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	<title>Blogwiese</title>
	<link>http://www.blogwiese.ch</link>
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	<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 06:27:39 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>

		<item>
		<title>Wenn der Traktor über Bord geht</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/1465</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 06:27:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Schweizerdeutsch</category>
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		<description><![CDATA[In der Schweiz ist "das Bord" etwas anderes als in Deutschland]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(reload 19.4.06)<br />
<strong>
<li><strong>Ein Bord hinunter stürzen ist nicht über Bord gehen</strong></li>
</strong><br />
Wir entdeckten in einer Meldung der Polizei Basel-Landschaft:</p>
	<blockquote><p>
Am Freitag, 24. Februar 2006, um 10.00 Uhr, stürzte ein Traktor am Steinrieselweg in Brislach BL rund fünf Meter <strong>ein Bord hinunter</strong>. Der Fahrer blieb unverletzt.<br />
(Quelle: <a href="http://www.bl.ch/docs/uebrige/mit_pol/2006a/116.htm">bl.ch</a>)
</p></blockquote>
	<p>Wir machen uns natürlich Sorgen bei dieser Meldung, ob auch dem Lenker nichts zugestossen ist? Vielleicht ist er ja verbogen, in dem Fall? Besonders spannend finden wir an dieser Meldung die Bezeichnung „<strong>ein Bord</strong>“, denn das war uns bisher nur in ganz anderen Kontexten bekannt.</p>
	<li><strong>Mann über Bord, Tassen auf das Bord</strong></li>
	<p>Nämlich in der Seefahrt, wenn jemand „<strong>über Bord</strong>“ geht, und sich dann im Meer wiederfindet, in der Hoffnung, dass seine Kollegen „<strong>an Bord</strong>“ ihn wieder rausfischen werden. Oder in der Küche, wenn wir Tassen auf „<strong>ein Bord</strong>“ stellen, welches wir dann Neudeutsch „<strong>Cupboard</strong>“ nennen. Oder wir stellen sie im Wohnzimmer auf unser schickes neues „<strong>Sideboard</strong>“.</p>
	<p>Die Polizeimeldung berichtet weiter:</p>
	<blockquote><p>
Ein 29-jähriger Traktorfahrer war mit der an dem Gefährt angebrachten Schaufel damit beschäftigt, den Steinrieselweg, eine Naturstrasse, zu planieren. Plötzlich bemerkte der Mann, dass bei der Schaufelaufhängung ein Bolzen lose war. Er hielt auf der abfallenden Strasse an und wollte <strong>Nachschau halten</strong>. Weil er die Handbremse zu wenig stark angezogen hatte, machte sich der Traktor selbstständig und stürzte rund fünf Meter <strong>das Bord hinunter</strong>.<br />
(Quelle: <a href="http://www.bl.ch/docs/uebrige/mit_pol/2006a/116.htm">bl.ch</a>)
</p></blockquote>
	<li><strong>Haltet die Nachschau!</strong></li>
	<p>Auch die <strong>Nachschau </strong>haben wir noch nie <strong>gehalten</strong>, bisher kannten wir nur die „<strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nabelschau">Nabelschau</a></strong>“. Wenn man die Nachschau nicht hält, läuft sie dann weg? Immerhin finden wir <a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=%22Nachschau+halten%22&#038;btnG=Google-Suche&#038;meta=cr%3DcountryCH">63 weitere Belege</a>  für „<strong>Nachschau halten</strong>“ bei Google-Schweiz. Auch in Österreich und Deutschland ist diese Formulierung beliebt, mit Vorliebe taucht sie aber in Schweizer Berichten auf.</p>
	<blockquote><p>
Beim auf der Seite liegenden Traktor lief ein wenig Dieselbenzin aus, welches von der Feuerwehr Brislach aufgenommen wurde. Der Traktor konnte durch den von der Polizei Base-Landschaft <strong>aufgebotenen </strong>Abschleppdienst in einer spektakulären Aktion wieder auf die Strasse gehoben wurde.
