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Wenn vier alte Männer den bestehenden Zustand pflegen — Verpassen Sie nicht Status Quo in 9 Monaten!

  • Die Pflege des bestehenden Zustands
  • Wir lasen in einer Anzeige in der Pendlerzeitung 20Minuten, dass die britische Rockgruppe „Status Quo“ nach Zürich ins Hallenstadion kommt! Welche Aufregung! Nichts wie hin! Gibt es denn noch Karten? Wann kommen die denn? Ach so, erst am 18. August 2007…

    Status Quo Just Doin’ It
    Was werden sie dann dort tun? Einen neuen Gebissreiniger promoten? Haarfärbemittel anpreisen? Nee, ganz einfach: Wahrscheinlich das Gleiche wie immer: Den status quo pflegen. Denn das ist ihr Job, schon seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne. Neben den Stones sind sie einer der ältesten noch immer aktiven Rockbands.

  • Komplizierte Rythmen sind was für Warmduscher
  • „Dum-du-dumm-du-dumm, dadada dum-du-dumm-du-dumm“. Sagt ihnen dieser Rhythmus etwas? Fangen Sie auch unweigerlich an, Luftgitarre zu spielen und das schüttere Haar vor die Stirn fallen zu lassen um es rhythmisch zu schütteln? Passen sie bloss auf, dass jetzt nicht das Toupet runterfällt oder die Schuppen anfangen zu rieseln, wäre unschön.

  • „Rockin all over the world“ ein Jahr auf Platz Eins
  • Bekannt sein dürfte diese Kultband nur allen Menschen über Vierzig, zu denen wir uns auch zählen. Als Jugendlicher wurde mir erzählt, dass die Gruppe schon ewig im Geschäft ist und immer die gleiche Musik macht. 1977-78 habe ich dann erlebt, wie der Gassenhauer „Rockin all over the world“ sage und schreibe 52 Wochen auf Platz eins der WDR Hitparade blieb. Und das zu einer Zeit, als noch nicht Verkaufszahlen über Hitparaden Platzierungen entschieden, sondern eingegangene Postkarten von fleissig schreibenden Fans, die dazu in Fanclubs organisiert waren. Die Marianne Rosenberg und Peter Holm Fanclubs konnten sich die Finger wund schreiben, die Status Quo Liga war ein Jahr lang stärker und hielt diesen Hit permanent an der Spitze.

  • Und jetzt die Mähne schwingen
  • Wenn eine Party, ein Schwof oder eine „Fete“ einzuschlafen drohte, dann wurde nicht etwa mit „Je t’aime, moi non plus“ die Klammerblues-Tanzphase eingeläutet, denn die Mädels waren eh schon nach Hause gegangen, sondern dann wurde eine Scheibe aus dem Doppelalbum „Status Quo Live“ von 1977 aufgelegt, und schon stampften für die nächsten 23 Minuten alle vereint im Dum-da-dum Rhythmus, lange Haare dabei munter im Kreis schwingend.

  • Nur die Stones sind gleich lang im Geschäft
  • Wir finden es klasse, dass diese alten Herren immer noch unterwegs sind, mit Herzschrittmacher oder künstlichem Hüftgelenk, aber musikalisch kein Stück weiter weg vom Status Quo, den sie bereits 1972 pflegten. Rock „Urgestein“ nennt man sowas. Angefangen hatten Sie schon unter diversen anderen Namen 10 Jahre zuvor. Die komplette Bandgeschichte hier.

    Viele Altstars aus den 70ern sind erschreckender Weise heute noch unterwegs auf Tour, von einem Revival-Festival zum nächsten. Warum? Ganz einfach, von irgendwas müssen diese Leute ja leben, und wenn die Tantiemen nicht mehr fliessen, weil die Kids sich heute lieber ihre Music aus dem Internet saugen oder bei iTunes kaufen, und die Radios eh nur den üblichen Pop-Mainstream spielen, dann bleibt nur das Liveconcert als Einnahmequelle. Es gibt überall genügend über 40jährige Fans, die bereit sind, in Nostalgie zu schwelgen und die Toupets schwingen zu lassen.

