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Ungeliebte Deutsche - Vom Störfaktor zum Hassobjekt

Am 9.12.09 auf SF1 22:20 - 22:50
Das Schweizer Fernsehen brachte am 9.12.009 von 22:20 - 22:55 eine Reportage von Belinda Sallin über die Deutschen in der Schweiz. Sie trägt den Titel “Ungeliebte Deutsche — Vom Störfaktor zum Hassobjekt”.
Die ganze Sendung steht nun als Stream hier zur Verfügung. Auf der Webseite des Senders heisst es dazu:

Es sind schon lange nicht mehr die Italiener und schon gar nicht die Menschen aus dem früheren Jugoslawien - es sind die Zuwanderer aus Deutschland, die in der Stadt Zürich die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe ausmachen. Bald jeder Zehnte, der in der Stadt Zürich lebt, kommt aus Deutschland.

Die Radiomoderatorin Katrin Wilde
(Quelle Foto: SF.TV — Die Radiomoderatorin Kathrin Wilde hat die Schweiz nach Drohungen verlassen)

«Zu viele», meinen manche Schweizerinnen und Schweizer und geben ihrer Haltung auch Ausdruck. So muss sich die Tramführerin Jenny Herbst aus Berlin unfreundliche Bemerkungen von Fahrgästen anhören, wenn sie die Haltestellen ansagt. Alena Gerber, die Moderatorin der Internetsendung usgang.tv, wurde von Vertretern der SVP sogar öffentlich dazu aufgefordert, die Schweiz zu verlassen. Die Radiomoderatorin Katrin Wilde wurde so bedroht, dass sie - nach nur drei Monaten bei Radio Energy - nach Deutschland zurückkehrte.

Jetzt sind in der Stadt Zürich massive Drohbriefe gegen Deutsche aufgetaucht. Sie werden mit dem Tod bedroht, falls sie die Schweiz nicht verlassen. Die Betroffenen erzählen, wie sie mit ihrer Angst umgehen.

Die Reportage von Belinda Sallin zeigt aber auch, wie sehr sich das Klima generell in den letzten Jahren für die Deutschen in der Stadt Zürich verschlechtert hat.
(Quelle: SF.TV)

Belinda Sallin
(Quelle Foto: sf.tv — Autorin Belinda Sallin)

Ach und bevor jetzt die Frage kommt: Nein, ich wurde nicht interviewt von Belinda Sallin ;-)

Weitere Sendetermine:
Donnerstag, 10. Dezember 2009, 05.30 / 14.35 Uhr auf SF1
Sonntag, 13. Dezember 2009, 07.30 / 09.20 Uhr auf SFinfo



52 Responses to “Ungeliebte Deutsche - Vom Störfaktor zum Hassobjekt”

  1. swambo Says:

    ja,ja, das leidige Thema, ist schon etwas ausgelutscht, finde ich…

    Die Schweizer mögen die Deutschen nicht, die Türken mögen die Griechen nicht, die Belgier mögen die Franzosen nicht, so what. So ist es nun einnmal. Wen es stört, der soll doch abhauen. Das ewige rumgeweine geht mir auf den Senkel. Rassismus gibt es überall. Entweder arrangiert man sich oder zieht Leine, ist ganz einfach

    [Anmerkung: Na ja, schriftliche Morddrohungen zu bekommen, wie in der Reportage berichtet wird, ist schon noch ein anderes Kaliber. Das ist kein “rumgeweine”, das ist echte Angst ums Leben. ]

  2. Peter Walser Says:

    Kann mich meinem Vorposter nicht anschliessen, ich finde das Thema hochaktuell und brisant.

    Xenophobie (und nicht Rassismus, das ist es nämlich nicht) und Konservativismus ist natürlich in allen Ländern anzutreffen und auch kein neues Phänomen, nur hier in der Schweiz ist die Hemmschwelle und Schamgrenze mittlerweile so tief gefallen dass überhaupt eine öffentliche Meinungsmache beginnt.

    Als weltoffener Schweizer mit humanistischen Prinzipien und Werten bin ich seit der Minarettabstimmung offiziell in der Minderheit. Ich arbeite seit Jahren mit Deutschen zusammen, und habe auch viele deutsche Freunde, und kann KEINEN Unterschied zwischen den Mentalitäten ausmachen.

    Als Schweizer (oder besser gesagt: als der 42%-Schweizer als den ich mich momentan fühle) schäme ich mich zutiefst für all die Xenophoben Heimatbewahrer die Abgrenzungsgefühle gegenüber Nichtschweizern haben oder, noch schlimmer, in die Öffentlichkeit tragen.
    Vor schweizer Seite her wird auch immer argumentiert, dass sich die Immigranten nicht oder schlecht integrieren, aber mittlerweile habe ich den Verdacht dass die Mehrheit der Schweizer gar nicht will dass sich Immigraten integrieren, da sie sich sonst zugestehen müssten dass die Immigranten für mehr als eine kurze Zeit hier ansässig sein könnten.

    Nicht nur der Kapitalismus zeigt langsam sein wahres Gesicht, sondern auch die Demokratie (zeigt sich sobald über Menschenrechte abgestimmt werden kann), also lernen wir entweder beides wieder in vernüftige Bahnen zu lenken oder steuern irgendwann auf den nächsten Kollaps zu.

  3. Egon Says:

    @ swambo

    da hast Du eigentlich recht. Ich habe mich arrangiert. Gleiches Recht für alle. Einzelheiten gebe ich nicht preis. Aber es macht jeden Tag ungeheure Freude. Und … es ist erst der Anfang.

  4. swambo Says:

    @Zuercher
    Es könnte natürlich auch daran liegen, dass die Deutschen sich gleichzeitig mit England, Russland und den USA angelegt haben, aber wer weiss….
    Und von ein Kampagne kann man hier wohl nicht reden. Für mich ist es eher ein trauriger Versuch, mit abgelutschten Clichees nochmals etwas Quote zu machen.

  5. Peter Walser Says:

    @EIn Zuercher: nach kurzem googlen stellt sich heraus, dass Blocher in Schaffhausen geboren wurde, Schluer in Zürich, Bortoluzzi in Affoltern am Albis, Tuena in Zürich, folglich sind’s keine Migranten.
    Blocher hat zumindest deutsche Vorfahren, beim Rest weiss ich’s nicht (Tuena’s Bürgerort ist im Puschlav, dem italienschen Teil von Graubünden, ich wäre da vorsichtig Migrationshintergründe anhand von ‘italienisch’ klingenden Namen abzuleiten).
    Ist aber auch egal, selbst wenn sie allesamt migriert wären, ich drehe keinem einen Strick daraus: gute oder zumindest nachvollziehbare Gründe für die Angst, Abgrenzung und Fremdenhass werden sowohl die Secondos als auch Migranten und Schweizer schuldig bleiben, von daher spielt’s keine Rolle.

