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Gemeinsames Duschen spart Wasser und fördert die Verständigung — Neue Deutsch-Schweizer Missverständnisse

  • Ein erotisches Angebot?
  • Wer frisch aus Deutschland in die Schweiz gezogen ist, erlebt mitunter eine Reihe von missverständlichen Situationen. Dass nicht alle Schweizer ständig zur Post eilen, wenn sie „go poschte“ wollen, haben uns etliche erstaunte Deutsche erzählt. Und beim „Ledele“ wird auch nicht die Lederkluft für den nächsten Besuch im Sadomaso-Swingerclub zusammengekauft, sondern Läden systematisch unsicher gemacht („go lädele1‘070 Fundstellen bei Google-CH)

  • Willst Du mit mir duschen?
  • Willst Du mit mir Duschen?
    (Quelle Foto: valblu.at)

    Aber nicht immer sind die Missverständnisse so harmlos und so leicht aus der Welt zu schaffen wie beim „poschte“ und „lädele“. So schrieb uns ein Deutscher:

    Einmal erhielt ich ein Angebot, was mir wirklich schwer fiel, abzulehnen. Ich erzählte einer Kollegin (also einer guten Bekannten – nicht etwa einer Arbeitskollegin) von meinen komfortablen Arbeitszeitenregelungen und Freiheitsgraden als Assistent an unserem Lehrstuhl. Sie war sichtlich beeindruckt und sagte „Mit Dir wett i au gärn emal duusche„. Ich war ob des sehr spontanen Wechsels der Thematik und des recht unverfrorenen und überraschend direkten Angebots recht verdutzt. Wohl ahnend, dass ich möglicherweise etwas falsch verstanden haben könnte, merkte ich an, dass meine Dusche leider sehr klein sei und kaum zwei Personen darin Platz finden würden. Das sich anschließende Schweigen dauerte sicherlich 15 Sekunden, bevor sich endlich ein Lächeln auf dem Gesicht meines Gegenübers abzeichnete und ich einen freundschaftlichen Knuff gegen die Schulter erhielt.
    (Quelle: private E-Mail)

    Was war passiert? Wie konnte es zu dieser peinlichen Situation kommen? War die freundliche Arbeitskollegin wirklich nicht auf gemeinsames Wassersparen aus? Nein, der Grund des Missverständnisse versteckt sich in den stimmhaften und stimmlosen Konsonanten „d“ und „t“. Eine Reihe von Varianten im alemannischen Sprach setzen ein stimmhaftes „d“ dort ein, wo im Standarddeutschen ein stimmloses „t“ üblich ist. Unser Spezialist für Schweizerdeutsch erklärte es so:

    Wenn also die einheimische Krankenschwester (oder wie das auch heute heissen mag) ihren deutschen Kollegen Krankenpfleger anfragt, „chan i am Sunndi mit dir dusche?“ wird er sich vermutlich vergebens freuen, falls er überhaupt an solchen Avancen interessiert wäre. Wenn er ja sagt, heisst das dann nur, dass sie ganz glücklich aufs Personalbüro geht, die Monatseinteilung holt, und auf diesem Dienstplan den „Früehdienst“ mit dem „Spohtdienst“ abTAUSCHT.

  • Seien sie jetzt nicht enttäuscht, wenn niemand mit Ihnen duscht
  • „Duschen“ und „tauschen“ verschmelzen also in der Schweiz leicht zu einem Lautbild, und das kann ganz schön Irritationen auslösen. Wir fragen uns dann spontan, wie man dann eigentlich in der Schweiz die „Duschen tauschen“ kann, ohne das daraus eine „geduschte Dusche“ wird.

    Das Vertauschen von stimmlosen und stimmhaften Lauten ist typisches Kennzeichen im Alemannischen. Die Radio-Comix-Serie „Lafer kocht fast ein Gericht“ auf dem südbadischen Sender SWR3 basiert nur auf diesem Gag:
    Aus „Torte“ wird dort „Dorde“ und aus eine „Dennisdraumhochzeid“ ist eine „Tennis-Traumhochzeit“. Der echte Star-Koch Johann Lafer stammt aus Graz in Österreich ist regelmässiger Gast in der Kochsendung von Johannes B. Kerner. Graz liegt in der Steiermark und gehört definitiv nicht mehr zum alemannischen Sprachraum. Aber vielleicht lebt Herr Lafer einfach schon zu lange in der Pfalz, in Guldental.
    Gesamtalemannischer Sprachraum
    Der Alemannische Sprachraum
    (Quelle Foto: Wikipedia)

