffe, die recycelt werden können, zurückgewinnen, doch müssen Anreize da sein; man muss auch mit vertretbarem Aufwand tun können. Nicht alle bewahren wie ich alles auf, um es via das obrigkeitlich kleinkariert unterstützte Angebot entsorgen zu können. Irgendwann werden uns Engpässe zu höherem Stellenwert des Recyclings zwingen. Danke allen, die schon jetzt echt Hand bieten.
February 23rd, 2007 at 3:26 pm
wg. Trinkgeld: Bin ich erstmal erschrocken, mein “Schweizer” Gegenüber im Büro rundet tatsächlich nur auf den nächste Franken auf. Dann fiel mir aber ein, dass in meinen Golfclub mit der Jahresrechnung des Restaurants auch jeweils ein durchaus grosszügiges Trinkgeld gegeben wird (na gut die meisten sollten sich auch das leisten (können)). Ich gebe allerdings immer gerne Trinkgeld, wenn die Leistung stimmt, weil ich in der Studentenzeit selber “gekellnert” habe.
wg. Papiersammeln, bei uns im Werkhof kümmert sich niemand um lose “Papiermaterialien”, das geschnürte Bündel (mit dazugehörigem Sammelvorrichtung mit “Durchschussfadenhölzli”) wird wohl bald aussterben. Die Padi und Vereine werden andere Spendenquellen finden.
wg. Rote Ampeln, ich war kürzlich mit den Kindern beim FCZ fanen (darf man das eigentlich als Deutscher?), auf dem Hinweg waren einige Fussgängerampeln zu passieren. Klar wartet man da auf das Grün (mit den Kindern), auch einige Erwachsene verhielten sich soldarisch mit einem kleinen Lächeln (werdn doch keine Deutsche gewesen sein?!) Ist in Deutschland auch nicht anders..
February 23rd, 2007 at 3:45 pm
Dieser perfekte Zeitungsstapel auf dem Foto stammt, wie mir scheint, von einem Kiosk oder Zeitungsausträger, es sind ja alles Zeitungen einer einzigen Ausgabe. Vermutlich kam dieser Stapel direkt perfekt gebündelt aus der Druckerei und wurde dann später gleich so wieder entsorgt (weil Überschuss oder so).
)
Also nur keine Panik, ich glaube, soooo perfekt kriegt es hier niemand hin (wozu denn auch, um Himmels willen…
February 23rd, 2007 at 4:29 pm
@ giacometti
mein Bild von der Schweiz ist sicher nicht ramponiert.
Ob es ein richtiges oder ein falsches Bild gibt - wer will das beurteilen?
Gelassen bin ich schon lange, sonst könnte man sich so einen unerträglichen Blödsinn sicher nicht ansehen. Den DOK Film habe ich vollständig gesehen; daher weiss ich auch, dass die reisserischen Sequenzen zum Teil eine Wiederholung darstellten.
Sie sind sicherlich intelligent genug, um zu wissen, dass Kampagnen etwas mit permanentem Wiederholen zu tun haben. Mein Rat ist, wirklich auf die Aussenwirkung zu schauen. Und da muss man die Augen schon ganz fest zu machen, wenn man behaupten will, dass DOK, Blick Serie usf. derzeit gut ankommen - im übrigen, wenn Sie sich mal die Mühe machen und alle Mails auf die Blick Serie studieren, würden Sie fest stellen, dass dies auch von einer Reihe Schweizern so empfunden wird. Und ?: Warum denn auf einmal das erwähnte Gegensteuern mit Schokolade und Internet-Liebesbekenntnis. Da wird von mir nichts durcheinander gebracht, ich glaube nur dass dies vermutlich, wenn sich das so fortsetzt eher negative Konsequenzen für die Schweiz haben wird - was ich persönlich als “Wahlschweizer” sehr bedauern würde.
February 23rd, 2007 at 5:11 pm
Die paar Rappen auf dem Teller soll Trinkgeld sein?
Wenn ich da denke, wie uns (Europärer) die Amerikaner hassen, obwohl wir finden, dass 10% ein angemessenes, ordentliches Trinkgeld für die Restaurants in der USA ist. (Es sind aber in der USA 15 - 20%, lieber aber 20% und mehr sonst ist man knausrig.)
Ein Freund von mir ist einmal von einer Bar zurückgekommen und hat gefragt: Zahlt man da an der Bar auch Trinkgeld? Ich war entsetzt: Selbstverständlich! 1-5$ sind da sicher angebracht. 1$ pro (normal teuren) Drink mindestens!
Deshalb geniessen Europäer einen schlechten Ruf in den USA. Sie tippen ganz einfach zu wenig. Sie sind es allesamt nicht gewöhnt. Da sind die Unterschiede zwischen den europäischen punkto Trinkgeld absolut marginal …
February 23rd, 2007 at 5:44 pm
@Tellerrand
In der Schweiz wurde übrigens nicht das Trinkgeld abgeschafft, sondern der obligatorische 15%-Trinkgeldaufschlag auf die Restaurantrechnung.
In den Restaurantquittungen sind sehr wohl 15% Trinkgeld inbegriffen also müsstest du kein zusätzliches mehr geben.
@all
sogar in diesem Blog kennt man innert kürzester Zeit heraus wer Deutscher oder Schweizer ist. Woran mag das bloss liegen???????????
February 23rd, 2007 at 5:56 pm
@ neuromat
Sie sind sicher auch intelligent genug, um zu wissen, dass Wiederholung alleine noch keine Kampagne ausmacht. Eine Kampagne bedingt einen bewussten Plan von einer Person oder einer bestimmten Gruppe. Den seh’ ich hier nicht - im Gegenteil.
Wie schon erwähnt, wurde die Lawine, um in Ihrem Bild zu bleiben, eindeutig von Germanophilen ausgelöst, die vielleicht einen gewissen Leidensdruck verspürt haben, durch den Schnee, der schon am Hang lag.