  • August 2007 ist so gut wie übermorgen
  • Wir fragen uns nur, warum die im November 2006 schon Werbung für den August 2007 machen? Wer garantiert uns, dass wir dann noch leben? Das die Band dann noch fit ist? Dass das Hallenstadion dann noch steht? Vielleicht hilft uns die Erkenntnis, dass für ältere Menschen mit der Anzahl der Lebensjahre die subjektiv empfundene Zeit immer schneller verläuft. Für einen Fünfjährigen bedeutet die Zeitspanne von 12 Monaten eine Ewigkeit, nämlich 20% seiner bisherigen Lebenszeit. Für einen 40jährigen sind es nur noch 2.5%, das ist ein gewaltiger Unterschied. Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Also von jetzt bis August 2007, lächerliche 9 Monate, das ist ja so gut wie morgen. Um wieviel Uhr beginnt das Konzert noch gleich?

    

    15 Responses to “Wenn vier alte Männer den bestehenden Zustand pflegen — Verpassen Sie nicht Status Quo in 9 Monaten!”

    1. Phipu Says:

      … und deutsch-deutsche „Karten“ (nicht Postkarten oder Landkarten sondern Billette – hätten wir noch den „Schtaatuss Kwo“ von vor 40 Jahren, würden wir hier den Ausdruck „Tickets“ oder „Tix“ nicht kennen) gibt’s am neudeutschen „Billett-Egge“
      http://www.ticketcorner.com/eventstore/co545/requestcard?id=723526

      Dort steht auch, dass das Konzert um 20.00 Uhr beginnt.

      Der Fahrplan nach Zürich Oerlikon für den 18.08.07 kann schon hier herausgesucht werden: http://www.sbb.ch oder wer den Status Quo liebt; das Kursbuch für die nächste Fahrplanperiode ist auch bald am Bahnschalter (falls einer in Ihrer Nähe noch geöffnet ist) erhältlich.

    2. sylv Says:

      Wow, das waren noch Zeiten, nice trip down memory lane! Hab’s gerade selbst zu spüren bekommen, als ich am Samstag ein Quiz zu meinen 40 Jährchen machte. Mit Fragen wer denn mein Kindheitsschwarm war mit 4 Jahren:
      a) Roy Black und Anita b) Heintje c) Beatles
      oder meine liebste ‚Boyband‘ ca 10 Jahre später:
      a) The Sweet b) Smokie c) Bay City Rollers
      Kennt ihr die alle noch?? Ausser den anwesenden Oldies konnte niemand diese Fragen lösen:) weil Ihnen die Namen völlig unbekannt waren.

    3. Administrator Says:

      @sylv
      Roy Black ist tot, aus dem Fenster gesprungen, weil er seine Songs nicht mehr hören konnte.
      Anita ist sicher jetzt Grossmutter.
      Heintje versucht alle paar Jahre ein Come Back ohne Erfolg, also züchtet er weiter Pferde. Hat sogar mal ne Hip-Hop Version seiner Hits versucht.

      Beatles verkaufen sich nach wie vor gut.

      The Sweet: Brian Conllly starb 1997 an Nierenversagen.
      Andy Scott ist mit einer neuen Formation als „The Sweet“ immer noch so gut wie permanent auf Revival Tour.

      Smokie ist ebenfalls permanent auf Tour.

      Bay City Rollers: Haben nie selbst Musik gemacht sondern waren nach „The Monkeys“ die zweite totale Fake-Gruppe, die nur rumhüpfen musste zur Musik. Heute müssen Boy Groups sogar selbst singen und richtig tanzen können. Damals reichten ein paar Schals und verrücktes Aussehen.

