Wie wird man eine Kirmes-Bratwurst in Bern? — Nur per Ufnahmeverfahre

October 31st, 2011

(reload vom 29.06.07)

  • Berner im Unterland und in Zürich
  • Die Berner gründen gern Vereine wenn sie nicht in Bern verweilen, darüber hatten wir schon berichtet: Was machen die Berner im Zürcher Unterland? Einen Verein gründen. bzw. hier Was machen die Berner in Zürich? Auch einen Verein gründen.

    Die in Bern verbliebenen Berner lieben die Bratwurst und gründen daher den „Verein Bärner Chiubigigle“, der sich statt mit „u“ am Ende mit einem „le“ schreibt. Wir haben ja inzwischen gelernt, dass das die übliche Mehrzahl ist. Ein Verein der Bratwürste also? Oder doch der „Kirmes-Deppen“?

    Bärner Chiubi Gigle
    (Quelle Foto: chiubigigle.ch)

  • Soziale Aspekte Pflegen auf Bärndütsch
  • Was genau dieser Verein eigentlich macht, war auf der lehrreichen und informativen Homepage, die ziemlich komplett auf Berndeutsch geschrieben ist, erst nach langem Suchen und Berndeutsch Entziffern zu lesen. Genau gesagt war der entsprechende Passus merkwürdiger Weise in der Katastrophensprache Hochdeutsch verfasst. Krisenanweisungen und Vereins-Statuten bitte nicht auf Bärndütsch? So lasen wir:

    „Sinn und Zweck des Vereins ist die Erhaltung einer guten Freundschaft, das Erleben von gemeinsamer Freizeit und das Pflegen sozialer Aspekte.“
    (Quelle: chiubigigle.ch )

    Die “Erhaltung”, nicht der “Erhalt”, so wie „die Betreibung“ und nicht „der Betrieb“ oder „die Entscheidung“ und nicht „der Entscheid“, ach nee, das war ja anders herum.

  • Kehr ist nicht Verkehr
  • Das „Ufnahmeverfahre“ (Titel auf Schweizerdeutsch) enthält einen interessanten Absatz, der wiederum auf Hochdeutsch geschrieben wurde:

    Im November des laufenden Jahres werden alle Neubewerber zu einem Altstadtkehr eingeladen. Während dem Altstadtkehr muss jeder Neubewerber mindestens 10 Müntschis von verschiedenen Serviertöchtern der Altstadtkneipen einsammeln.
    (Quelle: Ufnahmeverfahren)

    Trotz der betont lässigen Verwendung des Schriftdeutschen hier rätselten wir doch über den „Altstadtkehr“ und die „Müntschis“. Sind das unter Umständen „Münzensammler“, die in der Altstadt mit Besen für den Kehraus sorgen? Vielleicht weil so viel Kleingeld im Trubel auf die Strasse fällt, dass sich der Einsatz von Kehrbesen lohnt.

  • Sind Müntschis Gäste aus München?
  • Oder ist das Einsammeln von „Müntschis“ eben dieses „Pflegen sozialer Aspekte“, welches in den Statuten so deutlich als Vereinszweck bezeichnet wird? Fragen über Fragen. Gäste aus München werden die „Müntschis“ auch kaum sein, und „Schiss münt“ sie auch keinen haben, die „Müntschis“, so hoffen wir wenigstens.

    Gönner-Werbung liest sich auf Berndeutsch übrigens so:

    O das Jahr si mir wider uf dr Suechi nach Lüt, wo üs miteme chline finanzielle Bitrag unger d’Arme griife u üs mit däm z’einte oder angere Feschtli tüe ermögleche. Säubschtverschtändlech tüe mir üs o wider revangschiere, idäm mir o hür wider e Gönnerevent wärde organisiere. Mir fröie üs über jede u jedi, wo üs, sigs zum erschte oder aber o zum widerhoute Mau, tuet ungerschtütze. Im Gönner-Beriich finget dir aui nötige Ahgabe wo dr bruchit, zum Gönner wärde.
    (Quelle: chiubigigle.ch)

    Säubtschtverschtändlech braucht man auf Berndeutsch ein paar Buchstaben mehr, um sich auszudrücken. Auch die „üs“ und „ös“ sollten locker vom Hocker aus dem Handgelenk kommen.

