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Schwarzgeld verstecken in der Schweiz — Tipps aus dem Tages-Anzeiger

  • Wie versteckt ein Deutscher Schwarzgeld in der Schweiz?
  • Rechtzeitig vor Ostern brachte der Tages-Anzeiger ein Zusammenstellung zum Thema „Was man so alles verstecken kann“. Es wurden in dem Artikel eine Reihe Spezialisten zitiert, die Antwort auf so brennende Frage lieferten wie:

    Wie versteckt man sich vor der Polizei?
    Wie versteckt man eine Glatze?
    Wie versteckt man Gewinne in der Firmenbilanz?
    (Quelle: Tages-Anzeiger vom 15.04.06. Seite 3)

    Und natürlich, besonders brisant und aktuell kurz vor Ostern:

    „Wie versteckt man Ostereier und Schoggihasen?“

    Ganz nebenbei wurde auch eins der bestgehütesten Geheimnisse der Schweizer Bankenwelt ausgeplaudert. Die Informationen stehen schon seit mehr als drei Jahren im Internet, zu finden in einem Artikel der Welt am Sonntag.

  • Wie versteckt ein Deutscher Schwarzgeld in der Schweiz?
  • Ulrich Reitz schrieb dazu in der Welt am Sonntag am 9.2.03 seine Erfahrungen mit einer Crédit-Suisse-Beraterin:

    „Sie sollten jede Spur vermeiden“, rät die junge Frau. Überweisungen? Von wegen! „Bringen Sie Ihr Bargeld am besten persönlich bei uns vorbei.“ „Und nehmen Sie das Flugzeug.“ Autos und Züge würden derzeit „scharf kontrolliert“. Die Mobilen Kontrollgruppen (MGK) des Zolls seien zurzeit besonders aktiv. Suchten nach Bargeldbeständen von mehr als 15 000 Euro – so viel Geld kann steuerfrei eingeführt werden – sowie nach Einzahlungsbelegen und Depotauszügen. Vor allem die Intercitys von München nach Zürich hätten die Fahnder im Visier.
    (Quelle: Welt am Sonntag)

    Von einem Berater des Bankhaus Julius Bär erfährt er weiterhin:

    „Bloß keine E-Mails“. Besser sei da schon der persönliche Kontakt. „Weil das Telefon abgehört werden kann, rufen Sie uns bitte nur von Telefonzellen größerer Städte an.“ Das Gespräch sei dann besonders schwer nachzuvollziehen.
    (…)
    Und was ist mit Geld, für das kein Herkunftsnachweis erbracht werden kann? „Das ist in der Tat ein Problem“, heißt es. Gleichzeitig wischt man die Bedenken vom Tisch. „Haben Sie das Vermögen vielleicht mit dem Betrieb einer Gaststätte verdient? Dann reichen Sie uns einfach eine Kopie einer Speisekarte ein“, rät der Berater des Bankhauses Julius Bär. Für den Nachweis „reicht das dann schon aus“. Selbst sechsstellige DM-Beträge seien nur ein kleines Problem: (…)
    (Quelle: Welt am Sonntag)

    Uns erinnert dieser Artikel an eine Recherche der besonderen Art, welche das deutsche Satire-Magazin TITANIC einst durchführte um zu testen, wie die damals dick in die Kohl-Spendengeldaffäre verstrickte CDU auf die Information reagieren würde, dass ein weiteres geheimes Millionenkonto in Luzern bei der Crédit Suisse entdeckt worden sei:

    Man ist sich nicht ganz sicher und beschließt, die Probe aufs Exempel zu machen. Ein Kontoauszug der „Credit Suisse“ wird organisiert und für Rückrufe eine Rufumleitung über ein Telefon in Luzern, dann setzt sich ein Freund der Redaktion mit Schweizer Dialekt ans Telefon, wo er sich binnen Sekunden in den behäbigen Bankangestellten Widmer (schweizerisch für Meier) verwandelt. Im Layout wird der Kontoauszug durch brutalstmögliche Fälschung von einer 1999er Überweisung (215 Schweizer Franken) zu einer Bareinzahlung (1 300 000 SFR) vom Oktober 1990 befördert, auch der glückliche Empfänger wird ausgetauscht; schlußendlich hat die CDU Bonn das Geld auf dem Konto.
    (Quelle: titanic-magazin.de)

