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Es besammeln sich die Genossamen

(reload vom 27.2.06)

  • Es besammeln sich die Genossamen
  • Wir kannten bisher die „Genossen“, mit ihren Genossenschaften. Wir amüsierten uns schon früh über die Verfechter der totalen Kleinschreibung, wenn sie den Satz schrieben: wir haben in moskau liebe genossen.

    Nun lernten wir eine neue Spezies von Genossen in der Schweiz kennen: „Die Genossamen“. Im Kanton Schwyz gibt es heute noch 70 davon .

  • Was sind eigentlich „Genossamen“?
  • In unseren Ohren klingt das Wort wie eine Kreuzung aus „Genesis“ und „Samenspende“, wobei wir natürlich nicht die gleichnamige Rockgruppe meinen, sondern das erste Buch Mose.

    Oder kommt „Genossamen“ von „Genossen und -sinnen, Tach z’saamen!“, etwas schneller ausgesprochen? Das wäre der Niederrheinische Deutungsversuch, doch der ist sicher falsch. In der Schweiz wird nicht „gespeist“, sondern „gespiesen“, vielleicht wird dann bei Schnupfen nicht „geniest“, sondern „genossen“? In einer Genossam?

    Jedenfalls muss auch unser armer Duden „für einmal“ passen, er kennt die Genossamen nicht. Aber Google-Schweiz weiss Bescheid, und zwar an 721 Orten.

  • Der Tages-Anzeiger weiss es!
  • Wir stiessen bei der Lektüre des Tages-Anzeiger auf die Erklärung für dieses Wort.
    Tages-Anzeiger vom 11.02.06 S. 2:

    Die Tradition der Schwyzer Genossamen geht zurück ins 5. Jahrhundert. Sie ist also bedeutend älter als die Eidgenossenschaft. Damals besiedelten alemannische Bauern das Gebiet des heutigen Kantons Schwyz. Sie gründeten die Korporation Oberallmeind, um jenes Land zu verwalten, das nicht einem einzigen Bauern gehörte sondern der Allgemeinheit. Zu diesem gemeinsamen Land gehörten vor allem Alpen, aber auch Weiden und Wald. Wer Anteil an der Allmeind haben wollte, musste Landmann sein und aus freiem, altem Schwyzer Geschlecht stammen. Im Jahr 1882 stimmten die Bürger einer Teilung der Korporation zu. So entstanden die heutigen Dorfgenossamen.

  • Heissen Sie nicht Feusi, Hiestand oder Jäger?
  • Also wirklich nichts Neues. Warum schaffen die es dann plötzlich auf die zweite Seite des Tages-Anzeigers? Nun, weil etwas Sensationelles passiert ist. Dieses Bürgerrecht konnte im Kanton Schwyz nur von seinen Vorfahren erben, wer einen alteingesessenen Namen trug wie Feusi, Hiestand, Jäger oder Türkyilmaz.

    Wenn ein bestehendes weibliches Mitglied einen Mann mit einem fremden Namen heiratete, war es aus und vorbei mit der Clubmitgliedschaft für die Kinder. Kein eingesessener Name, keine Genossamen-Mitgliedschaft:
    Genossamen in der Schweiz

  • Es war nicht leicht, kein Mann zu sein, im Kanton Schwyz
  • Das ist ein herber Rückschlag für die Korporation Pfäffikon, deren Präsident Ueli Feusi im Tages-Anzeiger zitiert wird:

    „Schon zum zweiten Mal ändert ein Gericht von oben herab unsere Tradition“. Vor dreizehn Jahren habe man hinnehmen müssen, dass auch die Frauen einer Korporation beitreten können. „Nun hat das Bundesgericht entschieden, dass auch der Name nichts mehr zählt“.