  • Die singenden Bratwürste
  • Singen können diese lustigen Brodwurst-Fans übrigens auch, hören Sie selbst: Mir si d’Bärner Chiubigigle (189kb)

    P. S.: Obwohl “Die Bratwurst” weiblich ist, dürfen in diesen Bärner Verein nur Männer eintreten.
    P. P.S: Falls sich genügend Mitglieder finden wollen wir uns demnächst als die „Verein der Unterländer Currywürsteeintragen lassen gründen, aber bitte mit scharfer Sosse.

    Wenn Du nie was ausgibst, kannst Du nie was sparen — Schnäppchenjagd à la Suisse

    October 17th, 2011

    (reload vom 27.6.07)

  • Wo wir richtig sparen lernten
  • Den Deutschen in der Schweiz eilt der Ruf voraus, ständig übers Geld zu reden, sich darüber zu beschweren, wie teuer hierzulande alles ist und wie viel günstiger doch ein Einkauf bei Aldi im benachbarten Deutschland käme. „Schnäppchenjagen“ sei eine besonders deutsche Leidenschaft, von der die Schweizer noch weit entfernt sind, und „Geiz ist geil“ sei als Werbespruch für diese Mentalität eine typisch Manifestation. Nun, die wahren Schnäppchenjäger, die dazu auch noch rechnen können, leben aber in der Schweiz. Neulich waren wir bei Coop in Bachenbülach einkaufen und erhielten an der Kasse einen Gutschein, für den auch im Internet geworben wird:

    3 Rappen pro Liter sparen
    (Quelle: Coop)

  • 3 Rappen Rabatt pro Liter Benzin & Diesel
  • Da kann man echt nicht meckern. Flugs warten wir bis unser Auto dringend vollgetankt werden muss und fahren los zu Coop, diesen Gutschein einzulösen. Einmal volltanken bedeutet bei unserem Auto die stattliche Zahl von 35 Litern Benzin. 35 x 3 Rappen = 105 Rappen gespart! Das sind ein Schweizer Franken und 5 Rappen Reingewinn! Nur leider mussten wir, um bei Coop einkaufen zu können und diesen Gutschein zu erhalten, erst mal auf den gebührenpflichtigen Parkplatz fahren. Dort kostet 1 Franken pro Stunde, echt billig. So blieben uns immer noch 5 Rappen, die wir gespart haben.

    Bei einem richtig grossen Auto, wie wir es nicht haben aber viele Schweizer es fahren, wäre diese Rechnung natürlich gaaanz anders ausgefallen. Gehen wir mal von einem 70 Liter Tank aus, dann würde einmal Volltanken mit einem satten Rabatt von 2.10 Franken zu Buche schlagen! Abzüglich der 100 Rappen für den Parkplatz bleiben dann 1.10 Franken Reingewinn. Nicht schlecht.

    Was kann man eigentlich bei Coop für 1.10 Franken kaufen? Auf der Schnäppchenliste vom Juni 2007.

    Schnaeppchenliste Coop
    (Quelle: Coop)

    sind als günstigste Produkte Eisbergsalat für 1.30 Fr. und „Pariserbrot“ für 1.30 statt 1.60 Franken zu haben. Müssen wir eben schnell die gekauften 35 Liter Benzin mit dem Auto verfahren und erneut tanken, dann würde uns mit dem nächsten nächsten Rabatt das Geld gutgeschrieben. Denn wenn wir nie was ausgeben, können wir auch nie was sparen, so einfach ist das.

    Was ist ein Hiat? — Linguistik und Volksmusik ergänzen sich nicht

    October 14th, 2011

    (reload vom 26.6.07)

  • Als die Mädchen aus der Schlucht ins Unterland kamen
  • Neulich entdeckten ich auf einem Plakat im Unterland die Ankündigung, dass demnächst die “bayrischen Hiatamadln“ in der Nähe auftreten werden.