    Die CDU beisst an, und es kommt zu diesem Telefongespräch:

    WIDMER (behäbig) Credit Suisse Luzern, Widmer.
    CDU (nervös) Ja, Ahrens noch mal, Herr Widmer. Herr Widmer, haben Sie schon etwas herausgefunden?
    WIDMER (langsam) Ja, ich bin da dran. Es gibt da so… also es gibt sicher zwei Subkonten mit Zahlungseingängen.
    CDU (bedrückt) Zwei weitere?
    WIDMER (verschlafen) Ja, die eigentlich dieselbe Nummer haben, aber hinten ein A und ein B.
    CDU Das sind aber zwei weitere Konten?
    WIDMER (sehr bedächtig) Ja, aber die sind wie… die haben die gleiche Kontonummer.
    CDU Ach, die gleiche Kontonummer. Im Grunde genommen sind das dann aber weitere Beträge?
    WIDMER (nicht direkt hektisch) Das sind weitere Beträge, die aber nicht sichtbar werden.
    CDU (holt tief Luft) Also kann man sagen, da ist das eine Konto mit 1,3 Millionen Franken…
    WIDMER (gedehnt) Das ist nur 91er Eingang, das dürfte jetzt schon einiges mehr sein.
    CDU (resigniert) Jaja, der 91er. Und zuzüglich der zwei Subkonten.
    WIDMER (Wort für Wort) Ja, also wir sind noch dran, vielleicht gibt es nochmals eines.
    CDU Ach so. Dann ruf ich morgen vormittag noch mal an. Okay, bis dann.
    WIDMER (gähnend) Schönen Abend noch, auf Wiederhören.

    Zwei Herren der CDU reisen später nach Luzern, um die vermeintlichen Millionen in Empfang zu nehmen und stossen dort nur auf die Redakteure der Titanic. Die ganze wunderbare Realsatire ist hier nachzulesen.

    

    7 Responses to “Schwarzgeld verstecken in der Schweiz — Tipps aus dem Tages-Anzeiger”

    1. Dan Says:

      Dann sind die Herren von der CDU aber Anfänger, erfahrene Kunden Schweizer Banken wissen, dass kein Schweizer Bankmitarbeiter von „Subkonten“ reden würde, sondern von „Subkonti“, schon gar nicht der Herr Widmer. Aber hübscher Streich ist das.

    2. Jannis Says:

      Das Geldwäschereigesetzt verlangt bei Bareinzahlungen über CHF 25’000, dass der Kunde über die Herkunft des Geldes zufriedenstellende Auskunft geben muss. Der Koffer mit den kleinen gebrauchten Scheinen ist nur noch im Krimi drin. Zumindest in der Theorie. Die hiesigen Banken sind ja bekanntlich flexibel. wenn es um ihr Geschäft geht.

    3. Stefan Says:

      A propos flexiblität der Banken. Als sich die UBS und CS aus dem Arabischen (oder wars nur der iranische?) Finanzmarkt zurückgezogen hat, hat eine der beiden banken (ich weiss leider nicht mehr welche es war *schäm*) den dortigen Kunden eine Empfehlung abgeben, bei welchen banken, sie das geld anlegen sollen. Dies ist ja nicht weiter schlimm, doch auf dieser Liste befanden sich ausschliesslich Tochterfirmen der Grossen bank.

      Gruss

    4. Mercury02 Says:

      Bezugnehmend auf Stefans Posting:
      Das war die UBS. Die hat ihre iranische Kunden zur Julius Bär Bank geschickt. Interessanterweise ist die UBS mit 20% an der JBB beteiligt.

    5. Willi Says:

      Wer weiss wo der verstorbene Luzerner Waffenhändler Stampfli seine Schwarzgeld millionen versteckt hat?

    6. Willi Says:

      Ich weiss wo; auf der Solothurnerbank SoBa, früher Bank in Kriegstetten, und auf der Valiant Bank Luzern – Schwarzgeld des Luzerner Waffenhändlers F. Stampfli

    7. Freddy Says:

      Die SoBa war fruher die Kantonalbank Solothurner und ubernahme durch Verkauf bzw. Abgabe von PS die Bank in Kriegstetten. Desweitern war der Herr Stampfli nie ein Kunde der Bank in Kriegstetten, ob er ein Kunde der SoBa war ist unbekannt.

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