    Manchmal glaube langsam, dass jede Gemeinschaft nur durch gemeinsame Feindbilder zusammenhalten kann.
    Als Bündner mit langjährigem Wohnsitz im Kanton Zürich kommt mir die Situation mit den Deutschen bekannt vor: die gleiche Arroganz und Überheblichkeit die jetzt den Deutschen vorgehalten wird, hielt man in meiner Jugend in Graubünden den Zürchern vor. Als Bündner in Zürich war man jedoch immer willkommen (wegen dem charmanten Dialekt), genauso wie als Schweizer in Deutschland (ratet mal: wegen dem charmanten Dialekt).

    $Gottheit bewahre, wenn uns mal die Feindbilder ausgehen…

  6. cocomere Says:

    Trailer und Begleittext lassen glauben, dass nur die SVP gegen Deutsche wettert. Aber die haben doch nicht das Monopol auf dieses Thema. Ich kenne auf jeden Fall jede Menge junge linke Zürcher, die genauso ihre Besorgnisse bezüglich der Deutschen Zuwanderung äussern.

  7. Alioscha Says:

    Ich frage mich bloss, wie z.B. die Münchner reagieren würden, wenn sie dieselben Zuwanderungsraten pro Monat (etwa 800 Menschen) aus einem bestimmten Land hätten. (Kt. Zürich und die Stadt München sind von der Einwohnerzahl vergleichbar). Würden Sie auch so tolerant reagieren, wie es von den Zürchern allenthalben gefordert wird?

  8. pfuus Says:

    @cocomere

    Natürlich nicht!

    Und nach der Minarettdebatte muss jetzt ein langweiliges Gegengewicht her.

    Übrigens: Die ZVB haben ja eine ganze Zeit lang in Ostdeutschland nach Chauffeuren geworben, aber das wissen ja einige Trambünzlis wahrscheinlich nicht.

    [Anmerkung Admin: Die ZVG ging zuerst nach Berlin, um dort Busfahrer zu finden, um dann vor Ort festzustellen, dass schon Teams aus anderen Ländern Europas mit dem gleichen Anliegen beschäftigt war ;-) Dann sind sie in Ostdeutschland aufs Land gegangen und haben die idealen ausgebildeten Fahrer gefunden. Tramfahrer/in in Zürich finden ist nicht sooo schwer, weil da auch viele gern drauf umlernen möchten. Busfahrer sein ist hingegen nicht ganz so beliebt. ]

  9. swambo Says:

    @Alioscha
    Achtung, nicht immer gleich den SVP-Propaganda zahlen glauben! Es sind netto ca 480 Zuzügler im gesammten Kanton…….Ist natürlich immer noch sehr, sehr viel.

    [Anmerkung: Zuzügler pro Monat netto (es kommen 850, aber es gehen auch wieder ein paar Hundert). Jeder von Ihnen zahlt AHV, Steuern, konsumiert, besucht Restaurants, kauft SBB Billets, tankt, und ist in der Kirche, wodurch die Ref. und Kath. Kirch ZH seit Jahren zum ersten Mal wieder steigende Mitgliedszahlen hat]

  10. neuromat Says:

    so sehen es die Münchner:

    “München gehört zu den stärksten und attraktivsten Regionen Deutschlands. Deshalb kann München von überdurchschnittlichen Zuwanderungsraten - auch aus strukturschwächeren Regionen Deutschlands - profitieren.”

    …………

    München wird den demographischen Wandel erst zeitverzögert, d.h. zwischen 2015 und 2020 zu spüren bekommen, wenn aufgrund der Altersstruktur die Sterberate stark ansteigen wird.

    Die Stärken:

    München ist Deutschlands wachstumsstärkste Region.

    Die Kaufkraft ist höher als in allen anderen Wohnungsmarktregionen.

    Die Stadt weist einen hohen Freizeit- und Erlebniswert auf.

  11. Staibocktschingg Says:

    @Züzi

    Sowohl Tuena wie Zanetti sind alte Puschlaver Familien. Wenn du der Ansicht bist, dass das Italiener sind, o.k. - dann befindest du dich auf dem Niveau von Ghadaffi oder Mussolini, die waren oder sind derselben Ansicht…

    Nur weil jemandes Vorfahren nicht schon 1291 auf dem Rütli rumstolperte (z.B. auch alle Züzis), ist er mindestens genauso Schweizer wie ich mit meinen 25 Prozent Schwyzer Vorfahren, die beim Rütli die Cervelats grillierten. Der Rest meiner Vorfahren wurde vor knapp 200 Jahren von einem Minderwertigkeitskomplex-beladenen kleinwüchsigen Franzosen dazu gezwungen dem Club beizutreten und kurz darauf wegen der lausigen Vertretung der Eidgenossenschaft durch einen besoffenen Züzi am Wiener Kongress um ihren Besitz im Veltlin gebracht worden. Seither kaufen wir ihn flaschenweise zurück…

  12. Dytscher Says:

    Habe nun auch den Film gesehen, nun ja, ich habe ähnliche Erfahrungen
    machen müssen, allerdings nicht in dem Kaliber… das stimmt sehr bedenklich. Gegen grundsätzliche “Aversionen” kann man sich ja wehren, in dem man den Leuten die Gelegenheit gibt, festzustellen, dass man ganz ähnlich tickt mit den grossen und kleinen Problemen. Gegen Hetze und Drohungen freilich ist kein Kraut gewachsen.
    Gemeinsamkeiten fangen ja oft bei ganz kleinen Dingen an und wenn ich u.a. sehe wie viele Schweizer in DE (scheinbar auch gern) einkaufen gehen - , sollten sich deren negative Erfahrungen mit den “Dytschen” ja eigentlich im Rahmen halten. Die angebliche Arroganz der Dytschen z.Bsp. in ZH kann ich nicht nachvollziehen, ich selbst sehe zu, mich sehr zurückhaltend zu verhalten und beobachte das auch bei vielen anderen Dytschen. Da ich aus Ostdeutschland bin, fällt mir das möglicherweise auch nicht so schwer. Früher wurde ich als Ossi belächelt und beschimpft, heute nun werde ich als “Dytscher” gehasst. Verrückte Welt….
    Sehr bedenklich allerdings finde ich, wenn Politiker Deutsche aufrufen, das Land zu verlassen… Ähnlichen Unqualifiziertes hat man letzthin von einem Hr. Gaddhafi vernehmen müssen, und, das wurde zu Recht von der Schweiz als anmassend und aberwitzig empfunden. Warum also jetzt genau das gleiche Niveau beim Thema Dytsche????

  13. Guggeere Says:

    @ Troll
    «Durchgeknallte Volldeppen, die andere mit anonymem Bloedsinn belaestigen, gibt es ueberall.»

    Ach ja? Selbsterkenntnis?