    Hiatamadln
    (Quelle Foto: rema-cocerts.de)

    Der Name dieser Gruppe liess mir keine Ruhe. Wie kommt denn die Linguistik nach Bayern? Denn was ein „Hiat“ oder „Hiatus“ ist, dass hatte ich im Studium gelernt. Das “t” im Wort “Hiata” ist z. B. einer.

  • Was ist ein Hiat?
  • Hiat bzw. Hiatus (lat.: Vokalzusammenstoß) meint in der Linguistik den Fall, dass in zwei aufeinanderfolgenden Silben der letzte Laut der ersten Silbe und der erste Laut der zweiten ein Vokal oder Diphthong sind. Solche Vokalfolgen sind oft unerwünscht und werden deshalb durch Einschieben von Konsonanten oder Lautgruppen verhindert (Hiatvermeidung). Mit diesem Prinzip lassen sich Fälle wie -n- in “amerika-n-isch”, “-es-” in “chin-es-isch”, “-les-” in “kongo-les-isch”, “-t-” in “Tokio-t-er” etc. erklären.
    (Quelle: Wikipedia)

    Da ich nicht davon ausging, dass sich die bayrischen Mädel dieser Gruppe in einem Linguistischen Proseminar zum Thema „Vokalzusammenstoss“ kennenlernte, musste es mit dem Name eine andere Bewandtnis haben.

  • Ein Hiat ist eine Kluft
  • Unser Duden half weiter, denn es gibt noch andere Bedeutungen von „Hiat“:

    Hiat, der; -s, -e, Hiatus, der; -, - […tu:s; lat. hiatus, eigtl. = Kluft]:
    1. (Med.) Öffnung, Spalt im Muskel od. im Knochen.

    Kluften, Spalten und Öffnungen, die gibt es im Gebirge in grosser Anzahl. Sind es also die „Schluchtenmädchen“, die sich da als Hiatamadln anbieten? Laut Duden hinterlässt ein Hiat keine Ablagerungen und keine Funde:

    3. (Geol.) Zeitraum, in dem in einem bestimmten Gebiet im Unterschied zu einem benachbarten keine Ablagerung stattfindet.
    4. (Prähist.) Zeitraum ohne Funde (der auf eine Unterbrechung der Besiedlung eines bestimmten Gebietes schließen lässt).
    (Quelle: duden.de)

  • Die Mädels mit den dicken Waden
  • Doch wir waren weit entfernt von der Lösung des Rätsels. Schluchten und Klüften entfernt von der einfachen wie schlüssigen Erklärung, die uns Wikipedia liefern konnte:

    Hiatamadl = Ein Volkstanz
    Der Name leitet sich von dem bekannten Tanzlied ab: “Koa Hiatamadl mog i net, hot koane dickn Wadln net, …” (Ich mag kein Hirtenmädchen, denn es hat keine dicken Waden, …)
    (Quelle: Wikipedia)

    Jetzt schweigen wir betroffen und sinnieren angestrengt darüber nach, warum der Dichter dieser bedeutenden Liedzeilen Mädel mit dicken Waden bevorzugt. Weil die nicht so rasch weglaufen können, wenn man sich ihnen nähert?

  • Blind für den Hiaten
  • Was lernen wir aus der Geschichte? Obwohl wir aus einer Gegend stammen, in der die “Wuast” auf der “Buaach” gegessen wird und die “Kiaache” im “Doaf” steht, erkannten wir nicht den Hirten im “Hiata“. So blind macht nur Sprachwissenschaft.

    Vom Fallen, vom Uhu und vom Hai

    October 4th, 2011

    (reload vom 14.1.06)

  • Ein Volk von Fallschirmspringern
  • Die Schweizer sind ein Volk von Fallschirmspringern, denn ziemlich häufig hört man sie im Alltag sagen, was sie „im Fall“ alles tun würden. Es muss ein ziemlich langer Fall sein, bei den vielen Tätigkeiten, die alle „im Fall“ erledigt werden. Manchmal ist er auch sehr konkret bezeichnet, dieser Fall, dann nämlich, wenn die Schweizer deutlich „in dem Fall“ sagen, womit jeder Deutsche weiss: Dieser und kein anderer Fall.
    Ein Volk von Fallschirmspringern

  • Die Fahrstuhl-Verabschiedung
  • In dem Fall“ hörten wir ziemlich regelmässig am Abend im Fahrstuhl, der abwärts fällt fährt, wobei die Betonung deutlich auf „dem“ lag. Wir hielten es für eine Form der Verabschiedung, sowas wie die höfliche und gedrängte Kurfassung (denn im Fahrstuhl geht es oft gedrängt zu, und man muss extrem höflich dabei bleiben) von:

    „Nur in dem Fall, dass wir uns heute und zu einer anderen Gelegenheit nicht mehr sehen sollten, wünsche ich Dir noch einen wunderschönen Feierabend und mach das Beste draus“.