Das find’ ich durchaus okay. Den Tourismusdirektoren kommt es vielleicht kurzfristig ungelegen, aber je früher eine Lawine ausgelöst wird, desto geringer der potentielle Schaden. Deshalb ist es ganz gut, dass die Deutschen früh genug darüber Bescheid wissen, wie die Schweizer wirklich über sie denken. Ich vertraue den seriösen Deutschen Medien, dass sie das Ganze differenziert genug betrachten werden. Und die weniger seriösen Publikationen schreiben eh’ immer was sie wollen - genau wie in der Schweiz. Ich würde jedenfalls nicht auf die Idee kommen, hinter einer Bild-Serie eine “Kampagne der Deutschen” zu vermuten.
Und mittlerweile soll es ja sogar Deutsche geben, die wieder in Italien Urlaub machen. Dies trotz der Aussage Ihres ehemaligen Tourismussekretärs Stefano Stefani über die Deutschen als „einförmige, blonde Supernationalisten, die alljährlich lärmend über unsere Strände herfallen“.
February 23rd, 2007 at 5:59 pm
@franz
Ich gebe Trinkgeld nicht weil ich muss, sondern weil ich will und weil es für mein Verständnis freundlich ist und weil ich weiss, für welchen Hungerlohn Gastromitarbeiter arbeiten müssen. Wenn ich es geben muss, ist es kein Trinkgeld mehr, sondern Teil des Preises.
Aber klar, die Schweizer Sicht ist die einzig richtige und daran erkennt man dann auch Deutsche und Schweizer in diesem Block:
1. Deutsche haben immer unrecht, wenn sie an den Verhältnissen in der Schweiz etwas kritisieren.
2. Die Tatsache, dass sie kritisieren beweisst ihre arroganz.
3. Schweizer hingegen haben mit jeder Behauptung über die Verhältnisse in Deutschland recht und natürlich auch mit der Kritik an denselben.
4. Wahre Aussagen über die Verhältnisse in der Schweiz können natürlich nur Schweizer machen.
5. Und über Deutschland und die Deutschen selbstverständlich auch.
Das Leben ist so einfach!
Zum Glück nicht…
February 23rd, 2007 at 6:01 pm
@ franz
das liegt halt an der Sprache… und nicht am Trinkgeld, möchte ich zumindest hoffen.
@ SZündhölzli
ist das jetzt so aufzufassen, dass die Schweizer dasselbe Lawinenwissen haben wie Malteser. Oder ging es nur um die Mitteilung: >Also wissen “wir” es genau so gut wie alle anderen auf der Welt
February 23rd, 2007 at 6:11 pm
@ giacometti
mir ist nicht ganz klar, warum Sie mich nicht verstehen. Denken Sie doch die Gedanken einfach nur weiter … wenn die “Germanophilen”, zu denen ich Sie wahrscheinlich nicht zu zählen brauche, der Auslöser sind, könnte das doch zu einer von diesen Auslösern gewünschten Gegenreaktion führen, und die liegt dann wieder voll auf der Linie, die Ihnen persönlich wahrscheinlich überhaupt nicht zusagt. Wie Sie nämlich schon richtig feststellen bei dem italienischen Tourismusdirektor: “ehemalig”.
Ich halte es im übrigen für ein Missverständnis zu glauben, dass Deutsche nicht wüssten, was die einen oder anderen Schweizer so von ihnen denken. Ich glaube aber, dass es wahrscheinlich für viele Schweizer eher überraschend wäre zu hören, dass es zwar das Bild der “schönen Schweiz” gibt, aber eben nicht für alle Ohren über die Einheimischen ganz anders geredet wird - aber, wir behalten es für uns - und hoffentlich auch unsere Medien.
February 23rd, 2007 at 6:14 pm
Sich Seitenweise über Vor/Nachteile, Fehler beim Kehricht/Abfall(für Teutonen)entsorgen, Trinkgeld (nicht)geben mit Argumenten zu bewerfen, ist schon ein bizarrer Vorgang! Aber wenigstens zeigt dieser Blog hier, dass eigen keine echte Trübung des CH-D-Verhältnisses besteht;-)) Und iss ja man auch gut dass wir mal drüber geredet haben, sollte aber nun mal ausreichen.
Die einzige echte Schwierigkeit scheint auch meiner Beobachtung nach zu bestehen, wenn ein Ausländer gerne Previlegien reklamiert die ihn in die Lage versetzen Schweizer Rechte in Anspruch zu nehmen, ohne Schweizer mit dem roten Pass zu sein. Wahlrechte nämlich, ist aber kein reines CH-D Problem. Das verzwickte an dieser Sache ist nämlich, dass gerechterweise der Schweizer anerkennen muss, dass der Ausländer den gleichen staatsbürgerlichen Pflichten, wie steuer-, AHV-, Pensionsbeiträge zahlen und vieles mehr, wie ein Schweizer leistet, nie jedoch die gleichen Rechte hat. Das kann Herr u. Frau Schweizer weder politisch, noch moralethisch oder sonstwie recht begründen; da gehts ihnen nicht anders als vielen Bürgern anderer Staaten die damit in ihren Ländern auch ihre Mühe haben, es dann aber doch schliessliche zuliessen. Wenn man in dieser Sache nachgäbe, hätte man als Schweizer dem Ausländer gegenüber fast nichts mehr voraus und dass wäre halt nicht zu akzeptieren. Die Deutschen haben aber in diesen Dikussionen auch immer das gleiche Handicap: “Sie beherrschen im allgemeinen das Argumentieren”, was man Ihnen schlicht und ergreifend übelnimmt. Ist aber im Alltag genau gleich bei zwei Inländern, wenn einer was besser kann als der Andere (z.B. Argumentieren), nimmts ihm Dieser übel, in jedem anderen Land auch.
Zur ganzen Debatte fällt mir nur des grossen teutonischen Schreibers Zitat ein. “Allein, die Geister, die ich rief werde ich nicht mehr los”.
“Grosses Dankeschön”: BLICK, FACTS, DOK, CLUB etc. Knapp daneben ist eben auch daneben.
February 23rd, 2007 at 6:40 pm
das mit der ampel kann ich bestätigen. aber vielleicht liegts auch dran das mein deutscher kollege kinder hat?
