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Wenn Du nie was ausgibst, kannst Du nie was sparen — Schnäppchenjagd à la Suisse

(reload vom 27.6.07)

  • Wo wir richtig sparen lernten
  • Den Deutschen in der Schweiz eilt der Ruf voraus, ständig übers Geld zu reden, sich darüber zu beschweren, wie teuer hierzulande alles ist und wie viel günstiger doch ein Einkauf bei Aldi im benachbarten Deutschland käme. „Schnäppchenjagen“ sei eine besonders deutsche Leidenschaft, von der die Schweizer noch weit entfernt sind, und „Geiz ist geil“ sei als Werbespruch für diese Mentalität eine typisch Manifestation. Nun, die wahren Schnäppchenjäger, die dazu auch noch rechnen können, leben aber in der Schweiz. Neulich waren wir bei Coop in Bachenbülach einkaufen und erhielten an der Kasse einen Gutschein, für den auch im Internet geworben wird:

    3 Rappen pro Liter sparen
    (Quelle: Coop)

  • 3 Rappen Rabatt pro Liter Benzin & Diesel
  • Da kann man echt nicht meckern. Flugs warten wir bis unser Auto dringend vollgetankt werden muss und fahren los zu Coop, diesen Gutschein einzulösen. Einmal volltanken bedeutet bei unserem Auto die stattliche Zahl von 35 Litern Benzin. 35 x 3 Rappen = 105 Rappen gespart! Das sind ein Schweizer Franken und 5 Rappen Reingewinn! Nur leider mussten wir, um bei Coop einkaufen zu können und diesen Gutschein zu erhalten, erst mal auf den gebührenpflichtigen Parkplatz fahren. Dort kostet 1 Franken pro Stunde, echt billig. So blieben uns immer noch 5 Rappen, die wir gespart haben.

    Bei einem richtig grossen Auto, wie wir es nicht haben aber viele Schweizer es fahren, wäre diese Rechnung natürlich gaaanz anders ausgefallen. Gehen wir mal von einem 70 Liter Tank aus, dann würde einmal Volltanken mit einem satten Rabatt von 2.10 Franken zu Buche schlagen! Abzüglich der 100 Rappen für den Parkplatz bleiben dann 1.10 Franken Reingewinn. Nicht schlecht.

    Was kann man eigentlich bei Coop für 1.10 Franken kaufen? Auf der Schnäppchenliste vom Juni 2007.

    Schnaeppchenliste Coop
    (Quelle: Coop)

    sind als günstigste Produkte Eisbergsalat für 1.30 Fr. und „Pariserbrot“ für 1.30 statt 1.60 Franken zu haben. Müssen wir eben schnell die gekauften 35 Liter Benzin mit dem Auto verfahren und erneut tanken, dann würde uns mit dem nächsten nächsten Rabatt das Geld gutgeschrieben. Denn wenn wir nie was ausgeben, können wir auch nie was sparen, so einfach ist das.

    

    11 Responses to “Wenn Du nie was ausgibst, kannst Du nie was sparen — Schnäppchenjagd à la Suisse”

    1. Yogi-TheBear Says:

      ALSO…dann doch lieber über die Grenze…zu ALDI, LIDL & CO…gell!

    2. Brun(o)egg Says:

      Von Schnäppchen kann keine Rede sein. Einfach Rabatt eines Unternehmens welches Kundenbindung möchte. Schnäppchen werden nicht von Unternehmen gemacht, sondern Schnäppchen wurden von Gierigen erfunden. Schweizern zum Beispiel die jede Woche nach Deutschand fahren um Gammelfleisch aus Massentierhaltung zu kaufen.
      Und ich denke, „Schnäppchen“ wurde in Deutschland erfunden, und nicht in der Schweiz.
      Halte Dir zu gute, lieber Wiese, dass der Post aus 2007 kommt. In der Zwischenzeit bist du sicher klüger geworden.