    Kurz: „in DEM Fall.

  • „Hochmut kommt vor dem Fall“
  • Das haben wir in der Schule gelernt, erst sind die Schweizer also hoch gestimmt und mutig, wenn sie hoch droben auf den Skihütten feiern, oder aus dem Lift steigen, dann geht es abwärts auf Skiern die Hänge hinab, wie ein Fallwind, oder wie beim Sprung aus dem Flugzeug mit einem Fallschirm.

    Die Deutschen müssen an „den Fall“ immer noch ein „e“ anhängen, wie kleingeistig und unpraktisch! Weil sie stets so verschwenderisch mit den Buchstaben umgehen.

  • „Im Falle eines Falles, klebt Uhu wirklich alles“
  • Diesen Werbespruch wird jeder Deutsche über 30 sofort zitieren können. Nicht so in der von Migros beherrschten Konsumwelt der Schweizer. Da gibt es kein Uhu, da gibt es neutrale „Papierkleber“. Der markenfixierte Deutsche hat da ganz schlechte Karten, wenn er sich in irgendwie im Bastelshop zurechtfinden will.

    Der Schweizer kennt den „Uhu“ aber auch, aus zahlreichen Witzen vom Uhu und vom Hai, die Ursus & Nadeschin in ihrem Liveprogramm „HaiLights“ erzählten.
    Ursus und Nadeschkin (Bild Geri Born Zürich)
    (Bild Geri Born Zürich)

    Fliegt ein Uhu übers Meer und sieht einen Hai.. Sagt der Uhu zum Hai uhu, sagt der Hai zum Uhu, Hai

    Viel lieber mögen wir die Geschichte, in der jemand beim Uhu und beim Hai an der Wohnungstür klingelt fragt: „Isch d’Uhu dahai?“. Der Hai antwortet ihm: „I bin da Hai“

    Der Witz würde auf Hochdeutsch überhaupt nicht funktionieren, die Deutschen haben einfach keinen Hai dahai. Zum Trost gibt es wenigstens die „Haidenei“, ein wichtiger Fluch bei den Schwaben:

    haideblech! Ausruf des Ärgers;
    haidenei! Ausruf des Ärgers;
    hailix Blechle!Ausruf des Ärgers;
    Quelle: Wianka.de Schwäbisch lernen

    Lebensmüde benutzen bitte den Zebrastreifen — Die Schweizer im Verkehr

    October 3rd, 2011
  • Blogwiese auf RTL
  • Die Blogwiese wurde gestern in der Sendung in der Grossen RTL Reportage “Schmerzlich Willkommen” erwähnt. Wer die Sendung verpasst hat kann sie hier noch ansehen. Es geht in einer Szene um die Gefährlichkeit des Schweizer Fussgängerstreifens. Die Situation hat sich sicherlicher in den letzten 10 Jahren verbessert. Der nachfolgende Blog-Eintrag ist von 2005. Aber immer noch vergeht keine Woche in der wir nicht von schweren Unfällen an Schweizer Zebrastreifen Fussgängerstreifen lesen. Natürlich ist der folgende Blogbeitrag satirisch gemeint. Der wahre Kern jedoch bleibt, dass man gut beraten ist, in der Schweiz an einem Zebrastreifen deutliches Handzeichen zu geben, und nicht einfach loszulaufen.