February 23rd, 2007 at 6:45 pm
@ neuromat
Wenn Sie meinen Post nochmals lesen (der Abschnitt über die Lawine, die früh ausgelöst wird), werden Sie feststellen, dass ich eine “Gegenreaktion” durchaus als wünschenswert empfinde. Und wenn es eine “Gegenreaktion” gibt, dann ist es ja gerade ein Beweis, dass die Deutschen eben vorher noch nicht gewusst haben, wie die Schweizer über sie denken. Wohlgemerkt, ich rede hier von der Mehrheit der Deutschen IN DEUTSCHLAND. Nicht diejenigen, die in der Schweiz leben. Letztere haben übrigens ganz unterschiedliche Meinungen, die durchaus nicht “per nationem” automatisch der Ihrigen entsprechen.
February 23rd, 2007 at 6:57 pm
Ui, ui, ist die Teutomanie (oder eher -phobie?) nun omnipräsent? Das kann einem ja auch als Schweizerin (Doppelbürgerin) mächtig auf den Keks (aufs Guetzli
) gehen. Interessanterweise scheinen diese ganzen Artikel über Kinderesser, Nicht-Trinkgeldgeber, Zeitungen-falsch-Bündler, Bei-Rot-Stehenbleiber, Sich-die-Schuhe-anders-Binder etc. gar nicht darauf abzuzielen, die Deutschen besser zu verstehen und so besser mit ihnen auszukommen. Wozu sie dann gut sein sollen, würde mich ja interessieren. Kopfschüttel…
Übrigens: Danke, Jens, für die sprachlichen Artikel in den letzten paar Tagen. Ich hatte ja zu denen gehört, die sich wieder mehr davon gewünscht hatten. Aus technischen Gründen (blöde W-LAN-Karte) und zeitlichen Gründen kam ich nicht zum Kommentare schreiben.
February 23rd, 2007 at 7:11 pm
@all
was findet man punkto kommentaren nun in diesem blog heraus? ganz einfach eines: das mit dem trinkgeldgeben ist halt doch keine so einheitliche sache. weder in deutschland noch hier in der schweiz
bsp. ich musste meinem vater förmlich beibringen, ein wenig trinkgeld liegen zu lassen. er würde sonst alles auf rappen genau ausbezahlt bekommen. da ich aber die service-angestellten eh für schlecht bezahlt einschätze, gebe ich bei guter bedienung auch hier in der schweiz gerne mal 10%. 2 bis 3 franken sind es aber auch sonst immer.
also man sieht, es ist eine generationen-frage, einstellungs-frage, etc. und erst am schluss eine frage der herkunft…
February 23rd, 2007 at 9:16 pm
Einer der weisesten Schweizer hat mal gesagt:
Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen.
February 23rd, 2007 at 10:25 pm
Hallo Mr. Wiese
Das war mal wieder ein echt gelungener Eintrag. Weiter so!
P.S.: Auf Radio 24 kamen gestern im “Züripuls” (Strassenumfrage) Schweizer zum Thema “Deutsche” zum Wort. Erstaunt hat mich, dass die Meinunge - bis aufs Thema Sport und Schweizerdeutsch - sehr deutschlandfreundlich waren (”Wir können von den Deutschen lernen” war mehr als einmal zu hören). Hoffen wir, dass der Antigermanismus doch nur in den tollen Blick-Serien lebt.^^
February 23rd, 2007 at 10:31 pm
@Tellerrand
Selbstverständlich steht es dir frei Trinkgeld zu geben, soviel und sooft du willst. Es wird sicher dankbar angenommen und ist eine freundliche Geste.. Das ändert nichts an der Tatsache das 15% in der Rechnung enthalten sind die du zahlen musst ob du willst oder nicht.
Der Rest deines Posts ist Selbstmitleid . Heul dich bei deiner Mama aus.
Man erkennt die Deutschen in diesem Blog daran dass sie viel geschliffener mit ihrer
Muttersprache umgehen was mir als ganz normal erscheint. Häufig argumentieren sie auch fundierter.
February 23rd, 2007 at 10:55 pm
Ich denke, das man in DE vor roten ampeln als Fussgänger wartet, hat eher damit zu tun, das die Deutschen bei grün drauf los rasen, und sich nen dreck drum kümmern, ob da noch so ein Fussgänger is. Den würden sie auch abschiessen. Sie haben ja grün.
In der Schweiz hingegen wäre dies schon mindestens Grobfahrlässig, sprich eine Straftat.
Und naja, da überlegt sich vllt. der Autofahrer so was… ^^
February 23rd, 2007 at 11:27 pm
@Sandra-Lia: Ich hatte in Zürich nie den Eindruck, als wenn ich große Überlebenschancen hätte, wenn ich dort Autofahrern bei Rot vor den Wagen laufe.
Ich denke mal, das “bei Rot gehen” bezieht sich doch in jedem Fall auf Situationen, wo KEIN Autofahrer in gefährlicher Nähe ist - egal ob in der Schweiz oder in Deutschland.
Zum Altpapier: Wir haben hier in München übrigens schöne Papiertonnen im Keller, die regelmäßig von der Müllabfuhr geleert werden und die ich zu jeder Zeit befüllen kann.
February 24th, 2007 at 12:25 am
@ Sandra-Lia
Deshalb muss ich, zumindest in Zürich, bei Fussgängerüberwegen (gelben Zebrastreifen) auch imm höllisch auf den Verkehr aufpassen, obwohl ich per Gesetz grundsätzlich Vortritt habe (bis auf Trams und Einsatzfahrzeuge).
Deutsches Recht:
StVO § 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Über diesen Paragrafen bekommst Du so ziemlich jeden.
February 24th, 2007 at 8:30 am
@ Micha
Du hast vergessen zu erwähnen, warum man in Amerika 15-20% Trinkgeld liegen lassen sollte: Der Mindestlohn pro Stunde bei uns ist gerade mal $5.15! Ich kann noch froh sein, weil mein Staat $7.93 pro Stunde bezahlt - der höchste Mindestlohn in ganz Amerika!
In der Schweiz gebe ich immer Trinkgeld, auch wenn ich weiss, dass es eigentlich in der Rechnung inbegriffen ist. Man muss nur einmal im Service gearbeitet haben, um zu wissen, wie hart diese Arbeit sein kann… auch wenn meine Verwandte und Freunde mich in der Schweiz immer belächeln, wenn ich dies erwähne. Nicht jede Arbeit ist geschätzt. Hat vielleicht auch mit der Kultur zu tun - in den USA isst man viel öfter im Ausgang.