  14. Hobosapiens Says:

    Ausländer mussten beweisen, daß sie „schweizerischer“ als Schweizer sind; Einbürgerungsbeamte zeigten sich als gnadenlose Bürokraten.
    Gibt es eigentlich die Schweizermacher noch ?

    Würde Wilhelm Tell auf Deutsche schießen, wenn er noch leben würde ?

    Fragen eines lesenden Blogisten.

    Fazit : wer attraktiv ist und die Taschen immer voller Gold hat,
    darf bestimmt bleiben.
    Wenn er chronisch lieb und brav ist.

  15. Ernst Vollenweider Says:

    Ich finde nicht, dass das Thema “ausgelutscht” ist. Die zahlreichen Wortmeldungen nach dem Reporter-Beitrag auf diversen Foren sprechen da eine andere Sprache. Persönlich finde ich es bedauerlich, dass nun alle Deutschen darunter leiden, weil eine kleine, laute und arrogante Minderheit die bestehenden Vorurteile tagtäglich nähren.

    Ich habe mir erlaubt, auf meinem eigenen Blog eine kleine Abstimmung zum Thema durchzuführen. Bei Interesse einfach mal reinklicken: http://ernst.vollenweider.us/?p=19

  16. Sascha Says:

    Heidi ist nicht lieb

    Du ziehst in die Schweiz? Ohhh! Mit verklärtem Blick zieht an meinem deutschen Gegenüber die Klischeeschweiz vorbei: kitschig kolorierte Bergwelten, ein sich den Rauschebart kraulender Alm-Öhi, rollende Käselaibe, rot-weiss wehende Fahnen, so rein, als wäre schon damals der Gedanke an die Merchandising-Vermarktung existent gewesen, ein Nummernkonto, auf dem bereits das Begrüssungsgeld in Höhe von einer Million Franken wartet … untermalt werden die Traumsequenzen mit Gittis und Erikas Heidi-Lied.
    Herzig, gell? Ist es nicht drollig, das kleine Bergvolk? Und die Sprache! Putzig! Einfach an jedes Wort ein „li“ dranhängen und fertig. Ist doch ganz einfach.

    Und dieses schöne Heidiland, in dem so viele unterschiedliche Sprachen gesprochen werden, in dem selbst demokratisch in den Kantonen über die Farbe von Autobahnbelägen abgestimmt wird – dieses Land steht doch förmlich für Toleranz, Offenheit, Kosmopolitismus.

    Aber Heidi hat zwei Gesichter. Der Blick auf den Deutschen aus ihren grossen Kulleraugen ist trügerisch – ihr Demokratieverständnis und ihre perfekt inszenierte Weltoffenheit sind illusorisch, ein oft nicht gelebter Wunschgedanke. Heidi möchte die Welt verändern – aber dabei die Alm nicht verlassen! Fremdes und Fremde wirken auf sie unbehaglich, beim Wort Veränderung zieht sie ein essigsaures Gesicht. Sollen sich doch die anderen anpassen. Ganz einfach.

    Sie bewacht ihre Minoritätensprache Schweizerdeutsch wie einen Schatz. Die Angst, der Dütsche könne sie ihrer kulturellen Herkunft berauben ist gross. In Englisch verfassten Stellenanzeigen inserieren schweizer Unternehmen inzwischen selbst in Käseblättern
    („…ausführliche Bewerbung bitte an Reto Vögele“) – aber ein ordentliches Hochdeutsch? Das ist dann doch zu viel verlangt. Auf diese unverschämte Forderung kann nur der Deutsche kommen. Dabei wird gerne vergessen, dass auch in deutschen Jobs, neben gutem Englisch, ein anständiges Hochdeutsch verlangt wird – ein Meeting selten im tiefsten Bayerisch stattfindet.

    Die Welt ist eben nicht gerecht. Und sie dreht sich eben nicht permanent um den Schweizer. Selbst die Dütschen mussten akzeptieren, dass Englisch Weltsprache wurde, nicht Deutsch. Und wer nicht gerade Schafe im Alpthal züchtet, sondern vor der Globalisierung nicht die Augen verschliesst, sollte sich am Puls der Zeit orientieren. Alle gönnen dem Schweizer sein charmantes „chhhhhhh“. Aber auch wenn es dem Schweizer sehr weh tut: ein gescheites Hochdeutsch zu sprechen schadet auch ihm beruflich nicht!

    Grüne Haare machen eben noch keinen Punker! Sich als weltoffen zu verkaufen ist die eine Seite, so zu leben die andere. Das „Produktversprechen“ stimmt noch nicht. Solange ernsthaft darüber diskutiert wird, ob ein blondes Moderatorenbunny wieder in die deutsche Heimat abgeschoben werden soll, weil sie in ihrer Sendung Hochdeutsch spricht, solange seriöse Zeitungen über Benimmkurse für Deutsche schreiben, als hätten die Schweizer das Besteck erfunden, solange muss sich in den Köpfen noch so einiges verändern. Ein schweizer Politiker formulierte schon damals treffend: “Die Deutschen und die Schweizer stehen sich sehr nahe; sie sind nur durch die totale Verschiedenheit der Sprache getrennt!“

  17. Alioscha Says:

    Es liegt mir fern, den deutschen Zustrom in die Schweiz zu kritisieren. Immerhin bin ich mit einer Deutschen verheiratet, lebe in Deutschland und habe einen Sohn, der Doppelbürger ist. Die Nationalität ist ohnehin ein schwaches Kriterium um die Integrität einer Person festzustellen. Da könnte man gerade so gut die Schuhgrösse nehmen. Nur, ich denke, wäre beispielsweise in München ein ähnlicher Zustrom an Immigranten aus einem Land in einem derart kurzen Zeitraum festgestellt worden, würde das dort bestimmt auch nicht ohne Diskussionen abgehen. München habe ich gewählt, weil es einwohnermässig mit dem Kanton Zürich am ehesten vergleichbar ist. Idioten gibt es immer. Es gibt immer Leute, die nichts Besseres zu tun haben, als Drohbriefe mit (abgebildeten) Patronenkugeln zu verschicken. Es wäre auch töricht, totzuschweigen, dass diese Immigrationswelle der lokalen Bevölkerung angst einjagt. Ich finde deshalb, es sollte beiden Parteien, den Deutschen wie den Schweizern, Zeit gelassen werden, sich auf die neue Situation einzustellen. Es ist nicht einfach, wenn im vertrauten Lokalradio anstatt Dialekt plötzlich Hochdeutsch zu hören ist. Oder wenn die Krankenschwester Dialekt nicht mehr so ganz ohne weiteres versteht. Anders gefragt: Wie gehen Deutsche mit Krankenschwestern um, die einen polnischen oder russischen Akzent haben und das Hochdeutsche nicht immer sofort verstehen, besonders wenn es noch dialektal eingefärbt ist? Es ist deshalb dumm, wenn diese Problematik immer wieder von den Medien hochgespielt wird. Den Röstigraben vergesse ich jedenfalls immer wieder, bis er anlässlich einer Abstimmung von den Medien wieder ausgegraben wird. Doch damit lässt sich eben gut Stimmung machen, die Zeitungen verkaufen sich, das Fernsehen wird geschaut, Bücher zum Thema werden gedruckt, jeder hat dazu eine Meinung und sei sie auch noch so populistisch. Die andern Themen, die tatsächlich wichtig wären, fallen dagegen unter den Tisch: Der Klimaschutz zum Beispiel, oder die Situation in Afghanistan, oder die Krankenkassenprämien, egal, was auch immer.

