Wie tarnen sich eigentlich 60.000 Deutsche in der Schweiz?
Die NZZ berichtete am 6.4.2006 über das Phänomen der deutschen Zuwanderungswelle. Der Artikel erklärt uns endlich, wie es zu den unterschiedlichen Zählungen kommt, was die Deutschen in der Schweiz betrifft. Mal seien es 148.000 (Patrick Rohr in der Sendung Quer), mal werden 200.000 genannt. Was stimmt denn nun? Gibt es keine genaue Zählung? Offensichtlich nicht:
Geht man von rund 200.000 Personen mit deutschem Pass aus, die in der Schweiz leben – die deutsche Botschaft rechnet zu den rund 143.000 offiziell gezählten Deutschen noch 60.000 Personen hinzu, die den Anmeldepflichten nicht oder noch nicht nachgekommen sind oder ihnen nicht unterliegen -, macht dies gerade einmal 13 Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung aus.
(Quelle: NZZ 6.4.06)
Ist es nicht erstaunlich, dass trotz „Einwohnerkontrolle“ und gut überwachter Grenzen ca. 60.000 nicht erfasst mit deutschen Pass hier leben? Wohlmöglich illegal? Da müssen wir doch was tun!
Vielleicht ist der Türke im Döner Kebab bei Ihnen um die Ecke gar kein Türke, sondern Verkleidungsmeister Günter Wallraff bei seinem neusten „Under-Cover“ Einsatz mit angeklebten schwarzen Schnauzbart unterwegs?
Hier Günter Wallraff auf dem Umschlag seiner Meisterreportage „Ganz unten„, die sogar auf Französich unter dem Titel „Tête de turc“ erfolgreich herausgebracht wurde:
(Foto: amazon.com)
Wie entlarvt man einen getarnten Deutschen am besten? Machen sie einfach die „tönt/klingt“ Probe. Schlagen sie vor seinem Gesicht ein Glöckchen an und fragen Sie ihm: „Na, was hörst Du?“ Wenn er sagt: „Klingt gut!“, dann ist es ein Deutscher im Tarnkleid, wenn er sagt „Tönt gut“ dann ist es ein waschechter Schweizer.
(2. Teil morgen: Aus Portugal kamen 2004 genauso viele wie aus Deutschland in die Schweiz)
Mai 29th, 2006 at 10:14
Wieder ein sehr lustiger Artikel. Die Idee, illegale Deutsche mittels Glöckchen aufzuspüren, ist so witzig, ich habe Tränen gelacht!
Mai 29th, 2006 at 13:37
Fragt sich nur, ob der gemeine Schweizer immer ein Glöckchen mit sich herumträgt…
Mai 29th, 2006 at 14:22
Aber selbstverständlich! Des Schweizers Lieblingshaustier, die Milka-Kuh, hat immer eine um den Hals und Ersatzteile für die Ausflüge zur Alm gibts auch.
Mai 29th, 2006 at 17:31
Kann sein, dass ein paar Deutsche mit Schweizerinnen zusammenleben (Konkubinat) oder umgekehrt und deshalb nicht bei der Einwohnerkontrolle „fichiert“ sind.
Oder dass Deutsche die mit Schweizerinnen verheiratet waren, sind inzwischen geschieden sind, und trotzdem in der Schweiz hängengeblieben sind (I know a couple of such cases – instead the German men fell in love again – with Helvetia 🙂
Und last but not least, nich zu vergessen, dass die Fremdenpolizei mancherorts abgeschafft wurde und in „Amt für Ausländerfragen“ umbenannt wurde (in Zug anyway…). The vast majority of Germans behave themselves well in Switzerland, so they are no problem.
Fiona
Mai 29th, 2006 at 23:13
@Frank:
das ist gleich noch ein Entlarvungs-Trick:
Frage: bei wem wohnte Heidi?
Antwort „Almöhi“ -> ein Deutscher
Antwort „Alpöhi“ -> ein Schweizer
Mai 30th, 2006 at 18:15
Also nein, die Milka Kuh ist für die Touris. Die ist im Ausland auch viel mehr bekannt mit ihrer expressionistischen Farbe und dazu ist die Schoggi oft nicht hier produziert.
Es gibt noch andere, fast bösartige Erkennungszeichen eines Mitbewohners mit Abstammung aus dem grossen Kanton. Wer geht im Migros um mit dem Taschenrechner in der Hand?
Aber eben, das ist schon fast böse, denn…
Mai 31st, 2006 at 19:46
Was ist, wenn der Deutsche selber schon parkiert und kein Kleingeld mehr in der Tasche hat – sondern nur noch Münz? Fängt der dann an, später angekommene Deutsche zu entlarven?
August 5th, 2006 at 21:25
Müssts beim Schweizer nicht heissen: „Tönt guet!“? 🙂
Januar 30th, 2007 at 11:55
mein lieber frank, dich haben wir auch erwischt. wenn du hier das nächste mal auftrittst, scannst du bitte ein kopie deines ausländerausweises ein und ein zertifikat für einen grundkurs in swiss semantics. ein schweizer geht nicht auf die alm (das machen nur bayern und deutsche, aber das ist eine andere geschichte). der schweizer geht z’alp, und sagt einer alm, is des zwoar koa sünt, aber es verrät seine sprachgene, was in deinem speziellen fall halt doch eine sünde ist.