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Ohne Zweifel — Jetzt kommt Zweifel

(reload vom 20.10.06)

  • Ennet der Grenze wird „eh net“ alles verkauft
  • Wir alle kennen die regelmässigen „Migrationsbewegungen“ der Schweizer am Wochenende über die Grenze ins befreundete „Europäische Ausland“. Der Umsatz, der von allen Supermärkten auf der anderen Seite der Grenze (die Schweizer sagen kurz und präzise „ennet der Grenze“ zu diesem Satzungetüm) gemacht wird, steht bereits seit einiger Zeit an dritter Stelle hinter den Umsätzen von Migros und Coop, und noch vor dem von Denner.

    Doch im Herbest 2006 kam der Gegenangriff. „The empire strikes back“, „macht kaputt was euch kaputt macht“, hätte man in den wilden 68ern skandiert.

    Die Rede ist von Zweifel, dem Schweizer Quasi-Monopolisten für die eidgenössisch lizenzierte, subventionierte und durch Schutzzöllen am Leben erhaltene Produktion von Kartoffelchips. Die lässt sogar die grosse Migros für sich von Zweifel produzieren, denn was man nicht nachmachen kann, das kauft man ein, heisst dort die Devise.

    Zweifel versuchte sich auf dem Deutschen Markt und hatte das schweizerische Grüezi und die Schweizerflagge gleich mitgebracht:
    Zweifel in Deutschland
    Foto: Was ist das da für ein weisses Ding auf dieser Flagge?

  • Weg mit Hammer&Zirkel, her mit dem Schweizerkreuz
  • War das nicht genial? Und wie vortrefflich sich das weisse Schweizerkreuz in den roten „Blut-Balken“ der Schwarz-Rot-Goldenen Flagge schmiegt! Als ob es nie woanders zu Hause gewesen wäre. Offiziell wird dieses Rot übrigens „Verkehrsrot“ genannt, vielleicht weil diese Rot bei Unfällen im Verkehr häufig zu sehen ist? Was bedeuten eigentlich diese drei Farben?

    Die Farbzusammenstellung ergibt sich aus einem (historisch verbürgten) Ausspruch in den Befreiungskriegen:
    Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.
    (Quelle: Wikipedia)

    Können wir auch heute gut nachvollziehen, da blutige Schlachten täglich auf den Autobahnen ausgefochten werden.

  • Was könnte man als Werbegimmik in die Packung legen?
  • Wir finden es klasse, was Zweifel da unternahm, und drücken den Herstellern alle vorhandenen Daumen für den Erfolg im Chio-Chips Land. Vielleicht sollten Sie auf die Packung noch Gutscheine verstecken, für eine Grundkurs Schweizerdeutsch an der Clubschule Migros in Zürich, oder Coupons für die Teilnahme an der Verlosung von 100 permanenten C-Bewilligungen für die Schweiz. Als Hauptpreis vielleicht das Heimatrecht in einer Gemeinde ihrer Wahl plus einem hübschen druckfrischen Schweizerpass? Das würde den Absatz sicher steigern helfen.

    Die Deutschen sind neugierige Konsumenten von Chips, ich habe da keine Zweifel. Ob sie auf die Dauer das hübsche weisse Kreuz auf ihrer Flagge akzeptieren, nach dem dort vor ein paar Jahren erst Hammer & Zirkel raus und der Adler reinmontiert worden sind, gilt abzuwarten. Wahrscheinlich halten sie es sowieso für einen Flagge vom Internationalen Roten Kreuz. Rot und Weiss und Kreuz, wir kennen das ja zu genüge (vgl. Blogwiese).

    Und wenn die Schweizer am Wochenende im „befreundeten Ausland“, zufällig wie immer bei der Warenkontrolle und beim „Einkauf minderer Qualität“ bei Aldi anzutreffen, freuen sich sicherlich, jetzt völlig subventionsfrei und höchstwahrscheinlich billiger die beliebten Zweifel-Chips einkaufen zu können. Und „erst noch“ mit Mehrwertsteuerrückerstattung. Später dann nicht mehr.

    

    23 Responses to “Ohne Zweifel — Jetzt kommt Zweifel”

    1. swambo Says:

      Frischfleisch, Milch und Hefeweizer,
      kaufen Billigladenschweizer.
      Die Artikel mit nem Brand,
      kauft Fr. Schweizer, wo sie`s kennt.
      Drum nimmt der Parallelimport
      nur Lölis Arbeitsplätze fort.
      Die Werke werden dann gebraucht
      von Schweizer, das es richtig raucht.
      Gut gibts die Deutschen, das ist fein,
      denn sie zahlen kräftig ein…..