February 24th, 2007 at 9:27 am
“Man erkennt die Deutschen in diesem Blog daran dass sie viel geschliffener mit ihrer Muttersprache umgehen”
Das kann man auch als Schweizer lernen, z.B. hier:
http://einslive.de/magazin/comedy/2007/fuehrerdeutsch.jsp
February 24th, 2007 at 12:27 pm
@ Klaus
… das ist doch Dialekt
besonders die Sequenz mit dem Zoll, versucht da nicht ein Oesterreicher Schweizerdeutsch zu sprechen und dieses rrr
February 24th, 2007 at 4:33 pm
Nur Leute die “Einformatig” (schönes Wort!) denken, bringen saubere Papierstapel hin. Mir sind meine saumässigen lieber.
February 24th, 2007 at 4:54 pm
Das Trinkgeld ist ein bedeutender Anteil meines Einkommens als Kellner. Er beträgt zwischen 20% und 25%. Ich arbeite seit vielen Jahren im Gastgewerbe, in verschiedenen Restaurants in Zürich. Im Durchschnitt beträgt das Trinkgeld ungefähr 5% der Rechnungsumme. Es gibt Gäste die sehr viel grosszügiger sind und solche die kein Trinkgeld geben. Gibt ein Gast in einem Speiserestaurant kein Trinkgeld, kann das als beleidigend empfunden werden. Besonders dann, wenn hohe Ansprüche gestellt und befriedigt werden.
February 24th, 2007 at 4:58 pm
Was ich noch anmerken wollte: Auch deutsche Gäste geben Trinkgeld, nicht mehr und nicht weniger als Schweizer. Ich konnte bisher diesbezüglich, ausser bei Touristen welche die Gepflogenheiten nicht kennen, keine Unterschiede nach der nationalen Herkunft der Gäste feststellen.
February 24th, 2007 at 5:14 pm
Ich hatte eigentlich schon immer gedacht, dass in der Schweiz kein und in Deutschland „normal“ Trinkgeld gegeben wird. Sicher ein Vorurteil, hat mich aber eigentlich nie verleitet irgendjemadn „besser“ zu finden. Nun steht irgendwo es sei anders rum…
Aber wo steht es denn genau?
Eigentlich bestätigt der Artikel nur, dass man prüfen sollte, welches Medium man denn geniesst… Beim „Der Arbeitsmarkt“ handelt es sich um ein seco-Heftchen, also staatsfinanziert. Bei „Dok“ und „Club“ handelt es sich ebenfalls um staatliche Gefässe. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie eigentlich das Thema entschärfen wollten (ob es wirlich scharf war, naja…) und mit der Professionalität, die den Gutmenschen eigen ist, genau das Gegenteil erreicht haben. Das SF ist sowieso nur eine Geldverschleuderungsmaschine, Informationsauftrag? Kultur? Fremdworte… Seichte Unterhaltung mit Steuergeldern…
Lustigerweise scheint hier niemand den Blick wirklich gelesen zu haben. Dank Militär bin ich tatsächlich in den Genuss der “Zeitung” gekommen: Wie immer haben die Schlagzeilen mit dem Inhalt wenig zu tun: Da loben die Schweizer nämlich die Deutschen und die Deutschen scheinen auch (fast) nie einem bösen Schweizer begegnet zu sein.
Der typische Hype, der in ein paar Wochen verflogen sein wird. Aber ein fantastisches Beispiel, dass die Gebührengelder des SF schlicht abgeschafft gehören und lustige Bundesämter keine Heftli finanzieren sollten. Keine Propaganda, sondern schlicht jounalistischer Unverstand. Und, dass man erst lesen und dann kritisieren sollte…
February 24th, 2007 at 6:03 pm
Dieser Blog ist unterhaltend ohne Frage. Ich lese hier regelmässig. Weiters möchte ich wie anderswo einfach nur kurz loswerden das mir diese ganze andauernde Diskussion über uns Teutonen die durch alle möglichen Medien über mich hereinbricht aber sowas von auf den Senkel geht dass ich mir langsam über die werten Schweizer so meine Gedanken machen muss. Ich bin nun als “Nordlicht” seit 17 Jahren hier, ich spreche wenn ich will fliessend Dialekt mit Ostschweizer Prägung ohne erkannt zu werden und was ich da momentan durch die Medien angeheizt “Live” erleben darf wenn man auf das Thema “Deutsch in CH” kommt lässt mich nur noch wundern.
February 24th, 2007 at 7:02 pm
du sprichst mir von der seele frankk
ich muss mich sehr wundern im moment und bin sichtlich irritiert. soviel hass und unsinn, wie momentan verbreitet wird, habe ich nie vorher erlebt. auch nicht diesen “rassenhass”, wie soll ich das sonst nennen?
worte wie teutonen sind oberpeinlich und völlig daneben. das nur mal nebenbei.
peinlich wirds aber auch dann, wenn meine schweizer freunde mir sagen, sie schämen sich in grund und boden für die hetzkampagnen und diverse kommentare im “blick” und ich soll mich nicht so hängen lassen. ich sei schliesslich auch en schwyzer weil ich so rede wie sie. nee, so einfach ist das für mich nicht.
ich bin gern deutscher und das bleibt auch so.
weiss gar nicht mehr, was sagen bzw. schreiben. zu gast bei feinden…was die em 2008 angeht, wurde ja schon angesprochen. teilweise sehe ich das heute auch so, sehr beschämend.
meine schweiz-euphorie hat im moment schwere dämpfer erlitten.
der wolfi
February 24th, 2007 at 7:25 pm
Nett
Die Sache mit dem Papierbündel ist mir bei der letzen Sammlung auch aufgefallen, woraufhin dieses Bild entstand: http://blog.gramels.info/blog/archives/34-Der-Papierbuendeler.html
February 25th, 2007 at 1:17 am
@ wolfi,
Oh, Oh, da fühlt sich doch tatsächlich Einer, der gerne Deutscher ist bei der Titulierung als “Teutone” durch: > etwas angefressen; Hoppalla, “überheblicher, arroganter Deutscher” scheint Ihm vielleicht angemessener? Also ich bin da lieber “Teutone”, beim Teutates! so hat mich mein Lieblingskollege aus Asterix-Land früher immer dann genannt, wenn er sich besonders mit mir über etwas, weder gallisches noch teutonisches, sondern “menschliches” amüsieren konnte und dann fragte er meistens “Comment dis tu dans la langue de Goethe?”. Vorhang!
