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Trinkgeld ist in Deutschland nicht üblich — Was die Schweizer alles über die Deutschen wissen

  • Die Deutschen kommen in die Fachzeitschrift
  • Die Fachzeitschrift „Der Arbeitsmarkt“ wird in der Schweiz bei den „RAVs“, den „Regionalen ArbeitsVermittlungen“ in einer Auflage von 4‘500 Exemplare verteilt und ausgelegt. In ihrer neusten Ausgabe 1/2_2007 geht es um das Schwerpunktthema „Die Deutschen in der Schweiz“. Es finden sich einige äusserst interessante und gut recherchierte Artikel zum Thema, z. B. der von Daniel Suter mit dem Titel „So nah und doch so fern“, aber auch dies hier, unter der Überschrift „Was Deutsche in der Schweiz irritiert“ lasen wir, tatsächlich etwas irritiert:

    „Trinkgeld ist in Deutschland nicht üblich“

    Trinkgeld ist in Deutschland nicht üblich

    Nun, die Zeitschrift erzählt nicht die ganze Wahrheit über die Deutschen. Fakt ist, dass ein Volk, das kleine Kinder frisst und laut „Ich kriege noch ein Bier, aber Zack-Zack“ durch die Kneipe brüllt, natürlich auch keine Zeit und Lust zum Trinkgelder bezahlen hat. Das wollen wir der Vollständigkeit halber an dieser Stelle anmerken.

  • Bei einer roten Ampel erstarrt jeder Deutsche
  • Doch es geht noch weiter. Auf der gleichen Seite wird erwähnt, dass die Deutschen darüber erstaunt sind, wenn Schweizer auch bei Rot über eine Fussängerampel gehen.

    „Schweizer überqueren die Strasse auch bei Rot“

    Schweizer überqueren die Strasse auch bei Rot

    Geht das denn überhaupt, rein technisch? Fährt dann nicht sofort ein Blitz und Donner vom Himmel hernieder?

    Über eine rote Fussgängerampel geht nämlich in Deutschland grundsätzlich niemand. Das liegt einfach daran, dass hinter jeder Deutschen Ampel ein Deutscher Schutzmann steht und mit einem Deutschen Strafmandat über 50 Deutschmark Euro droht, sowie mit 3 Punkten in der Deutschen Verkehrssünderkartei zu Flensburg (wo das leckere Bier von Werner herkommt), weswegen alle Deutsche bei jeder roten Fussgängerampel wie angewachsen stehen bleiben und warten, dass sie wieder grün wird oder ihnen der Himmel auf den Kopf fällt oder sich ein Spalt in der Erde auftut, in dem sie versinken und direktemang zur Hölle fahren mögen, falls sie doch diese rote Ampel ignorieren.

  • Nur saubere Zeitungsstapel kriegen die Deutschen nicht hin
  • Wir sind eben ein extrem ängstliches Völkchen, wir Deutschen. So tolldreiste Taten, wie eine rote Ampel zu überqueren, würden wir uns doch nie getrauen. Das müssen wir erst den Schweizern abgucken. Die haben es von den schneidigen und wagemutigen Franzosen gelernt, vermuten wir.

    Nur nicht so ordentlich wie die Schweizer sind wir, was das saubere Verknoten von gebrauchten Zeitungspapierstapeln angeht. Als wir noch in Deutschland weilten, verwendeten wir für diesen Behufe Plastiktüten, in die man 20-30 cm dicke Stapel von alten Zeitungen packte, oder alte Waschmittelkartons, mit duftem Persil-Aroma, vor allem wenn sie im Regen langsam aufweichten. Darin liess sich dann auch die heimlich gekaufte Bildzeitung oder ein Pornoheftchen verstecken, ohne dass diese abgelegte Lektüre vom Nachbarn am Strassenrand interessiert zur Kenntnis genommen werden konnte.

    Auf den Trick mit den Bindfäden sind wir damals nicht gekommen, dazu mussten wir erst in die Schweiz reisen und die hiesige Schnürtechnik erlernen. Reisen bildet bekanntlich.

    So akkurat wie in der Schweiz haben wir das zuvor nicht hinbekommen. Bei uns sah es nicht so aus:
    Verknotete Zeitungen in der Schweiz
    (Quelle Foto: Der Arbeitsmarkt 1-2/2007 )

    sondern so:
    Altpapier unsauber verknotet
    (Quelle Foto: lenntech.com)

  • In Japan ist Trinkgeld nicht üblich
  • Wir wissen ja nicht, in welchen finsteren Kneipen und Kaschemmen in Deutschland sich der Schweizer Autor dieses Artikels herumtrieb, wenn er nie Deutsche beim Trinkgeldzahlen beobachten konnte. Vielleicht hat er das nördliche Nachbarland ja mit Japan verwechselt. Dort ist es tatsächlich nicht üblich, ein Trinkgeld zu zahlen, was zahlreiche Touristen aus Japan, wenn sie nach Europa kommen, in grosse Verlegenheit bringen, weil sie keine Ahnung haben, wie sie hier einen Rechnungsbetrag passend aufrunden sollen ohne dabei das Gesicht zu verlieren, bei dieser merkwürdigen Angewohnheit der Europäer, einfach Geld an fremde Menschen zu verschenken.