</p></blockquote>
	<p>Andere Städte nehmen Flüchtlinge auf, manche Führungskräfte auch  die Arbeit. Hier wird zur Abwechslung mal Dieselbenzin nicht entsorgt oder abgesaugt, sondern aufgenommen. Na klar, es hatte sich ja in der Zwischenzeit auch mit dem Erdreich verbunden. Das der Abschleppdienst nicht einfach bestellt oder geholt, sondern in der Schweiz gleich „<strong>aufgeboten</strong>“ wird, fiel uns zum Schluss gar nicht mehr auf. Hier dreht sich ständig alles ums „<a href="http://www.blogwiese.ch/archives/210">Aufgebot</a>“ , da fällt ein Abschleppwagen mehr oder weniger auch nicht ins Gewicht.</p>
	<p>Nicht das wir uns jetzt als Deutschtümler oder ewige Sprach-Nörgler bezeichnen lassen. Die Meldung der Polizei-Basel (die im Original Text zur <strong>Base-Landschaft </strong>mutierte, kann mal passieren, bei soviel Säuren und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Base_(Chemie)">Basen</a>, welche dort in der Chemie produziert werden)  ist sprachlich absolut einwandfrei, aber gleichzeitig ein ganz typisches Exemplar Schweizer Schriftsprache, erkennbar am „<strong>Bord</strong>“ und am „<strong>aufbieten</strong>“.</p>
	<li><strong>Was heisst „Bord“ in der Schweiz</strong></li>
	<p>Wir finden die Antwort im Variantenwörterbuch auf Seite 130:</p>
	<blockquote><p>
<strong>Bord CH das; -(e)s, -e/Börder:<br />
kleiner Abhang, Böschung</strong>,<br />
aufgeworfener oder abschüssiger Rand:<br />
„Die Wucht des Aufpralls katapultierte [das] Auto zuerst gegen das Heck eines Lieferwagens und schleuderte es danach das Bord hinunter (NLZ 3. 10.2001, Internet)
</p></blockquote>
	<p>In „<strong>Gemeindeutschen</strong>“, wie das Variantenwörterbuch die Standardsprache nennt, sind nur „<strong>Schiffsbord</strong>“ und „<strong>Ablagebrett an der Wand</strong>“ bekannt. Und wenn die Deutschen vom „<strong>Bordstein</strong>“ oder der „<strong>Bordkante</strong>“ reden, dann meinen sie den Schweizer „<strong>Trottoirrand</strong>“.</p>
	<p>Es gibt auch noch die Varianten „<strong>Bachbord</strong>“ (das nicht mit dem &#8220;Backbord&#8221; des Schiffes verwechselt werden darf), „<strong>Bahnbord“, „Strassenbord“, „Wegbord</strong>“ und, was uns ganz besonders freut, das „<strong>Wiesenbord</strong>“! Auf keinen Fall darf man an das hübsch Wort „<strong>Bord</strong>“ noch die Endung „-<strong>el</strong>l“ anfügen, denn dann ändert es gleich ungemein seine Bedeutung.</p>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Alle Schweizer sprechen so wie Emil</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/1464</link>
		<comments>http://www.blogwiese.ch/archives/1464#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 22:05:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Schweizer Alltag</category>
	<category>Schweizer Kultur</category>
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		<description><![CDATA[Warum verfallen Deutsche Comedians nur immer in die Emil-Sprechweise, wenn sie die Schweizer nachahmen? Ganz einfach: Sie kennen nichts anderes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(reload vom 18.4.06)</p>
	<li><strong>Alle Schweizer sprechen so wie Emil in der ARD</strong></li>
	<p>Es begann alles mit dem klassischen Missverständnis der Deutschen, die in den 70er und 80er Jahren Emil Steinberger am Fernsehen erlebten:</p>
	<blockquote><p>
Im Jahr 1977 stand er für neun Monate in der Manege des Circus Knie. Die in der ARD ausgestrahlten Emil-Aufzeichnungen machten ihn auch in Deutschland bekannt. Es folgten diverse Tourneen durch die Bundesrepublik und die Schweiz, auch in der DDR trat er mehrmals auf. Wegen dieser überaus erfolgreichen Tourneen entschloss er sich ab 1980 nur noch &#8220;Emil&#8221; zu sein.<br />
(Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Steinberger">Wiki über Emil</a>)
</p></blockquote>