  18. Guggeere Says:

    @ Alioscha

    (Zunächst: Die Medien sind nicht die Urheber der Angstmacherei, wie du schreibst. Sie geben sie höchstens lustvoll und möglichst lärmig weiter; wie Klatschweiber. Die Angsteinjager sind andere Kräfte mit anderen Zielen.)

    «Es wäre auch töricht, totzuschweigen, dass diese Immigrationswelle der lokalen Bevölkerung angst einjagt.»

    Okay, ich gehe also zu einem dieser lokalen Angsthasen hin und sage ihm, ich nehme seine Angst ernst – und dann? Soll ich ihm erklären, dass Russen nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen herumlaufen, der 2. Weltkrieg vorbei sei und Afrikaner keine Europäer essen?

    Oder wie wärs, wenn der Angsthase mal seinen Verstand hervornähme (sofern vorhanden)? Oder seinen Willen? Oder sogar sein Herz?

    Sprüche wie «die Ängste der Leute müssen ernst genommen werden» kann ich nicht mehr hören. Diese öffentlichen Angst-Ernstnehmungs-Orgien, wenn wieder mal ein rassistischer Scharfmacher den Teufel an die Wand gemalt hat, gehen mir auf den Wecker.

    Wenn ich selbst vor etwas Angst habe, will (und muss) ich grundsätzlich selber damit fertig werden. Ohne fremde Hilfe. Das heisst, ich muss zu mir irgendwann «Schluss damit» sagen. Zum Beispiel, indem ich dem Rassisten und seinem gemalten Teufel die Zunge herausstrecke und zur Normalität übergehe.

    Dort warten, wie du richtig schreibst, die wirklich wichtigen Themen.

  19. Bense Says:

    Ich kann ganz eindeutig verstehen, wann es ein “zu viel” an Einwanderern gibt. Vor allem in einer lokalen Gemeinde.

    Aber hat jemand in Düsseldorf schon mal empfunden, dass marodierende Japaner-Banden dort durchziehen? Oder in Köln Brasilianer? Oder in München Russen?

    Wüsste ich jetzt nicht. Mal ganz ernsthaft: Diese Diskussion ist eine Stellvertreterdiskussion. Den Kanacken darf man nicht öffentlich diffamieren. Nur in Wahlen. Den Deutschen aber schon. Weil er einem so ähnlich ist. Da merkt niemand den Nationalismus, wenn man ihm die Reifen zersticht. Das nennt sich “Stellvertreter-Rassismus”.

    Meine Schweizerfreundin sehe ich hier in Deutschland nicht als Ausländerin. Im besten Sinne des Wortes. Ist das jetzt deutsche Ignoranz? Oder ist das eben das, was man von Weltläufigkeit und Toleranz der Schweiz erwarten würde?

    Meine Freundin sticht hier nicht heraus. Ich würde in der Schweiz nicht herausstechen. Einschaffungsinititative 2.0.

  20. Archer Says:

    @Alioscha: Lässt sich das vergleichen? Der Vergleich hinkt. Schon allein aufgrund des Statutars. Die Zahlen sind viel geringer. Und mal ehrlich: Was zum Fick ist einzuwenden gegen deutsche Einwanderer, die eben am schweizerischen Bruttonationaleinkommen arbeiten und ihre Steuern zahlen?

    Ich schätze mal, aufgrund deiner Historie als Bilateraler schwebst du eh “zwischen den Welten”. Du solltest mal drauf schauen, was wirklich “kulturfremd” ist und was nicht. Und ein Deutscher in der Schweiz oder ein Schweizer in Deutschland ist das einfach de facto nicht. Unsere Eigenheiten und Unterschiede sind so anpassbar, dass ist total austauschbar. Ein Ami würde kaum einen Unterschied zwischen “UNS” merken.

    Die Deutschen, die kommen, sind keine Asylanten, sondern Facharbeiter oder sogar zu über 40% Studierte!?!?

    Das “Schweizerproblem” sind unqualifizierte Ossis in niederlöhnigen Dienstleistungsberufen. Eine Schande für jeden Deutschen, in Ordnung. Kann man einräumen. Niemand will von einem unzufriedenen Sachsen bedient werden.

    Was Politiker reden, ist Schall und Rauch. Revolutionsführer Gaddafi wollte die Schweiz ja auch schon in französischen, deutschen und italienischen Teil aufteilen lassen.

    Sind “wir Deutschen” mal ehrlich: Diesen “Kasernenhofton”-Vorwurf kann man gern sich hinstecken, wo keine Sonne mehr scheint. Sagen, wo es lang geht, ist anscheinend ein Fehler. Genau. Suhle dich drin.

    Ich persönlich hätte mit meiner schweizer Lebensgefährtin absolut keine Vorbehalte, zu “Euch” zu ziehen. Aber mit Uni-Abschluss und Qualifikationen ist man wohl nicht mehr erwünscht, wenn man kritische Fragen stellt. Selbst meine Freundin zweifelt daran, zurückzuziehen.

    Ich hoffe einfach, dass es zwischenmenschlich einen Draht gibt. Der nicht wegzureden ist.

  21. swambo Says:

    Yipieeh der Zuercher ist wieder da!
    Nur zwei Fragen stellen sich mir:
    1. Wie kommt es, dass Du den Umgang in den Deutschen Billigläden so super genau kennst?
    2. Du sagt oft sieht die Realität anders aus, heisst das, dass es in vielen Fällen nicht so ist?

  22. neuromat Says:

    @ Alioscha

    Du begehst viele zum Teil ganz entscheidene (Denk)fehler das ist kein ZUSTROM, sondern ein SOG. Hier strömt keine(r) rein. Es gibt mittlerweile Unternehmen, die sich aufgrund eines Mangels an spezifischen Arbeitskräften auf die Vermittlung von ausländischen Arbeitnehmern spezialisiert haben. Die Fachkräfte werden zum Teil “blind angemailt”, aktiv abgeworben. Ich würde davon ausgehen, dass 90% der deutschen Zuwanderer eine feste Anstellung in D hatten.

