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Verliebt in Sara Beck — Bekennende Homosexuelle in der Schweiz

  • Verliebt in Sara Beck
  • Ich habe mich verliebt. Verliebt in Sara Beck. Sie lächelte mich Tag für Tag von den Plakaten der Swisscom an. Sie wirbt dort fürs Telefonieren. Telefonieren über das Festnetz. Ja, Sie haben richtig gelesen. Es gibt noch Menschen mit einem Festnetz Anschluss bei der Schweizer Traditionsfirma „Swisscom“. Und zwar nicht nur so ein Telefon für den Notfall, das haben die meisten Menschen ja schon in Form eines handlichen Handies im Handschuhfach liegen, nein ein richtiger Festanschluss zum Plaudern. Damit das nicht zu teuer kommt, hat die freundliche Firma Swisscom ein „Plauder-Abo“ im Angebot. Und das nutzt sie, meine grosse Liebe, Sara Beck. Sie plaudert und plaudert, in aller Öffentlichkeit, auf Plakatwänden des Kantons Zürich.
    Sara Beck plaudert
    Nehme ich jedenfalls an, dass sie das nur in Zürich tut, denn sie plaudert auf Züridütsch. Soviel habe ich schon begriffen, aus Bern ist die nicht.

    Sie hat einen Hörer in der Hand, wie jeder erkennen kann, mit einem ganz festen Spiralkabel daran. Klar, ist ja auch Werbung für einen Festnetz-Anbieter. Was sagt sie eigentlich so?

    „… du, ich bin mega verliebt, nei, keine us de Schuel, usem Chat…“
    Sara Beck

    Mist, da fängt schon das Problem an. Sara Beck ist verliebt, nur nicht in mich. Ich könnte froh sein, es ist auch „keine us de Schuel“. Moment, steht da „keine“? Ja, ich habe richtig gelesen. Sara liebt offensichtlich ein unbekanntes Mädchen, das sie im Chat kennengelernt hat.

    Das war’s dann wohl. Ich wünsche ihr weiterhin viel Glück in dieser Beziehung. Vielleicht heiratet Sie ihre Freundin irgendwann. Ab dem 1. Januar 2007 ist das auch in der Schweiz möglich. Dann werden wohl auch noch andere heiraten. Wir lasen in einer alten Ausgabe des Blicks:

    Patrick Rohr will heiraten
    Zürich – Das Ja zum Partnerschaftsgesetz trägt erste Früchte: „Quer“-Moderator Patrick Rohr (37) will seinem Freund Simon Ming (23) bei nächster Gelegenheit einen Heiratsantrag machen.
    Das berichtet der „Blick“. „Den wird er zwar zunächst ablehnen, aber nach ein paar Wochen wird er mich dann fragen, ob ich will. So läuft das immer bei uns.“ Zeit haben die beiden noch reichlich, das neue Gesetz tritt frühestens am 1. Januar 2007 in Kraft.
    Patrick Rohr Foto SF/DRS
    Patrick Rohr will schon bald seinen Freund heiraten.
    Quelle: sda / Dienstag, 7. Juni 2005 / 12:39 h

    Lange hatten wir uns gefragt, ob es eigentlich in der Schweiz überhaupt keine bekennenden Homosexuellen gibt. Unser Lieblingstalkmaster Kurt Aeschbacher machte da noch nie ein Geheimnis draus, der Radiomoderator Sven Epiney steht das grosse Coming Out noch aus. Das Multitalent Michael von der Heide fällt uns noch ein, und das war es dann auch schon.

    Kein Schweizer Parteivorsitzender à la Guido Westerwelle von der FDP, kein regierender Bürgermeister à la Klaus Wowereit in Berlin, der sich einst mit dem Satz „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ outete, oder wie der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, dessen Gegner Schill aus einem angeblichen Liebesskandal unter Männern per Erpressung politisches Kapital schlagen wollte, und dabei kläglich Schiffbruch erlitt.

    Aber die Schweiz ist ja auch kleiner als Deutschland. Im Ruhrgebiet leben ungefähr so viele Menschen wie Schweizer in der Schweiz, ca. 5.3 Millionen, diese Relation sollten wir uns immer vor Augen halten.