  • Gefährliche Zebrastreifen
  • Wenn Sie als Deutscher in der Schweiz zum ersten Mal zu Fuss unterwegs sind, dann hüten Sie sich vor der Benutzung eines Zebrastreifens. Sie sind in der Schweiz gelb und nicht weiss wie in Deutschland, und es gibt einen weiteren grossen Unterschied zu Deutschland: Die Autos haben immer Vorfahrt. So kommt es einem jedenfalls vor, wenn man hoffnungsvoll am Strassenrand steht und darauf wartet, dass mal jemand anhält. Die Zebrastreifen erfüllen in der Schweiz drei Funktionen:

    1. Sie sind die Lösung für das Überalterungsproblem.

    2. Sie helfen mit, die Pensionskassen zu entlasten.

    3. Sie sind Auslöser von Auffahrunfällen, falls ein Deutscher Autofahrer (Schweizerdeutsch: “Der Lenker”) mal wieder auf die abstruse Idee kommen sollte, hier einfach anzuhalten um die Fussgänger hinüber zu lassen.

  • Zebrastreifen in Deutschland
  • Deutsche Schulkinder bekommen in der 1. Grundschulklasse (Schweizerdeutsch: “Primarschulklasse”) in der Verkehrserziehung von einem freundlichen Polizisten drei Dinge beigebracht:

    1. Die Polizei ist Dein Freund und Helfer (für Schweizer Leser: Kein Witz, das lernt man wirklich so in Deutschland).

    2. Auf einem Zebrastreifen kannst Du unbesorgt die Strasse überqueren, die Autos halten immer an.

    3. Falls 2 nicht funktioniert, rufe 1 herbei. Die Nummer lautet 110 (polizeilicher Notruf in Deutschland, und nicht 117 wie in der Schweiz)

    Autos haben immer Vorfahrt hier

    In der Fahrschule in Deutschland kriegt man vom Fahrlehrer eingetrichtert: “Wenn Du an einem Zebrastreifen nicht anhältst, bist Du den Lappen sofort wieder los”. Stoppzeichen, Rote Ampel und Zebrastreifen sind die drei Orte, an denen man immer stehen bleiben muss, sonst ist man in der Fahrprüfung sofort durchgefallen. Denn überall wartet die Polizei (dein Freund und Helfer), die nur darauf lauert, dir eine Strafe (Schweizerdeutsch: “Busse”) und ein paar Punkte in Flensburg, der zentralen Verkehrssünderdatei der Deutschen, aufzubrummen.

  • Halten Sie am Zebrastreifen und erleben Sie echte Dankbarkeit
  • Also bleibt der Deutsche lieber einmal zu viel als einmal zu wenig am Zebrastreifen stehen und fällt damit in der Schweiz permanent negativ auf. Dem deutschen “Lenker” (das ist der Mann am Steuer, nicht am Lenker) fällt gleichzeitig auf, wie überglücklich und dankbar die Fussgänger auf Schweizer Zebrastreifen reagieren, wenn man anhält und sie über Strasse gehen lässt. Sie rechnen nicht mit soviel Freundlichkeit. Es ist ein antrainiertes Verhalten bei den Deutschen, jahrelange Kampagnen des ADACs (Deutscher Automobilclub) und der Polizei mit dem Slogan “Hallo Partner! Danke Schön!” zeigen hier Wirkung.

  • Warum halten so wenig Schweizer am Zebrastreifen?
  • Ganz einfach: Bis vor ca. 6 Jahren war es keine Pflicht für die Autofahrer, hier zu halten, sondern nur ein Gebot der Höflichkeit. Danach wurden die Bestimmungen geändert (Schweizerdeutsch: “sie änderten“, das Wörtchen “sich” muss bei der Überquerung des Rheins verloren gegangen sein. In der Schweizer ändert sich folglich nie etwas, hier ändern die Dinge selbst). Aber erst die Fahranfänger aus den letzten 6 Jahren habe diese neue Regelung wirklich lernen müssen.

    Aber was schreibe ich hier eigentlich die ganze Zeit über von „Zebrastreifen“, wenn die Dinger in der Schweiz doch einfach „Fussgängerstreifen“ heissen. Warum eigentlich? Wahrscheinlich fallen die Zebras in der Schweiz unter den Artenschutz, anders als die Fussgänger, mit denen darf man offensichtlich alles machen, auch in Streifen zerlegen.