    Fakt ist also: man hat Angst vor dem, was man selber holt. Man engagiert eine Radiosprecherin und sag, es ist nicht einfach, dann plötzlich Hochdeutsch zu hören. Das hat die gleiche Qualität wie die Feststellung, nachdem man eigenhändig die Alpen abgerissen hat, festzzustellen, dass es jetzt schwierig sei, den Blick auf das Mittelmeer zu ertragen.

    Weil es einem etwas vor Augen führt: ein Defizit!

    Wie München mit so ewas umgeht steht oben: die PROFITIEREN !

    @ Sascha
    sehr schön geschrieben. Nur den letzten Satz mit “treffend”, den verstehe ich nicht. Das ist doch ein Mythos. Ein Gedankenminarett.

  23. Brun(o)egg Says:

    Warum fallt ihr alle immer wieder aud solchen Schei… rein? Es geht doch nur um die Quote und die karrieregeile Reporterin!
    Die gefühlte Ablehnung ist wohl 100%. Das bringen wieder mal ein paar Schweizer Idioten zustande. Aber wie gross ist si wirklich? Denkt an euer Umfeld und entscheidet.

  24. Harry Hirsch Says:

    Die Schweizer haben nichts gegen Deutsche, nichts gegen Serben, Albaner etc. Viele Schweizer haben etwas gegen (zu) viele Deutsche, gegen viele Serben, Albaner etc. Das Boot wird halt langsam voll. Die Massenmigration bringt halt nicht nur Vorteile, auch wenn wir auf Fachkräfte aus Deutschland angewiesen sind. Selbst der Grüne Bastien Girod hat das Problem erkannt.

  25. Guggeere Says:

    @ Harry Hirsch
    “Die Schweizer haben nichts gegen…”
    “Das Boot wird halt langsam voll.”
    Jaja. Und Schnee ist schwarz und Rassisten gibts keine.
    Keine Märchen mehr, bitte. Und keine dumpfe 70-jährige Angstpropaganda aus dem 2. Weltkrieg.
    Auch wir Schweizer sollten anno 2009 den Kopf nicht nur zum Frisieren oder zum Bierhineinschütten verwenden, sondern hin und wieder auch zum Denken.
    Demokratie wäre eigentlich etwas für denkende Menschen.

  26. Thomas W. Says:

    @Alioscha:
    Wenn Du tatsächlich den Kanton Zürich mit der Landeshauptstadt München (ohne Umland) vergleichen willst, dann:

    1. zugegeben, beide haben eine vergleichbare Einwohnerzahl

    2. Der Ausländeranteil im Kanton Zürich liegt bei 23,2%, in München bei 23,1%

    3. München hatte 2007 ein Wanderungssaldo von ca. +19.000, 2008 von rund +15.000 (je die Hälfte waren Ausländer, jeweils fast 100.000 Zuzüge minus 77.000 bis 83.000 Wegzüge, wobei die Wegzüge meist ins viel stärker wachsende Münchner Umland gehen.)

    4. In München lebt ein inzwischen riesiger Anteil so genannter “Preußen”, d.h. aus den nördlichen Bundesländern Zugezogener, die ja auch eine andere Mentalität als die Bayern haben. Und die stellen inzwischen die Mehrheit der Führungskräft, weil gut ausgebildet. Und werden mit offnenen Armen empfangen. Dies macht ja auch den Erfolg Bayerns aus.

    5. München hat insgesamt einen Deutschenanteil, der den von Zürich locker übertrifft, und dennoch lebt es sich hier ganz entspannt und famos ;-)

    Ich muss auch Neuromat recht geben: Hier freut man sich über den Zustrom und sieht in als Chance für eine prosperierende Region.

  27. swambo Says:

    @Archer
    Achtung bitte kritisiere den Forumskasper nicht. Ohnen den Züricher und seine platten Halb-und Unwahrheiten wäre alles nur halb so lustig!!!
    Ich schrieb es ja bereits: Er kann noch so sehr mit dem Fuss aufstampfen und rumweinen: Ändern tut sich nichts! Das mach seine pathetischen Ausbrüche noch lustiger.

  28. Marroni Says:

    48 % der in der Schweiz lebenden Personen sind nicht in der CH geboren. Und? Macht doch nix.

  29. neuromat Says:

    das mit dem “Kasernenton” ist doch ohnehin der Brüller. Der zweitbeste Lacher in dem Film war Hans Fehr, wie er in Original Kasernenton von dytschen Kasernenton spricht … wä.n.n. dr. düt.sche. i.n sain.äm. …

    ganz klar das Beste war die Aufklärung woher das har har kommt:

    http://erich-hess.svp-politiker.ch/

    ich musste lange “studieren”, ob die Seite bei dem Foto seine ist oder von der antifa, dann habe ich es erst bemerkt das ist doch Alfred E. Neumann

    und das drittbeste war dieses Aufstehen müssen bei dieser Integrationsveranstaltung, wenn es mit freundlicher Scheinheiligkeit heisst: “wer ist aus Europa?” …. “Und wer ist aus …. und warum habt Ihr so grosse Augen…

    … ach ja und das Boot ist voll. Sagen ja meistens die, die als letztes zugestiegen sind ;-)

  30. Smilla Says:

    @Neuromat:
    Das mit Alfred E. Neumann ist total genial!
    Von Badesalz gibt es einen Sketch: “Am Abgrund der Dummheit”.
    Da könnte Fehr mitspielen und man würde darüber lachen. Leider ist es in der Schweiz bittere Realität…

  31. olli Says:

    Mich regt dieser ganze Blödsinn etwas auf. Tatsache ist, dass die Schweizer offensichtlich einen Minderwertigkeitskomplex haben, weil sie sich aus allen historischen Konflikten immer schön herausgehalten und nichts erobert haben. Das nenne ich feige! Was ist denn mit den Libyen-Geiseln? Die Amis hätten da schon lange eingegriffen aber die Schweiz schickt Merz.

    Wenn die Eidgenossen alle unter sich bleiben wollen, dann nur zu. Die Folgen der Inzucht werden dann irgendwann zu bewundern sein.

    Die ganze Sprachdiskussion finde ich einfach lächerlich, es ist doch einfach zum totlachen, dass die Tagesschau auf hochdeutsch moderiert wird und das Wetter im Dialekt. Der gleiche Schwachsinn bei etlichen anderen Sendungen … Anmoderation auf hochdeutsch und das restliche Gesabbel im Dialekt. Was denn nun, liebe Schweizer?

    Die Anfeindungen gegenüber Deutschen in der Schweiz, die keinen Dialekt sprechen sind daher eine absolute Lachnummer, solange die Schweiz selber nicht weiss, was sie will. Davon abgesehen zählen die Deutschen in der Schweiz zur arbeitenden Bevölkerung und zahlen Steuern und Abgaben.

    Schmeisst sie nur alle raus, die bösen Deutschen und zieht wieder in die Berge!