    2. swambo Says:

      okokokoko ich geb zu das reimmässig ist das eher ein kläglicher Versuch….

    3. Marroni Says:

      Die Migros produziert beinahe alle Chips selber in Bischofszell

    4. Marroni Says:

      Bischofszell Nahrungsmittel AG
      Industriestrasse 1
      9220 Bischofszell
      Tel. +41 71 424 91 11
      Fax.+41 71 424 94 94
      bischofszell@bina.ch
      http://www.bina.ch

      Kontakt Name Email
      Geschäftsführung Mark Aegler mark.aegler@bina.ch
      Marketing/Vertrieb DV+Export Remo Manz remo.manz@bina.ch
      Marketing/Vertrieb GV Luzi Walser luzi.walser@bina.ch
      Finanzen Edwin Staub edwin.staub@bina.ch
      Produktion Kurt von Mentlen kurt.vonmentlen@bina.ch
      Branche Nahrungsmittel
      Tätigkeit
      (Beschrieb der Aktivitäten, besondere Dienstleistungen) Produktion und Vertrieb von Frucht-, Gemüse-, Fleisch- und fixfertigen Konserven, Fruchtsäften, Ice Tea, kühl-frischen Produkten, tiefgekühlten Gemüsen und Fertig-mahlzeiten, Konfitüren, Tomaten- und Kartoffelproduk-ten an Detailhandel und Grossverbraucher im In- und Ausland.
      Gründungsjahr 1909
      Besonderes: Ein Produktionsbetrieb der Migros seit 1945

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    5. AnFra Says:

      Tatsächlich ist die Bezeichnung „Verkehrsfarbe“ eine Farbenzusammenfassung von Farbtönen / Farbklängen, die in innerhalb des Transport- und Fuhrwesens, wie z. B. Feuerwehr, Tech. Hilfswerk, Eisenbahnen, Polizei, Rettungsdienste, Gefahr- und Sondertransporte, Schiffsrettungswesen usw. vorbehalten war.

      Vergleichbar ist die Bezeichnung „Signalfarbe“ für Farbtöne / Farbklänge, welche für Signale, Signalemente, Warn- und Hinweissysteme sowie Flucht- und Rettungswege benützt werden.
      Siehe beide Beispiele bei: http://de.wikipedia.org/wiki/RAL-Farbsystem .

      Habe bei einer Vorlesung erlebt, als es um das Geheimnis der RAL-Farbcodierung ging, bei welchem ein orientalischer Student mit den komplizierten deutschen Farbnamensbezeichnungen arg durcheinander gekommen ist.
      Die Dozentin (Haare: RAL 8016, Pupillen: RAL6036, Lippenstift: RAL3018) dem besagten Studenten die Aussage bezüglich einer bestimmten RAL-Nummer herauslocken wollte. Der arme Tropf. Es ging um RAL3020, also dieses „Verkehrsrot“.
      Der Arme konnte den Namen nicht ableiten. Sagt sein Nachbar leise zu ihm: „Puff“. Der Schlaumeier platzt raus: „Ich kenn es jetzt, dass ist „Bordellrot“!
      Reaktion Dozentin: „Gekicher“.
      Reaktion orientl. Student: „Kopf hatte RAL3013“.

      Beim „Blutbalken“ noch ne kleine Verbesserung. Das Rot in der dt. Flagge ist kein Blutbalken. Die echten historischen Balken waren wie das Beispiel des Stadtwappens aus Konstanz. Hier ist im oberen Feld des Schildes ein dicker roter Balken als Zeichen der „Hohen Gerichtsbarkeit“.
      Leider ist die gute alte Sitte abgeschafft, missliebige marodierende Horden und Ochsentreiber aus dem Zürichgau an der Stadtgrenze von Konstanz mit dem Henkerbeil ohne Berücksichtigung der RAL-Farbnummern zu empfangen.
      Siehe: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Coat_of_arms_of_Konstanz.svg&filetimestamp=20060801223932

      Kommen die Züricher wieder angetrottet,
      wird das Henkerbeil sehr schnell entmottet,
      senken sich deren Köpfe ob der guten Preise,
      hack-und ab geht dann die himmlische Reise.

    6. pfuus Says:

      @swambo

      s‘ reimt sich nicht, abers dichtet.

      @Ein Zuercher

      Seich,bisch schonemol z‘ Basel in dr Stücki gsi?

    7. pfuus Says:

      üüüüübrigens swambo

      Es ist sicher bekannt das in den Baselnahen Dörfern(D) „d’lölis“ eine Bezeichnung für die Schweizer ist, aber das wird ihnen verborgen geblieben sein, weil Sie ,wenn überhaupt, höchstens 2 -3 km über die Grenze gekommen sind.

