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Kleine Typologie der deutschfreundlichen Schweizer

(reload vom 21.11.06)

  • Die aus dem „grossen Kanton“
  • Wir haben auf der Blogwiese viel über die versteckten und von den Deutschen zum Grossteil nicht wahrgenommenen Aversionen mancher Schweizer gegenüber den zugezogenen Einwohnern aus dem nördlichen Nachbarland berichtet. Schon die Umschreibung „die aus dem grossen Kanton“ zeigt uns eine Dichotomie auf, welche die uns bekannten Schweizer in zwei Gruppen teilt. Wir nennen sie die „Integrierer“ und die „Abgrenzer“. Wer von Deutschland als vom „grossen Kanton“ spricht, ist ganz offensichtlich ein Integrierer, denn hier wurde ganz Deutschland bereits zum Teil der Schweiz erklärt, natürlich nur im Spass, oder sollten wir ein Referendum „Beitritt Deutschland als 27. Kanton der Eidgenossenschaft“ ins Leben rufen? Warum nicht gleich alle Länder der EU? „Confoederatio Europae“ oder CE, mit Sitz in Bern, wo sonst, wäre doch kein schlechtes Staatenmodell für die Zukunft, oder?
    Aber es gibt noch mehr als nur diese beiden Grundtypen. Darum heute eine kleine Typologie der deutschfreundlichen Schweizer und wie Sie sie erkennen können.

  • Fragen Sie: „Soll ich Schweizerdeutsch lernen?“
  • Diese einfache Frage müssen Sie Ihren Schweizer Nachbarn, Kollegen, Freunden oder Bekannten stellen, um sie schnell und einfach in unsere kleine „Typologie der deutschfreundlichen Schweizer“ einordnen zu können:

  • Der Abgrenzer
  • „Ach nee, lass das lieber. Das tönt sowieso ganz furchtbar, wenn ein Deutscher versucht Schweizerdeutsch zu lernen. Bleib Du bei Deinem Heimatdialekt.“ Und im stillen denkt er sich noch: „… und lass uns den unsrigen, denn den geben wir nicht her, den wollen wir nicht teilen. Wenn wir den nicht hätten, wie sollten wir uns dann noch von Euch unterscheiden?“
    Abgrenzen, unterschieden, eine klare Trennlinie ziehen, dass ist die Vorgehensweise des „Abgrenzers“. Die Angst vor der Ähnlichkeit mit dem anderen, vor dem Verlust der eigenen Identität, die vielleicht nur auf die Sprache begründet ist, das mag hier die tiefenpsychologische Grundlage für die Denkweise des Ausgrenzers sein.

  • Der Integrierer
  • Na klar, lerne so schnell wie möglich Schweizerdeutsch! Aber geh erst in die Öffentlichkeit damit, wenn Du es perfekt kannst..“ Dann wirst Du so wie wir, einer von uns, kaum mehr zu unterscheiden.
    Der Integrierer hat erkannt, dass die Schweiz sowieso eine permanente Durchmischung und Vermischung von Dialekten erlebt, wie es im Begriff „Bahnhofbüffet-Olten-Dialekt“ zum Ausdruck kommt. Vielleicht hat er selbst schon mehrfach den Kanton gewechselt in jungen Jahren und stets wieder von vorn begonnen mit dem Dialektlernen. Das prägt fürs Leben.

  • Der Ungeduldige
  • Wie, Sie sind schon zwei Jahre hier und haben immer noch nicht den Schweizerpass beantragt? Wann lernen Sie endlich Dütsch sprechen so wie alle hier?“ . Auch solchen Menschen kann man in der Schweiz begegnen. In der Regel sind diese Menschen entweder nie aus der Schweiz herausgekommen, oder sie kamen selbst als Secondos hierher, und sind nun glühende Verteidiger der neuen Heimat. Alle Nachzügler müssen es ihnen gleich tun.

  • Der Ungläubige
  • Die Deutschen sind sowieso nicht in der Lage, überhaupt irgendeine Fremdsprache zu lernen. Manche der Jüngeren können Englisch, aber auf Mallorca bestellen Sie ihren Kaffee Haag mit Eisbein und Sauerkraut immer noch ausschliesslich auf Deutsch.“
    Der Ungläubige kennt die Deutschen gut, denn er gucke ja immer deutsches Fernsehen, da weiss man bald alles über das Land und die Menschen. Vor allem über das Schulsystem und die erste und zweite Fremdsprache dort. Die Filme sind seiner Meinung nach in Deutschland immer in der Originalfassung zu sehen, weil niemand dort Englisch oder Französisch kann.