    3. pfuus Says:

      @Brun(o)egg

      „…nach Deutschand fahren um Gammelfleisch aus Massentierhaltung zu kaufen.“

      Gammelfleisch soll man ja neuerdings auch bei Coop kaufen können!

    4. AnFra Says:

      @Bruno aus Brunegg

      Ach, lieber Bruno. Da kauft das Schweizervolk nationalbewusst im COOP das schweizerische Gammelfleisch. Das ist als Schweizerdreck natürlich qualitativ viiiiiiiiiiiiiiiiel besser als das deutsche Drecksfleisch.

      Habe aus beruflichen Gründen in einige schweizerische und deutsche Lebensmittelverarbeitungen hineinschauen können. Für die Schweizer ist das auch kein besonderes Ruhmesblatt, im Verhältnis zu Deutschland mindestens.
      Da frage ich mich immer noch woher einige geschmacklich verwirrte Schweizer ihren unverdaulichen Schweizerqualitätsstolz beziehen, denn andere Nationen können auch Dreck machen!

      Leckeres aus der Schweiz? Nicht immer!

    5. Brun(o)egg Says:

      @ pfuus
      Recht hast du. Darum kaufen wir kein Fleisch bei COOP. Schon lange nicht mehr. Der Metzger vorne an der Ecke bringts!

    6. Tin Says:

      „Denn wenn wir nie was ausgeben, können wir auch nie was sparen, so einfach ist das.“

      Obige Aussage ist falsch. Genau das „nicht ausgeben“ von Geld ist sparen (Sparen=Konsumverzicht).

    7. pfuus Says:

      @Brun(o)egg

      Eben! Und diese Metzger gibt es bei mir um die Ecke auch.

    8. sensor Says:

      Ziemlich polemisch diese Aussage. Bei „meinem“COOP kostet der Parkplatz nichts, den Gutschein fürs Tanken bekomme ich per Mail und/oder schneide ihn in der COOP-Zeitung aus.

    9. Yogi-TheBear Says:

      „…..jede Woche nach Deutschand fahren um Gammelfleisch aus Massentierhaltung zu kaufen!“

      Jajaaaaaa…i dr Schwiiz isch natürlich ALLES „viel besser!“ – Schweizer Gnomen sind selbstverständlich auch grösser als andere, europäische GNOMEN!

      EXGÜSI….habt Ihr „CH-Nationalisten“ eigentlich schon mal darüber nachgedacht, was denn „eigentlich“ alles in euerer „heissgeliebten“ CERVELA „verwurstelt ist?
      Vielleicht ja sogar FLEISCH…z.B „Seperatoren.Fleisch“!

      Een guete…..für alli!

    10. Chrisbo Says:

      “Denn wenn wir nie was ausgeben, können wir auch nie was sparen, so einfach ist das.”

      Obige Aussage ist falsch. Genau das “nicht ausgeben” von Geld ist sparen (Sparen=Konsumverzicht).

      Wiso? Das Geld, was man weniger ausgibt – nicht ausgibt, fließt nicht in den Konsum. Somit ist die erste Behauptung kompatibel mit Standarddefinition. Das gesparte Geld lässt wiederum eine weitere Möglichkeit der Konsumtion zu. Je nach Prefärenz.

    11. Chrisbo Says:

      Zur Korrektur, man kann auch beim Ausgeben sparen, doch der erste Satz ist nicht allgemeingültig.

      Schnäppchen werden nicht von Unternehmen gemacht, sondern Schnäppchen wurden von Gierigen erfunden.

      Den Schweizern? 😉 Ein Schnäppchen ist ein relativ günstiges Angebot. Ein Unternehmer, der beim Einkauf kein Schnäppchen sucht, wäre ein ziemlich depperter Unternehmer. Den im günstigen Einkauf liegt der größte Gewinn. Eine ziemlich rationale Angelegenheit so ein Schnäppchen, stimmmt’s?

      Schnäppchenjäger als böse Gierlappen darzustellen machte nur dann Sinn, wenn man selbst äußerst irrational einkaufte. 😀

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