Der 14 jährige meiner Lebensgefährtin meint penetranterweise in solchen Momenten dann: “Immer locker bleiben!”, Keine Ahnung woher der Züri-Goof das lupenreine “Ruhrpottdütsch” kennt.
Es gibt noch viel zu klären!
Hören wir doch besser endlich auf;-))
February 25th, 2007 at 11:49 am
Nun mußte ich aber wirklich lachen
Sandra-Lia, du glaubst tatsächlich, daß es in Deutschland rechtens und völlig legal ist, jemanden umzunieten, der bei Rot über die Ampel geht?
Genau. Außerdem dürfen die Dorfgemeinschaften den Mitbürger, der seinen Bürgersteig nicht fegt, ans Scheunentor fesseln und mit Stacheldraht verkloppen *gg.
February 25th, 2007 at 3:48 pm
Was mich mal ganz so nebenbei interessiert:
Gibt es in der französischsprachigen Schweiz auch eine Diskussion “Wie viele Franzosen verträgt die Schweiz”? Laut Bevölkerungsstatistik müssten dort nämlich proportional genau so viele Franzosen leben wie Deutsche in der “deutschsprachigen” Schweiz - pardon, ich meine natürlich “Gegend der Schweiz mit Schweizer Sprachdialekten, die bei arroganten Deutschen den Anschein erwecken, es seinen bloss deutsche Dialekte, obwohl es sich um eigenständige Sprachen handelt, Ähnlichkeiten sind bloss zufällig”.
Zudem leben in der Schweiz laut Statistischem Bundesamt genau so viele Portugiesen wie Deutsche, von der noch höheren Zahl von Ex-Jugoslawen und erst recht Italienern mal ganz zu schweigen. Komisch, dabei gibt es doch nur ein paar Millionen Portugiesen weltweit und das Land ist noch viel weiter weg als Deutschland.
Davon abgsehen leben immerhin 634.000 Schweizer im Ausland, davon ansehnliche 71.000 in Deutschland (knapp 1% der Schweizer Wohnbevölkerung). Wenn prozentual genauso viele Deutsche in der Schweiz leben würden wie Schweizer in Deutschland (mit 82 Mio Einwohnern), dann müsste die Schweiz 825.000 Deutsche aufnehmen.
Also, 1% der Schweizer leben in Deutschland (bezogen auf die Deutschweizer wahrscheinlich noch mehr), aber weniger als 0,1 % der Deutschen in der Schweiz. Ergo: Deutschland ist für Schweizer zehn Mal so attraktiv wie die Schweiz für Deutsche.
Interessant, wenn man das ganze mal objektiv anhand von Zahlen analysiert.
February 25th, 2007 at 6:16 pm
die hetze geht in die nächste runde, ein “sonntagsblick” genügt
http://www.blick.ch/sonntagsblick/aktuell/artikel55750 und
http://www.blick.ch/sonntagsblick/interaktiv/artikel54632
mal sehen, wo das noch hin führt…..aber sind ja erst zwei drittel der schweizer der meinung, es hätte zuviel deutsche hier…..
vielleicht gehe ich schneller zurück als ich bislang dachte, von wegen erst in 15 jahren, wenn ich in rente gehen will….was für eine perspektive hat man in einem land, wo man plötzlich derart angefeindet wird?
macht mir keinen spass mehr, hier zu diskutieren. machts gut. caioi.
wolfi
February 25th, 2007 at 6:17 pm
@Thomas W.
>Interessant, wenn man das ganze mal
>objektiv anhand von Zahlen analysiert.
Ich bin auch für eine sachliche Diskussion. Man kann natürlich auch die umgekehrte Rechnung machen
71′000 Schweizer leben also in Deutschland = ca. 0.09% der Bevölkerung in Deutschland
Die Schweiz müsste also umgekehrt ca. 6480 Deutsche aufnehmen (=0.09% von 7.2Mio CH-Einwohnern) und das ist nun bereits “knapp” erreicht.
Was in letzter Zeit erstaunt, ist vor allem die schnelle Zunahme der deutschen Zuwanderung. Die konservative SVP warnte bei der Bilateralen II-Abstimmung vor einem Einfall schlecht qualifizierter Rumänen, Bulgaren, etc. und es kamen gut ausgebildete Deutsche & Franzosen…. Und für die SVP sind nun die Deutschen das neue Feindbild, denn diese machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Vor den letzten Nationalratswahlen startete sie eine “Muslime bald in der Mehrheit?”-Angstkampagne, nach der im Jahre 2040 bereits 72 % aller Schweizer dem Islam angehören würden.
Tja, wenn jetzt soviele Deutsche Nicht-Muslime in die CH strömen, dauert das noch etwa 20′000 Jahre länger und die SVP kann keine Angstpolitik mehr betreiben.
Es ist halt auch ein Faktum, dass eine schnelle Zuwanderung immer irgendwann zu Reaktionen der einheimischen Bevölkerung führt. Das war bei den Italienern so, bei den Jugoslawen, Albanern, etc. und jetzt auch bei Deutschen. Und gab es nicht ähnliche Reaktionen in Deutschland auf die enorme Zuwanderung von Russland-Deutschen nach dem Mauerfall?
Nichtdestotrotz, manche Kommentare von CH-Bürgern und die Blick-Schlagzeilen sind jedoch schlichtweg primitiv.
@Jens:
Artikel über das Deutschland vs. Schweiz-Bild mitsamt Blogwiese-Verweis in der Samstagsausgabe der NZZ gesehen?