    Die „Steuerrevue“ sieht in den Genossamen „Privilegierte Gesellschaften“:

    Steuerbefreiung von Genossamen
    Schwyzer Genossamen und Korporationen unterscheiden sich wesentlich von den Walliser Burgergemeinden, welche gemäss Bundesgerichtsurteil von der direkten Bundessteuer befreit sind. (…) Es wird eine erhebliche wirtschaftliche Betätigung ausgeübt. Diese dient den eigennützigen Interessen ihrer Mitglieder und nicht gemeinnützigen oder öffentlichen Zwecken. Schwyzer Genossamen und Korporationen schütten ihre Gewinne in der Regel in Form eines Genossennutzens aus und erbringen genossen- schaftliche Leistungen an ihre Mitglieder, was den Anforderungen des Bundesgerichts zuwiderläuft. Eine Steuerbefreiung ist sachlich nicht gerechtfertigt, (…)
    (Quelle: Steuerrevue.ch)

    Hören wir da nicht irgendwie so etwas wie Neid heraus? Hinein durfte nur, wer den richtigen Namen trug, und bis vor 13 Jahren mussten neben dem X-Chromsomen auch noch ein anständiges Y-Chromosom vorhanden sein. Doch das ist leider vorbei. Wie meint Präsident Feusi noch so schön laut Tages-Anzeiger:

    „Es lohne sich nicht, allzu viele Tränen zu vergiessen. Der Zeitgeist habe sich geändert“

    Wir werden jetzt gleich die kleinste Geige der Welt auspacken und ein wirklich trauriges Lied spielen, um eine Träne zu vergiessen. Vielleicht kommt ja der Zeitgeist kurz vorbei und übernimmt die zweite Stimme? Wir fänden es schön.

    

    11 Responses to “Es besammeln sich die Genossamen”

    1. Chrigel Says:

      Ich weiss nicht so recht, was ich davon halten soll. In früheren Zeiten hatte eine solche Koorperation sicher recht existentielle Bedeutung für ihre Mitglieder. Heute spielt wohl viel Tradition und Folklore mit.
      Ich hege gewissen Argwohn gegenüber dem Bundesgerichtsentscheid. Da wird einer selbstständigen Vereinigung von aussen gesagt, wen sie aufnehmen muss. Heikel so was.

    2. AnFra Says:

      Genossamen, war das ein alemannischer bäuerlicher Gruppensex?
      Etwas schon, denn…….hierbei spielt die weibliche Brust eine gewisse Rolle. Das Thema ist wieder auf einer recht dünnen Eisdecke angesiedelt.

      Beim „Genossen“ ( germ. „nauta“, ahd. „noz“ für Nutzer) brauchen wir nicht nur an das sowjetische Moskau oder die SPD / SP zu denken, welche z. Z. auch nicht dem großen Genuss anheim fallen können, sondern an die mittelalterlichen wirtschaftlichen Zusammenschließungen beim Erwerbsstreben in der Weidewirtschaft, also zum Genuss der Erwirtschaftung daraus!
      Sie dient als Ansammlung von „Genossen“ einer „Genossenschaft“ zum Betreiben einer wirtschaftlichen Gemeinschaftsnutzung auf den Alpen / Almen, Wäldern, Erzstollen und z. B. auch der Salzgewinnung / Salzsiedung uam. Die Urquelle des Begriffes kommt wohl eindeutig aus der Landwirtschaft: z.B. Nutzvieh, Ackernutzung.
      Später ist es auf die Montantechnik übergegangen und über das industrialisierende Ruhrgebiet im 19. JH und deren gesellschaftlichen Folgen bis in die sozialistische Parteienpolitik eingedrungen.

      Die „Amen“ muss man m. E. hier mit der uns in neuerer Schreibweise bekannten „Ammen“ gleichsetzen!
      Denn nach der mittelalt., in der gotischen und besonders hochgotischen Zeit hatten die Hl. Mutter Maria und die Hl. Barbara eine beschützende Stellung in bestimmten Gewerken als Beschützerinnen der Menschen und als Behüter der Tiere und Gebäude (besonders Barbara: u.a. Schutzheilige der Bergleute, spä. auch Artilleristen uam sowie Nothelferin gegen Gewitter, Feuergefahr, Fieber, Pest und plötzlichen Tod von Mensch und Tier, also eine ideale Schützerin für die Gebirgsregionen). Der Hl. Barbara seien bei der Folterung die Brüste abgeschnitten worden.