  • Der Tolerante
  • Ach, du kannst reden wie Du willst. Soll ich auch Hochdeutsch reden oder kommst Du klar, wenn ich Schweizerdeutsch spreche?“. Der Tolerante hat unter Garantie selbst Jahre im Ausland verlebt, vielleicht seine Ehefrau von dort mitgebracht, und spricht 3-4 Sprachen fliessend.

  • Der Germanophile (aus der Westschweiz)
  • Oh, sprich doch bitte weiterhin Hochdeutsch mit mir! Es klingt so schön. Endlich kann ich reden, wie ich es jahrelang in der Schule gelernt habe. Hier in Zürich sprechen alle sofort Französisch mit mir, wenn ich nur den hochdeutschen Mund aufmache, dabei will ich doch mein Deutsch nicht verlernen. Ich werde wohl doch so einen Kurs bei der Migros-Klubschule besuchen müssen, wenn ich noch länger hier leben und arbeiten möchte.“

  • Und was meint der Wissenschaftler dazu?
  • Werner Koller ist Zürcher, Sprachwissenschaftler und hat die sprachsoziologische Untersuchung «Deutsche in der Deutschschweiz» veröffentlicht.
    Werner Koller auf seiner Homepage
    (Quelle Foto: hf.uib.no)
    In einem Interview mit dem Bund wurde er zu der Situation der Deutschen in der Schweiz befragt:

    «bund»: Manche Deutschen, die schon lange in der Schweiz leben, fühlen sich immer noch nicht heimisch – wie kommt das?
    Werner Koller: Deutsche haben beste Voraussetzungen für das «Heimisch-Werden» in der Schweiz: Sie unterscheiden sich weder vom Aussehen noch vom kulturellen Hintergrund stark von den Schweizern. Paradox ist: Gerade wegen der Ähnlichkeiten werden die Unterschiede umso stärkerer wahrgenommen. Es gibt viele Deutsche, die die ersten Jahre als problematisch, ja belastend empfinden. Sie erleben die Situation in der Schweiz verschiedener, als sie es erwartet haben. Das betrifft Mentalität und Charakter, die Art und Weise, wie Schweizer miteinander umgehen, und vor allem die Stärke der Vorurteile, die sie gegenüber Deutschen haben. Die Unterschiede müssen nicht gross sein, damit man in der Schweiz als Ausländer behandelt wird.
    (Quelle: Der Bund vom 17.06.06, auch alle weiteren Zitate dort)

    Streng nach der alten Devise: Jeder ist fast überall auf der Welt ein Ausländer. Wir erinnern noch einmal an die Bekannten aus Ostdeutschland, die hier in der Schweiz alles sehr schön fanden, „bis auf die schrecklich vielen Ausländer“. Kein Witz, bittere Realität ohne Selbsterkenntnis.

    Auf die Frage, ob die Deutschen Schweizerdeutsch lernen sollen, meint Werner Koller:

    Natürlich kann man Schweizerdeutsch, wie jede andere Sprache, lernen. Es gibt viele in der Schweiz wohnhafte Deutsche, die Schweizerdeutsch sehr gut sprechen. Bei einigen denken Schweizer höchstens, dass sie «aus einem anderen Kanton» stammen. Das Problem liegt nicht beim Können, sondern bei der Motivation: Man kann sich in der Deutschschweiz mit Hochdeutsch verständigen.