      Ich möchte übrigens nicht wissen was die CH Tourismusbranche macht, wenn die “ Thoitschen“ ( Ein Zuercherdeutsch) mal eine Saison auf die Skiferien verzichten würden.
      Sind sie nicht auch der Meinung, dass die Tageszeitungen und überhaupt der ganze Schriftverkehr auf „Schwyzer(düütsch) pardon,sprooch“ umgestellt werden sollen? Das wäre doch nur konsequent, oder? Möglicherweise gäbe es interkantonale Konflikte, weil sich die Basler sicher nichts auf Zürisprooch sagen lassen etc. Ja, so geht es zu in Seldwyla………..

    8. swambo Says:

      @pfuus

      Naja, Löli ist eine Bezeichnung für Schweizer in ganz D, nicht nur in den grenznahen Gebieten. Das weiss ich, weil ich aus D stamme! Und zwar einige Km weiter nördlich als der Speckgürtel…..
      Was Ihren Zeitungvorschlag angeht: Fände ich gut, dann hat der ewige Eiertanz endlich ein Ende.

    9. AnFra Says:

      Die deutsche Flagge mit Schwarz-Rot-Gold ist eigentlich keine ganz neue Idee aus den napolionischen Befreiungskriegen.

      Trotz aller Freiheit, die damaligen Studenten wollten sicherlich auch die alte Reichsidee nicht komplett beseitigen und haben die lange Tradition dieser Reichsfarben berücksichtigt. Von nix kommt nix.
      Über 1.000 Jahre war der nationale Banner / Wappen des Heiligen Römischen Reiches mit den Farben Schwarz für den Adler, Rot für den Schnabel / Krallen und Gold für Untergrund / Schild.

      http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Banner_of_the_Holy_Roman_Emperor_(after_1400)_Haloes.jpg&filetimestamp=20081015124530

      Um sich wieder unbeliebt zu machen:

      Das weiße Schweizerkreuz passt recht putzig in den roten Querstreifen der deutschen Fahne.

      Wer hat die heutige Schweizerflagge erfunden? Nicht die Schweizer, sondern es war die Kriegsflagge das Heilige Römischen Reiches. Vermutlich haben die alten Eidgenossen aus Geiz kein eigenes Tuch gehabt, um sich eine eigene Fahne zu basteln und haben ihre alten Reichkriegsflaggen bedenkenlos weiterbenutzt bzw. haben die Neuhelveter alle bildliche Darstellungen der Kämpfer mit dem weißkreuzigen Reichsbanner einfach als Schweizerflagge umgedeutet.

      http://en.wikipedia.org/wiki/File:Flag_of_the_Holy_Roman_Empire_(1200-1350).svg

      http://www.flaggenlexikon.de/fdtlhi1r.htm#Flaggen

      PS: Wenn die Schweiz „Heim ins 4. Reich“ geholt wird, wird Zürich selbstverständlich türkisches Untertanengebiet.

    10. swambo Says:

      @Zuercher

      „Ein Loeli entspricht einem Tubel und ist allgemein in der Schweiz als Bezeichnung eines Volldeppen gebraeuchlich“

      Wie gesagt, nicht nur in der Schweiz….

      „Thoitsche werden nicht als Loelis bezeichnet“

      Nein, nur Schweizer…

    11. swambo Says:

      „Man spricht dann eher vom Gummihals, Sauschwab, Thuetschen, «Nazi», Detlef, Fischfresser, Glotzchopf, oder Wampe“

      Komisch, bei werden die immer Chef genannt…..

    12. cocomere Says:

      Ich war noch nie über die Grenze zum Einkauf. Eine Verwandte hat bei so einem Grenzgang mal deutsche Würste gekauft, aber schliesslich muss man sagen, das Hundefutter hier günsiger ist und auch gesünder für den Hund. Ich bleibe lieber der Quartier-Migros treu, da weiss ich, was ich zu einem guten Preis hab.

      [Anmerkung Admin: Migros gibt es auch ennet der Grenze, z. B. in Lörrach]

    13. swambo Says:

      @ alle
      gibt es eigendlich auch Boeli (Bünzli+Loeli)?

    14. pfuus Says:

      @zuercher

      „Gummihals, Sauschwab, Thuetschen, «Nazi», Detlef, Fischfresser, Glotzchopf, oder Wampe”

      Sehr reichhaltig Ihr Repertoire. Nette Plakatmaler mit ideenreichen sujets gibts in der CH auch und wenn ich mir dann noch die SVP „Stubete“ anschaue, au Backe mein Zahn….
      Gäll, Zürich Downtown Switzerland, love it, live it ,(germans leave it), gross duä , Metropole welle si, hey easy…aber schriibä wie en Dörfler……….