      In hochgotischen Altarbildern und Schnitzereien kann man überwiegend diese beiden Frauen als Beschützerinnen mit weit geöffneten Mantel sehen, an deren Füssen meist die Stifter dieser Kunstwerke zu sehen sind, sehr oft die „Genossen“, die als Mitglieder einer „Genossenschaft“ dieses Kunstwerk gestiftet haben.
      Interessanterweise werden die beiden Frauen sehr körperbetont, busenorientiert und manchmal wird die Hl. Maria mit blanker Brust dargestellt.
      Denn diese Brust gibt die Gewissheit einer hoffentlich dauernden Labung der „Genossen“ durch diese gottnahe „Amme“! Die Kinder der Welt können sich an der Brust der Hl. Mutter laben, also nicht nur das Jesuskind. Dies muss man wie den menschlichen Ammen gleichsetzen, die auch ein fremdes Kind durch die Brustgabe ernährt haben.

      Also kann man den Begriff „Genossamen“ hermeneutisch so darstellen: In solch einer „Genossenschaft“ werden deren Mitglieder, die „Genossen“, durch Nutzung der Ergebnisse der Erwirtschaftung solcherart ernährt, wie die Kinder an den Brüsten bei ihren „Ammen“!

      Die Bewirtschaftungen der Gemeinschaft sind die „Genossenamen“ (in ahd), also die „Genossenschaftsammen“ (in nhd).
      Auch damals wollte man die höheren Mächte durch „Investitionen“ in die Heiligenkunst für sich einnehmen.
      Im Begriff „Genossamen“ werden die allgemeinen damalige religiösen Heilserwartungen und das persönliche Wirtschaftsstreben geistig, inhaltlich und sprachlich sehr fein miteinander verwoben.

      Aus modernen PR-Sicht: Nicht schlecht.

      Aber man kommt um einen furchtbaren Verdacht nicht herum:
      – Ist etwa die heutige zentrale Eidgenossenschaft in Wirklichkeit der Geburtsort des genossenschaftlichen und wissenschaftlichen Sozialismus???
      – Sind deshalb Bakunin, Lassalle, Trotzki, Lenin und andere Sozialisten zu den Schwyzer / Schweizer Ur-Quellen gekommen?
      – Gibt es dort etwa einen Hort des linken Sozialismus?

    3. neuromat Says:

      Da vergreifen Sie sich aber wieder ein einmal Herr Zuercher. Welch Unterstellung, dass in Innerschweiz nur Männer Baerte und starke Achselbehaarung tragen.

      Und auch Chrigel möchte ich recht geben. Sehr, sehr heikle Entscheidung. Wir hatten da seinerzeit strengere Richtlinien und ich vermag mich noch sehr gut erinnern als zwei Helvetier unter Hinweis, dass sie der gleichen Organisation bereits im eigenen Heimatland angehörten um Aufnahme in unserem erlauchten Kreise bettelten. Nix wars. Da haben wir nicht einmal drüber abgestimmt.

      Sex allerdings, um wieder zu dem anderen zurückzufinden, Sex ist teuflisches Tun. Wobei fällt mir gerade auf, wenn die da in diesen Kopulationen, oder wie es gleich noch hiess, keine Frauen hatten, mit wem hatten die dann Sex.

      Wie auch immer. Schade um das zerstörte Brauchtum. Ich habe das immer sehr genossen, wenn die Genossen auf ihren Besammlungen wichtige Worte wagten und ihre Weibsbilder …. dem Teufel …

    4. neuromat Says:

      @ anfra

      wieso Verdacht? Es gibt da einen neuen (Tatsachen?)-Roman von Christian Kracht:

      http://www.welt.de/kultur/article2476705/Christian-Kracht-bringt-Krieg-in-die-Schweiz.html

      wer nicht alles lesen will:

      „Kracht betreibt kontrafaktische Geschichtsschreibung. Sein grandioser Schauerroman spielt in einer Schweiz, die Lenin 1917 nicht im plombierten Zug Richtung Russland verlassen hat. Stattdessen – das russische Reich ist durch die Tunguska-Katastrophe verstrahlt – hat er seine Revolution in der Eidgenossenschaft veranstaltet und mit Bakunin und Kropotkin in Meiringen (ganz in der Nähe kam es zum finalen Kampf zwischen Sherlock Holmes und Professor Moriarty) die Schweizer Sowjet Republik (SSR) gegründet.