    Richtig. Ein Deutscher muss hierfür einsehen, was es bedeutet, in der Schweiz den nicht einfachen Lokaldialekt tatsächlich lernen zu wollen. Die wochenlangen Reportagen einer Deutschen bei Blick haben die Leser nicht nur amüsiert, sondern auch aufgezeigt, wie schwierig es ist, nicht verschriftete Sprachen systematisch zu lehren und zu lernen.
    Katia Murmann bei Mundart-Kurs
    (Quelle Foto: Blick.ch 02.10.06)

    Sprache ist mehr als ein Kommunikationsmittel. Werner Koller meint:

    Sprache markiert Identität, meine Sprache und ich – wir gehören zusammen. Zur sozialen Identität gehört auch die Zugehörigkeit zu einer Region, einem Dorf – und die Sprache verrät, «woher man kommt». Wenn Deutsche, die hauptsächlich Hochdeutsch sprechen, die Grussformeln Grüezi, Uf Widerluege verwenden, signalisieren sie die Bereitschaft, an den sprachlichen Ritualen teilzunehmen, sich den Gewohnheiten der Schweizer anzupassen.

    Warum kann beim Versuch, Deutsch zu lernen, auch das Gegenteil bei den Schweizern auslösen?

    (bund): Deutsche, die Schweizerdeutsch sprechen, kommen nicht gut an . . .
    (W. Koller) Das kann man so allgemein nicht sagen. Tatsächlich werden Deutsche mit zwei Haltungen konfrontiert. Einerseits geben Schweizer zu erkennen, dass sie durchaus sprachliche Anpassung erwarten. Andererseits hören Deutsche auch, sie sollten «bei ihrer Sprache bleiben». Die Abwehrreflexe kommen in Aussagen zum Ausdruck wie: Deutsche sollen ihre Identität bewahren und sich nicht «ins Schweizerische drängen». Deutsche sollen nicht Dialekt reden, weil der Dialekt der Abgrenzung gegenüber «dem grossen Bruder im Norden» dient.

    Da wären wir bei unserem Lieblingstypen, dem Abgrenzer. Es ist nicht leicht zu wissen, wie man mit all diesen verschieden Typen umgehen sollte, es gibt auch kein Patentrezept, denn nicht jedem fällt das Sprachenlernen leicht. Ich persönlich habe beschlossen, als nächstes mindestens zwei rätoromanische Sprachen zu lernen, um so mitzuhelfen, diese Varianten vor dem Aussterben zu bewahren. Mal sehen wie weit ich dann in Zürich komme, wenn ich auf Rumantsch nach dem Weg frage.

    

    16 Responses to “Kleine Typologie der deutschfreundlichen Schweizer”

    1. Yogi-TheBear Says:

      Meine „Erlebnisse“ mit Schweizern:

      Part 1: Ich wohne seit 1978 im Tessin & habe einen Termin beim DRS im Leutschebach! Arbeitete ja vorher schon von Deutschland aus im Bereich POP-Music seit 1971 (!!) mit Mani Hildebrand & Gianni Paggi! Diesmal – so um die 1985 herum – also nun ein Gespräch mit den beiden „Chefs Hauptabteilung UNTERHALTUNG“ – Hannes Bichsel&Marco Stöcklin – damals auch die siamesischen TV-Twins genannt (!) – und Stichwortgeber vom Beni Thurnherr!

      Ich sitze den Beiden gegenüber. Und…da ich ja nun in Zürich bin – klar – redet man natürlich (!!!) auch in „nur“ schwiizerdütsch auf mich ein!
      Ich nicke immer fleissig dazu …und sage ab und an auch mal : „Ja…klar!“.

      Aber…plötzlich stossen Beide auf ein Wort, von dem sie sich NICHT ganz sicher sind, ob das der „cheibe Uusländr“ das auch versteht!

      UND: Was macht man da als „gelernter Schweizer“?
      KLAR!
      Man diskutiert das also vor mir im besten Züri-Dütsch aus, wie man mir das jetzt wohl erklären könnte!

      Ich lehne mich gaaaanz entspannt zurück in meinen Sessel…warte eine Weile interessiert ab..was da wohl jetzt dadei herauskommen wird!

      Als es mir dann doch zu blöd wird, sage ich nur ganz lässig:

      „Keis Probläm…i verstaa au schwizzerdütsch!“

      Beide zucken zusammen…………………………………….und sprechen ab diesem Moment mit mir „nur noch“ ein ganz höfliches Zürcher „Hauch-Deutsch“!
      Prima geklappt!!

      …a propos:

      Ich wollte da doch noch was erzählen!