    

    25 Responses to “Verliebt in Sara Beck — Bekennende Homosexuelle in der Schweiz”

    1. Max Says:

      Ist das nun Absicht oder nicht, dass „keine“ falsch zu verstehen? Etwa, um uns noch einmal vorzuführen, wie missverständlich der Dialekt sein kann? Ich bin ja auch kein Freund von geschriebenem Züridüüütsch und mit Swisscom zu telefonieren, kommt gar nicht in die Tüte. Trotzdem:

      keine (oder keinä) = keiner, m.
      keini (oder käni) = keine, f.

      Das heisst, zumindest diese Dame aus der Werbung ist nicht lesbisch. Aber wer fleissig Tele Züri schaut, findet sich sicherlich sehr schnell zurecht im „wer ist in der Schweiz homosexuell, wer will es noch werden?“. Schliesslich wird dort deren „Talk Täglich“ ja immer mit jeder Cerverlat-Prominenz gefüllt. Und es finden sicherlich auch schon die ersten Wahlen zum „Mister Gay Shoppingcenter Spreitenbach“ o.ä. statt, deren Gewinner dann von diesem Erlebnis im Lokal-TV berichten dürfen.

      So long,
      Max (love your blog btw)

    2. Micha Says:

      Naja, Jens. Da bist du nun wiedermal übers Schweizerdeutsche gestolpert.
      „keine us de Schuel“ ist defintiv die männliche Form. Man könnte es auch schreiben „keinä us de Schuäl“. Wenn es eine Frau wäre, die gemeint ist, dann müsste stehen „keini us de Schuel“. Somit ist die fikitve hundsgewöhnliche durchschnittliche Sara Beck auch stinknormal heterosexuell.

    3. Administrator Says:

      @Max
      Es ist. Und: Er kann.
      Danke für die kurze Lektion in Züridütscher Grammatik.
      Gruss, Jens

    4. Krusenstern Says:

      Irrtum, sprach der Igel… Sogar gleich der höchste Politiker der Schweiz, der Nationalratspräsident, ist homosexuell. Das gibt es nicht mal in Deutschland (und im homophoben Russland schon gar nicht):

      Der Nationalrat hat den 57-jährigen Baselbieter Claude Janniak vom rechten Flügel der Schweizer Sozialdemokraten am 28. November 2005 für ein Jahr zu seinem Präsidenten gewählt. Damit Zum wählte das Parlament erstmals einen offen lebenden Schwulen in ein hohes Amt. In seiner Antrittsrede, die er auf Italienisch hielt, dankte er seinem Lebenspartner Saverio für die Unterstützung.

      Die ganze Presse kommentierte seine Wahl wohlwollend und sachlich, nur der Blick versuchte ein Sensatiönchen zu machen und titelte: „Ein Schwuler ist höchster Schweizer“. Der Tages-Anzeiger bezeichnet ihn jedes Mal, wenn er über ihn berichtet, als „bekennenden Homosexuellen“. Er habe solange nichts dagegen, solange die anderen als „bekennende Familienväter“, „bekennende Heteros“ oder „bekennende Bordellgänger“ bezeichnet werden. Sonst sehe er das als Diskriminierung, meint er zur Wortwahl in der Medienleute.

    5. ichbins Says:

      7.3 Mio und 5.3 ungefähr gleichviel? Mit dem schätzen scheints bei dir zu hapern 😉

      [Anmerkung Admin: Ich sprach explizit von „Schweizern“ in der Schweiz, nicht von Einwohnern. Ziehe von den 7.41 Millionen Einwohnern die 2 Millionen hier lebenden Ausländern ab und du kommst auf die Zahl 5.3 Millionen, die mit der Einwohnerzahl des Ruhrpotts vergleichbar ist.]

    6. Fiona Says:

      Zur Info, auch an Swisscom.
      Die sog. LGBT* community hat eine Menge PPP**

      LGBT = lesbian, gay, bisexual, transgender.
      PPP = pink-purchasing-power (aka the pink pound, the pink franc usw)

      Cheeribye
      Fiona

    7. Administrator Says:

      @Krusenstern
      Danke danke, dann ist das eben sooo unwichtig, ausser für den Blick, dass es bisher unseren Augen entging. Aber ein bisschen beruhigt diese Normalität dann doch.