	<p>Daraus schlussfolgerten die Deutschen, die noch niemals gesprochenes Schweizdeutsch im Fernsehen gehört hatten: „<strong>Aha, so klingt also Schweizerdeutsch</strong>“. Kein Schweizer hatte bis dahin irgend etwas öffentlich auf Dialekt im Deutschen Fernsehen gesagt. Lilo Pulver sprach Hochdeutsch, oder manchmal auch leicht eingefärbtes Bairisch-Österreichisch, je nach Filmrolle. Von Bruno Ganz wusste ich lange gar nicht, dass er Schweizer ist. Er sprach ebenfalls in allen Filmen Hochdeutsch. Nur als Hitler, da sprach er Österreichisch.</p>
	<li><strong>Warum äffen Deutsche Comedians so blöd Schweizerdeutsch nach?</strong></li>
	<p>Noch heute wirkt das künstliche „<strong>Schweizerische Hochdeutsch</strong>“ von Emil nach bei vielen deutschen Comedians. So auch in der Sendung Genial Daneben auf SAT1: Liest Hugo Egon Balder eine Frage aus der Schweiz vor, dann ereifern sich alle sofort und verfallen in die „Emil-Sprechweise“, die sie von den ARD-Aufzeichnungen kennen. Sie mochten diese Sprechweise und halten das ohne Arglist tatsächlich für typisches Schweizerdeutsch! </p>
	<p>Viele Comedians in Deutschland können auf Knopfdruck ihre Vorbilder, mit denen sie aufgewachsen sind, rezitieren und imitieren: Otto Walkes Liveplatten, Sketche der Ulkserie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klimbim">„Klimbim“ </a>(mit Ingrid Steeger), Didi Hallervorden und eben auch EMIL aus der Schweiz. Was anderes aus der Schweiz haben diese Comedians nie erlebt. Es wurde ihnen niemals Mani Matter gezeigt, <a href="http://www.lorenzkeiser.ch/">Lorenz Keiser</a> kam nie im Deutschen Fernsehen. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Rima">Marco Rima</a> hat in seiner Glanzzeit bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wochenshow">Wochenschau </a>niemals Schweizerdeutsch gesprochen, und wenn, dann nur in besagter „Emil-Sprechweise“. </p>
	<p>Woher sollen die Deutschen dann wissen, wie Schweizerdeutsch klingt? Selbst <a href="http://www.ursusnadeschkin.ch/">Ursus&#038;Nadeschkin</a>   haben ihre Programm „Hailights“, das sie lange und mit grossem Erfolg in Deutschland spielten, in einer angepassten Schweizer-Hochdeutschen Version präsentiert. Man wollte dem Deutschen Publikum nicht zumuten, sich wirklich mit Dialekt auseinanderzusetzen. </p>
	<li><strong>Dialekte kennen die Deutschen auch, nur keine Schweizerdeutschen</strong></li>
	<p>Die Ignoranz der Deutschen, was die Schweizerdeutschen Dialekte angeht, ist also wirklich nicht ihr Verschulden. Die Deutschen würden auf Anhieb eher Sächsisch, Bairisch, Hessisch, Schwäbisch oder Plattdeutsch als Mundarten aufzählen können, als auch nur einen einzigen Schweizer Dialekt. Woher sollten sie die denn auch kennen. Sie werden ihnen in Film und Fernsehen einfach vorenthalten. Die erfolgreiche Komödie &#8220;<strong>Achtung, Fertig Charlie!</strong>&#8221; wurde auch in Deutschen Kinos gezeigt, allerdings nur in einer auf Schweizer-Hochdeutsch synchronisierten Fassung. Solange wir in Deutschland immer nur den ewigen EMIL als Referenz für &#8220;typisches Schweizerdeutsch&#8221; zitieren können, wird sich wohl nie was ändern an der Ahnungslosigkeit der Deutschen. Ob die von den Schweizern vielleicht so gewollt ist? </p>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Warum wissen die Deutschen so wenig über die Schweizer?</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/1463</link>
		<comments>http://www.blogwiese.ch/archives/1463#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 19:18:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Schweizer Alltag</category>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/1463</guid>
		<description><![CDATA[Die Deutschen haben keine Ahnung von der Schweiz. Doch ist das ihre Schuld?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(reload vom 17.4.06)</p>
	<li><strong>Warum sind Deutsche arrogant und ignorant?</strong></li>
	<p>Eines der Vorurteile der Schweizer gegenüber den Deutschen bezieht sich auf deren angebliche Arroganz, gepaart mit der Ignoranz der Deutschen, was die Lebenswirklichkeit in der Schweiz angeht. Die Deutschen wissen nichts oder wenig über die Schweizer, das stimmt. Doch ist das ihre Schuld?</p>
	<li><strong>Warum brauchen die Deutschen eine Gebrauchsanweisung für die Schweiz?</strong></li>