    

    39 Responses to “Gemeinsames Duschen spart Wasser und fördert die Verständigung — Neue Deutsch-Schweizer Missverständnisse”

    1. myl Says:

      Ein Schweizer hört ganz klar einen Unterschied zwischen „duschen“ und „tauschen“ im Dialekt:

      duschen = „duschä“ mit weichem d und kurzem u
      tauschen = „tuuschä“ mit hartem t und einem langen u

      Das „d“ am Anfang mag manchmal etwas schleifen, zugegeben, aber am „u“ sollt ihr sie erkennen 😉

    2. bobsmile Says:

      Dusche ist nicht gleich Dusche!

      Die Feinheit ist eher im langgezogenen „u“ zu suchen:
      „Chani mit dir duusche“ – tauschen
      „Chani mit dir duSCHe“ – eben, zusammen Wasser sparen.

      Und für Zischtig toi, toi, toi.

    3. Chimaera Says:

      Der is gut….
      Auch wenn ich nicht versteh das man darauf tatsächlich hereinfallen kann. Mir scheints ziemlich logisch zu sein….

    4. Psalmist Says:

      Die Comix-Serie mit Lafer ist ja ganz lustig. Als Schweizer käme ich nie im Leben auf die Idee, daraus ein Spiel zu machen. Da die Stimmhaftigkeit und -losigkeit der Frikative zwischen Hochdeutsch, Schriftdeutsch und Schweizerdeutsch sowieso unberechenbar variiert, verstehe ich sie gar nicht erst als diakritisches Merkmal. Deshalb hab ich bei Lafer auch selten große Mühe, zu folgen. Der Unterschied zwischen „tuusche“ und „dusche“ im Schweizerdeutschen ist allerdings sehr deutlich, wenn man sich an ein anderes Kriterium hält: Die Vokallänge. Sie wiederum ist im Hochdeutschen in beiden Wörtern lang und wird deshalb von Deutschen nicht als Diakritikum verstanden. Beide Wörter sind zwar in beiden Sprachformen sauber voneinander abgegrenzt, aber mit völlig inkompatiblen Kriterien. Wieder was dazugelernt!

    5. louvra Says:

      Ja stimmt.
      Auch unter uns Schweizern machen wir manchmal diesen Witz.
      Nur sprechen wie duschen(dusche)mit kurz betontem u aus und nicht wie du geschrieben hast mit langem.Denn mit langgezogenem uu ausgesprochenwird eben das tauschen(duusche) daraus.
      So kann man es gut auseinanderhalten.Und je nach thema merkt man ja auch ob jetzt das eine oder andere gemeint ist……

    6. Fiona Says:

      myl hat recht.
      Vielleicht hat der Deutsche einen „Freudian slip“ gemacht?? Uebrigens, „slip“ auf E in diesem Zusammenhang heisst „Ausrutscher“.

    7. bobsmile Says:

      Nachtrag:
      Nachdem die ersten vier von fünf freigeschaltenen Kommentare so ziemlich genau auf den hörbaren Unterschied hinweisen, scheint mir die email des Deutschen doch etwas konstruiert zu sein. Denn er zitiert ja die Aussage der Kollegin (“Mit Dir wett i au gärn emal duusche“) sogar mit dem langgezogenen Vokal.

      Frage (an deutsche Deutschsprachige): Ist das wirklich mit duschen zu verwechseln?
      Ein etwas irritierter Schweizer.

      [Anmerkung Admin: Wer nicht darauf geschult ist, hat als Deutscher Probleme mit langen und kurzen Vokalen als Unterscheidungsmerkmal. Ich hörte auch lange nicht den lautlichen Unterschied zwischen „Natzi“ und „Naatzi“ (auch Nati und Naati geschrieben), sondern dachte immer an die Nationalsozialisten dabei. Die Vokallänge ist im Standarddeutschen seltener ein bedeutungsunterscheidendes Merkmal. Beispiel: „ich bete“, „ich bette“ ]

    8. Brun(o)egg Says:

      Also auf Baseldeutsch gibts das Problem nicht:
      Dusche = Duschen
      Dischle = Tauschen.

      Lernt Baseldeutsch!