      Part 2: Ca 1997 – ich bin zurück in Deutschland:

      ALSO…

      wir waren schon einige Zeit aus dem TESSIN zurück in Hessen – und ich schrieb gerade an neuen Titeln für eine meiner Sängerinnen…und immer, wenn mir die Decke auf den Kopf zu fallen drohte und mir partout nix mehr einfiel, dann bin ich mit Schreibpapier und einem Satz Kulis&Filzer bewaffnet nach Frankfurt an den Opern-Platz in’s MÖVENPICK umgezogen!

      Nette Umgebung, guter Service und Kaffee&Kuchen halfen dann immer sehr gut weiter und ich war total entspannt…es lief wieder mit dem TEXTEN!

      Zehn Minuten später fliegt doch die Eingangstüre auf und vier sehr, sehr übermütig-gutgelaunte Schweizer Banker stolpern feixend herein!

      Wie ich aus dem Gespräch entnehme, wollen sie die Zeit bis zum Heimflug mit der CROSSAIR-Maschine nach ihrem spießigen Welt-Dorf Zürich überbrücken…und dazu hauen sie in Dütschland halt nochmals kräftig auf den Putz!

      Alle tragen – ich muß grinsen – natürlich zum dunklen Business-Anzug „weiße Socken“!
      Ein Zeichen dafür, dass die noch NIE in England waren – denn dort gilt das in Bankerkreisen als Erkennungs-Zeichen für „GAY“!

      Hoppela…..

      Fängt ja schon gut an….denke ich noch so bei mir…da geht es auch schon los! Jeder versucht den Anderen mit seinen „tollen G’schichtli“ zu übertreffen…ziemlich lautstark…und natürlich in breitesteter&dreckichster Zürcher Mundart…na ja – sozusagen – „allerunterste Schublade“!!!

      Gruuusig…..

      Ich gebe den Monolog vom Herrn Schweizer hier in DEUTSCH wieder – sonst versteht das ja keiner:

      „Ich hab’ da in Dubai so eine saublöde arabische F…. – die wollte in ihrem Swimmingpool goldene Fliesen haben ( auf schwiizerdütsch: „goldigi Plättli ha’!“) – da habe ich zu dieser doofen Hure gesagt – aber das sieht man doch nicht!

      Sagt doch diese beschissene Schlampe zu mir…aber ICH weiss das!
      So ein saublödes, arabisches Huuuuurenviech…aber gell!“

      Die VIER brechen in schallendes Lachen aus…was für eine gute Story…und können sich kaum beruhigen…was es doch für doofe F…../Weiber in Dubai gibt!!

      Als sie sich dann ausgelacht haben, sage ich – und ich schaue weiterhin gelangweilt geradeaus – ohne dabei den Kopf zum Nachbartisch zu drehen – so aus dem linken Mundwinkel heraus – also quasi so wie aus der Hüfte geschossen – nur diesen einen, ganz kurzen Satz in den jetzt total ruhigen Raum hinein:

      „Sind iir sicher, dass EU niemert verstaat?“

      Wenn ich eine Handgranate geworfen hätte könnte es jetzt nicht ruhiger im Lokal sein!

      Totales ZUG-UNGLÜCK im Mövenpick!!!!

      Denn….alle Gesichtszüge sind gerade bei den Vieren ja sowas von komplett entgleist…und……..KEINER lacht mehr!

      Ich nehme erst einen gaaanz tiefen Schluck Kaffee – dann sage ich ganz ruhig&entspannt:

      „Ja, ja…ihr Schweizer – ihr meint immer, es versteht Euch keiner…aber…wie ihr gerade gesehen habt – es gibt weltweit mehr Leute, die Schwiizerdütsch verstehen als Ihr glaubt!“

      …und das war mir ein richtiger „innerer Reichsparteitag“ gewesen!!!

      +++ Auszug aus „Tessiner Geschichten“ -und „..alles nur Satyre“
      als ebooks beim Schweizer Buchzentrum.digital +++

    2. Brenno Says:

      @Yogi-TheBear
      Wenn wir es nicht schon gewusst hätten, müssten wir spätestens jetzt zur Kenntnis nehmen, dass Schweizer mit ihrem Verhalten bei Deutschen gelegentlich auf offene Ablehnung stossen. Es gibt hier also durchaus keine Einbahnstrasse. Interessant an diesem Beispiel ist der Umstand, dass die vier übermütigen Banker sich darauf verliessen, von ihrer Umgebung nicht verstanden zu werden, während andererseits die Schweizer von Ausländern nicht selten erwarten, dass diese Schweizerdeutsch verstehen oder sich wenigstens darum bemühen. Immerhin müssen sich Schweizer anscheinend ganz mächtig ins Zeug legen, um bei den Deutschen negative Reaktionen hervorzurufen. Das ist den vier Eidgenossen denn auch gelungen.

