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Keine Panne sondern Panini — Die Schweizer im Sammelfieber

  • Keine kleinen Brötchen sondern Bilder
  • Rechtzeitig zur Fussballweltmeisterschaft in Deutschland werden in der Schweiz kleine Sammelbilder mit den Fotos der Fussballer verkauft. Sie heissen wie kleine Brötchen in Italien, „Panini“, was gleichzeitig der Name eines Verlags aus Nettetal (in Nordrhein Westfalen, das ist ein Kanton im Nordwesten Deutschlands) ist:

    Der Nettetaler Verlag Panini ist ein Unternehmen der italienischen Panini-Gruppe mit Sitz in Modena und Filialen in vielen Ländern Europas und in Brasilien. Die Geschäftsfelder der 1961 von den Brüdern Giuseppe und Benito Panini gegründete Familienfirma sind Sticker (Aufkleber), Trading Cards, Jugendbücher und Comics.
    (Quelle: Wiki)

    Der Sonntags-Blick erhöht seinen Absatz nicht allein durch ein wenig bekleidetes Top-Model auf der Titelseite, sondern auch durch Gratis-Panini-Bilder:
    Panini-Bilder heben den Umsatz
    SonntagsBlick vom 16.04.06

    Auch Prominente outen sich als Panini-Sammler:

    „Für Panini-Bildli gehe ich über Leichen“, sagt Sänger und Hobbykicker Baschi (19

    Was man nicht alles von sich gibt, um als „Prominenter“ im Blick zitiert zu werden.
    Und der Bündner Renzo Blumenthal wird zitiert:

    „Als Kind schickte ich alle meine Verwandten aus dem Unterland an die Kioske, weil wir das gesamte Oberland leergekauft hatten“
    (Quelle: SonntagsBlick vom 16.04.06, Seite 7)

    Renzo Blumenthal, falls sie es schon vergessen haben sollten, ist von Beruf Bauer und nebenbei der (noch) amtierende „Mister Schweiz“. Wenn Sie seinen Namen bis heute nicht kannten, brauchen Sie ihn sich jetzt eigentlich auch nicht mehr zu merken, denn am heutigen Samstag ist seine Amtszeit vorbei, und es wird ein neuer Mister Schweiz gewählt.
    Heute zum letzten Mal Mister Schweiz
    (Foto: Tagesanzeiger)
    Wenn Sie jetzt in den Wochen vor der WM mitreden und ein paar Bonuspunkte bei Ihren Kindern gewinnen wollen, dann hilft es vielleicht, sich auch am Kiosk mit diesen Bildchen einzudecken. Es wird in der Schweiz gemunkelt, dass man sich mit den richtigen Bildchen nicht nur bei seinen Kindern beliebt machen kann. Das Panini-Bildli-Sammel-Fieber soll schon weite Kreise der Schweizer Gesellschaft infiziert haben. Ein Gegenmittel ist derzeit nicht in Sicht, aber die Pharmaindustrie Fussballfunktionnäre arbeiten dran.

    Auch der Handel bei ebay und der Schweizer Online-Aktionsseite ricardo.ch floriert mächtig. Mit was sich heutzutage alles Geld verdienen lässt…

    

    6 Responses to “Keine Panne sondern Panini — Die Schweizer im Sammelfieber”

    1. Alain Says:

      Gratis gibts das bei tauschbilder.ch 😉

    2. geissenpeter Says:

      Paninibildli haben wir aber schon vor 20 Jahren auf dem Schulhof getauscht. Also nix mit „heutzutage“.

    3. eggestei Says:

      und Basel ist ein Bundesland in der Nordwestschweiz? 😉

    4. Peter Says:

      Das Paninibildlifieber hat doch schon gewaltig nachgelassen … oder dann bekomme ich es nicht mehr mit. Als ich noch zur Schule ging, da gab es zu jedem grösseren Sportevent Paninibilder mit Sammelalben. Neben WM, war auch EM, Sommer- und Winterolympiade, sowie Ski-WM dabei.

    5. andy Says:

      Stimmt, vor 10 Jahren hatte Panini einen grösseren Stellenwert, oder liegt das daran das ich aus dem Panini Alter rausgewachsen bin ;)?

    6. Urs von T. Says:

      wer nicht lismen tut oder keine panini-bildli sammelt oder briefmarken, der
      beschäftigt sich mit rahmdeckeli;-))

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