	<p>Thomas Küng sagte in der Sendung QUER am 24.03.06 auf die Frage von Patrick Rohr „<em>Haben die Deutschen eine Gebrauchsanweisung für die Schweiz nötig? Wissen sie nicht, wie man umgeht mit den Schweizerinnen und Schweizern?&#8221;</em></p>
	<blockquote><p>
Ja, ganz eindeutig. Für die Deutschen sind ja die Schweizer ein Volk, dass sie irgendwie zu kennen glauben, aber sie sind für sie völlig exotisch, und wenn sie dann zu uns kommen, sind sie überrascht, dass sie die Schweizer eben doch nicht kennen. Also wir schauen regelmässig das Deutsche Fernsehen, wir wissen wie die Deutschen Politiker sich gegenseitig nieder machen, und wir völlig konsterniert dasitzen und denken, das kann doch nicht sein, das auf der einen Seite nur die Idioten sitzen, und auf der anderen Seite nur die Cleveren. Also das man irgendwie was zusammen machen muss. Also wir kennen Euch sehr gut, aber die Deutschen haben von uns eigentlich keine Ahnung, deshalb brauchen Sie eine Gebrauchsanweisung.<br />
(Quelle: <a href="http://www.sf.tv/var/videoplayer.php?catid=quer&#038;docid=20060324&#038;nr=1&#038;videourl=http%3A%2F%2Freal.xobix.ch%2Framgen%2Fsfdrs%2Fvod%2Fquer%2F2006%2F03%2Fquer_20060324.rm%3Fstart%3D0%3A00%3A55.476%26amp%3Bend%3D0%3A34%3A30.944">Transkript vom Videostream</a>)
</p></blockquote>
	<p>Thomas Küng hat Recht bei seinen Ausführungen, aber er sagt auch nicht die ganze Wahrheit. Die Schweizer können tatsächlich via Kabel oder Satellitenschüssel die Deutschen Sender ARD, ZDF sowie die zahlreichen Privatsender empfangen. Und wie ist es umgekehrt? </p>
	<li><strong>Schweizer Fernsehen nur für die Schweiz</strong></li>
	<p>Was die wenigsten Schweizer wissen: <strong>Es gibt keine Schweizer Sender im Deutschen Fernsehen</strong>, auch nicht via Satellit oder Kabel! Nur im grenznahen Bereich ist der Empfang über die Hausantenne und über Kabel möglich. Will ein Auslandsschweizer in Deutschland auch dort SF1 und SF2 über Satellit empfangen, kann er dies kostenlos bei der Schweizer Botschaft beantragen. Ausserdem muss er seine Sateliten-Schüssel auf den richtigen Sateliten ausrichten, und das ist nicht ASTRA. [Dank für den Hinweis an SU nach Osnabrück]. Es ist der klassische Trugschluss: &#8220;Wenn ich alles über Deutschland sehen kann, müssen die doch auch alles über die Schweiz empfangen&#8221;.</p>
	<p>Deutsche können also gar kein Schweizer Fernsehen empfangen, bis auf wenige ausgewählte Sendungen, die meistens synchronisiert oder zumindest untertitelt auf 3SAT gezeigt werden. So z. B. in der Sendung „<a href="http://www.3sat.de/schweizweit_index.html">Schweizweit</a>“. Es gibt keine Schweizer Tagesschau in Deutschland, kein  10 vor 10, keine Arena, kein QUER mit Patrick Rohr. Wenn dieser in Deutschland unterwegs ist, wird er nur im grenznahen Lörrach auf der Strasse angesprochen, und zwar von Schweizern. Sonst kennt ihn niemand. </p>
	<li><strong>Billige Sendelizenzen für nur 7 Millionen Zuschauer</strong></li>
	<p>Patrick Rohr hat es mir nach der Sendung erläutert. Es hängt einfach mit den Lizenzkosten zusammen, die in der Schweiz für die Ausstrahlung von Spielfilmen gezahlt werden müssen. Sie sind im Vergleich zu Deutschland sehr niedrig, weil das potentielle Zielpublikum nur aus den 7 Millionen Einwohner der Schweiz besteht. Würde das Schweizer Fernsehen auch in Deutschland oder via Kabel oder Satellit zu empfangen sein, müssten wesentlich höhere Lizenzkosten bezahlt werden. Darum kommt es manchmal zu der absurden Situation, dass teure Spielfilme in der Schweiz gleichzeitig auf ORF, SAT1 und SF zu sehen sind, mit gleicher Startzeit und unterschiedlichem Ende, wegen unterschiedlich langer Werbeeinspielungen. Deutsche Zuschauer sehen nur die SAT1 Fassung, SF wird nicht ausgestrahlt in Deutschland.</p>
	<p>Die Ausführungen von Thomas Küng klangen ein wenig vorwurfsvoll: </p>
	<blockquote><p>
„Also wir kennen Euch sehr gut, aber die Deutschen haben von uns eigentlich keine Ahnung, (&#8230;)“
</p></blockquote>