    8. Krusenstern Says:

      Oder Du liest nur den „Blick“ ?!?
      Wir warten auf Dein Coming-Out als „bekennender Blick-Leser“…

    9. kopfchaos Says:

      ….. was is‘ denn an homosexualität so „un-normal“…..?
      ….. ok, das wort „normal“ kommt ja von „norm“, was ja nix anderes bedeutet als das etwas willkürlich definiert wird, eine norm ist nix anderes als eine willkürliche und mitnichten objektive definition…..
      ….. also könnt‘ man auch definieren, dass die heterosexualität und heterosozialität „un-normal“ is’…..

      ….. und es gibt dutzende weitere mehr oder weniger bekannte und prominente personen, welche schwul, lesbisch oder wasweissichdennschon sind, deshalb „normiere“ ich völlig anders…..:
      ….. der mensch ist die „norm“…..
      ….. für mich sind alle menschen „normal“…..

      ….. und nun noch ein wort zum thema „festnetzanschluss“…..:
      ….. ja, hab‘ ich auch einen, und der wird auch rege benutzt, mehr als mein handy…..
      ….. ich hab‘ sogar mein handy-abo einem downgrade unterzogen, ich verwende dort nur mehr ein pre-paid, das handy hab‘ ich nur mehr, dass man mich auch erreichen kann, wenn ich unterwegs bin, für anrufe nutze ich es kaum, auch sms versende ich kaum…..
      ….. es si‘ doch schön und bequem sich auf der couch zu lümmeln, den telephonhörer in der hand und am ohr zu haben und mitunter stundenlang zu quasseln, quatschen, scherzen und flirten….. *grin*

    10. Administrator Says:

      @Krusenstern
      Viel zu wenig Helvetismen im Blick, darum lese ich den eher selten. 🙂
      Gruss, Jens

    11. Sabine Says:

      natürlich ist sie nicht lesbisch. dieser irre knochen als hörer ist doch ein
      sehr eindeutiges phallus-symbol.
      mich irritiert allerdings das kabel…aber ich kenne mich mit schweizer geschlechtsorganen auch nicht besonders aus :).

    12. Sarah Says:

      Claude Janiak wollte ich auch erwähnen, der auf jeden Fall mit den genannten deutschen Promis mithalten kann.

      Beim Schweizer Fernsehen gibt es neben den genannten noch mehr, z.B. Dani Fohrler und auch der regelmässig da auftretende Erich Vock sind offen schwul. Bei den Frauen ist die 1. Miss Gay Karin Eschmann wohl die bekannteste bekennende lesbische Frau aus der Deutschschweiz. Die Entertainerin Nella Martinetti hat sich mal als bisexuell geoutet, ansonsten halten sich weibliche Schweizer Prominente ziemlich bedeckt. Da gibt es höchstens Gerüchte. Die langjährige, inzwischen ziemlich seniore, Zürcher Stadträtin Emilie Lieberherr wurde in der Schweizer Illustrierten mit ihrer Lebenspartnerin schon mehrmals porträtiert. Allerdings ist da von einer lesbischen Beziehung nicht die Rede.

      Aber auch in Deutschland sieht es nicht überall so rosig aus. Selbstverständlich ist es für Prominente ihr gutes Recht, Privates möglichst aus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu verbannen. Bei Spekulationen um bestimmte Personen spielt es aber möglicherweise doch mit, dass es nach wie vor nicht ganz so einfach ist, gleichgeschlechtliche Beziehungen öffentlich zu machen. Die Spekulationen um eine mögliche Beziehung zwischen der sehr bekannten deutschen Fernsehjournalistin Anne Will und einer ebenfalls prominenten Professorin und Medienberaterin werden von den beiden systematisch nicht kommentiert. Vielleicht ist auch wirklich nichts dran. Und doch weiss man besonders von Schauspielerinnen in den USA, die ein öffentliches Coming Out hatten, dass einige danach tatsächlich Engagements verloren haben. Anderen hat es scheinbar nicht geschadet. Aber das Risiko ist hoch, dass man danach bloss noch auf diesen Aspekt der Persönlichkeit reduziert wird.