    9. neuromat Says:

      @ bobsmile

      nein das ist im Grunde nicht zu verwechseln. Aber es war vielleicht eine günstige Gelegenheit einander näher zu kommen – wer weiss?

      @ psalmist
      weil es eigentlich nicht zu verwechseln ist, denke ich dass beim duschen – auch wenn es manche recht ausgiebig tun – die Vokallänge kurze ist, so kann ich die Verbform „ich dusche“ von „der Dusche“ mit der ich das tue im Grunde phonematisch unterscheiden. Bin aber kein Linguist.

      @ admin
      dass die Vokallänge im Standarddeutschen nicht mehr bedeutungsunterscheidend ist, dürfte wohl auch an unserer nachlässigen Aussprache liegen.

    10. Pio Says:

      Es gibt ja auch den alten Witz:

      ‚was get seebe mol seebe?‘

      -fiine Sand

    11. Holger Says:

      @neuromat:
      Ich bin zwar überhaupt kein Linguist, aber ich dachte immer das „Dusche“ vom französischen „la douche“ kommt. Und da ist das doch wohl zurecht ein langes „u“ und keine Nachlässigkeit.

    12. Holger Says:

      Arghl! Tut mir leid für die üble Rechtschreibung! Schade, daß man das nicht korrigieren kann, solange es nicht freigeschaltet ist. 🙁

      [Anmerkung Admin: Du kannst jederzeit eine korrigierte Fassung neu hochladen mit dem Zusatz „erste Fassung bitte löschen“, dann bereinige ich das. Dieser Blog ist kommentiert. Wenn ich Zeit habe korrigiere ich auch grobe Schreibfehler]

    13. Branitar Says:

      Ehrlich gesagt würde ich auch keinen Unterschied zwischen „dusche“ und „duusche“ hören, da im Norden Deutschlands auch „dusche“ (der Vorgang mit dem Wasser) mit sehr langem u ausgesprochen wird.
      Dazu kommt, dass im Norden viele Worte gewohnheitsmäßig mit langem Vokal gesprochen werden, obwohl die Schreibweise etwas anderes nahelegt, da diverse Konsonanten und Vokale zur Streckung und nicht als eigenständige Wortbestandteile benutzt werden, z.B. das c in Mecklenburg („Meeklenburg“) oder das zweite e in Bad Oldesloe ( „Oldeslo“, und niemals „Oldeslö“). Es ist für Deutsche also nicht so einfach, einen Unterschied zu hören (besonders, wenn man es nicht als geschriebenes Wort vor sich hat), wie es einem Schweizer vielleicht vorkommen mag…

    14. Psalmist Says:

      @neuromat
      Danke für die Richtigstellung. Ich meine zwar, „ich dusche“ auch schon mit langem u gehört zu haben. Ist vielleicht auch in D regional unterschiedlich. Übrigens auch in der Schweiz. Hab mir dazu nochmals Gedanken gemacht.

      Je nach lautlichem Kontext mache ich sehr wohl einen Unterschied zwischen d und t. Aber in den Wörtern „dusche“ und „tuusche“ nicht. Andere (s. myl und brun(o)egg oben) machen hingegen auch hier einen Unterschied, und wieder andere (louvra) halten sich auch nicht strikt an die verschieden Vokallänge. Die Bandbreite in den CH-Dialekten scheint gerade bei diesem Thema enorm zu sein. Ich hab zwar versucht, wenigstens für meinen Idiolekt Regeln aufzustellen, wann welches Merkmal dazu herhalten muß, um d und t auseinanderzuhalten, habe aber vor der (in meinen Augen) chaotischen Situation kapituliert.

      Hingegen kann ich zwei Anekdoten zum Thema aus meiner Kindheit bringen: Die Wörter „danke“ (=Danke oder danken) und „tanke“ ((auf)tanken) klangen in unserem „Familiolekt“ genau gleich, womit dann das „Dankgebet“ plötzlich mehrere Bedeutungen haben konnte. Und zweitens war ich als Erstkläßler fest davon überzeugt, daß die Lehrerin einen Korrigierfehler gemacht hat, als sie mir „der Taumen“ als falsch anstrich, da ich das T ganz klar so aussprach („Tuume“). In einer anderen Region wären diese Mißverständnisse wohl nicht möglich gewesen. Dafür aber andere.