      Eindrücklich auch der Erfolg der Gegenseite: Der „innere Reichstag“, ein nicht ganz alltägliches Erfolgserlebnis, hervorgerufen durch einen präzisen Handgranatenwurf. Haben wir es hier etwa mit dem (Un)wort des Jahres 2012 zu tun? Wenigstens hat uns Yogi-TheMedium ermöglicht, einen tiefen Blick in die deutsche Volksseele zu tun … Wenn Leni Riefenstahl noch lebte, könnte sie uns mit Unterstützung eines Hirnforschers den inneren Reichstag zu einem ästhetischen Erlebnis der Extraklasse machen.

    3. susi Says:

      @Brenno

      Was Du meinst, ist sicherlich der „innere Reichsparteitag“. Dazu empfehle ich Dir Leni Riefenstahl’s Machwerk „Triumph des Willens“ anzusehen. Ich habe mir das einmal angetan, mit folgendem Ergebnis: Zum einen stinklangweilig und zum anderen wirklich erschreckend aufgrund der Verherrlichung der Nazi-Ideologie.

    4. Yogi-TheBear Says:

      BRAVO!!

      Es hat geklappt! ich dachte schon, Brenno hält’s Maul!
      ABER: Auch dieses Mal reagiert er wieder überaus hektisch ur-schweizerisch & frei nach dem Motto:

      „Spät kommt er – doch er kommt!“

      => GUT! Auf ihn ist halt Verlass & Es hat geklappt!

    5. Brenno Says:

      @susi

      Eben.
      @Yogi-TheBear

      Serengeti darf nicht sterben.

    6. Schwabenstreich Says:

      Gratuliere Yogi!

      Das Schönste an dem, was der Schweizer allenthalben als „Schweizerfalle“ bezeichnet, ist der Umstand, dass er auch garantiert hineinfällt!!

    7. Guggeere Says:

      @ Brenno

      Ärgere dich nicht über diesen so genannten Schriftsteller mit seinem ungewollt dadaistischen Satzbau, seiner willkürlichen Orthografie und den starken Symptomen eines Trolls. Vermutlich wähnt er sich tatsächlich, wie du diagnostizierst, in einer Art Blitzkrieg reloaded, was immerhin seine Wortwahl und seine ständigen Beleidigungen erklären könnte. Die ganze Sache (also die geschilderten Episoden ebenso wie das Drumherum) bestätigt übrigens meine alte These: Die Armleuchterquote ist in sämtlichen Nationen der Welt gleich hoch.
      Noch etwas: Ich weiss nicht, welcher Generation du angehörst, aber wenn wir früher in St.Galler Mundart jemanden einen Yogi nannten, konnte nebst anderem auch das gemeint sein, was man auf Standarddeutsch als Dummschwätzer bezeichnet.

    8. Brun(o)egg Says:

      @ Guggere

      Bingo!

      Wäre der Yogi Schweizer, der wäre glatt bei der SVP auf Niveau Rickli. 200%

    9. Brenno Says:

      @Guggeere
      Wie man früher redete, sollte mir aufgrund meines Alters einigermassen vertraut sein. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass ich in meiner Kindheit Menschen begegnet bin, die noch ganz andere Zeiten erlebt hatten und sich teilweise auch anders ausdrückten als die Jüngeren. Ich kenne den Ausdruck Joggi oder Joggeli, also die Verkleinerungsform von Jakob. Daneben gibt oder vielmehr gab es auch den Hans-Joggeli. Gotthelf hat irgendwo geschrieben – ich glaube es war in Uli der Pächter – dass alle Männer, die Joggeli heissen, gutmütige, aber auch ein wenig beschränkte Kerle seien, so als ob man vom Namen eines Menschen auf den Charakter schliessen könnte. Das hat er selbstverständlich nicht ernst gemeint, sowenig wie Yogi-TheBear die haarsträubende Geschichte mit den vier Schweizer Bankangestellten. Mit dem Unterschied freilich, dass Gotthelf nicht nötig hatte, eine Richtigstellung nachzureichen.