    4. sylv Says:

      also ich gebs ja zu Heintje war mein Schwarm als ich 4 Jahre alt war, da ist sowas noch zu entschuldigen:) und BCR waren meine Teenieanschmachtjungs ( dicht gefolgt von all den anderen grossen der 70iger),das sie eine Fakeband à la Monkeys gewesen sein sollten ist mir neu…….woran es aber nix zu rüttlen gibt, ist das die Musik von damals wesentlich besser war als heute und mehr ‚Seele‘ hatte als das bum-bum-tätsch Compizeugs von heute! Doch das ist natürlich nur meine Meinung:) So und nun klettere ich auf den Estrich und hole alle Alben von damals runter und hör der Nadel zu wie sie über die Vinylrillen springt,oder auch stecken bleibt………Schön ist es auf der Welt zu sein

    5. Frieda M. Says:

      Warum haben eigentlich alle Leute über 40 das Gefühl die gesamte Jugend laufe mit einem Tunnelblick durch die Welt und kenne nur die aktuellen Geschehnisse? Ich (22) war als Kind begeisterter Heintje und Roy Black-Fan, ich schau mir die Filme auch heute noch gern an, natürlich kenne ich Status Quo und die Stones und ich bin ein grosser Fan von Queen. Bis vor einigen Jahren waren bei mir und meinen Freunden Schlagerparties der grosse Hit, da haben wir auch die ganz alten Schnulzen auswendig rauf- und runtergeträllert.

    6. mirach Says:

      @ Frieda
      da kann ich Dir nur zustimmen! Nicht aus eigener Erfahrung (ich kann mich noch an Queen erinnern, als die NEU und SCHOCKIEREND waren, und ich liebte sie). Aber ich kenne viele junge Leute, die es ähnlich halten wie Du.

      Nur: Als die Schlager partyfähig wurden, war ich schon ein bisschen durcheinander. In den Siebzigern galt es als absolut un-lässig, Schlager zu hören, man wurde bemitleidet … also hörte man tapfer Pink Floyd, auch wenn man es noch nicht so recht verstand. Auf Schlagerpartys in den Neunzigern stellte ich fest, dass ich das ganze Zeug trotzdem kannte, mitsingen konnte und es sogar noch lustig fand.

      Uäääääääh!

    7. solar Says:

      Gerade heute Morgen, als ich zufällig wieder einmal die DRS1-Gratulationen mitbekam, fragte ich mich, wie es wohl noch daure, bis man den über 95-Jährigen zum hohen Geburtstag (bis dann vielleicht erst ab dem 100. Gebi???) etwas von den Stones, den BeeGees, Tom Jones, den Status Quo, Cat Stevens/Jusuf etc. abspiele. Etwas, das die alten Knochen elektrisiert. Bin gespannt.

    8. vorgestern Says:

      Für Massimo Rocchi http://www.massimorocchi.ch gibt’s auch schon Tickets (Karten/Billette) bis Dezember 2007. Brauchen die Leute das Geld jetzt schon?

    9. Frank Says:

      Roy Black ist an suffbedingtem Herzversagen gestorben, das mit dem Fenster war Rex Gildo.

      [ach shit, schon wieder verwechselt die beiden, fangen ja auch beide mit „R“ an. Aber Tony Marschall lebt und ist gesund, da bin ich sicher. Trotz 40 Jahre „Wir singen Hopsasa, und tanzen Tralalal“ (oder andersrum) Singen keine bleibenden Schäden bekommen]

    10. wolfi Says:

      Hossa heisst das,
      HOSSA! HOSSA! HOSSA! HOSSA!
      Fiesta, Fiesta Mexicana
      Heut‘ geb ich zum Abschied für alle ein Fest
      Fiesta, Fiesta Mexicana, Es gibt viel Tequila, der glücklich sein lässt
      Alle Freunde, sie sind hier, Feiern noch einmal mit mir
      Wir machen Fiesta, Fiesta Mexicana
      Weil ihr dann den Alltag, die Sorgen schnell vergesst

      und jetzt alle:

      Adio, Adio Mexiko
      Ich komme wiiiiiiiiieder zu dir zurück

      Adio, Adio Mexiko
      Ich grüss mit meinem Sombrero, te quiero, ich habe dich so lieb

      HOSSA!! HOSSA!

    11. Feustel Says:

      @ Frieda
      ich höre teilweise begeistert „thin Lizzy „Queen „Nazareth“ Queen“ Bap“ Deep Purple“ Whitesnake „Scorpions“ aber natürlich auch modernes “ the Ataris „Yellowcard „. In diesem Sinne . Leute unter 40 haben nicht immer einen Tunnelblick.