	<p>Durch das Fernsehen, das ist richtig, kennen uns die Schweizer oder meinen uns jedenfalls zu kennen. Und weil in Deutschland kein Schweizer Fernsehens empfangen werden kann, haben die Deutschen oft keine Ahnung von der Schweiz. Es ist ihnen deswegen aber auch weiss Gott kein Vorwurf deswegen zu machen. </p>
	<li><strong>Was lernt man aus dem Fernsehen über sein Nachbarland?</strong></li>
	<p>Natürlich stellt sich die Frage: Was kann man aus dem Fernsehen über sein Nachbarland lernen? Eine ganze Menge, vor allen Dingen über den Alltag. Während Deutsche Telenovelas in der Schweiz empfangen werden können, die Schweizer also auch seit ewigen Zeiten das sozialtherapeutische Dauerexperiment der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lindenstrasse">Lindenstrasse</a>&#8221; verfolgen können, herrscht anders herum absolute Funkstille. Kein &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCthi_und_Blanc">Lüthi &#038; Blanc</a>&#8221; für die Deutschen. Kein Einblick in den Schweizer Alltag für Deutsche. Ganz ganz selten kommen Spielfilme ins Deutsche Fernsehen, natürlich auf Hochdeutsch, die in der Schweiz gedreht wurden und ein ganz kleines Stück Lebenswirklichkeit der Schweiz widerspiegeln. Beispiel: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Kr%C3%B3l">Joachim Król</a> in &#8220;Tod eines Keilers&#8221;. Der Film wurde erst in der Schweiz gezeigt, auf Schweizerdeutsch (Król wurde synchronisiert!), dann auf Hochdeutsch in Deutschland. </p>
	<p>Deutsche, die gern Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine, die Süddeutsche oder Die Zeit lesen, sind in der Regel ein bisschen besser informiert über die Schweiz, denn alle grossen Tageszeitungen haben Korrespondenten in der Schweiz. So berichtet <a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E169E070582714C0AA838BCF288B0387E~ATpl~Ecommon~Scontent~AOrd~EA4648D1ABD3A4CCC9429D6FAA8058CE3.html">Konrad Mrusek</a>  für die FAZ aus der Schweiz, und <a href="http://www.perlentaucher.de/autoren/8038.html">Jürg Altwegg</a> schreibt ebenfalls regelmässig für die FAZ aus der Schweiz. Der Schweizer Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roger_de_Weck">Roger de Weck</a> war 1997 bis 2001 Chefredakteur der ZEIT und schreibt auch heute noch ab und an für deutsche Zeitungen. Natürlich ist der Einfluss und die erreichte Zielgruppe einer Tageszeitung nicht zu vergleichen mit dem Fernsehen. </p>
	<li><strong>Schweizer Zeitungen und Schriftsteller in Deutschland</strong></li>
	<p>Ganz abgesehen davon haben Schweizer Zeitungen wie die NZZ oder die Weltwoche auch eine ganz ordentliche Leserschaft in Deutschland! Schweizer Autoren wie Urs Widmer, Markus Werner oder Martin Suter haben sicherlich mehr Leser in Deutschland als in der Schweiz, es kann also nicht viel dran sein an dem Vorwurf, dass wir Deutsche uns nicht für den Alltag und die Lebenswirklichkeit der Schweizer interessieren würden. Wieso werden sonst solche Bücher wie „Die dunkle Seite des Mondes“ (Martin Suter) gekauft, die in Zürich spielen und gespickt sind mit Lokalkolorit und Beschreibungen der Schweizer Alltagsgesellschaft?</p>
	<li><strong>Schweizer in Deutschland verheimlichen ihre Sprache</strong></li>
	<p>Fazit: Liebe Schweizer, hört auf uns Deutschen unsere Unwissenheit bezüglich der Schweiz und ihrer wundervollen Sprachvielfalt vorzuwerfen. Wer können zum Grossteil nichts dafür, denn Eure Fernsehsender werden uns in Deutschland einfach vorenthalten. </p>
	<p>Nur wer sich für die Schweiz interessiert, Zeitungen liest oder Bücher von Schweizer Autoren, wird sich mühsam sein eigenes Bild der Schweiz bereits in Deutschland machen können. Dabei fehlt natürlich die Erfahrung mit dem Schweizerdeutschen, denn jeder Schweizer, der nach Deutschland kommt und dort arbeitet (und das sind immerhin 72.000 Schweizer zur Zeit!), lässt sein heimatliches Idiom daheim. Wir kennen nur Emils Schweizerdeutsch, und das wird wohl für alle Ewigkeiten so bleiben. </p>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Leben ohne Genitiv &#8212; Jahresende ohne &#8220;des&#8221;</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/1462</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Dec 2012 22:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>CH-D kontrastiv</category>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/1462</guid>
