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Zur Rente nach Deutschland — Migration in die andere Richtung

  • Das dritte Lebensalter
  • Ein „Rentier“ ist nicht nur ein Tier bei den Lappen
    Rentier
    (Quelle Foto: angeln-und-jagen.de)

    sondern auch ein Mensch, der überwiegend von seinen Renten lebt. Wir dürfen daher auch „Rentner“ zu ihm sagen.

    Rentier [], der; -s, -s [frz. rentier, zu: rente, Rente]:
    1. (veraltend) jmd., der ganz od. überwiegend von Renten (b) lebt: ein wohlhabender Rentier

    Die Franzosen haben den hübschen Euphemismus „Troisième Age“ dafür geprägt, wenn jemand im „dritten Lebensalter“ angekommen ist. Die Deutschen Volkshochschulen, die uns stets an Volkswagen, Volkskundler und Volksmusik erinnern, heissen dort oftmals „Université du troisième âge“, denn sie werden bevorzugt von Hausfrauen, Arbeitslosen und eben Rentnern besucht.

  • Für die Rente Steuern zahlen
  • In der Schweiz endet die Steuerpflicht nicht mit dem Eintritt ins Rentenalter. Das ist in Deutschland ein wenig anders:

    Alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gehören zu den sonstigen Einkünften und sind steuerpflichtig. Zwar ist meistens tatsächlich keine Einkommensteuer zu zahlen; bezieht der Rentner bzw. sein Ehegatte außer der Rente weitere Einkünfte, kann es zu einer Besteuerung der Rente kommen. Dies wird vom Finanzamt geprüft, vom Rentenversicherungsträger werden keine Steuern von der Rente einbehalten.

    Die Renten sind nicht in voller Höhe, sondern nur mit dem sogenannten „Ertragsanteil“ steuerpflichtig. Die Höhe dieses Ertragsanteils richtet sich nach dem Lebensalter des Rentners zu Beginn der Rente. Er bleibt – vorbehaltlich gesetzlicher Änderungen – für die weitere Dauer des Rentenbezuges bestehen. Bemessungsgrundlage für den steuerpflichtigen Ertragsanteil ist die Bruttorente (vor Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung).
    (Quelle: finanztip.de)

  • Im Alter nach Deutschland
  • Wer während der Lebensarbeitszeit seine Rentenbeitrage einzahlte, muss seine Pension im Alter nicht nochmals versteuern. Grund genug für viele Schweizer, sich einen Altersruhesitz ausserhalb der Schweiz zu suchen. Beliebt ist der Südschwarzwald, denn von der Sprache her fühlen sich die Schweizer dort fast wie daheim, der Weg zur Migros nach Lörrach ist nicht weit, und die Steuer fällt wesentlich geringer aus:

    Kapitalflucht verkehrt: Schweizer Rentner ziehen ins Steuerparadies Deutschland
    Mit 66 Jahren, da fängt für die Schweizer offensichtlich die Umzugslust an: Immer mehr Rentner verleben den Lebensabend im benachbarten Deutschland. Gerade bei geringen Alterseinkommen ist hier das Leben wesentlich günstiger. Wichtiger Kostenpunkt: In Deutschland müssen die Renten wesentlich geringer versteuert werden als in vielen Kantonen der Schweiz. Pensionen sind bis jetzt im Steuerparadies Deutschland zudem noch komplett von der Steuer befreit. Zudem sind die Lebenshaltungskosten in Deutschland wesentlich günstiger als im Hochlohnland Schweiz.
    (Quelle: shortnews.stern.de, nach Blick)

    

    15 Responses to “Zur Rente nach Deutschland — Migration in die andere Richtung”

    1. Phipu Says:

      Ich habe den Eindruck, in Deutschalnd wird eher „Rentner“ und in der Schweiz eher „Pensionierter“ für aus dem Arbeitsleben zurückgetretene Leute verwendet. Google hinterlässt mir den Eindruck, dass in Deutschland nur staatliche und wissenschaftliche Berufe pensioniert werden, stimmt das? In der Schweiz kommt es vor, dass sich die Pensionierten der Firma XY (also alle ehemaligen Berufsgruppen) in einem Verein zusammenschliessen und z.B. einmal monatlich einen Ausflug unternehmen; zumindest, wenn die Senioren noch rüstig genug sind und wenn sie nicht zu weit entfernt im Ausland wohnen.