      Seit 96 Jahren befindet sich die SSR nun im Krieg gegen die deutschen und britischen Faschisten, gegen Großaustralien und die Hindustanier (die Vereinigten Staaten halten sich raus, heißen Amexiko, haben sich wegen eines blutigen Bürgerkrieges eingeigelt auf ihrem Kontinent).“

    5. Helza Says:

      Es heisst Genossame (Einzahl), nur die Mehrzahl nennt man Genossamen. Die Genossame ist die Organisation der Genossenschafter, also jener, die einen Anteil an etwas haben, das die Gesamtheit oder Allgemeinheit nutzt (Alpen, Weiden, Herden, auch moderne Landwirtschaftsmaschinen). Eine ganz praktische Sache. In ländlichen Gegenden gibt es bis heute die ähnlich organisierten Alpkorporationen (Körperschaften) und das funktioniert bis heute recht gut. Dass Frauen das Bürgerrecht nicht weitergeben können, ist natürlich falsch. Bei einer Frau steht fest, wessen Mutter sie ist, wogegen man nur durch DNA-Tests feststellen kann, wer der wirkliche Vater ist (oft nicht der Ehemann!). Das Judentum zum Beispiel wird nur von der Mutter an ihre Kinder „vererbt“. Klug.

    6. Brun(o)egg Says:

      Abgesehen vom verklemmt erotischen Aspekt: Weit weg, auf Bali, pflegen die Ur-Balinesen einen ähnlichen Kooperationsstil.
      Ein Ur Kommnismus der funktioniert. Aber nur noch in wenigen Dörfern.

    7. Giorgio Girardet Says:

      Diese reload-Artikel sind tatsächlich eine heuristische Fundgrube, gerade auch in den Reaktionen, die sie noch hervorrufen. Die Targik der Deutschen scheint zu sein, dass sie – nachdem der Sozialismus auf ihrem Territorium gescheitert ist – ihn hier bei uns in der Schweiz suchen. Überzeugender wäre es, wenn die Deutschen auf ihrem Territorium eine „Schweiz“ einrichten würden. Dies allerdings würde „revotlutionären Mut“ erheischen – und den hatte die deutsche Spiesserseele noch nie – lieber sucht er mit den Füssen „Anschluss“ an die Schweiz.

    8. neuromat Says:

      @ Zuercher

      sehr gute Idee das mit dem Kontingent – wo kann ich mich melden. Und läuft das dann für mich ähnlich wie hier mit dem WK (frage nur wegen den läppischen Kosten durch die Abwesenheit)

      Auch das mit dem Ueli und seinem Kasernenhof. Habe schon mehrfach versucht mich von erlauchten helvetischen Kreisen ablehnen zu lassen, erst zuletzt aus dem Alten- und Hinterbliebenen Verein AHV, zuvor aus mehreren Sektionen und Quartieren. Stets wurde auf meinem Bleiben beharrt, nicht selten in knarrigem Kasernenton.

      Hätte ich nicht glücklicherweise ein gewisses greisenhaftes Alter würde wahrscheinlich tatsächlich die Mannschaft mit dem „M“ auf ihren Fahrzeugen auch noch ein Ansinnen hegen, mich in ihrem „Club“ Will Kommen (WK) zu heissen.

      Zu Helza möchte ich kurz anfügen auch mein Vater ist nicht mein Ehemann. Das kommt wahrscheinlich äusserst selten vor. Wahrscheinlich nicht einmal bei den Ur-Balinesen.

      Ob meine Mutter möglicherweise nur eine Leihmutter war, ist unbekannt. Nicht auszuschliessen wäre eine ausserirdische Abstammung mal bei von Däniken anfragen.

      Die Ausserirdischen, das wären dann die ganz Fremden. Vor denen müsste man am meisten Angst haben. Dass Angst bei Dialektsprechern eine Rolle spielt ist nicht zu überhören: Wobei heisst hierzulande ja Phobie. Und: gseh nu pho by (ungefähr mit sieh nur, wobei zu übertragen) kann man auch Xenophobie schreiben.

      Das, was wir da lernen können: es hängt eben am Geschlecht.