    Davon abgesehen sollte man mal auf die Landkarte gucken. Was ist die Schweiz denn schon? Ein besseres Naherholungsgebiet! Bewegen Schweizer Politiker irgendwas in den Nachrichten? Fehlanzeige! Kennt jemand den Chef der Schweiz? Auch Fehlanzeige. Von Israel und der Ukraine ist in der Weltöffentlichkeit mehr zu hören.

    Also liebe Schweizer: bewegt Euren Arsch aus der feigen Neutralität hinaus und mqcht mal irgendwas, dass Euch die Welt (ausser dem Hort für Steuerhinterzieher und Schwarzgeld) zur Kenntnis nimmt.

  32. Oranje Says:

    An olli
    “Tatsache ist, dass die Schweizer offensichtlich einen Minderwertigkeitskomplex haben, weil sie sich aus allen historischen Konflikten immer schön herausgehalten und nichts erobert haben.”
    Wenn das wahr wäre, müssten die Deutschen ja den Über-Minderwertigkeitskomplex haben. Bei den enormen Gebietsverlusten in den letzten 100 Jahren…
    Vielleicht denkst du noch mal nach, bevor du so nen Schmarren hinschreibst…

  33. Egon Says:

    also bitte Oranje,

    1404 Dithmarschen besiegt Holstein,

    1412 zweite Schlacht am Kremmer Damm, es gewinnen wieder die Deutschen, leider verlieren sie auch; denn es heisst Pommern gegen Brandenburg, die einen sind heute zur Hälfte Polen.

    1443 besiegen dann die Eidgenossen Zürich. Das war bestimmt einfach.

    1480 war das grosse Gegenüberstehen an der Ugra. Die goldene Horde (Orange?) haben verloren. Und Dithmarschen hat kurz darauf gegen Dänemark gewonnen. Und die Dänen verlieren dann 1626 schon wieder diesmal gegen die katholische Liga.

    Die Schlacht bei Rheinfelden musste 1638 in zwei teilen aufgeführt werden, weil die Schweizer auf dem z nüni, z mittag und z vieri bestanden. Erster Teil 28.02. zweiter dann am 3.3.

    Und dann 1653 die Seeschlacht bei Portland die Engländer gegen die Niederländer. Das war ja nen Reinfall für Euch. Ich sage nur Scheveningen! Das Waterloo des Holländers.

    Na ja anderes Thema: 1652 Schlacht in den Dünen. Kurz darauf der Siebenjährige Krieg. Der ging so: Preussen besieht Oesterreich, Preussen besiegt Oesterreich, Oesterreich besiegt Preussen, Preussen besiegt Oesterreich, Oesterreich besiegt Preussen, Hessen-Kassel besigt Frankreich und Preussen wieder Oesterreich, ach ja und die Franzosen.

    Bemerkenswert 1809, 12. April erste Schlacht am Bergisel, Andreas Hofer besiegt ganz allein alle Franzosen und Bayern

    es geht dann rasant weiter:
    1814, 1. Februar Schlacht bei La Rothière, Frankreich unterliegt einer Allianz aus Österreich/Russland /Preußen/Bayern und Württemberg
    Die Schweizer sind nicht dabei. Erstens weil es keinen zweiten Teil gibt und zweitens sind Sportferien.

    Das ist die Ueberleitung zum Fussballkrieg der am 14. Juli 1969 ausbrach. Kurz darauf werden in der Schweiz die Merz Spezial Dragees erfunden, mit denen es der Bevölkerung erstmals möglich ist, den Satz zu verstehen: “Das Runde muss in das Eckige.”

    Von da an gibt es kein Halten mehr: In der. Schlacht bei Noreia imOstalpenraum: Kimbern, Ambronen und Teutonen besiegen die Römer Die sind sauer: 58 v. Chr. Schlacht bei Bibracte in Frankreich die Römer besiegen Helveten und Rauracher. Dann besiegen sie die Alemannen.

    Die Zeit vergeht wie im Flug. Irgendwann im 7. Jahrhundert gibt es einen Kamelkrieg. Und dann 1080, 15. Oktober Schlacht bei Hohenmöpsen Sachsen-Anhalt Heinrich IV. unterliegt zum dritten Mal gegen Rudolf von Rheinfelden und gewinnt trotzdem. Rudi von Rheinfelden, auch Rudi von Schwaben, seines Zeichens Gegenkönig, wird die rechte Hand abgeschlagen und er kriegt irgendwie ein Schwert in den Unterleib - uiiih mir zieht sich gerade alles zusammen - die rechte Hand kommt ins Museum und Heinrich wird Kaiser und dann geht wieder alles von vorne los.

    Nee, das heisst nicht Hohenmöpsen sondern Hohenmölsen.

  34. pfuus Says:

    @Oranje
    @Ein Zuercher

    Denkt doch etwas nach,bevor ihr euer ” Del Monte Ketchup” in den allgemeinen “Hörnlisalat” drückt! In diesem Sinne ,Few!

  35. Oranje Says:

    An pfuus und Egon
    Wenn ihr mit meinem Betrag nicht einverstanden seid, dann kommt mit Gegenargumenten und nicht mit irgend nem Pausalgesülze.

  36. Guggeere Says:

    @ Egon
    Schande über dich! Du hast DAS epochale Ereignis der Schweizer Geschichte schmählich übergangen: den Plappartkrieg 1458.
    http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D8880.php

  37. Brun(o)egg Says:

    Ach Olli! Schade.
    Wenn Du schon da bist, wandere doch einfach wieder aus.

  38. pfuus Says:

    @oranje

    “Pauschalgesülze ” lese ich meistens im “20′ Blickwochenanzeiger”

    Mir geht diese sinnlose Debatte auf die Nerven.

  39. Oranje Says:

    An Pfuus
    Warum liest du denn die Beiträge auf der Blogwiese? Und vorallem: warum beteiligst du dich an der Debatte?

  40. Egon Says:

    @ Guggeere

    ja, ja Asche auf mein Haupt; mea culpa, mea maxima culpa. Unverzeihlich auf den ersten Blick.

    Doch vergleicht man die Liste erwähnte unbedeutender Betriebsausflüge diverser Streitkräfte mit dem von Dir angemahntten “Mega-Event” einer erstmaligen und grössenmässig nie wieder erreichten Schutzgelderpressung, dann muss man feststellen, es wäre geradezu despektierlich gewesen diesen fundamental bahnbrechenden und weltgeschichtlich einzigartigen putativen Notwehrexzess der Landesverteidigung in eine Reihe zu stellen mit den anderen oben erwähnten unbedeutenden Nebenscharmützeln.

  41. Egon Says:

    an die Apfelsine

    nicht einverstanden sein kann ich mit der Bezeichnung “irgend nem Pausalgesülze”.