    15. Selma Says:

      Den kannte ich noch gar nicht- echt witzig 🙂 Nachdem schon so oft auf den langen vs. kurzen Vokal hingewiesen wurde, noch eine Anmerkung zum Duschen tauschen, Duschen duschen, etc. Die Verwechslung kann eigentlich wirklich nur bei den Verben auftreten. Zumindest in meinem Thurgauer-Zücher-SBB-Schweizerdeutsch ist eine Dusche „e Duschi“ und Duschen sind „Duschene“. Gelentlich sage ich auch „tüschle“ für tauschen (es geht also auch ohne Baseldeutsch 😉 )

    16. Luise Says:

      Das „Problem“ mit den stimmlosen Vokalen, die im Dialekt (oder in dem folgenden Fall wohl eher in der Alltagssprache) zu stimmhaften werden, gibt es auch in meiner nordhessischen Heimat, also auch ein ganzes Stück nördlich des alemannischen Sprachraums. Einer meiner früheren Lehrer hat dann gerne mal, zur Veranschaulichung der „Aussprachefehler“, folgenden Satz zum Besten gegeben:

      „Sie ging ohne Begleidung ins Deader.“ 😀

    17. solar Says:

      Auch Schweizer wissen nicht immer Bescheid, ob ein Vokal lang oder kurz ausgesprochen werden soll:

      Der höchste Berg der Glarner Alpen ist der massige Klotz des Tödi ( 3614 m) mit seinen steilen Flanken und dem markanten Gletscher. http://de.wikipedia.org/wiki/Tödi

      Alle Glarner sagen Töödi, denn der Name geht wohl auf „d Öödi“ = die Öde, eine wüste, vegetationslose Gegend, zurück.

      Seltsamerweise kommt aber kein Nicht-Glarner auf die Idee, das ö lang auszusprechen. Das führt zwar kaum zu Missverständnissen, aber Tödi mit kurzem ö tut den Glarnern in den Ohren weh.

    18. lapsus4711 Says:

      @Holger
      Jawohl, und zwar aus dem bekannten Film: „Irma la douche“.

    19. Caius Alexandros Says:

      Bei mir ist es so:
      I möchti gärn mit dir go duschä = Ich möchte gerne mit dir Duschen.
      I möchti gärn mit dir tuuschä = Ich möchte gerne mit dir Tauschen.
      Bei mir sind fast immer „go“ im Satz wenn ich was mache, oder etwas machen möchte. Z.B:
      I gang go loufä = Ich gehe spatzieren.
      I gang go iichoufä = Ich gehe einkauffen (kein Posten)
      Mir gönd go schiifahrö = Wir gehen Ski fahren…

    20. Ginger Says:

      Der mit dem Duschen ist mir neu, da bin ich dann für einmal nicht reingefallen….mir haben im Schweizerdeutschen anfangs eher die anderen Begriffe zu schaffen gemacht; z.B. bei der Wohnungssuche wurden in den Inseraten immer Doppellavabos angepriesen ?!?
      Und Estrich ist bei mir ursprünlich auch eher ein betonartiger Unterbelag für Parkett und Fliesen und kein Dachboden. Es hat auch ein wenig gedauert, bis ich ein Büsi als Katze identifizieren konnte. Und buchfreie Mädels waren in meinen Augen eher unbelesen als halbnackt. Es gibt noch ein Dutzend anderer Beispiele 🙂

      Aber eigentlich habe ich das Schweizerdeutsche ziemlich schnell gelernt zu verstehen – es ist ja schliesslich nicht Chinesisch – so nach 6 Wochen war ich den Zürchern gegenüber gerüstet….und dann kam der erste Berner ins Team….und schwupps….zurück auf Los…;-)

      Bis heute verstehe ich allerdings nicht recht das doppelte ‚gehen‘: „ichch gang go poschte.“ Allerdings kann man dadurch – je nachdem wie es ausgesprochen wird – auch die Herkunft eines Schweizers erraten. In ZH gibt’s die Gang Gos, in Bern die Ga Gas (ichch ga ga…) usw. Eine zeitlang haben wir uns im Team daran köstlich amüsieren können – auch die Schweizer (ihr habt halt doch mehr Humor als das man euch zutraut ;-))

    21. neuromat Says:

      @ Holger und @ lapsus 4711

      danke für eure Hinweise. Mit der Nachlässigkeit Holger meine ich natürlich unsere Aussprache. Aber besser als lapsus hätte ich im Grunde nicht antworten können. Wer hat denn diesen Film mit einem weiblichen Robinson Crusoe in der Hauptrolle, gespielt von Irma la … gesehen: „Du Freitag – ich Douche“ später fälschlicherweise allgemein in „Oh, schon Freitag – ich dusche“ umgewandelt. Und jetzt dürfen wir uns denken, was Herr Beckenbauer meinte mit ..ist schon wieder Weihnachten..