    2. Lapsus 4711 Says:

      Der Stern zitiert den Blick. Also ich weiss nicht. Ich erinnere mich an gewisse Tagebücher (wegen Google keine Namensnennung), die im Stern erschienen sind und an einen Papst, den der Blick einen Tag zu früh in eine bessere Welt befördert hat, falls es nach dem Vatikan eine solche geben sollte. Nicht dass der Schaden gross gewesen wäre, aber eine vertrauensbildende Massnahme war es nicht gerade.
      Also versuchte ich, mich auf der Website des Bundesamtes für Statistik kundig zu machen (http://www.bfs.admin.ch):
      2004 lebten 70’455 Schweizer in D. Davon waren 42’944 Doppelbürger und nur 27’511 einfache CH-Bürger. Schon diese Zahlen erstaunten mich. Ich glaubte, dass der deutsche Staat eine Doppelbürgerschaft nur in Ausnahmefällen toleriert; genauer, dass man den deutschen Pass abgeben muss, wenn man eine andere Staatsangehörigkeit annimmt. Wie steht es mit den Kindern aus einer D-CH-Ehe? Sind diese Doppelbürger? Dies würde die rel. grosse Zahl erklären.
      Vorher weiss nun der Stern, resp. der Blick, dass die „vielen“ Schweizer (im Promillenbereich der Gesamtbevölkerung) aus pekuniären Gründen in den Schwarzwald abwandern? Vielleicht gefällt es ihnen dort ganz einfach, weil sie während ihres Arbeitslebens in Winterthur, Dübendorf oder Uster-Duster schon die Wochenenden und die Ferien an dem schöneren Ort verbracht haben. Wenn sie dann noch weniger Steuern zahlen müssen, wird dies nicht zum Nachteil ihres neuen Domizils gereichen.
      Evtl. fahren sie dann zum Einkauf in den Migros nach Istanbul. Dort, und in der übrigen Türkei gibt es nämlich dutzende davon und nicht nur einen einzigen, wie in Lörrach.

    3. Name (required) Says:

      Hochinteressant, dieses Rentier oder dieser Rentier. Aber immerhin ist doch anzunehmen, daß sich das erste als „renntiiir“ ausspricht, während das zweite wohl als „rentiéééé“ auszusprechen wäre. Was dann auf den ersten Blick so identisch aussieht, entpuppt sich dann aber doch als zwei verschiedene Wesen. MfG

    4. Peter Says:

      Schweizerfreunde,
      wo bleiben die Kommentare?
      Peter (Hauptwohnsitz in Südfrankreich!)

    5. Helveticus Says:

      ach so… weil ich keinen einzigen Schweizer Pensionär in DE kenne, der nach der Erwerbsphase auszog. Aber mein nachbar ist ein Deutscher Rentner, der soeben nach Zürich zog. Grund (meine Vermujtung) deutsche Erbschaftssteuern. Siehe auch die Fälle Müller oder Jacobs….

    6. Administrator Says:

      Es müssen genug sein, die sich im Südschwarzwald eine neue Bleibe suchen,
      denn die Gemeinden werben schon um diese neuen Bürger.
      Am Montag (31.07.06) kommt da noch mal was speziell zu auf der Blogwiese.

    7. wolfi Says:

      tja, ich hab mir meinen altersruhesitz in höchenschwand schon heute gesichert. die schweizer bergwelt bleibt mir von der terasse aus ja erhalten. kleines einfamilienhaus mit 1000 qm grund für rund 250.000 chf, wo gibts das in der schweiz? 20 km bis zur grenze, verschmerzbar….
      steuern…dann kein thema mehr.
      gibt zahlreiche schweizer dort oben, die entweder eine fewo fürs wochenende besitzen oder ganz dort leben.
      ganz klar, wenn ich mit 58 bis max. 60 jahren fertig habe, sage ich danke schweiz und häbet sorg.

    8. Fiona Says:

      Viele Schweizer Rentner sind nach Spanien ausgewandert – oder? Nach die sog. „Cuidad Quesada“ (Cheese City)….

      P.S. Lapsus. Seit mehr als 10 Jahren ist die Doppelbürgerschaft in der Schweiz erlaubt. Also, wenn ein Auslander (der in der Schweiz wohnhaft ist) eventuell mit der Zeit, einen Schweizer Pass bekommt, ist das den hiesigen Behorden egal, oder?