      Schliesslich ist zu sagen, dass Coming Outs auch branchenspezifisch sind. Während es in der Medienbranche sogar vorteilshaft sein kann, ist z.B. ein offen schwuler Fussballspieler noch immer sehr unwahrscheinlich. Der einzige, der sich je geoutet hat, der Englische Spieler Justin Fashanu, hat sich Jahre später das Leben genommen.
      Der Weg zur Anerkennung unterschiedlicher Lebensweisen ist schon fortgeschritten, aber noch längst nicht bei einer Gleichstellung angekommen, wie dies oft propagiert wird.

    13. Bruno Says:

      Also nur weil Westerwelle, Wowereit und der Beust sich goutet haben, heisst das noch lange nicht, dass die Schweizer Schwuchteln und die Gesellschaft hier, generell, verklemmter sind. Man ist’s einfach und geniesst die liberale Gesetzgebung. Aber muss man(n) frau auch immer gleich so ein Gedöns drum machen? Ausser man will die politische Karriere absichern?!
      Und zur Erinnerung: Die Schweizer Gesetzgebung war (Anfang/Mitte 70er Jahre) lange vor der deutschen, bedeutend liberaler, was zur Folge hatte, dass gewisse Beizen an Wochenenden, – Barfüsser in Zürich z.B. an Wochenenden voll mit bekennenden Schwulen und Lesben aus Deutschland und Norditalien (!) waren, die den liberalen Geist und die Straffreiheit genossen.
      Von wegen Liberalität: Es mag ja hart sein für die Doitschen, aber wir sind bezüglich persönlicher Freiheiten immer ein kleines Schrittchen voraus. Paragraph 218 z.B. oder jetzt die Diskussionen über die Sterbehilfe, egal wie man dazu steht.
      Ähm, ich bin Hetero, abtreiben kann ich nicht und bevor ich mich umbringen lasse, geb ich mir nochmals Mühe.

    14. Sarah Says:

      Nachtrag:

      Vergessen habe ich vorhin Jacqueline Bachmann, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz, die vor wenigen Jahren ein breit beachtetes öffentliches Coming Out hatte. Sie sagt von sich selbst, dass ihr der offene Umgang mit ihrem Beziehungsleben nie geschadet habe.

      Ein schon etwas älterer Artikel über homosexuelle Politikerinnen und Politiker in der Schweiz, Deutschland und anderen Ländern:
      „Homosexuelle Politiker führen aus Angst vor gravierenden Nachteilen nicht selten ein Doppelleben“. Zu finden unter: http://www.lukesch.ch/Text97_26.htm

    15. Werner Says:

      Lieber Jens

      Mag sein, dass bei uns die fleischlichen Gelüste nicht Gesprächsthema Nummer 1 sind – weder die (homo)sexueller – noch die kulinarischer Natur.
      Aber erklär uns doch mal (und Deinen Lesern in Deutschland), weshalb es in Deutschland alljährlich zu einem „Gammelfleischskandal“ – dagegen in der Schweiz nicht (trotz „Aldisierung“). Das wäre viel interessanter.

      Also ich als Schweizer unterhalt mich lieber über Politik und geh an ne Sachabstimmung (oder schau die Konsumenteninformation neben dem Preis noch genauer an) als ich Bescheid weiss, ob ein Politiker oder sonst weiss wer (ausser meiner Angebeteten natürlich) homo-, hetero-, metrosexuell oder „wasweissichnochwas“-sexuell ist. Das ist mir schlussendlich nämlich schnuppe, da deren Privatsache!

    16. Peter Says:

      Offenbar liest du meinen Blog nicht.

      Ausserdem gibt es noch die Meldungen über den Pfarrer Hörler in Wädneswil. Ich frage mich bei diesen Commingouts, was mit der Familie geschieht.