[Anmerkung Admin: Ja, wird morgen zitiert bzw. online gestellt]
February 25th, 2007 at 7:56 pm
@ Thomas W.
zum Verhältnis Westschweiz - Frankreich ganz aufschlussreich:
http://www.nzz.ch/2007/02/08/il/articleEWHJO.html
February 25th, 2007 at 7:57 pm
Und was meint ihr zu diesen Posts ?
http://www.blick.ch/sonntagsblick/wirtschaft/artikel56773
February 25th, 2007 at 8:10 pm
@Maximus:
Die Schweiz gehört mit rund 10% der Bevölkerung, die als Auslandsschweizer in anderen Ländern leben, mit zu den verhältbnismäßig größten Expoteuren eigener Einwohner in Europa. Davon ist Deutschland weit entfernt.
Es ging mir jedoch in erster Linie über den Mythos “alle Deutschen wollen in die Schweiz und ein großer Teil der Deutschen ist bereits schon da” und die Realität. Es interessieren sich offenbar prozentual mehr Schweizer für ein Leben im ach so furchtbaren Deutschland, als Deutsche in die Schweiz “fliehen”.
Das mit dem Anstieg der Zuwanderung ist nur normal, da die Schweiz gerade erst die Grenzen aufgemacht hat. Anders als einige andere Nationalitäten ziehen Deutsche jedoch nur in die Schweiz, wenn ihnen dort ein einigermaßen attraktiver Arbeitsplatz geboten wird - und ziehen oftmals auch wieder weg. Ohne dass ein Schweizer Unternehmen sich einen Vorteil davon verspricht, einen meist gut qualifizierten Deutschen einzustellen, kommt auch kein Deutscher.
Durch den derzeitigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland wird sich das alles bald wieder relativieren.
Zudem finde ich es in Europa völlig normal, dass Bevölkerungen sich durchmischen und wandern. Erst recht wenn es ein noch immer vergleichsweise ähnlicher Kulturkreis ist.
February 25th, 2007 at 9:19 pm
@Thomas:
Verstehe mich nicht falsch. Ich bin weder gegen Ein- noch Auswanderung. Ich finde auch Durchmischung gut, solange sich die Einwanderer integrieren, was idR für Deutsche in der Schweiz (und umgekehrt für Schweizer in Deutschland) ja kein Problem darstellt.
Ein Grund übrigens, warum die grosse Zahl von 10% der Schweizer Bevölkerung im Ausland leben, liegt an der Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft. Zwar lebten im 2006 fast 72′000 Schweizer in Deutschland, davon sind aber 44′000 Doppelbürger, in der Mehrheit wohl Deutsche und Schweizer (http://www.aso.ch/pdf/Auslandschweizerstatistik%202006_Wohnland.pdf)
…und dass Deutschland davon weit enfernt ist, ist zudem wohl auch auf den 2 WK und die damit erzwungene oder freiwillig erfolgte Rückwanderung in die BRD zurückzuführen.
@Romeo:
Naja, typisch Blick halt. Das kleine Reallohnwachstum in der Schweiz hat nichts mit Einwanderung zu tun. Wir könnten das Wirtschaftswachstum (und somit die Löhne) ankurbeln, wenn wir nur endlich marktverzerrende Regeln über Bord werfen würden und aufhörten, stattdessen bloss den Sozialstaat wachsen zu lassen.
February 25th, 2007 at 10:39 pm
Um mal wieder aufs Trinkgeld zurückzukommen:
). Kein Deutscher würde in dieser Situation ein Trinkgeld geben. Ich glaube, das hängt bei Deutschen vor allem davon ab, ob man in einem geschlossenen Raum am Tisch bedient wird und ob man sich setzen kann (also im Restaurant oder Café, aber nicht in der Kantine oder an der Imbissbude oder in dem Fall im Zug). Vor allem aber gab sie dem Verkäufer nicht die aufgerundete Summe und sagte: “Stimmt so” bzw. gab ihm einen Schein und sagte “Vier Euro, bitte”, sondern ließ sich das Wechselgeld geben und gab dann den Betrag zurück, der ihr passend erschien. Ich fand diese Art des Trinkgeldgebens faszinierend einfach, viel leichter als innerhalb von Sekundenbruchteilen ausrechnen zu müssen, was ca. 8-15 % von 2,67 € sind (wenn man den Preis vorher nicht weiß) und wie man am besten die nächste runde Summe finden kann. Ist das allgemein in der Schweiz so üblich, oder war diese Frau ein “Sonderfall”?
Als ich letzten Sommer in die Schweiz fuhr, sah ich zu, wie eine Schweizerin bei einem durch den Zug kommenden Snackverkäufer ein Baguette kaufte. Mehrere Dinge wunderten mich: Sie gab ein hohes Trinkgeld, und das sogar obwohl der Verkäufer eher unfreundlich war (Deutscher?
February 26th, 2007 at 12:38 am
Ich denke, früher war das generell so üblich, heute gibt es beide Formen. Wenn ich genügend Münz (= Kleingeld) habe, gebe ich das angemessen scheinende Trinkgeld ganz am Schluss. Dies ist v.a. sinnvoll, wenn das Trinkgeld in ein separates Fach im Portemonnaie (=Geldbeutel) gesteckt wird.
Wenn ein Railbar-Verkäufer einigermassen anständig ist, bekommt er ganz bestimmt Trinkgeld, denn seine Arbeit ist hart und der Lohn klein. Für Frauen gilt das erst recht.
Eine andere Frage: Gestern war ich in einem bekannten Landgasthof. Ich weiss, dass dort der Sohn kürzlich den Gastrobetrieb von den Eltern übernommen hat, kenne aber weder seine Mutter, noch weiss ich, ob er verheiratet ist.
Eigentlich gilt die Regel, dass man Angestellten, nicht aber dem Chef oder der Chefin Trinkgeld gibt. Wir wurden von einer älteren und einer jungen Frau sehr aufmerksam bedient – an sich ein klarer Fall für ein rechtes Trinkgeld. Das habe ich sicherheitshalber auch gegeben (die Junge kam mit der Rechnung). Falls die junge Serviererin eine Angestellte war, ists ok. HAbe ich einen Faux-pas begangen, wenn es die junge Wirtsfrau war oder wie handhaben das die anderen SchweizerInnen, wie die Deutschen?