    22. Caius Alexandros Says:

      @ Ginger
      Nein im Kanton Bern sagt man nicht ueberall ga ga sondern auch gang go oder auch ga go.

    23. Phipu Says:

      An Ginger
      Beim „buuchfrei“ ist es wieder da, das klassische Missverständnis mit der Lautverschiebung. („au“ zu „u“ und „u“ zu „ue“ und ähnliches mehr. Das zum lesen ist nämlich „es Buech“). Es klingt übrigens auch lustig, wenn man zum ersten mal von Deutschen ausgesprochene Schweizer Wörter hört. Z.B. „es Biirli trinken“ (Mein „Biärli“ hat meistens ein grösseres Glas, als das einer Fahrradglühbirne). Oder der Klassiker: „es Müüsli essen“. Nein danke, die Mäuse lass ich der Katze zum Fressen. Ich begnüge mich mit Bircher-Müesli).

    24. vierundachtzig Says:

      @ luise
      Je nachdem, wo man sich in Deutschland umhört, geht’s sogar noch besser: In schwäbischen Gebieten würde es vielleicht sogar zu „Sie isch ohne BeKleidung ins Deader gange.“ Ob sie sich dann dort wohl geduscht hat…? 🙂

    25. Ginger Says:

      @Caius Alexandros
      man kann sich aber auch auf nichts verlassen….;-)

      Womit man Deutsche immer wieder schocken kann ‚ichch ha dihai es Puff!‘ Mittlerweile ist mir das in Leib und Seele übergegangen und wenn ich meine Eltern in Deutschland besuche, muss ich immer höllisch aufpassen, sonst kriegen die noch einen schrägen Eindruck von der sauberen und anständigen Schweiz 🙂

    26. Stefan Says:

      Nun, „Duschen tauschen“ geht in meinem Dialekt (Berndeutsch, Region Thun) sowieso ganz einfach, weil die Mehrzahl von Dusche ‚Duschinä‘ ist…

    27. Ursula Lehner-Lierz Says:

      Ich werde Uschi genannt, und im Rheinland stellt man Namen in der Umgangssprache einen Artikel voran, also ‚die Uschi’. Irritiert hat mich in meiner Anfangszeit in der Schweiz immer, wenn nach dem Training im Sportverein jemand von ‚Duschi’ sprach. Jedes Mal fühlte ich mich angesprochen. Bis ich kapierte, dass es dann ‚s Uschi’ hätte heissen müssen, um mich zu meinen. Ich wäre von alleine nicht darauf gekommen, dass Frauen sächlich sind.

    28. Run in Jordan Says:

      @bruno: das spricht man doch eher mit einem ‚ü‘ aus oder nicht? also ‚düschle‘. lerne gerne noch was 😉

      BTW – ergibt 4 + 2? = 6

    29. Run in Jordan Says:

      gerade heute habe ich es wiedermal gemerkt wie man aneinander vorbei redet:

      Ich sage zu einer Deutschen: „wie heizen sie?“ (will also wisen wie ein raum gewärmt wird).
      Ihre Antwort: „und wie heissen Sie?“

      Habe also nicht nach ihrem Namen gefragt *schrn* :0

      nicht vergessen: ergibt 8 + 8? = 16

    30. Luise Says:

      @ vierundachtzig:

      😀 Der Witz ist ja eben, dass aus beidem, sowohl Begleitung als auch Bekleidung, in Nordhessen (und sicher nicht nur da) „Begleidung“ wird. Deshalb, so meinte jedenfalls mein Lehrer, kann eine deutliche Aussprache manchmal entscheidend sein. 😉

    31. myl Says:

      @Uschi

      Ich käme als Ostschweizer nicht auf die Idee „s’Uschi“ zu sagen, ich glaub das würden wohl eher die Nordwestschweizer. Hier wärest Du „d’Uschi“, aber mit deutlich hörbaren Absatz zwischen dem d und dem U, und unverwechselbar mit einer „Duschi“ 🙂

    32. Simon Says:

      Nicht nur die Verwendung von stimmhaften anstelle stimmloser Konsonanten scheint mir eine schweizerische Eigenheit zu sein. Was Psalmist seinem „Familiolekt“ zuschreibt, scheint mir eigentlich ganz normal zu sein (Winterthurer Dialekt):
      Daumen => Tuume
      danke => tanke
      denken => tänke
      Deckel => Teckel
      Bier => Pier (auf einer Bündner Speisekarte habe ich auch schon ein „Piar“ angetroffen).