  • Japaner säubern sich vor dem Bad
  • Ganze Reiseführer für Japaner befassen sich mit dem Thema „Wie gebe ich richtig Trinkgeld in Europa“, nebst netten Erklärungen zur korrekten Benutzung eines Badezimmers. In europäischen Badzimmern sollte man als Japaner bitte in der Badewanne baden, und sich nicht, wie in Japan üblich, davor auf dem Kachelboden abduschen. Der Japaner reinigt sich vor dem Bad ausserhalb der Wanne mit fliessend Wasser, um dann blitzsauber ins sehr heisse Wasser zu steigen (welches derart geschont auch mehrfach verwendet werden kann). Andere Länder, andere Sitten. Doch ich muss jetzt schliessen. Das Essen ist fertig, es gibt Kinderbraten, echt lecker, aber zack-zack, was dachten denn Sie? Wir sind halt nicht so „echli finer“ (Michèle Roten im CLUB über die Schweizer) wie die Schweizer, wir Deutschen, eher dumpf und grobschlächtig, ganz klar. Und jetzt her mit dem Braten. Nein, Besteck brauch ich keins.

    

    92 Responses to “Trinkgeld ist in Deutschland nicht üblich — Was die Schweizer alles über die Deutschen wissen”

    1. bbu Says:

      das mit der ampel kann ich bestätigen. aber vielleicht liegts auch dran das mein deutscher kollege kinder hat?

    2. giacometti Says:

      @ neuromat

      Wenn Sie meinen Post nochmals lesen (der Abschnitt über die Lawine, die früh ausgelöst wird), werden Sie feststellen, dass ich eine „Gegenreaktion“ durchaus als wünschenswert empfinde. Und wenn es eine „Gegenreaktion“ gibt, dann ist es ja gerade ein Beweis, dass die Deutschen eben vorher noch nicht gewusst haben, wie die Schweizer über sie denken. Wohlgemerkt, ich rede hier von der Mehrheit der Deutschen IN DEUTSCHLAND. Nicht diejenigen, die in der Schweiz leben. Letztere haben übrigens ganz unterschiedliche Meinungen, die durchaus nicht „per nationem“ automatisch der Ihrigen entsprechen.

    3. Selma Says:

      Ui, ui, ist die Teutomanie (oder eher -phobie?) nun omnipräsent? Das kann einem ja auch als Schweizerin (Doppelbürgerin) mächtig auf den Keks (aufs Guetzli 😉 ) gehen. Interessanterweise scheinen diese ganzen Artikel über Kinderesser, Nicht-Trinkgeldgeber, Zeitungen-falsch-Bündler, Bei-Rot-Stehenbleiber, Sich-die-Schuhe-anders-Binder etc. gar nicht darauf abzuzielen, die Deutschen besser zu verstehen und so besser mit ihnen auszukommen. Wozu sie dann gut sein sollen, würde mich ja interessieren. Kopfschüttel…

      Übrigens: Danke, Jens, für die sprachlichen Artikel in den letzten paar Tagen. Ich hatte ja zu denen gehört, die sich wieder mehr davon gewünscht hatten. Aus technischen Gründen (blöde W-LAN-Karte) und zeitlichen Gründen kam ich nicht zum Kommentare schreiben.

    4. Micha Says:

      @all

      was findet man punkto kommentaren nun in diesem blog heraus? ganz einfach eines: das mit dem trinkgeldgeben ist halt doch keine so einheitliche sache. weder in deutschland noch hier in der schweiz

      bsp. ich musste meinem vater förmlich beibringen, ein wenig trinkgeld liegen zu lassen. er würde sonst alles auf rappen genau ausbezahlt bekommen. da ich aber die service-angestellten eh für schlecht bezahlt einschätze, gebe ich bei guter bedienung auch hier in der schweiz gerne mal 10%. 2 bis 3 franken sind es aber auch sonst immer.

      also man sieht, es ist eine generationen-frage, einstellungs-frage, etc. und erst am schluss eine frage der herkunft…

    5. Besserwisser Says:

      Einer der weisesten Schweizer hat mal gesagt:

      Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen.

    6. fdw Says:

      Hallo Mr. Wiese

      Das war mal wieder ein echt gelungener Eintrag. Weiter so!

      P.S.: Auf Radio 24 kamen gestern im „Züripuls“ (Strassenumfrage) Schweizer zum Thema „Deutsche“ zum Wort. Erstaunt hat mich, dass die Meinunge – bis aufs Thema Sport und Schweizerdeutsch – sehr deutschlandfreundlich waren („Wir können von den Deutschen lernen“ war mehr als einmal zu hören). Hoffen wir, dass der Antigermanismus doch nur in den tollen Blick-Serien lebt.^^

    7. franz Says:

      @Tellerrand
      Selbstverständlich steht es dir frei Trinkgeld zu geben, soviel und sooft du willst. Es wird sicher dankbar angenommen und ist eine freundliche Geste.. Das ändert nichts an der Tatsache das 15% in der Rechnung enthalten sind die du zahlen musst ob du willst oder nicht.
      Der Rest deines Posts ist Selbstmitleid . Heul dich bei deiner Mama aus.

      Man erkennt die Deutschen in diesem Blog daran dass sie viel geschliffener mit ihrer
      Muttersprache umgehen was mir als ganz normal erscheint. Häufig argumentieren sie auch fundierter.

    8. Sandra-Lia Says:

      Ich denke, das man in DE vor roten ampeln als Fussgänger wartet, hat eher damit zu tun, das die Deutschen bei grün drauf los rasen, und sich nen dreck drum kümmern, ob da noch so ein Fussgänger is. Den würden sie auch abschiessen. Sie haben ja grün.