      Dass in diesem Blog Leute unterschiedlicher Herkunft, mit eigenen Vorlieben, Interessen und Motiven teilnehmen, ist nach meinem Dafürhalten ein grosser Vorzug dieses Forums. Ich habe irgendwo gelesen, die Deutschen hätten eine andere Streitkultur als die Schweizer. Möglicherweise gibt es ja auch Unterschiede in Bezug auf den Humor.
      @susi

      Es ist mir bekannt, dass Reichstag und Reichsparteitag zwei verschiedene Veranstaltungen waren. Ich hab mich einfach verschrieben. Der Irrtum wäre aber auch so nicht gravierend gewesen, weil der Reichstag nach Hitlers Machtergreifung bloss noch eine Akklamationsversammlung war. Wenigstens soviel ich weiss.

    10. Yogi-TheBear Says:

      GENERATION: Ich könnte dein Vater sein, wenn deine Mutter früher in meine DISCO in Berlin gekommen wäre!

      Aus dem BLICK von heute:

      Dieter Moor: «Die Schweizer sind Idioten»
      http://www.blick.ch/people-tv/schweiz/dieter-moor-die-schweizer-sind-idioten-id1879779.html

      Raab hats auch zu viele Deutsche in der Schweiz «Aber wir haben Kachelmann gekriegt!»
      http://www.blick.ch/people-tv/international/aber-wir-haben-kachelmann-gekriegt-id1880195.html

    11. Rolli_Anderegg Says:

      Mehr zum Thema auf meiner Homepage im Blog Schweiz-Deutschland
      http://www.pro-swissness.ch/

    12. Chrisbo Says:

      Was Du meinst, ist sicherlich der “innere Reichsparteitag”. Dazu empfehle ich Dir Leni Riefenstahl’s Machwerk “Triumph des Willens” anzusehen. Ich habe mir das einmal angetan, mit folgendem Ergebnis: Zum einen stinklangweilig und zum anderen wirklich erschreckend aufgrund der Verherrlichung der Nazi-Ideologie.

      Jede Art von sozialistischer Propaganda ist erschreckend und verherrlichend. Wer da noch Unterschiede machen will, ist denkfaul oder eben dem aktuellen Komformismus aufgesessen.

    13. Brenno Says:

      Echt nichts für schwache Nerven!

      http://www.blick.ch/news/ausland/satiriker-lassen-heidi-am-galgen-baumeln-id1892342.html

    14. Mark Moser Says:

      Danke – spannender Blogeintrag – macht Spass zu verfolgen!

      Gruss

      markjmoser.squarespace.com

    15. Marvin Says:

      Sehr interessanter Artikel. Ich finde die Einteilung in die Gruppen verschiedener Schweizer ist sehr passend und zudem sehr amüsant. Es gibt so viele verschiedene Arten, mit Deutschen umzugehen, aber im Endeffekt würde ich alle als gastfreundlich beschreiben. Das ist das Schöne. Selbst wenn man eine andere Sprache nicht ganz perfekt zu sprechen weiß, wird man aufgenommen und je nach Umgebung wird eben versucht, entweder zu integrieren oder den anderen so zu lassen. Aber die Sprache ist ja zum Glück nicht alles was die Schweiz ausmacht. 🙂

    16. Leila Jenny Says:

      Wow na das ist mal ein super super interessanter Artikel. Da konnte ich mich gleich mit einem der Typen identifizieren und zwar mit dem: Integrierer. Ich finde es total schön, wenn man auf Ausländer trifft, welche die Sprache ziemlich gut beherrschen. Auch die Deutschen sollten sich trauen! Manchmal denke ich, es liegt nicht an uns, dass Sie sich so sehr von uns abwenden und sich nicht die Mühe geben unsere Sprache zu sprechen. Vielleicht haben sie einfach zu viel stolz. Immerhin sprechen die Türken ja auch Schweizerdeutsch! 😉

      Liebe Grüsse an euch allen aus Zürich

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