      Interessant finde ich, dass dies längst nicht bei allen Wörtern vorkommt. Welche „betroffen“ sind, kann ich nicht allgemein formulieren, mir jedenfalls ist bisher noch kein Muster aufgefallen, aber es ist beim Sprechen für mich ganz „klar“, welche Wörter so funktionieren, und bei welchen die Verhärtung falsch („faltsch“) klingt.

    33. Run in Jordan Says:

      @myl: “s’Uschi” hört sich eher nach „sushi“ (jap speisse) an. bei dir nicht?

    34. Hans Kimmich Says:

      Zum Thema Schweizerdeutsch und Schwäbisch habe ich eine wahre Begebenheit, welche meiner ( englischen, aber hochdeutschsprechenden ) Frau beim Besuch der Schwiegermutter im Schwarzwald passiert ist.
      Es geht um die Frage in schweizerdeutsch: “ Häsch es nid möga?“ und meint damit, ob du es nicht geschafft hast. Genauso hat es in schwäbisch getönt, als nicht ausgegessen wurde und die Frage der Schwiegermutter
      “ häsch es nid möge“ folgerichtig mit nein beantwortet wurde, so wie man es auch in der Schweiz sagen würde. Mama war schwer beleidigt, denn in schwäbisch ist das “ nid möga“ soviel wie “ ich mag es nicht“, oder ich habe es nicht gemocht. Soviel zum Thema süddeutsche und schweizer Dialekte und ihre Tücken.

    35. Dabadee Says:

      Hallo Jens!

      Isch es jetzt diini Kollegin gsi oder diini Arbeitskollegin wo mit dir hät welle tuusche? Eigentlich au egal…

      Wesentlicher isch, dass dusche (duschen) mit eme weichere „d“ usgsproche wirde im Gägesatz zu tuusche (tauschen) wo mit eme stärchere „t“ usgsproche wird. Wänn mer’s jedoch nur ghört und nöd gschriebe gseht, cha mer’s natürlich scho mal verwächsle. Vor allem natürlich als Maa, wänn mer gern mit siim Gägenüber möchti go dusche 😉

      Grüessli und wiiter so mit diim Blog!

      Dabadee

      PS: Han übrigens e eigeni Websiite, wo zu 95% uf Mundart isch 😉 Chasch ja mal go luege uf http://www.chati.ch

    36. Chimaera Says:

      @ Hans Kimmig

      Das is gut.

      Ich hätte selbst nicht geglaubt, das man auf die Frage in der Schweiz begeistert „nein“ antworten kann.

      Wobei ich die Konstruktion immer noch nicht ganz blick‘ warum „nid möga“auf SD „nicht geschafft“ heissen soll…

    37. Hans Kimmich Says:

      Hallo Chimaera,
      ich versuche es, dir mit einem anderen Beispiel zu erklären: “ Möga “ oder „nid möga“ ist in SD die Vergangenheitsform von bezwingen, siegen, erledigen etc. z.B. Die dütsche Fussballer hän am Mittwoch d’Schwyzer 3 :1 „möga“ aber die deutsche Eishockeymannschaft hat dafür heute das Team Schweiz “ nid möga“ und hat 1:3 verloren.
      In Schwäbisch jedoch ist „möga“ oder „nid möga“ die Vergangenheitsform von gern oder eben nicht gern haben.( Sympathie oder Antipathie )
      Abschliessend möchte ich bemerken, dass ich sehr “ berndütsch “ orientiert bin und andere Schweizer Dialekte nicht so im Detail kenne.

    38. Chris Says:

      Und wär weiss, werum me „Staubsuuger“ seit, und nöd „Stuubsuuger“?

    39. Eva Dusch Says:

      Es stimmt dass auch Schweizer nicht immer Bescheid, wissen ob ein Vokal lang oder kurz ausgesprochen werden soll.. Ich als Schwabe fühle mich aber bei einem Vergleich mit dem schönen Schweizerländle sehr geehrt..

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