      In der Schweiz hingegen wäre dies schon mindestens Grobfahrlässig, sprich eine Straftat.

      Und naja, da überlegt sich vllt. der Autofahrer so was… ^^

    9. Thomas W. Says:

      @Sandra-Lia: Ich hatte in Zürich nie den Eindruck, als wenn ich große Überlebenschancen hätte, wenn ich dort Autofahrern bei Rot vor den Wagen laufe.
      Ich denke mal, das „bei Rot gehen“ bezieht sich doch in jedem Fall auf Situationen, wo KEIN Autofahrer in gefährlicher Nähe ist – egal ob in der Schweiz oder in Deutschland.

      Zum Altpapier: Wir haben hier in München übrigens schöne Papiertonnen im Keller, die regelmäßig von der Müllabfuhr geleert werden und die ich zu jeder Zeit befüllen kann.

    10. Gerald Says:

      @ Sandra-Lia
      Deshalb muss ich, zumindest in Zürich, bei Fussgängerüberwegen (gelben Zebrastreifen) auch imm höllisch auf den Verkehr aufpassen, obwohl ich per Gesetz grundsätzlich Vortritt habe (bis auf Trams und Einsatzfahrzeuge). 😉

      Deutsches Recht:
      StVO § 1 Grundregeln
      (1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
      (2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

      Über diesen Paragrafen bekommst Du so ziemlich jeden.

    11. swissami Says:

      @ Micha

      Du hast vergessen zu erwähnen, warum man in Amerika 15-20% Trinkgeld liegen lassen sollte: Der Mindestlohn pro Stunde bei uns ist gerade mal $5.15! Ich kann noch froh sein, weil mein Staat $7.93 pro Stunde bezahlt – der höchste Mindestlohn in ganz Amerika!

      In der Schweiz gebe ich immer Trinkgeld, auch wenn ich weiss, dass es eigentlich in der Rechnung inbegriffen ist. Man muss nur einmal im Service gearbeitet haben, um zu wissen, wie hart diese Arbeit sein kann… auch wenn meine Verwandte und Freunde mich in der Schweiz immer belächeln, wenn ich dies erwähne. Nicht jede Arbeit ist geschätzt. Hat vielleicht auch mit der Kultur zu tun – in den USA isst man viel öfter im Ausgang.

    12. Klaus Says:

      „Man erkennt die Deutschen in diesem Blog daran dass sie viel geschliffener mit ihrer Muttersprache umgehen“

      Das kann man auch als Schweizer lernen, z.B. hier:
      http://einslive.de/magazin/comedy/2007/fuehrerdeutsch.jsp

    13. neuromat Says:

      @ Klaus

      … das ist doch Dialekt 😉 besonders die Sequenz mit dem Zoll, versucht da nicht ein Oesterreicher Schweizerdeutsch zu sprechen und dieses rrr 😉

    14. Brun(o)egg Says:

      Nur Leute die „Einformatig“ (schönes Wort!) denken, bringen saubere Papierstapel hin. Mir sind meine saumässigen lieber.

    15. mep Says:

      Das Trinkgeld ist ein bedeutender Anteil meines Einkommens als Kellner. Er beträgt zwischen 20% und 25%. Ich arbeite seit vielen Jahren im Gastgewerbe, in verschiedenen Restaurants in Zürich. Im Durchschnitt beträgt das Trinkgeld ungefähr 5% der Rechnungsumme. Es gibt Gäste die sehr viel grosszügiger sind und solche die kein Trinkgeld geben. Gibt ein Gast in einem Speiserestaurant kein Trinkgeld, kann das als beleidigend empfunden werden. Besonders dann, wenn hohe Ansprüche gestellt und befriedigt werden.

    16. mep Says:

      Was ich noch anmerken wollte: Auch deutsche Gäste geben Trinkgeld, nicht mehr und nicht weniger als Schweizer. Ich konnte bisher diesbezüglich, ausser bei Touristen welche die Gepflogenheiten nicht kennen, keine Unterschiede nach der nationalen Herkunft der Gäste feststellen.

    17. Michael B. Says:

      Ich hatte eigentlich schon immer gedacht, dass in der Schweiz kein und in Deutschland „normal“ Trinkgeld gegeben wird. Sicher ein Vorurteil, hat mich aber eigentlich nie verleitet irgendjemadn „besser“ zu finden. Nun steht irgendwo es sei anders rum…

      Aber wo steht es denn genau?

      Eigentlich bestätigt der Artikel nur, dass man prüfen sollte, welches Medium man denn geniesst… Beim „Der Arbeitsmarkt“ handelt es sich um ein seco-Heftchen, also staatsfinanziert. Bei „Dok“ und „Club“ handelt es sich ebenfalls um staatliche Gefässe. Allen dreien ist gemeinsam, dass sie eigentlich das Thema entschärfen wollten (ob es wirlich scharf war, naja…) und mit der Professionalität, die den Gutmenschen eigen ist, genau das Gegenteil erreicht haben. Das SF ist sowieso nur eine Geldverschleuderungsmaschine, Informationsauftrag? Kultur? Fremdworte… Seichte Unterhaltung mit Steuergeldern…

      Lustigerweise scheint hier niemand den Blick wirklich gelesen zu haben. Dank Militär bin ich tatsächlich in den Genuss der „Zeitung“ gekommen: Wie immer haben die Schlagzeilen mit dem Inhalt wenig zu tun: Da loben die Schweizer nämlich die Deutschen und die Deutschen scheinen auch (fast) nie einem bösen Schweizer begegnet zu sein.