      Du musst ein echter Feusi sein. Das erinnert an teutonische Schlachtgesänge: „Es gibt nur einen Rudi Völler“. Das, was dem einen sein Adels – Geschlecht. Das ist dem anderen sein Feusi – Geschlecht. Da darf nicht jeder mit dem falschen Geschlecht (oder auch Geschlechtsteil?) einfach mitmachen.

      Nein, wir in der Schweiz. Wir haben da kein elitäres Denken. Auserlesene, nö, die kennen wir hier nicht und mit dem Adligenfimmel, dass jemand von Geburt zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe gehört, da können wir gar nichts mit anfangen.

      Und Kommunismus, der funktioniert immer – solange den einer bezahlt.

    9. AnFra Says:

      @ Giorgio Girardet

      Giorgio, irgend wie scheinst Du tatsächliche schlechte Albträume zu haben. Oder doch bloß nur ein Alp-Traum? Oder etwa nur Blähungen?

      In Deutschland eine Schweiz? „Eine Schweiz“, das haben doch in den letzten zwei Jahrhunderten die Deutschen schon in der Eidgenossenschaft gemacht! Man sollte nicht übertreiben.
      Wenn ich Schweizer wäre, würde ich von Spießer-Anschluß in der Schweiz lieber nicht sprechen wollen.
      Mit den Spießerseelen meint Du doch nicht die Seelenverwandtschaft der beiden Spiesergruppierungen?
      Oder bist gar selbst ein Spießer?, ein Schweizerspießer?

    10. Chrigel Says:

      @ zuercher: Ich bin ja sehr wohl der Ansicht, dass die Schweiz – vor allem auch im Vergleich mit Deutschland – ein äusserst erfolgreiches Staatswesen ist. Aber das persönliche Selbstbewusstsein auf der Zugehörigkeit zu diesem Staatswesen zu gründen, finde ich dann doch eine etwas seltsame Einstellung. Eigentlich komisch, bis jetzt hatte ich gelegentlich gegenüber deutschen Mitmenschen dieses böswillige Vorurteil, dass sie Fussball-WM-Titel brauchen und „Exportweltmeister“ sein müssen, um sich einigermassen wertvoll zu fühlen.

      „Völkervergleich“ ?! Ich dachte, solche Albernheiten hätten vor allem wir Zürcher, Bürger des Staatswesens Nömber Wan of dä Plänet, längst überwunden? Glaubt hier allenfalls noch einer an die Überlegenheit der eigenen „Rasse“?

      Raclette oder Kraut ist Geschmacksache, und das Ruhrgebiet haben die Deutschen genauso wenig selber hingestellt wie die Walliser das Matterhorn.
      Das einzige, was ich mir gelegentlich wünschen würde, wäre, wenn deutsche Medienschaffende und Politiker gelgentlich ein bisschen Lernbereitschaft an den Tag legen würden und den Staat Schweiz nicht als exotisches Gebilde abtäten, dass nur mit ihren schrulligen, den ganzen Tag Alphorn spielenden und jodelnden Bewohnern funktionieren kann. Das Modell der Demokratie mit echter Partizipation ist exportierbar und bringt neben wirtschaftlichen auch gesellschaftliche Vorteile mit sich.

    11. AnFra Says:

      @Kein Züricher

      Ich kleinlichtiger Rummser bin kein Wirtschaftsflüchtling, weil ich noch immer im furchtbar unterentwickelten, zurückgebliebenen, kraufressenden und undemokratischen 3-Welt-Land Deutschland wohne.

      Jeden Tag stiere ich über den Rhein, streiche der Wohlstandsgrenze entlang, verübe dauernd Eindringversuche und suche einen Zugang: Die Pforte ins Paradies.

      Anderseits, um bei dem Thema der Amme zu bleiben: Man solle sich dieses Szenario vorstellen: Ein kleines vorlautes Kind saugt an der Brust der Amme, der Germania. Ist klar, weil die kleine Helvetia ansonsten geistig verhungert.

      Das passt zum Weihnachtsfest: Brot für die Welt und Ammenmilch für den notleidenden Nachbarn.

      PS:
      In CH wird pro Kopf mehr Kraut gefressen als in D, aber sag nicht: Dies kommt durch die zugezogenen deutschen Entwicklungshelfer.

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