		<description><![CDATA[Jahresende ohne "des"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(reload vom 31.12.05)</p>
	<p>Bald ist das <strong>Ende des Jahres </strong>2012 gekommen. Die Deutschen feiern diesen Tag bzw. Abend als „<strong>Silvester</strong>“, in dem sie sich am Abend in einem der vielen Dritten Programme zum x-ten Mal die Wiederholung von  „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dinner_for_one"><strong>Dinner for one</strong></a>“ anschauen, bis um Mitternacht Siedler oder Rommé spielen oder Stefan Raab glotzen, dann mit einem Glässchen Mumm-Sekt auf die Strasse gehen, um sich die Ohren durch Nachbars Feuerwerk abbrennen zu lassen. </p>
	<li><strong>Strassenkampf um Mitternacht</strong></li>
	<p>Um Mitternacht herrscht Krieg auf Deutschlands Strassen, es werden Gefechte zwischen Strassenseiten und regelrechte Schlachten mit den Knallern und Raketen veranstaltet. Türen und Fenster sollten gut geschlossen sein in der ersten Stunde des neuen Jahres, sonst finden Sie plötzlich einen China-Böller, Knallfrosch,  &#8220;Zisselmann&#8221; (so heissen die &#8220;Frauenfürze&#8221; in Norddeutschland) oder eine Rakete in Ihrem Schlafzimmer wieder. Die Zürcher lassen sich da mehr Zeit. Sie sind um Schlag 12.00 Uhr mit Anstossen beschäftigt, was bekanntlich eine Weile dauert (<a href="http://www.blogwiese.ch/archives/122">siehe Blogwiese</a>) und brauchen erst um 00.20 Uhr auf die Strasse zu gehen, denn vorher gibt es kein Feuerwerk und Knallerei, sondern nur Kirchenglocken zu hören.</p>
	<li><strong>Kein „Ende des Jahres“ in der Schweiz.</strong></li>
	<p>Die Schweizer haben das &#8220;<strong>Ende des Jahres</strong>&#8221; abgeschafft. Hier heisst es wesentlich häufiger kurz und bündig „<strong>Ende Jahr</strong>“ (<a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Ende+Jahr%22&#038;meta=">Google 167.000</a>), wie „<strong>Ende des Jahres</strong>“ (<a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Ende+Jahr%22&#038;meta=">67.000 Belege</a>)</p>
	<p>Beispiel aus dem Newsportal <a href="http://www.news.ch">www.news.ch</a>:</p>
	<blockquote><p><strong>Operativer Chef von Unaxis geht auf Ende Jahr </strong> (<a href="http://www.news.ch/Operativer+Chef+von+Unaxis+geht+auf+Ende+Jahr/229535/detail.htm">Quelle: news.ch</a>) </p></blockquote>
	<li><strong>Leben ohne „des“</strong></li>
	<p>Der Genitiv ist für die Schweizer eine viel zu komplizierte Angelegenheit bei zeitlichen Angaben, ausserdem gilt es wieder, Platz zu sparen in diesem kleinen Land, warum also dann das Wörtchen &#8220;des&#8221; verwenden wenn es auch ohne geht? So heisst es in der Schweiz folgerichtig häufiger „Anfang Monat“ (<a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Anfang+Monat%22&#038;btnG=Suche&#038;meta= ">897 Mal </a>) als „Anfang des Monats“ (<a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Anfang+des+Monats%22&#038;meta=">690 Mal</a>)</p>
	<li><strong>&#8220;Anfang Jahr&#8221; statt &#8220;Anfang des Jahres&#8221;</strong></li>
	<p>Besonders krass ist der Unterschied beim Jahr: „Anfang Jahr“ (<a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Anfang+Jahr%22&#038;btnG=Suche&#038;meta=">140.000 Mal</a>) und nicht „Anfang des Jahres“ <a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Anfang+des+Jahres%22&#038;btnG=Suche&#038;meta= ">23.000 Mal.</a></p>
	<p>Beispiel aus dem Zürcher Unterländer vom 9.12.05:</p>
	<blockquote><p><strong>Rafz: Schulsozialhelferin beginnt Anfang Jahr ihre Arbeit </strong></p></blockquote>
	<p>Sogar „<strong>Anfang Woche</strong>“ findet sich <a href="http://www.google.ch/search?hl=de&#038;q=site%3Ach+%22Anfang+Woche%22&#038;btnG=Suche&#038;meta= ">103&#8242;000 Mal</a></p>