      Der typische Hype, der in ein paar Wochen verflogen sein wird. Aber ein fantastisches Beispiel, dass die Gebührengelder des SF schlicht abgeschafft gehören und lustige Bundesämter keine Heftli finanzieren sollten. Keine Propaganda, sondern schlicht jounalistischer Unverstand. Und, dass man erst lesen und dann kritisieren sollte…

    18. frankk Says:

      Dieser Blog ist unterhaltend ohne Frage. Ich lese hier regelmässig. Weiters möchte ich wie anderswo einfach nur kurz loswerden das mir diese ganze andauernde Diskussion über uns Teutonen die durch alle möglichen Medien über mich hereinbricht aber sowas von auf den Senkel geht dass ich mir langsam über die werten Schweizer so meine Gedanken machen muss. Ich bin nun als „Nordlicht“ seit 17 Jahren hier, ich spreche wenn ich will fliessend Dialekt mit Ostschweizer Prägung ohne erkannt zu werden und was ich da momentan durch die Medien angeheizt „Live“ erleben darf wenn man auf das Thema „Deutsch in CH“ kommt lässt mich nur noch wundern.

    19. wolfi Says:

      du sprichst mir von der seele frankk

      ich muss mich sehr wundern im moment und bin sichtlich irritiert. soviel hass und unsinn, wie momentan verbreitet wird, habe ich nie vorher erlebt. auch nicht diesen „rassenhass“, wie soll ich das sonst nennen?

      worte wie teutonen sind oberpeinlich und völlig daneben. das nur mal nebenbei.

      peinlich wirds aber auch dann, wenn meine schweizer freunde mir sagen, sie schämen sich in grund und boden für die hetzkampagnen und diverse kommentare im „blick“ und ich soll mich nicht so hängen lassen. ich sei schliesslich auch en schwyzer weil ich so rede wie sie. nee, so einfach ist das für mich nicht.

      ich bin gern deutscher und das bleibt auch so.

      weiss gar nicht mehr, was sagen bzw. schreiben. zu gast bei feinden…was die em 2008 angeht, wurde ja schon angesprochen. teilweise sehe ich das heute auch so, sehr beschämend.

      meine schweiz-euphorie hat im moment schwere dämpfer erlitten.

      der wolfi

    20. gramels Says:

      Nett 😉 Die Sache mit dem Papierbündel ist mir bei der letzen Sammlung auch aufgefallen, woraufhin dieses Bild entstand: http://blog.gramels.info/blog/archives/34-Der-Papierbuendeler.html

    21. KEGK Says:

      @ wolfi,
      Oh, Oh, da fühlt sich doch tatsächlich Einer, der gerne Deutscher ist bei der Titulierung als „Teutone“ durch: > etwas angefressen; Hoppalla, „überheblicher, arroganter Deutscher“ scheint Ihm vielleicht angemessener? Also ich bin da lieber „Teutone“, beim Teutates! so hat mich mein Lieblingskollege aus Asterix-Land früher immer dann genannt, wenn er sich besonders mit mir über etwas, weder gallisches noch teutonisches, sondern „menschliches“ amüsieren konnte und dann fragte er meistens „Comment dis tu dans la langue de Goethe?“. Vorhang!
      Der 14 jährige meiner Lebensgefährtin meint penetranterweise in solchen Momenten dann: „Immer locker bleiben!“, Keine Ahnung woher der Züri-Goof das lupenreine „Ruhrpottdütsch“ kennt.
      Es gibt noch viel zu klären!
      Hören wir doch besser endlich auf;-))

    22. Bine Says:

      Nun mußte ich aber wirklich lachen 🙂 Sandra-Lia, du glaubst tatsächlich, daß es in Deutschland rechtens und völlig legal ist, jemanden umzunieten, der bei Rot über die Ampel geht?
      Genau. Außerdem dürfen die Dorfgemeinschaften den Mitbürger, der seinen Bürgersteig nicht fegt, ans Scheunentor fesseln und mit Stacheldraht verkloppen *gg.

    23. Thomas W. Says:

      Was mich mal ganz so nebenbei interessiert:

      Gibt es in der französischsprachigen Schweiz auch eine Diskussion „Wie viele Franzosen verträgt die Schweiz“? Laut Bevölkerungsstatistik müssten dort nämlich proportional genau so viele Franzosen leben wie Deutsche in der „deutschsprachigen“ Schweiz – pardon, ich meine natürlich „Gegend der Schweiz mit Schweizer Sprachdialekten, die bei arroganten Deutschen den Anschein erwecken, es seinen bloss deutsche Dialekte, obwohl es sich um eigenständige Sprachen handelt, Ähnlichkeiten sind bloss zufällig“.

      Zudem leben in der Schweiz laut Statistischem Bundesamt genau so viele Portugiesen wie Deutsche, von der noch höheren Zahl von Ex-Jugoslawen und erst recht Italienern mal ganz zu schweigen. Komisch, dabei gibt es doch nur ein paar Millionen Portugiesen weltweit und das Land ist noch viel weiter weg als Deutschland.

      Davon abgsehen leben immerhin 634.000 Schweizer im Ausland, davon ansehnliche 71.000 in Deutschland (knapp 1% der Schweizer Wohnbevölkerung). Wenn prozentual genauso viele Deutsche in der Schweiz leben würden wie Schweizer in Deutschland (mit 82 Mio Einwohnern), dann müsste die Schweiz 825.000 Deutsche aufnehmen.