    17. Vertbeau Says:

      So feinsinnig wie das Schweizerdeutsch (keiné, keinè…), so feinnsinnig sind auch Schweizer Persönlichkeiten. Wer die Feinheiten des Schweizerdeutsches heraus hat, kommt dann auch dem Subtileren der Menschen näher. Dann braucht auch keiner zu posaunen, ob er/sie Mann oder Frau liebt, man verstehts einfach. Schliesslich hat die Schweiz all denen natürlichen Leuten zu verdanken, dass es als erstes Land ein Gesetz für die Besserstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren durch eine Volksabstimmung abgesegnet bekam.

      PS: So lange Sätze in Mundart eignen sich nicht für Werbung, wer kann den das schon in ein paar Sekunden lesen?

    18. lapsus4711 Says:

      @Peter
      Ja was kann denn aus der Pfarrersfamilie Hörler in Wädenswil werden?
      Der Herr Pfarrer kann bald Schwuletten trauen. Die Frau Pfarrer outet sich als Lesbe, falls die Fresse fies genug und die Haare kurz genug sind und die Kinder konvertieren zu den Römerkatholen und machen dort als Ministranten ihre sexuellen Erfahrungen.

    19. aquado Says:

      @ Werner:

      Als ob ALDI etwas mit dem Gammelfleisch zu tun hätte. Wissen Sie eigentlich, wieviele Produkte Aldi von Schweizer Lieferanten bezieht (nicht nur für die Läden in der Schweiz) und wie wichtig so ein Großabnehmer für die (Schweizer) Hersteller von Lebensmitteln ist? Ihre Frage dazu kann Jens auch nicht beantworten (hat ja auch nichts mit dem eigentlichen Thema hier zu tun), mit solchen Aussagen sind es eher die Schweizer, die zwar nicht arrogant, aber doch ziemlich hochnäsig sein können. (Sind die Berge noch nicht hoch genug, um sich hier mal (geistigen) Weitblick zu verschaffen?)

    20. Sarah Says:

      @Werner
      Das mit der Privatsache ist so eine Sache.
      Das Argument „Ist mir ja egal, wie und mit wem die ihre Sexualität leben. Das ist doch eine private Angelegenheit.“ ist oft nett gemeint. Aber es ist eben keine Privatsache, ob man jemand, mit dem oder der man in einer langjährigen gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gelebt hat, sein Vermögen vererben darf, ob man im Spital/Krankenhaus als Nichtangehörige/r Besuchsrecht bekommt, ob ausländische Partner/innen eine Aufenthaltsbewilligung erhalten oder nicht. Es ist keine Privatsache, ob man ein in die Partnerschaft mitgebrachtes Kind adoptierden oder seine/n Liebste/n zum Geschäftsessen mitbringen darf, ohne danach um den Job zu fürchten. Viele dieser Angelegenheiten bedürfen einer (in einigen Fällen trotz Partnerschaftsgesetz nach wie vor fehlenden) gesetzlichen Grundlange. Insofern ist es wichtig, dass diese unterschiedlichen Lebensformen auch öffentlich sichtbar werden bzw. auch von Menschen auf dem politischen Parkett nicht speziell versteckt werden müssen. So wird das vermeintlich Private eben doch politisch.

    21. kopfchaos Says:

      ….. sicherlich, es besteht noch handlungsbedarf, auch von seiten der gesetzgeber…..
      ….. doch viel wichtiger ist eine sensibilisierung der gesellschaft, denn gerade viele „kleine“ dinge, z.b. ob man mit seinem partner zu einem geschäftsessen mitnehmen/begleiten kann, können und sollen nicht durch gesetze geregelt werden…..
      ….. es ist das allgemeine denken, dass eine änderung not hat, erst wenn das allgemeine denken in allem alles gleichberechtigt, dann ist keine diskrimination mehr vorhanden…..
      ….. die gesetze und der gesetzgeber hinken sowieso meist hinten nach…..

      ….. gerade deshalb ist die sexualität eine private angelegenheit…..
      ….. ansonsten kommt dem gesetzgeber noch in den sinn den akt als solches, sei er nun hetero-, homo- odersonstwie-sexuell, auch noch zu reglementieren…..
      (….. achtung, der letzte satz is‘ eine satirische behauptung…..! *grin*)

    22. lapsus4711 Says:

      @Werner, @aquado
      Die „Geiz ist Geil-Mentalität“ hat etwas mit dem Gammelfleisch zu tun.
      Wenn jemand für 2 Euro ein Pfund Fleisch kauft, kriegt er einfach kein Hammel-, sondern Gammelfleisch.
      Nun ist dieser Jemand eben vermehrt auch im ALDI anzutreffen, ergo, hat ALDI eben doch etwas mit dem Gammelfleisch zu tun.