	<p>Bleibt uns nur noch, den Lesern der Blogwiese einen &#8220;<strong>Guten Rutsch</strong>&#8221; zu wünschen, also einen &#8220;<strong>Guten Jahresanfang</strong>&#8221; (mit Genitiv-S!), denn daher kommt dieser Wunsch:</p>
	<blockquote><p>Einen guten Rutsch! — das wünscht man einander zum Jahreswechsel. Doch obgleich dieser im deutschsprachigen Raum oft von Schneematsch und Glatteis begleitet ist, hat der Wunsch damit nichts zu tun, und auch die Assoziation mit dem Hineingleiten ins nächste Jahr (Einen guten Rutsch ins neue Jahr!) ist nur eine Volksetymologie. Rutsch geht hier vielmehr mit Umweg über das <strong>jiddische/rotwelsche rosch </strong>auf das hebräische <strong>rosh </strong>zurück, was <strong>Kopf oder auch Anfang </strong>heißt. Man wünscht einander also schlicht einen guten (Jahres-)Anfang (<a href="http://faql.de/etymologie.html#rutsch">Quelle:</a>) </p></blockquote>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Kein Nikolaus bei den Schweizern &#8212; Schweizer Bräuche in der Adventszeit</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/1461</link>
		<comments>http://www.blogwiese.ch/archives/1461#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Dec 2012 22:05:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Administrator</dc:creator>
		
	<category>Schweizer Alltag</category>
	<category>Schweizer Essen</category>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/1461</guid>
		<description><![CDATA[Der heiligen Sankt Nikolaus heisst "Samichlaus" in der Schweiz]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>(reload vom 6.12.05)<br />
Am 6. Dezember ist weltweit der Namenstag vom <strong>Heiligen Sankt Nikolaus</strong>. Weltweit? Nicht so in der Schweiz, denn hier bekommt der gute Mann einen ganz eigenen Namen.</p>
	<li><strong>Der Bruder von Sammy Davis?</strong></li>
	<p>Der Schweizer Nikolaus heisst &#8220;<strong>Samichlaus</strong>&#8220;! Nun, da haben doch sicher die Amerikaner ihre Finger mit im Spiel gehabt, als sie ihren &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Rat_Pack">Rat Pack</a>&#8221; Sänger <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sammy_Davis_Jr.">Sammy Davis jr.</a></strong> mit einem Schweizer Insekt sprachlich kreuzten und das Ganze mit etwas &#8220;<strong>Confederation Helvetica = CH</strong>&#8221; in der Mitte ausstaffierten? <strong>Sami-CH-Laus</strong>? Welche Laus ist ihnen da über die Leber gelaufen? &#8220;Chonnsch druus&#8221;, oder bleibst Du lieber drinnen?<br />
Die Wahrheit liegt in den Mechanismen der Sprach-Verschleifung verborgen. Aus <strong>Sankt-Nikolaus </strong>wurde über viele Umwege Sam-i-chlaus. &#8220;<strong>Sankt</strong>&#8221; mutierte zu &#8220;<strong>Sam</strong>&#8220;,&#8221; <strong>i-kolaus</strong>&#8221; zu  <strong>&#8220;i-Chlaus</strong>&#8220;. Nix mit Sammy Davis zu tun, was an sich schade ist, so käme mal ein bisschen Musik mit ins Spiel.</p>
	<blockquote><p>Ein Bischof mit Namen Nikolaus beschenkte vor vielen hundert Jahren arme Kinder mit Äpfeln und Nüssen. Später wurde er heilig gesprochen, und in Erinnerung an den wohltätigen Mann kommt noch heute der Sankt Nikolaus am 6. Dezember, seinem Namenstag, zu den Kindern. In unserer Mundart wurde aus Sankt Nikolaus «Samichlaus». Sein Knecht mit Namen Ruprecht heisst bei uns «Schmutzli».(<a href="http://www.nagl.ch/news/2003/051203samichlaus.html">Quelle</a>)</p></blockquote>
	<p>Die nächste Frage, die wir uns unweigerlich stellen müssen, ist warum der gute alte Knecht &#8220;<strong>Ruprecht</strong>&#8221; in der Schweiz eine Verkleinerungsform von &#8220;Schmutz&#8221; verpasst bekommen hat:<br />
Der &#8220;<strong>Schmutzli</strong>&#8220;. Nun, er kommt mit einem geschwärzten &#8220;schmutzigen&#8221; Gesicht daher. Aus Tarngründen, damit die Kinder nicht so leicht den Nachbarn Herrn Bünzli oder den Onkel Hansruedi unter der Maske erkennen können. Samichlaus hat ja seinen fantastischen weissen Bart, um nicht erkannt zu werden. Beim &#8220;<strong>Schmutzli</strong>&#8221; muss es schwarze Schminke zusätzlich zum Bart im Gesicht tun.</p>