      Also, 1% der Schweizer leben in Deutschland (bezogen auf die Deutschweizer wahrscheinlich noch mehr), aber weniger als 0,1 % der Deutschen in der Schweiz. Ergo: Deutschland ist für Schweizer zehn Mal so attraktiv wie die Schweiz für Deutsche.

      Interessant, wenn man das ganze mal objektiv anhand von Zahlen analysiert.

    24. wolfi Says:

      die hetze geht in die nächste runde, ein „sonntagsblick“ genügt

      http://www.blick.ch/sonntagsblick/aktuell/artikel55750 und

      http://www.blick.ch/sonntagsblick/interaktiv/artikel54632

      mal sehen, wo das noch hin führt…..aber sind ja erst zwei drittel der schweizer der meinung, es hätte zuviel deutsche hier…..

      vielleicht gehe ich schneller zurück als ich bislang dachte, von wegen erst in 15 jahren, wenn ich in rente gehen will….was für eine perspektive hat man in einem land, wo man plötzlich derart angefeindet wird?

      macht mir keinen spass mehr, hier zu diskutieren. machts gut. caioi.

      wolfi

    25. Maximus Says:

      @Thomas W.

      >Interessant, wenn man das ganze mal
      >objektiv anhand von Zahlen analysiert.

      Ich bin auch für eine sachliche Diskussion. Man kann natürlich auch die umgekehrte Rechnung machen 🙂

      71’000 Schweizer leben also in Deutschland = ca. 0.09% der Bevölkerung in Deutschland

      Die Schweiz müsste also umgekehrt ca. 6480 Deutsche aufnehmen (=0.09% von 7.2Mio CH-Einwohnern) und das ist nun bereits „knapp“ erreicht.

      Was in letzter Zeit erstaunt, ist vor allem die schnelle Zunahme der deutschen Zuwanderung. Die konservative SVP warnte bei der Bilateralen II-Abstimmung vor einem Einfall schlecht qualifizierter Rumänen, Bulgaren, etc. und es kamen gut ausgebildete Deutsche & Franzosen…. Und für die SVP sind nun die Deutschen das neue Feindbild, denn diese machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Vor den letzten Nationalratswahlen startete sie eine „Muslime bald in der Mehrheit?“-Angstkampagne, nach der im Jahre 2040 bereits 72 % aller Schweizer dem Islam angehören würden.

      Tja, wenn jetzt soviele Deutsche Nicht-Muslime in die CH strömen, dauert das noch etwa 20’000 Jahre länger und die SVP kann keine Angstpolitik mehr betreiben.

      Es ist halt auch ein Faktum, dass eine schnelle Zuwanderung immer irgendwann zu Reaktionen der einheimischen Bevölkerung führt. Das war bei den Italienern so, bei den Jugoslawen, Albanern, etc. und jetzt auch bei Deutschen. Und gab es nicht ähnliche Reaktionen in Deutschland auf die enorme Zuwanderung von Russland-Deutschen nach dem Mauerfall?

      Nichtdestotrotz, manche Kommentare von CH-Bürgern und die Blick-Schlagzeilen sind jedoch schlichtweg primitiv.

      @Jens:
      Artikel über das Deutschland vs. Schweiz-Bild mitsamt Blogwiese-Verweis in der Samstagsausgabe der NZZ gesehen?

      [Anmerkung Admin: Ja, wird morgen zitiert bzw. online gestellt]

    26. Grau Says:

      @ Thomas W.

      zum Verhältnis Westschweiz – Frankreich ganz aufschlussreich:

      http://www.nzz.ch/2007/02/08/il/articleEWHJO.html

    27. Romeo Says:

      Und was meint ihr zu diesen Posts ?
      http://www.blick.ch/sonntagsblick/wirtschaft/artikel56773

    28. Thomas W. Says:

      @Maximus:
      Die Schweiz gehört mit rund 10% der Bevölkerung, die als Auslandsschweizer in anderen Ländern leben, mit zu den verhältbnismäßig größten Expoteuren eigener Einwohner in Europa. Davon ist Deutschland weit entfernt.

      Es ging mir jedoch in erster Linie über den Mythos „alle Deutschen wollen in die Schweiz und ein großer Teil der Deutschen ist bereits schon da“ und die Realität. Es interessieren sich offenbar prozentual mehr Schweizer für ein Leben im ach so furchtbaren Deutschland, als Deutsche in die Schweiz „fliehen“.

      Das mit dem Anstieg der Zuwanderung ist nur normal, da die Schweiz gerade erst die Grenzen aufgemacht hat. Anders als einige andere Nationalitäten ziehen Deutsche jedoch nur in die Schweiz, wenn ihnen dort ein einigermaßen attraktiver Arbeitsplatz geboten wird – und ziehen oftmals auch wieder weg. Ohne dass ein Schweizer Unternehmen sich einen Vorteil davon verspricht, einen meist gut qualifizierten Deutschen einzustellen, kommt auch kein Deutscher.

      Durch den derzeitigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland wird sich das alles bald wieder relativieren.

      Zudem finde ich es in Europa völlig normal, dass Bevölkerungen sich durchmischen und wandern. Erst recht wenn es ein noch immer vergleichsweise ähnlicher Kulturkreis ist.