    23. aquado Says:

      Die Einkäufer des „Gammelfleisches“ waren sich des solchen nicht bewusst. Auch etablierte Metzgereien haben es erworben in gutem Glauben. Und gerade diese Metzgereien haben es nicht um 2 Euro gekauft, weil Fachbetriebe Aufwand und Ertrag genau kennen. Woher die Info 2 Euro? Es gibt Imbissbuden, die sauberer sind als First-Class-Restaurants. Es gibt einige Tricks, eklige Nahrungsmittel wieder appetitlich zu machen. Discounter können heute für biologische Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung sorgen, weil sie den Markt bestimmen können; die Landwirte müssen dann umstellen. Siehe „fair trade“ Produkte eines dt. Discounters. Lebensmittel aus Fabriken sind auch tatsächlich oft besser in der Qualität, durch schnelle, permanente Verarbeitung, höchsten Hygienstandards und Landwirten, die unter strengen Auflagen für Ihren Arbeitgeber produzieren. Bei einem Dorfbäcker in der 4. Generation im schönen Fachwerkhäuschen sind öfter Mäuse im Korn zu finden als in der „sterilen Fabrik“. Klischees stimmen selten mit der Realität überein.

    24. Phipu Says:

      An Kofpchaos

      Zum Thema: grossen Telefonhörer ODER Natel (Handy)?
      Unterdessen gibt es die „Föifi-und-Weggli“-Lösung: man kann einen grossen Telefonhörer mit Spiralkabel an sein Handy stecken. Siehe hier: http://www.klangundkleid.ch/coolstuff/diesunddas/home.asp?ID=13796

      Diese Lösung vereint die Nachteile zweier vergleichbarer Geräte: umständliche Transportierbarkeit wie ein Fixtelefon, schlechtere Empfangsqualität wie ein Handy. Dies erinnert mich an den Töff mit Seitenwagen (Motorrad mit Beiwagen). Der vereint auch den schlechten Wetterschutz des Motorrads mit der ungünstigen Parkierbarkeit des Autos.

    25. sebi Says:

      @aquado

      Mit Chemie vollgepumpte Lebensmittel mögen vielleicht länger haltbar sein, dass bedeutet aber noch lange nicht, dass sie „gesünder“ sind, die Zusatzstoffe welche bei einer Massenproduktion hinzugefügt werden sind alles andere als gesund. Desweiteren ist die Qualitätskontrolle bei einem kleineren und geschützteren (Zoll => Preissichheit) Produzenten im allgemeinen immer besser gewährleistet als bei einem Grossfabrikant. Die Dorfmetzgerei muss nur einmal vergammeltes Fleisch verkaufen, bevor Sie den Laden schliessen kann, während der Grossfabrikant locker noch irgendwo ein paar neue Abnehmer findet (Ausland oder sonstwo).

      Ausserdem wird (Qualitäts-)Kontrolle mit zunehmender Grösse fast unmöglich, z.B. kann kaum einer sagen wie oft das Fleisch dass man bei Aldi kauft schon aufgetaut wurde (ein paar mal beim Fabrikant, einige male beim Transport und dann nochmals in der Lagerhalle des Verkäufers).

      Zum Preis: Der ist nämlich sehr wohl ausschlaggebend ob der Metzger oder Fabrikant das Fleisch noch von „Landwirten, die unter strengen Auflagen für Ihren Arbeitgeber produzieren“, wie du sagst, kaufen können oder nicht. Wenn nämlich niemand diese Produkte kaufen will (Geiz ist geil – statt Biofleisch) ist wohl klar woher das Fleisch kommen muss. Die Hersteller müssen sich dem Preisdruck beugen, der von den Discountern auferlegt wurde – so ist das und nicht umgekehrt.

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