    9. Kames Says:

      @ phipu
      In Deutschland ist die Pension eine Altersversorgung die ausschliesslich an ehemalige (pensionierte) Beamte geleistet wird, d.h. an Mitarbeiter bei Behörden von Bund, Ländern oder Gemeinden, an ehemalige Angehörige von Justiz und Polizei, an Lehrer und Universitätsprofessoren, soweit diese verbeamtet wurden. Pensionen sind im Gegensatz zur gesetzlichen Altersrente voll einkommensteuerpflichtig.

      Alle anderen Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft und (nicht verbeamtete) Mitarbeiter im öffentlichen Dienst beziehen eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (in etwa vergleichbar mit der AHV in CH), für die sie während ihres Arbeitslebens Beiträge aus ihren Löhnen und Gehältern bezahlt haben. Bislang wurden diese Beiträge mit dem Lohn zusammen versteuert. Dafür war die Altersrente weitgehend (bis auf ein paar Ausnahmen) von der Steuer befreit. Dieses Prinzip wird jetzt aber umgekehrt, und die Altersrenten sukzessive besteuert, während die Beiträge aus den Löhnen nach und nach steuerfrei gestellt werden.

      Uebrigens: die von Dir erwähnten „Pensionäre-Clubs“ gibt es durchaus auch in Deutschland. Die Ehemaligen einer Firma in Berlin für die ich einige Jahre gearbeitet habe, haben sich regelmässig getroffen z. B. zum Bowlingabend und wurden zudem von unserer Geschäftsführung 1- bis 2-mal jährlich zum Besuch ihrer alten Wirkungstätte eingeladen. Auch für mich war es immer interessant, pensionierte Kollegen zu treffen und ihnen die neuesten Entwicklungen unserer Firma zu zeigen.

    10. Phipu Says:

      An Kames

      Vielen Dank für die interessanten Informationen. Beim Wort „Pensionär“ oder eben „Pensionierte/r“ gibt es zumindest hier einen Verständnisunterschied. Beim Wort „Pensionär/in“ verstehe ich eher eine in „einer Pension“, oder sagen wir besser Institution, lebende Person (z.B. in einem Altersheim[CH]/Altenheim [D] oder Pflegeheim). Analog dem frz. Wort „le/la pensionnaire“.
      Ein Rentner, der durchaus in seinem eigenen Haus wohnen kann, ist einfach „pensioniert“/„ein/e Pensionierte/r“, als Gegensatz zu „aktiv“ oder „erwerbstätig“. Frz. wäre das „le/la retraité/e“ (wörtlich „der/die Zurückgezogene“). Google Schweiz unterstützt mich in diesem Sinn.

    11. sabine Says:

      übrigens hat es jetzt ein ende mit der steuerfreiheit der renten in deutschland… der trend wird sich also nicht halten… 😉

    12. Gufechüssi Says:

      Off topic: die Samen lieben es nicht besonders, als Lappen bezeichnet zu werden. Der Ausdruck stammt aus dem Schwedischen (lappar = Lumpen) und war durchaus abschätzig gemeint. Der Ausdruck wird heute nicht mehr verwendet.

    13. Annamaria Says:

      Kann mir jemand sagen wie das mit einer Schweizer Invalidenrente in
      Deutschland ist, muß die versteuert werden?
      Mein Freund (40) bekommt die nach einem Unfall und möchte evtl nach Deutschland umziehen.

    14. viking Says:

      Fiona: Das Problem mit der doppelten Staatsbürgerschaft stellt sich auf deutscher Seite, da der deutsche Staat diese prinzipiell nicht befürwortet.

      Lapsus: Ein Grund für die grosse Zahl CH-D Doppelbürger sind sicher die Kinder (unsere beiden Töchter sind z.B. Doppelbürger).
      Ausserdem wurde bis 1990 eine Deutsche bei Heirat mit einem Schweizer automatisch Schweizerin und konnte dabei ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten, da sie sich ja nicht um die fremde Staatsbürgerschaft bemüht hat, sondern sie ihr quasi „aufgezwungen“ wurde (so geschehen bei meiner Frau, die die deutsche Staatsbürgerschaft nie aufgegeben hätte 😉 ).

    15. Schmid Says:

      Wir sind Schweizer Rentner mit AHV bezug ( Altersrente vom Staat )
      und bekommen ( Ehepaar ) umgerechnet Euro 2200. Wie viel Steuern müssen wir in Deutschland bezahlen wenn wir dort leben möchten ?

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