      @Cocomere

      ja, die Verwandte wollte wohl besonders billig einkaufen und hat beim Discounter „Zämmewüschede“ gekauft, das würde ich auch nicht essen. Ich habe übrigens letztens den Fehler gemacht bei der Migros „Action“ Trutenaufschnitt zu kaufen(in der CH) , da gings mir ähnlich wie Ihnen.

      Und die Moral von der Geschicht? Trau keinem nicht!

    15. AnFra Says:

      @Kein Züricher

      Seltsam, bei uns lautet die Benennung für die südlichen Nachbarn einfach „Schweizer“.

      PS: Wer ist Anfratz?

    16. Yolke Says:

      Schade. Ich fand den Blog einmal gut. Aber seit einiger Zeit heisst es nur noch ‚jeden gegen jeden und immer schön munter drauf hauen’. Es trieft nur so von rassistischen Ressentiments. Und wenn man nicht selber schon schlechte Erfahrungen mit einem Deutschen/Schweizer oder wahlweise einer weiteren Nationalität gemacht hat, dann kennt man doch sicher einen und der… ja ja. Sind doch sowieso alle doof und dumm. Die Anderen. Natürlich. Und rassistisch. Die Anderen. Natürlich. Haben wir noch einige Stereotypen? Klar, wir haben noch jede Menge. Immer her damit.
      Schade. Es geht durchaus auch anders. Ich, Bernerin mit teilweise deutschen Wurzeln, und einem Freundeskreis, in dem es neben Schweizer und Deutschen auch noch Platz für weitere Menschen hat. Aber ich bin dann wohl auch die ‚Anderen’. Natürlich.

    17. swambo Says:

      da hab ich noch einen für Dich:

      Wie ist der neue Kapfname der schweizer Fussballnati?

      Die Loelitas….

    18. AnFra Says:

      @ Yolke

      Hast richtig geschrieben.

      In der Blogwiese sind Worte und Sprachen der tatsächliche Inhalt.
      Bitte beteilige dich auch an diesem Blog.
      Dann kann das gesamte Nationalitätengesülze in sich zusammenbrechen und die sog. „Nazis“ beiderseits des Rheines werden ausgetrocknet.

    19. Poupoun Says:

      War wohl nix mit dem „Zweifel“. Habe das noch in keinem deutschen Supermarkt gesehen. Darüber hinaus wurde die Kampagne wohl von „ausgewanderten“ Deutschen in der Schweiz, in Herstellernähe sozusagen, entworfen und die haben die „Schweizliebe“ ihrer alten Heimat offensichtlich deutlich überschätzt (bzw. von sich auf andere geschlossen) denn was bei Weinflaschen (französische Flagge) oder Erdnussbutter (Stars and Stripes auf der Packung) noch schlüssig sein mag wird bei einem Allerweltsprodukt wie Kartoffelchips mit Sicherheit nicht mit „der Schweiz“ assoziiert, insofern hätte da die Werbung deutlich mehr auf’s Produkt eingehen sollen. Meine spontane Reaktion war zumindest nicht „Muss ich mal testen“ sondern Augenrollen.

    20. rap Says:

      was sagt ihr eigentlich dazu, dass Aldi Suisse ständig bei Tests am besten abschneidet?! Gestern erst wieder bei Fondue Chinoise im Kassensturz.
      Anfangs sehr skeptisch ist für mich heute Aldi „Hauptbestandteil“ bei meiner Nahrungsaufnahme………Aldi Schweiz natürlich ;-).

      Zuercher, du bist kein Loeli, ein wahrer Tubbel. Häsch Migrationshintergrund und zuwenig Muttermilch erhalten?
      Witzknolle, en Schwyzer bisch nöt, uf käh fall.

    21. Allmechtna Says:

      Weg mit Hammer und Zirkel.

      DARF ICH MAL? :)))

      http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-57102-7.html

      (immer noch schlapplach)

    22. Chrisbo Says:

      @Swambo

      Blöderweise sind die meisten Schweizer Lebensmittel teurer als im großen Kanton und man muss schon ein ziemlicher Chauvi – davon hat es in der Schweiz offensichtlich mehr – sein, wenn man Arbeitsplätze statt Produkte kauft. 😀

    23. Chrisbo Says:

      @Swambo

      …und nagel mich nicht auf Schweizer Lebensmittel fest, ich wollte Lebensmittel schreiben. 😉

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