    29. Maximus Says:

      @Thomas:

      Verstehe mich nicht falsch. Ich bin weder gegen Ein- noch Auswanderung. Ich finde auch Durchmischung gut, solange sich die Einwanderer integrieren, was idR für Deutsche in der Schweiz (und umgekehrt für Schweizer in Deutschland) ja kein Problem darstellt.

      Ein Grund übrigens, warum die grosse Zahl von 10% der Schweizer Bevölkerung im Ausland leben, liegt an der Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft. Zwar lebten im 2006 fast 72’000 Schweizer in Deutschland, davon sind aber 44’000 Doppelbürger, in der Mehrheit wohl Deutsche und Schweizer (http://www.aso.ch/pdf/Auslandschweizerstatistik%202006_Wohnland.pdf)

      …und dass Deutschland davon weit enfernt ist, ist zudem wohl auch auf den 2 WK und die damit erzwungene oder freiwillig erfolgte Rückwanderung in die BRD zurückzuführen.

      @Romeo:
      Naja, typisch Blick halt. Das kleine Reallohnwachstum in der Schweiz hat nichts mit Einwanderung zu tun. Wir könnten das Wirtschaftswachstum (und somit die Löhne) ankurbeln, wenn wir nur endlich marktverzerrende Regeln über Bord werfen würden und aufhörten, stattdessen bloss den Sozialstaat wachsen zu lassen.

    30. vierundachtzig Says:

      Um mal wieder aufs Trinkgeld zurückzukommen:
      Als ich letzten Sommer in die Schweiz fuhr, sah ich zu, wie eine Schweizerin bei einem durch den Zug kommenden Snackverkäufer ein Baguette kaufte. Mehrere Dinge wunderten mich: Sie gab ein hohes Trinkgeld, und das sogar obwohl der Verkäufer eher unfreundlich war (Deutscher? ;-)). Kein Deutscher würde in dieser Situation ein Trinkgeld geben. Ich glaube, das hängt bei Deutschen vor allem davon ab, ob man in einem geschlossenen Raum am Tisch bedient wird und ob man sich setzen kann (also im Restaurant oder Café, aber nicht in der Kantine oder an der Imbissbude oder in dem Fall im Zug). Vor allem aber gab sie dem Verkäufer nicht die aufgerundete Summe und sagte: „Stimmt so“ bzw. gab ihm einen Schein und sagte „Vier Euro, bitte“, sondern ließ sich das Wechselgeld geben und gab dann den Betrag zurück, der ihr passend erschien. Ich fand diese Art des Trinkgeldgebens faszinierend einfach, viel leichter als innerhalb von Sekundenbruchteilen ausrechnen zu müssen, was ca. 8-15 % von 2,67 € sind (wenn man den Preis vorher nicht weiß) und wie man am besten die nächste runde Summe finden kann. Ist das allgemein in der Schweiz so üblich, oder war diese Frau ein „Sonderfall“?

    31. solar Says:

      Ich denke, früher war das generell so üblich, heute gibt es beide Formen. Wenn ich genügend Münz (= Kleingeld) habe, gebe ich das angemessen scheinende Trinkgeld ganz am Schluss. Dies ist v.a. sinnvoll, wenn das Trinkgeld in ein separates Fach im Portemonnaie (=Geldbeutel) gesteckt wird.

      Wenn ein Railbar-Verkäufer einigermassen anständig ist, bekommt er ganz bestimmt Trinkgeld, denn seine Arbeit ist hart und der Lohn klein. Für Frauen gilt das erst recht.

      Eine andere Frage: Gestern war ich in einem bekannten Landgasthof. Ich weiss, dass dort der Sohn kürzlich den Gastrobetrieb von den Eltern übernommen hat, kenne aber weder seine Mutter, noch weiss ich, ob er verheiratet ist.

      Eigentlich gilt die Regel, dass man Angestellten, nicht aber dem Chef oder der Chefin Trinkgeld gibt. Wir wurden von einer älteren und einer jungen Frau sehr aufmerksam bedient – an sich ein klarer Fall für ein rechtes Trinkgeld. Das habe ich sicherheitshalber auch gegeben (die Junge kam mit der Rechnung). Falls die junge Serviererin eine Angestellte war, ists ok. HAbe ich einen Faux-pas begangen, wenn es die junge Wirtsfrau war oder wie handhaben das die anderen SchweizerInnen, wie die Deutschen?

    32. Tellerrand Says:

      @franz

      Im Klugscheissen scheinen wir uns ja wenig zu nehmen, also:

      Schau Dir mal eine Restaurantrechnung an. Heute steht da i.d.R. „Bedienung enthalten“ oder ein ähnlicher Passus. Früher wurden 15% für die Bedienung explizit ausgewiesen und dem Rechnungsbetrag zugeschlagen. Das ist jedoch nicht das Trinkgeld. Das nämlich ist und bleibt eine freiwillige Leistung des Gastes an die Bedienung. Zu sagen, es sei enthalten, ist eine im wahren Wortsinn billige Ausrede.

      Du hast den Beitrag von Jens oben gelesen, oder? Es ist ein gutes Beispiel auf welch sachkenntnissfreier Basis in der Schweiz Vorurteile gegenüber Deutschen gepflegt werden. Jeder hat anscheinend etwas über Deutschland zu sagen, häufig ist das nichts Gutes. Und hier im Blog gibt’s es dann auch so einige Kommentatoren, deren Nationalstolz so dimensioniert ist, dass für Selbstkritik kein Platz mehr bleibt. Die Schweiz ist nicht das gelobte Land. In der Schweiz ist nicht alles besser als in jedem anderen Land. Es ist manches anders als Deutschland, vieles aber auch verdammt ähnlich.