February 26th, 2007 at 9:10 am
@franz
Im Klugscheissen scheinen wir uns ja wenig zu nehmen, also:
Schau Dir mal eine Restaurantrechnung an. Heute steht da i.d.R. “Bedienung enthalten” oder ein ähnlicher Passus. Früher wurden 15% für die Bedienung explizit ausgewiesen und dem Rechnungsbetrag zugeschlagen. Das ist jedoch nicht das Trinkgeld. Das nämlich ist und bleibt eine freiwillige Leistung des Gastes an die Bedienung. Zu sagen, es sei enthalten, ist eine im wahren Wortsinn billige Ausrede.
Du hast den Beitrag von Jens oben gelesen, oder? Es ist ein gutes Beispiel auf welch sachkenntnissfreier Basis in der Schweiz Vorurteile gegenüber Deutschen gepflegt werden. Jeder hat anscheinend etwas über Deutschland zu sagen, häufig ist das nichts Gutes. Und hier im Blog gibt’s es dann auch so einige Kommentatoren, deren Nationalstolz so dimensioniert ist, dass für Selbstkritik kein Platz mehr bleibt. Die Schweiz ist nicht das gelobte Land. In der Schweiz ist nicht alles besser als in jedem anderen Land. Es ist manches anders als Deutschland, vieles aber auch verdammt ähnlich.
Jemanden, den man nicht kennt, Grosskotz zu nennen, ihm Selbstmitleid zu unterstellen und ihm zu raten sich bei Mama auszuheulen. Respekt, das hat Niveau! Politiker?
February 26th, 2007 at 12:13 pm
@Tellerrand
ICH GEBE AUF.
Du hast Recht und ich meine Ruhe. Oder etwa doch nicht ????
Guksch du!!!
Trinkgeld
Trinkgeld ist im Rechnungsbetrag enthalten. Bei gutem Service zusätzlich ca. 10%. 10 Prozent. Schweiz. Nicht üblich. Nicht üblich – aufrunden auf den …
www.officeorga.de/trinkgeld.htm
Trinkgelder im Ausland: Urlaub, Reisen, Lastminute: www.urlaub.de
In der Schweiz ist das Trinkgeld für gewöhnlich schon im Preis inbegriffen. Wer in Restaurants dennoch zehn bis fünfzehn Prozent Trinkgeld gibt, …
www.urlaub.de/trinkgelder-ausland.0.html
Hab ich dich Grosskotz genannt? Würde ich doch nie tun.
Du scheinst ein richtiger Miesepeter zu sein, wenn du die Posts liest wird dir auffallen das mehrheitlich gut von Deutschen geschrieben wird.
Das die Schweiz nicht das gelobte Land ist weiss ich seit meinem ersten (auferzwungenen) Kirchengang, aber es ist nahe dran im Vergleich zu andern Ländern.
Da drängt sich mir doch gleich die Frage auf dass wenn du ein besseres Land kennst weshalb bist du dann hier?
Nun unterstell mir aber bitte nicht gleich ich sei antideutsch oder ein Rassist.
Ps:Der mit dem Selbstmitleid und “dich bei der Mama ausheulen” hat dich aber voll getroffen.
Auf deine Aussage das du ein Klugscheisser seist möchte ich dir nicht unbedingt widersprechen und ich gebe gerne zu dass ich auch nicht so leicht aufgebe.
February 26th, 2007 at 2:54 pm
Zur Sache mit dem Trinkgeld:
In der Schweiz ist es sicherlich nicht unüblich bis 10% Trinkgeld zu geben, auch wenn es eigentlich im Preis inbegriffen ist. Meine Mutter hat jahrelang in einem Restaurant gearbeitet und war immer froh über ein angemessenes Trinkgeld. Niemand wird deswegen als Grosskotz angeschaut.
February 26th, 2007 at 7:02 pm
Also in Frankfurt am Main wo ich lange gewohnt habe, wird durchaus Trinkgeld gegeben. Wenn alles 1a war, dann sogar bis zu 10%, sonst eher 5%. Und wenn’s nicht gut war, dann eben nichts. Was Trinkgeld in der Schweiz angeht, so wüsste ich gerne was man denn nun hier erwartet: wirklich nur aufrunden auf den nächsten Franken bzw. den nächsten ründeren Betrag? Oder ist die 5-10% Regel hier auch OK? Im Forum von hallo-schweiz.de wurde 0-5% vorgeschlagen.
Achja, in Frankfurt ist es durchaus üblich bei Rot über die Fussgängerampel zu gehen. Zumindest wenn gerade keine Polizei zugegen ist …
February 26th, 2007 at 7:05 pm
Die Kommentare über Japan stimmen übrigens beide. Kein Trinkgeld und vor dem Baden wird geduscht, im Bad dann auch NIE Seife oder ähnliches. Lustiges Land, das einzige was es schaffen würde die Schweiz unpünktlich oder dreckig aussehen zu lassen.
Und bevor jetzt jemand hier loslegt: ich halte die Schweiz nicht für unpünktlich oder dreckig, im Gegenteil. Nur in Japan ist es halt noch ein bisschen extremer
February 27th, 2007 at 5:14 pm
@franz
Lese, was Du selber geschrieben hast. Da kommt ein paar mal der Begriff Grosskotz vor und andere Aussagen, die ich mindestens despektierlich finde und die in einem vorgeblich so freundlichen Land wir der Schweiz doch eigentlich nicht vorkommen sollten.
Lese, was ich geschrieben habe. Da steht nichts von Rassismus.
Und wenn Du glaubst, dass die Schweiz wenigstens ganz nah am gelobten Land sei: es lebt sich sicher gut mit diesem Glauben.
Warum ich hier bin, wenn ich ein besseres Land kenne? Ich kenne einige Länder, in denen einiges besser ist als in der Schweiz. Die Kinderbetreuung in Frankreich und Skandinavien. Die Rechte von Behinderten in Italien und den Niederlanden. Das Arbeitnehmer- und der Mieterschutz in Deutschland. Alles Themen, die mich direkt betreffen.