    Es mag ja sein, dass man in den Niederlanden in der Halbzeitpause, wenn Holland wieder einmal 0:0 hinten liegt, in Gelee eingeschlossenes Kotelett zu verspeisen pflegt, und ich will hoffen, dass auch kein menopausales Gesülze gemeint war, aber schliesslich sitze ich ja hier nicht völlig bekifft in shorts und schreibe EIn Zürcher über mein Serum, äh Sermon.

    Also Vorsicht, sonst kommt die Erderwärmung bei erhitzten Gemütern noch schneller und der Meeresspiegel steigt und die Grachten könnten dann plötzlich sehr breit werden.

  42. Egon Says:

    @ Vollenweider

    “Persönlich finde ich es bedauerlich, dass nun alle Deutschen darunter leiden, weil eine kleine, laute und arrogante Minderheit die bestehenden Vorurteile tagtäglich nähren.”

    das ehrt sie, aber ich würde in der Selbstbeschimpfung nicht so weit gehen. Sicher es ist eine kaum enstschuldbare Form der Arroganz mit weit aufgerissenen Augen vor den für denjenigen viel zu grossen sekundären Geschlechtsmerkmalen einer Zugereisten zu sitzen und viel zu laut zu reden und zu lachen. Aber unter Herrn Hess leiden doch nicht alle Deutschen.

    Ich meine, stellen sie sich das mal vor, das sind fast 80 Millionen, und alle leiden unter dem.

    Ja gut, da kommen noch so ein paar Weltwoche Journalisten hinzu, die sogar beim öffentlichen Urinieren so arrogant aussehen würden, dass die Weltausstellungs Beschiffungsaktion von Pinkel Prinz Ernst August dagegen wirkt wie Kotelettsülze (warum liest Du schon wieder mit, Oranje).

    Okay, noch ein paar vom blick, von der Sonntagszeitung und der nzz, die Stammtische von Basel bis Lugano und von Lausanne bis St. Gallen, die Fraktion der “wir haben es schon immer gewusst” und die allgemeine öffentliche Meinung. Aber Vorurteile waren schon immer hungrig …

  43. pfuus Says:

    @oranje

    pfuus abla!

  44. pfuus Says:

    @Oranje

    Spass beiseite. Du hast natürlich recht mit deiner Frage, aber zuerst will ich auf deinen Kommentar zu Olli antworten: Die Schweizer haben ein Minderwertigkeitskomplex etc…… die “Konflikttheorie” kann man getrost an den Nagel hängen, das mit der Sprache jedoch nicht.
    Den meisten Schweizern fällt es schwer sich über eine längere Zeit in der ” Standardsprache” zu unterhalten bzw. problemlos zwischen Mundart und “Hochdeutsch” hin und her zu schalten, das ist Fact. “In Hochdeutsch kann ich keine Gefühle ausdrücken”, hört man nicht selten, ergo fehlt in der Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil, welcher auch in Fachdiskussionen etc. nicht unerheblich ist.
    Spätestens mit Beginn des 2. Weltkrieges hat die(Deutsch) CH in der Rückbesinnung auf ihre Mundart eine geeignete Möglichkeit gefunden um sich von Deutschland , meiner Meinung nach zurecht ,zu distanzieren. Diese Wurzel hat sich gehalten , weshalb die “Standardsprache”( das Wort sagt es ja schon) heute lediglich zum Datentransport ohne emotionalen Inhalt dient, im Gegensatz zur Mundart. Interessant ist auch die Feststellung, dass viele CH Schüler/innen das Fach “Deutsch” als das Fach ” Sprache” ( Sprach oder Sprooch) im Stundenplan erhalten, also auch etwas neutrales,” emotionsfreies”.

    Wenn man also nicht gewohnt ist ” Hochdeutsch” zu dekodieren, zu differenzieren, wird es zwangsläufig als zu direkt, wie eine Ohrfeige,arrogant etc. empfunden. Mit anderen Worten: Man kommt mit der eigenen Sprache in Berührung, ohne voll auf diese zurückgreifen zu können.

    Warum lese ich die Beiträge: Weil ich mir dann doch einen Überblick verschaffen kann und Feststellungen bestätigt sehe.

    An der Debatte beteilige ich mich aus den gleichen Gründen wie du, obgleich sie mich nervt.

  45. preuße Says:

    lustig hier das alles zu lesen.

    keine angst ich lebe und arbeite nicht in der schweiz und habe nur den titel der sendung gelesen und wollte wissen was dahinter steckt.

    auf die schweiz wäre ich nie gekommen. aber die schweiz interessiert mich auch nicht und sehr wahrscheinlich die meisten deutschen ebenfalls nicht. warum sollte ich in die schweizer berge fahren, wenn deutschland doch bayern hat. gruß an die münchner. keine angst ich bin auch kein preuße in münchen, sondern ein preuße in preußen und besuche euch immer nur mal - am liebsten zu der wiesn. :-)

    meine empfehlung wäre:
    die deutschen sollen in der schweiz arbeiten - sozusagen die schweizer firmen profitabel halten, aber ihre abgaben an deutschland zahlen, weil sie sind ja deutsche. sämtliche steuerzahlungen, z.B. auf lebensmittel sollen dann von der schweiz an deutschland abgeführt werden, da ja ein deutscher kein schweizer ist. deutsche brauchen ja auch keine miete zahlen und tragen so auch zu nichts bei. die frage ist nur, wenn 50 % nicht schweizer in den wohnungen leben, was passiert mit diesen wenn die alle raus sind. wer zieht da denn ein? genug schweizer gibt es ja wohl nicht.

    aber klasse sache hier und ich finde es auch gut das sich leute gegenseitig so anstacheln lassen um dann nach einiger zeit zu erkennen, dass es das nicht wert war.

    vielleicht schauen auch mal die schweizer - die sich negativ gegenüber den deutschen verhalten, warum die deutschen da sind. wenn eine schweizer firma in deutschland nach arbeitern sucht, stellt sich mir die frage warum? wenn deutsch nicht so die tolle sprache ist, warum wird sie dann in der wirtschaft und der öffentlichkeit so gepflegt?

    ich habe übrigens schon mit schweizern zusammengearbeitet - allerdings in dublin - und fand deren akzent absolut klasse. total angenehm zuzuhören - auch wenn man nicht alles versteht. außerdem fand ich das besondere an diesen schweizern (mit denen ich zusammengearbeitet habe), dass sie bilingual aufgewachsen sind und schweizerisch-deutsch-englisch und französisch konnten. klasse sache das. vielleicht vergessen viele schweizer, dass sie ein ungehöreres potenzial durch ihre lage haben und vor niemanden angst haben brauchen. nicht mal vor irgendwelchen dekotürmen.

    gruß an die schweizer die deutsch und den rest der welt.