      Jemanden, den man nicht kennt, Grosskotz zu nennen, ihm Selbstmitleid zu unterstellen und ihm zu raten sich bei Mama auszuheulen. Respekt, das hat Niveau! Politiker?

    33. franz Says:

      @Tellerrand

      ICH GEBE AUF.
      Du hast Recht und ich meine Ruhe. Oder etwa doch nicht ????

      Guksch du!!!

      Trinkgeld
      Trinkgeld ist im Rechnungsbetrag enthalten. Bei gutem Service zusätzlich ca. 10%. 10 Prozent. Schweiz. Nicht üblich. Nicht üblich – aufrunden auf den …
      http://www.officeorga.de/trinkgeld.htm

      Hab ich dich Grosskotz genannt? Würde ich doch nie tun.
      Du scheinst ein richtiger Miesepeter zu sein, wenn du die Posts liest wird dir auffallen das mehrheitlich gut von Deutschen geschrieben wird.

      Das die Schweiz nicht das gelobte Land ist weiss ich seit meinem ersten (auferzwungenen) Kirchengang, aber es ist nahe dran im Vergleich zu andern Ländern.
      Da drängt sich mir doch gleich die Frage auf dass wenn du ein besseres Land kennst weshalb bist du dann hier?

      Nun unterstell mir aber bitte nicht gleich ich sei antideutsch oder ein Rassist.
      Ps:Der mit dem Selbstmitleid und „dich bei der Mama ausheulen“ hat dich aber voll getroffen.
      Auf deine Aussage das du ein Klugscheisser seist möchte ich dir nicht unbedingt widersprechen und ich gebe gerne zu dass ich auch nicht so leicht aufgebe.

    34. Tischplatte Says:

      Zur Sache mit dem Trinkgeld:

      In der Schweiz ist es sicherlich nicht unüblich bis 10% Trinkgeld zu geben, auch wenn es eigentlich im Preis inbegriffen ist. Meine Mutter hat jahrelang in einem Restaurant gearbeitet und war immer froh über ein angemessenes Trinkgeld. Niemand wird deswegen als Grosskotz angeschaut.

    35. Donald Says:

      Also in Frankfurt am Main wo ich lange gewohnt habe, wird durchaus Trinkgeld gegeben. Wenn alles 1a war, dann sogar bis zu 10%, sonst eher 5%. Und wenn’s nicht gut war, dann eben nichts. Was Trinkgeld in der Schweiz angeht, so wüsste ich gerne was man denn nun hier erwartet: wirklich nur aufrunden auf den nächsten Franken bzw. den nächsten ründeren Betrag? Oder ist die 5-10% Regel hier auch OK? Im Forum von hallo-schweiz.de wurde 0-5% vorgeschlagen.

      Achja, in Frankfurt ist es durchaus üblich bei Rot über die Fussgängerampel zu gehen. Zumindest wenn gerade keine Polizei zugegen ist …

    36. Donald Says:

      Die Kommentare über Japan stimmen übrigens beide. Kein Trinkgeld und vor dem Baden wird geduscht, im Bad dann auch NIE Seife oder ähnliches. Lustiges Land, das einzige was es schaffen würde die Schweiz unpünktlich oder dreckig aussehen zu lassen. 😉

      Und bevor jetzt jemand hier loslegt: ich halte die Schweiz nicht für unpünktlich oder dreckig, im Gegenteil. Nur in Japan ist es halt noch ein bisschen extremer

    37. Tellerrand Says:

      @franz

      Lese, was Du selber geschrieben hast. Da kommt ein paar mal der Begriff Grosskotz vor und andere Aussagen, die ich mindestens despektierlich finde und die in einem vorgeblich so freundlichen Land wir der Schweiz doch eigentlich nicht vorkommen sollten.

      Lese, was ich geschrieben habe. Da steht nichts von Rassismus.

      Und wenn Du glaubst, dass die Schweiz wenigstens ganz nah am gelobten Land sei: es lebt sich sicher gut mit diesem Glauben.

      Warum ich hier bin, wenn ich ein besseres Land kenne? Ich kenne einige Länder, in denen einiges besser ist als in der Schweiz. Die Kinderbetreuung in Frankreich und Skandinavien. Die Rechte von Behinderten in Italien und den Niederlanden. Das Arbeitnehmer- und der Mieterschutz in Deutschland. Alles Themen, die mich direkt betreffen.

      Mich hat nach dem Studium die Arbeit hier her geführt. Ich habe vieles in der Schweiz sehr schätzen gelernt und habe in mancher Hinsicht grossen Respekt vor den Errungenschaften dieses Landes. Ein kritischen Blick auf meine Umgebung lasse ich mir allerdings nicht verbieten.

    38. franz Says:

      @Tellerrand
      Mein Lieber, du bist ein sehr armer Mensch. Du müsstest dringend etwas gegen deine Komplexe unternehmen.