    12. Brun(o)egg Says:

      Ich empfehle allen Schlagerfans die aufgewärmte ZDF Hitparade mit dem personifizierten Schreck, D. Th. Heck aus den späten 60er und 70er Jahren. (Kommt manchmal am Sonntag Nachmittag unter „Kult“). Hab immer gedacht Kult kommt von Kultur.

      Ich sah es einmal, weil ich eine masochistische Ader habe und herausfinden wollte, wie lange ich diesen grenzenlosen, verlogenen Stumpfsinn mit Name Schlager und gekupferten Melodien aushalte, bis der Finger auf die Fernbedienung drückt.
      Das Schlimmste war: Ich erkannte fast alle wieder! Und noch schlimmer: ich hatte in jener Zeit auch so eine Frisur und diese saumässig geschmacklosen Klamotten an!

      Seit es den neuen Schmonzes namens „Volksmusik“ gibt, les ich regelmässig die Programmzeitschriften, zwecks Verhinderung eines falschen Klicks und eines Kollapses vor der Glotze. Der Müll kommt mindesten auf drei Sendern gleichzeitig. Man lebt gefährlich.

      Ich gebs zu. Bin schon ein bisschen älter. Als ich ca. 17 war, war “ I Love You, Yeah, Yeah..“ gerade neu auf dem Markt, – alles nur Singles, LP’s gabs fast nur für Klassik, das Sackgeld war knapp -, und der Plattenspieler ein Koffer von ExLibris. Wir haben damals darüber diskutiert ob diese Band eine Chance hat. Sie hatte, Gottseidank. Vorher waren ja nur Bill Haley, Presley, usw. Ach ja, der Kraus Peter hats auch noch probiert. und in Östereich Ted Herold. Der war aber zu „vernockelt“, irgendwie.

      Stelt euch einfach vor Presley, Beatles, Stones, Joplin, „and All the Brothers n‘ Sisters in Mind“ hätts nicht gegeben! Bliebe nur noch die Klassik oder oTTo als Rettung, der den Schlager-Schrott mit schöner Regelmässigkeit „vergaggeiert“ hat. Lang ist’s her.

    13. tino Says:

      Vielleicht wird der Gig schon so früh beworben weil die letzten 3 Gigs von Status Quo im Hallenstadion in Zürich allesamt ausverkauft waren? Je 13’000 begeisterte Rock-Oldies am ausflippen.

      Übrigens 50 Cent hat seinen letzten Gastauftritt in Zürich im gleichen Hallenstadion nicht ausverkauft gehabt…

    14. Peter Says:

      Also ich muss sagen, ich kenne zB. Status Quo und Queen noch, nicht mehr die Begeisterung dafür, aber ihre Lieder.Ich muss allerdings sagen, dass mir diese Musik leider nicht gefällt.

      Und mein Vater, der früher begeisterter Status-Fan war, will nicht zu nem Konzert von ihnen gehen, weil er meint, da seien ja nur noch zwei dabei, das lohne sich nicht und er fänd das nicht gut, mal eben auf Tour zu gehen, wenn man kein Geld mehr hat… Naja, schade drum.

    15. Heide Says:

      Hallo,
      war am Sonntag, 24.06.07, beim Quo-Konzert in Dortmund und habs nicht bereut. Der Rhythmus geht auch nach 40 Jahren noch sofort ins Blut. Man merkt den Unterschied auch sofort, wenn Nazareth (als Vorgruppe) abtritt und Francis, Rick und Co. die Bühne betreten, das rockt ganz anders, da geht´s ab und zwar von null auf hundert in 0,782 Sekunden.
      Also liebe Eidgenossen, seht zu, dass Ihr Karten kriegt (am besten solche mit etwas Auslauf, damit Platz zum mitrocken und Luftgitarrespielen ist).
      Ich selbst (60 Jahre und vorzeitiger Ruhestand) würde sofort nochmal hingehen.
      Eure Heide

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