  46. preuße Says:

    ich meinte natürlich:

    gruß an die schweizer, deutschen und den rest der welt.

    sorry aber bin grad aufgestanden, da ich bald arbeiten muss. ja auch deutsche gehen arbeiten und leben nicht von hartz iv. ist ja auch eine klasse sache das hartz iv leute in der schweiz auf die kacke hauen und das alles von 361,- € mtl.

  47. Guggeere Says:

    @ pfuus

    «…weshalb die “Standardsprache”( das Wort sagt es ja schon) heute lediglich zum Datentransport ohne emotionalen Inhalt dient, im Gegensatz zur Mundart.»

    So ein Blödsinn!

    Wer so was behauptet, liest nur Telefonbücher, Börsenkurse, Verkehrsschilder, das Kleingedruckte in Verträgen oder gar nichts.

    Schon mal einen Roman eines Schweizer Autors gelesen? – Oder beginnen wir ganz unten: Schon mal «20 Minuten» gelesen? Nicht mal dieses schlechteste aller Käseblätter zwischen Flensburg und Bozen dient nur dem «Datentransport ohne emotionalen Inhalt». Und lies doch mal einen einfachen Aufsatz eines x-beliebigen Schweizer Primarschülers. Wenn du dann immer noch behauptest, da seien keine Emotionen, benötigst du professionelle Hilfe oder einen Alphabetisierungskurs.

  48. Oranje Says:

    An pfuus
    Bin ganz deiner Meinung. Mit einer Ausnahme: Das Problem besteht meiner Meinung darin, dass Hochdeutsch für die deutschsprachigen Schweizer weder die eigene Sprache noch eine Fremdsprache ist. Es ist irgendwas undefinierbares zwischendrin… Bei mir äusserte sich dieses Problem darin, dass ich einerseits an mich selbst den Anspruch stellte Hochdeutsch perfekt zu können, weil es ja doch irgendwie meine Muttersprache war, andrerseits wusste ich ganz genau, dass ich keinen geraden Satz rauskriegen würde, da mir einfach die Übung fehlte. Das führte natürlich zu Frustrationen, worauf ich mich einfach weigerte Hochdeutsch zu reden und mir selbst einredete, dass es eben eine Fremdsprache ist.
    Ich denke, dass ist auch ein Grund, warum viele Schweizer Hochdeutsch schlecht machen und es als Fremdsprache bezeichnen, weil sie es still und heimlich sehr wohl als ihre Muttersprache betrachten und es auch gerne gut beherrschen würden, aber mangels Übung nicht können.
    So weit, so logisch???

  49. Egon Says:

    @ PFUUS

    “In Hochdeutsch kann ich keine Gefühle ausdrücken”, hört man nicht selten, ergo fehlt in der Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil, welcher auch in Fachdiskussionen etc. nicht unerheblich ist.

    wer in “Hochdeutsch” keine Gefühle ausdrücken kann spricht entweder diese Sprache überhaupt nicht oder kann auch sonst keine Gefühle ausdrücken.

    Diese ewig wiedergekauten verklärten Mythen könnten unter diesem Aspekt ja dann auch dazu dienen eine möglicherweise tatsächliche nicht gegebene Empathiebefähigung zumindest einiger mit diesem Codex zu verdecken. Aha, ich höre Dialekt - also Emotion …

    ich beginne mich zu fragen, ob dieser Schwachsinn nicht in Beziehung steht zu Netzen und Gittern, die jetzt in diesen Tagen in Bern unter Brücken angebracht werden müssen

  50. pfuus Says:

    @Egon
    “Aha, ich höre Dialekt - also Emotion …”
    Den Bezug Dialekt =Emotion habe ich in einem Interview mit einer in Deutschland lebenden Schweizerin gelesen, aber auch schon mehrmals persönlich gehört. Ich unterstelle den Schweizern ja gar nicht,dass sie in “Hochdeutsch” keine Gefühle ausdrücken können, sie selbst tun es.
    Nein, mit den Netzen unter den Berner Brücken hat das nichts zu tun, sorry!

    @guggeere

    Ich habe natürlich bewusst polarisiert. Gerade solche Blätter wie 20′ greifen gewisse Strömungen gerne auf und wirken Meinungsbildend. Und ja, ich schätze C.F Meyer , Gottfried Keller, Widmer, Federspiel….
    Vom Schreiben habe ich übrigens nicht geschrieben, sondern vom gesprochenen Wort, das ist letztlich ein Unterschied.

    Ausserdem habe ich 33 Jahre Erfahrung mit beiden Welten, da bleibt schon etwas hängen.

    @Oranje

    “perfektes” Hochdeutsch sprechen doch sowieso nur die Hannoveraner. Und wenn z.B ein Süddeutscher im Norden spricht, wird er zumeist auch als solcher erkannt. Dennoch ist die Identifikation mit dem ” Hochdeutschen” nicht so sehr beeinträchtigt wie dies bei einigen Schweizern der Fall zu sein scheint.

    Natürlich ist mit Deutsch auch noch eine andere Assoziationskette , verbunden, nämlich: Deutsch-Hitler-Nazis-Auschwitz—-Mercedes, Bach, Beethoven, Goethe,(etwa diese Reihenfolge).

    Den Deutschen ist das mehr oder weniger bewusst, wenn sie von anderen Nationen so wahrgenommen werden, aber fremdsprachige Menschen können zwischen Schweizern und Deutschen anfänglich nicht unbedingt unterscheiden.

    Genau darauf legen Schweizer aber Wert. Ich bin der Meinung, dass dies ein nicht unerheblicher Teil dieser Ambivalenz ist.

    Danke für eure Aufmerksamkeit.

  51. Guggeere Says:

    @pfuus

    “Vom Schreiben habe ich übrigens nicht geschrieben, sondern vom gesprochenen Wort, das ist letztlich ein Unterschied.”

    M. a. W.: Auf Standarddeutsch Gefühle aufschreiben können die Alpenalemannen, darüber sprechen aber geht nicht?

    In aller Regel lernt der Mensch zuerst sprechen und dann schreiben. Drum heissts nämlich Sprache, nicht Schreibe…

    Meine These bezüglich der wahren Motive jener, die sich rühmen, Standarddeutschmuffel zu sein: 1. Faulheit, 2. Bequemlichkeit, 3. Trägheit, 4. bis unendlich: eine Menge faule Ausreden.

  52. pfuus Says:

    @ Guggeere

    “M. a. W.: Auf Standarddeutsch Gefühle aufschreiben können die Alpenalemannen, darüber sprechen aber geht nicht?

    Nein, so habe ich das nicht gemeint. Die Konfrontation mit der “Standardsprache” ist schriftlich einfacher, weil man seiner inneren Stimme gegenüber nicht reflexartig in eine Abwehrhaltung geht.

    Und wie schon erwähnt handelt es sich um eine gängige Meinung.

    So, ich gone etz go pfuuse.

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