    39. franz Says:

      @Tellerrand
      Ist schon seltsam das du ausgerechnet den Arbeitnehmer- und Mieterschutz in Deutschland gut findest.
      Da du scheinbar ein studierter Mensch bist hast du sicher gesehen das gerade euer überzogene Arbeitnehmerschutz Deutschland dauernd in Nöte bringt und eure Wirtschaft das Schlusslicht in der ganzen EU ist.
      Vor lauter Arbeitnehmerschutz hattet ihr in den letzten Jahren einen Lohnschwund der Seinesgleichen in Europa nicht findet. Euer tolle Arbeitschutz hat zur Folge dass sich echte Leistung nicht mehr lohnt da alles in der Gleichmacherei erstickt wird. Dürfte wohl einer der Hauptgründe sein dass wir hier in den Genuss von gutausgebildeten Deutschen kommen was wir auch sehr schätzen.
      Der Mieterschutz ist auch völlig überrissen. Es kann z.B.nicht sein das ein Wohnungseigentümer einen zahlungsunwilligen Mieter nicht vor die Tür setzen kann und dadurch unter Umständen selbst in Nöte gerät.
      Du hast Glück das du dir so ein liberales Land wie die Schweiz ausgesucht hast, hier will dir niemand etwas verbieten ganz im Gegenteil, du bist dazu aufgerufen dein Möglichstes zu tun.
      Ich behaupte auch nicht es sei hier alles Gold was glänzt doch wenn ich mir benachbarte Länder in Europa ansehe ist es doch sehr angenehm in der Schweiz zu leben so kleinkariert sie manchmal auch ist.

      Ps: Wir sind froh das du nach deinem Studium in die Schweiz gekommen bist so konnten wir doch wieder ein paar Franken an Ausbildungskosten sparen. 🙂

    40. Tellerrand Says:

      @ franz

      Nur mal so als Denkansatz: Könnte es nicht auch sein, dass die Hauptursache für die aktuellen Probleme im deutschen Sozialsystem und auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Folge davon ist, dass 1990 die damals 60 Mio. Einwohner zählende BRD einen völlig maroden Staat, die DDR, mit 17 Mio. Einwohnern freundlich übernommen hat? Keiner von ihnen hat je etwas in das Sozialsystem eingezahlt und trotzdem bekommen die Ex-DDR-Bürger Rente und Arbeitslosengeld und Harz IV. Woran ich auch nicht rütteln möchte, das hat etwas mit Solidarität zu tun, wenn mir auch die Nehmermentalität mancher gehörig auf den Senkel geht.

      Es läuft in der Deutschen Mediendemokratie sicher einiges falsch und es ist manchmal nicht mal Silber, was da glänzt. Aber: Der Arbeitnehmerschutz ist ganz sicher in Zeiten der Globalisierung der Arbeitsmärkte kein Grund für die deutsche Misere. Wenn die Produktion am einen Ort zu teuer wird, geht sie halt an den nächsten.

      Das man zahlungsunwillige Mieter manchmal nicht so schnell los wird ist eher eine Folge langsam arbeitender Gerichte, das Mitrecht schütz sie nämlich nicht.

      Und dann schneidest Du da noch eines meiner Lieblingsthemen an: ja, ca. die Hälfte aller Deutschen, die zum Arbeiten in die Schweiz kommen, haben vom Deutschen Staat eine teure Ausbildung erhalten. Davon fliesst jetzt nichts mehr zurück, was Deutschland, neben dem Braindrain, wichtige Einnahmen entzieht. Ich habe dabei tatsächlich mehr als ein schlechtes Gewissen und kompensieren das ein wenig dadurch, dass ich mir prinzipiell die deutsche Mehrwertsteuer nicht erstatten lassen, wenn ich dort einkaufe. Bescheuert, gell?

    41. franz Says:

      @Tellerrand

      Nicht das ich dich beim denken stören möchte aber du scheinst die Tatsache vergessen zu haben dass ihr euch um die DDR gerissen habt.
      Kanzler Kohl hat lauthals verkündet dass es Ostdeutschland quasi zum Nulltarif gibt.
      Zu deutsch, eure Politiker haben sich völlig verkalkuliert und ihr durftet darüber nicht einmal abstimmen.
      Die Hauptursache für den sozialen Supergau war „Grosskotzerei“, Selbstüberschätzung, verkennen der Lage und der Drang nach mehr.
      Da ganze ging einher mit dem Wirtschaftsabschwung den Deutschland u.a. seinen Gewerkschaften verdankt die sich dauernd gegen Reformen wehrten und wehren.
      Aber um Deutschland muss man sich keine Sorgen machen, die kommen immer wieder auf die Beine.

      Wenn dich tatsächlich dein schlechtes Gewissen plagt bez.deinem Studiengeld, dann würde ich dir vorschlagen dass du doch jeden Monat Tausend Franken an deine Heimat überweisst, das wären dann nicht nur Peanuts wie die MWST.
      Voraussichtlich hättest du aber bis zu deinem Ableben noch nicht alles zurückgezahlt aber immerhin deinen guten Willen gezeigt.
      Wie war das nochmal mit den Nehmerqualitäten?
      „Die Klugen leben von den Dummen und die Dummen von ihrer Arbeit“

    42. Gerald Says:

      @ Jens

      Es tut mir eigentlich leid, dass ich so reagiere, aber diesen Blödsinn kann ich nicht akzeptieren.

      @ franz

      Absätze 1 – 5 – SCHWACHSINN!

      Egal was die deutsche Einheit auch immer gekostet hat. Allein die Tatsache, dass es nun wieder einen deutschen Staat gibt war jeden Pfennig, Cent oder was auch immer wert. Aber das versteht wohl niemand dessen Land nicht geteilt war.

      Damit, dass Deutschland wieder auf die Beine kommt, hast Du allerdings recht.

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