Mich hat nach dem Studium die Arbeit hier her geführt. Ich habe vieles in der Schweiz sehr schätzen gelernt und habe in mancher Hinsicht grossen Respekt vor den Errungenschaften dieses Landes. Ein kritischen Blick auf meine Umgebung lasse ich mir allerdings nicht verbieten.
February 27th, 2007 at 6:33 pm
@Tellerrand
Mein Lieber, du bist ein sehr armer Mensch. Du müsstest dringend etwas gegen deine Komplexe unternehmen.
February 28th, 2007 at 7:03 am
@Tellerrand
Ist schon seltsam das du ausgerechnet den Arbeitnehmer- und Mieterschutz in Deutschland gut findest.
Da du scheinbar ein studierter Mensch bist hast du sicher gesehen das gerade euer überzogene Arbeitnehmerschutz Deutschland dauernd in Nöte bringt und eure Wirtschaft das Schlusslicht in der ganzen EU ist.
Vor lauter Arbeitnehmerschutz hattet ihr in den letzten Jahren einen Lohnschwund der Seinesgleichen in Europa nicht findet. Euer tolle Arbeitschutz hat zur Folge dass sich echte Leistung nicht mehr lohnt da alles in der Gleichmacherei erstickt wird. Dürfte wohl einer der Hauptgründe sein dass wir hier in den Genuss von gutausgebildeten Deutschen kommen was wir auch sehr schätzen.
Der Mieterschutz ist auch völlig überrissen. Es kann z.B.nicht sein das ein Wohnungseigentümer einen zahlungsunwilligen Mieter nicht vor die Tür setzen kann und dadurch unter Umständen selbst in Nöte gerät.
Du hast Glück das du dir so ein liberales Land wie die Schweiz ausgesucht hast, hier will dir niemand etwas verbieten ganz im Gegenteil, du bist dazu aufgerufen dein Möglichstes zu tun.
Ich behaupte auch nicht es sei hier alles Gold was glänzt doch wenn ich mir benachbarte Länder in Europa ansehe ist es doch sehr angenehm in der Schweiz zu leben so kleinkariert sie manchmal auch ist.
Ps: Wir sind froh das du nach deinem Studium in die Schweiz gekommen bist so konnten wir doch wieder ein paar Franken an Ausbildungskosten sparen.
March 1st, 2007 at 3:05 pm
@ franz
Nur mal so als Denkansatz: Könnte es nicht auch sein, dass die Hauptursache für die aktuellen Probleme im deutschen Sozialsystem und auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Folge davon ist, dass 1990 die damals 60 Mio. Einwohner zählende BRD einen völlig maroden Staat, die DDR, mit 17 Mio. Einwohnern freundlich übernommen hat? Keiner von ihnen hat je etwas in das Sozialsystem eingezahlt und trotzdem bekommen die Ex-DDR-Bürger Rente und Arbeitslosengeld und Harz IV. Woran ich auch nicht rütteln möchte, das hat etwas mit Solidarität zu tun, wenn mir auch die Nehmermentalität mancher gehörig auf den Senkel geht.
Es läuft in der Deutschen Mediendemokratie sicher einiges falsch und es ist manchmal nicht mal Silber, was da glänzt. Aber: Der Arbeitnehmerschutz ist ganz sicher in Zeiten der Globalisierung der Arbeitsmärkte kein Grund für die deutsche Misere. Wenn die Produktion am einen Ort zu teuer wird, geht sie halt an den nächsten.
Das man zahlungsunwillige Mieter manchmal nicht so schnell los wird ist eher eine Folge langsam arbeitender Gerichte, das Mitrecht schütz sie nämlich nicht.
Und dann schneidest Du da noch eines meiner Lieblingsthemen an: ja, ca. die Hälfte aller Deutschen, die zum Arbeiten in die Schweiz kommen, haben vom Deutschen Staat eine teure Ausbildung erhalten. Davon fliesst jetzt nichts mehr zurück, was Deutschland, neben dem Braindrain, wichtige Einnahmen entzieht. Ich habe dabei tatsächlich mehr als ein schlechtes Gewissen und kompensieren das ein wenig dadurch, dass ich mir prinzipiell die deutsche Mehrwertsteuer nicht erstatten lassen, wenn ich dort einkaufe. Bescheuert, gell?
March 6th, 2007 at 9:57 am
@Tellerrand
Nicht das ich dich beim denken stören möchte aber du scheinst die Tatsache vergessen zu haben dass ihr euch um die DDR gerissen habt.
Kanzler Kohl hat lauthals verkündet dass es Ostdeutschland quasi zum Nulltarif gibt.
Zu deutsch, eure Politiker haben sich völlig verkalkuliert und ihr durftet darüber nicht einmal abstimmen.
Die Hauptursache für den sozialen Supergau war „Grosskotzerei“, Selbstüberschätzung, verkennen der Lage und der Drang nach mehr.
Da ganze ging einher mit dem Wirtschaftsabschwung den Deutschland u.a. seinen Gewerkschaften verdankt die sich dauernd gegen Reformen wehrten und wehren.
Aber um Deutschland muss man sich keine Sorgen machen, die kommen immer wieder auf die Beine.
Wenn dich tatsächlich dein schlechtes Gewissen plagt bez.deinem Studiengeld, dann würde ich dir vorschlagen dass du doch jeden Monat Tausend Franken an deine Heimat überweisst, das wären dann nicht nur Peanuts wie die MWST.
Voraussichtlich hättest du aber bis zu deinem Ableben noch nicht alles zurückgezahlt aber immerhin deinen guten Willen gezeigt.
Wie war das nochmal mit den Nehmerqualitäten?
„Die Klugen leben von den Dummen und die Dummen von ihrer Arbeit“
March 7th, 2007 at 7:38 pm
@ Jens
Es tut mir eigentlich leid, dass ich so reagiere, aber diesen Blödsinn kann ich nicht akzeptieren.
@ franz
Absätze 1 - 5 - SCHWACHSINN!
Egal was die deutsche Einheit auch immer gekostet hat. Allein die Tatsache, dass es nun wieder einen deutschen Staat gibt war jeden Pfennig, Cent oder was auch immer wert. Aber das versteht wohl niemand dessen Land nicht geteilt war.
Damit, dass Deutschland wieder auf die Beine kommt, hast Du allerdings recht.