Gruust es oder gruselt es Ihnen?
Oktober 2nd, 2009(reload vom 13.09.06)
Im württembergischen Tübingen sahen wir einst eine Unterführung mit dem apokalyptischen Graffiti „Stell Dir vor, vorne und hinten ist zu“. Es gruselt uns heute noch, wenn wir daran denken. Den Schweizern gruust es derweilen ohne „e“ und „l“. Auch schick. 205 Funde verzeichnet Google-CH für „es gruust“. Den Deutschen graust es weniger, ihnen gruselt es mehr.
Menschen nördlich des Rheins dürfen sich mal bis morgen daran versuchen, folgenden Auszug aus einem Schweizer Forum ins Neumitteldeutsche zu übersetzen. Die anderen verharren wissend und wartend auf das Unheil, dass da kommen wird:
s hüülerli isch go schaffe aber i glaub sie meint, dass d’Fraue immer bhaute es gruust sie ned aber wenn s de druf a chunt denn …
ooooder si isch verrucht, das findi aber erscht hüt zabig use
(Quelle: guggenmusik.ch)
P.S.: Die Amerikaner setzten im Zweiten Weltkrieg Navajo Indianer ein um unknackbare Codes zu entwickeln:
Sie dienten bei den Nachrichtentruppen und übermittelten in ihrer Muttersprache unverschlüsselt Befehle und Meldungen. Das sparte nicht nur viel Zeit, sondern brachte den japanischen Geheimdienst fast zur Verzweiflung. Wie sollte dieser auch auf die Idee kommen, dass die abgehörten Nachrichten nicht in einer genialen Geheimsprache durchgegeben wurden, sondern in einer den Japanern unbekannten Sprache eines Indianerstammes?
(Quelle: welt-der-indianer.de)
Bräuchten die Schweizer Navajos? Quatsch, die würden sich ein paar Walliser aus den hintersten Tälern holen, und schon wäre der Geheimcode perfekt. Uns bringt das alles nicht zur Verzweiflung, denn wir trainieren eisern weiter Bärndütsch.