	<p>Wir finden, der sieht regelrecht zum fürchten aus. Fehlt nur noch die Sense und eine Sanduhr, dann könnte der glatt als &#8220;<strong>der Tod</strong>&#8221; durchgehen.</p>
	<li><strong>Gritibänz und Stutenkerl</strong></li>
	<p>Zu essen gibt es am 6.12. in der Schweiz auch etwas, und zwar  &#8220;<strong>Gritibänz</strong>&#8220;.<br />
<img src="/wp-content/Grittibaenz.jpg" width="266" height="394" alt="Grittibänz mit Besen" /><br />
Wie kommt er nur zu seinem merkwürdigen Namen? </p>
	<blockquote><p>Der Name &#8220;Gritibänz&#8221; (auch &#8220;Grittibänz&#8221; geschrieben) ist ein zusammengesetztes Wort und kann entsprechend analysiert werden. Der Wortteil &#8220;Bänz&#8221; kann als Kurzform des Namens &#8220;Benedikt&#8221; interpretiert werden. Dieser Name war früher sehr häufig und bot sich deshalb als Bezeichnung an, ähnlich wie das bei anderen Namen auch zu beobachten ist, die für spezielle &#8220;Komplimente&#8221; verwendet werden. So heisst es in der Mundart beispielsweise oft auch &#8220;e Chlaus&#8221;, e Goiferludi (=> Ludwig) oder &#8220;Es isch Hans was Heiri&#8221; (= Es läuft auf dasselbe hinaus). Auch Kombinationen mit dem Vorwort &#8220;Suuf-&#8221; (= Trinker) sind anzutreffen.</p>
	<p>Der erste Wortteil kommt von &#8220;gritte&#8221;, was etwa soviel wie &#8220;die Beine spreizen&#8221; bedeutet. Aufgrund der Teigform ist das nachvollziehbar. Das Wort &#8220;gritte&#8221; kann seinerseits weiter zurück verfolgt werden. So kannte man früher im Kanton Aargau das Substabtiv &#8220;e Gritti&#8221; (= alter Mann, der breitbeinig geht) und auch die Beschreibung &#8220;grittlige&#8221; mit der Bedeutung von &#8220;rittlings&#8221;. Letzlich gibt es auch Verbindungen zum Wort &#8220;grätschen&#8221;, das jedem Turner ein Begriff ist. </p>
	<p>In Basel heisst der Gritibänz entsprechend &#8220;Grättimaa&#8221;, weil es dort dafür das Wort &#8220;grätte&#8221; gibt und &#8220;Maa&#8221; schlicht Mann bedeutet.</p>
	<p>In Zürich und im Thurgau heisst das Pendent zum Gritibänz &#8220;Elggermann&#8221;. Nach der Legende hat ein geschäftiger Bäcker aus der Gemeinde Elgg diesen Teigartikel hergestellt und auf den Märkten der Umgebung erfolgreich verkauft. (&#8230;) (<a href="http://www.foodnews.ch/x-plainmefood/30_produkte/Gritibaenz.html">Quelle</a>:) </p></blockquote>
	<p>In Deutschland ist diese Figur unter anderem als &#8220;<strong>Stutenkerl</strong>&#8221; bekannt, denn &#8220;Stuten&#8221; ist der Name für das leckere Weissbrot. Was mich nicht davon abhält, den passenden Kalauer zu erzählen:</p>
	<blockquote><p>Kommt ein Hengst in eine Bäckerei und fragt: &#8220;Haben Sie Stuten&#8221;?</p></blockquote>
	<p>Ein echter &#8220;<strong>Stutenkerl</strong>&#8221; hat eine funktionstüchtige <strong>Pfeife aus Ton</strong> mit eingebacken. Willkommen bei Jung und Alt, um damit am Nikolaustag vor den Freunden im Kindergarten anzugeben oder in der Grundschule seine ersten &#8220;<strong>Tabakpfeifen-Raucherfahrungen</strong>&#8221; hinter der Turnhalle zu machen, von der Gelb- bis zur Grün-Phase sozusagen (Gesichtsfarbe).</p>
	<p>Dann lieber selbstgemacht Lebkuchenmänner verzieren und niemals verzehren:<br />
<img src="/wp-content/Lebkuchenmann.jpg" width="448" height="258" alt="Lebkuchen selbst verziert" /></p>
	<p>Die Süddeutschen sagen übrigens nicht &#8220;<strong>Stutenkerl</strong>&#8220;, sondern &#8220;<strong>Weckmann</strong>&#8221; zu diesem leckeren Gesellen. Das hat einen einfachen Grund: Kaum wurde er am Nikolaustag von den Kindern im sauber geputzen Stiefel vor der Wohnungstür gefunden, ist er schon wieder &#8220;<strong>weg, man</strong>&#8220;. Ratz fatz gegessen beim Frühstück, so lange er noch frisch und geniessbar und nicht steinhart geworden ist.</p>
	<p>Die Schweizer, speziell die aus Chur,  haben noch andere merkwürdige Sitten zur Advents- und Weihnachtszeit. So verspeisen sie zum Beispiel auch die Gebeine ihrer Toten: <strong><a>Totebeinli&#8221;</a></strong> schmecken echt lecker und werden von den lokalen Zahnärzten gesponsort.</p>
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