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	<title>Comments on: Tut Busse und seid unfehlbar &#8212; Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene</title>
	<link>http://www.blogwiese.ch/archives/627</link>
	<description></description>
	<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 20:26:18 +0000</pubDate>
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	<item>
 		<title>Comment on Tut Busse und seid unfehlbar &#8212; Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene by: AnFra</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-128049</link>
		<pubDate>Tue, 31 Jul 2007 10:56:57 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-128049</guid>
					<description>@Psalmist

Lieber Psalmist,

Deine Antwort-Fragen-Aussage hat mich etwas gebeutelt. Jedoch glaube ich, folgend einen gewissen naturwissenschaftlichen Beweis hierfür erbringen zu können! *gggg*

Wenn  man „Mond, Nirwana und Walhalla“ als Objekte im unendlichen Weltall annimmt, so kann gesagt werden, dass unser Wurfobjekt Fürst Otto bei „schiesse, rüehre und gheie“ von der Erde aus sicherlich mit einer Wurfparabel beginnt und dann im Weltall in der Keplerparabel auf die jeweilige Ellipse mit dem zugehörigen Zielort gelangt. 
Nun scheint tatsächlich die kürzeste Verbindung auch in diesem Falle eine Gekrümmte zu sein. 
Bei diesem Weg zum Mond sowie darüber hinaus ins Nirwana und/oder Walhalla hilft hierbei die universelle Sprachparabel alle Widerstände hinter sich zu lassen. 
Da es im Weltall es ohne Belang sei, was OBEN und UNTEN ist, dann spielt es auch keine Rolle was VORNE und HINTEN, LINKS und RECHTS ist. Spielt es denn überhaupt eine Rolle ob dabei es RICHTIG oder FALSCH sei?

Fortsetzun: 

Den edlen Herrn von und zu Nirgendwo, selbsternannter Fürst Otto,
den „schiesse“ wir auf den Mond, das ist unser geheiligtes Motto,
oder besser ists, wir „rüehre“ ihn in das unendliche Nirwana,
da er teutonisch ist, lassen wir lieber „gheie“ ins Walhalla.
Ob mit einer Wurf-, Kepler- oder gar Sprachparabel,
Hauptsache er ist nun dort, nur das ist passabel.</description>
		<content:encoded><![CDATA[	<p>@Psalmist</p>
	<p>Lieber Psalmist,</p>
	<p>Deine Antwort-Fragen-Aussage hat mich etwas gebeutelt. Jedoch glaube ich, folgend einen gewissen naturwissenschaftlichen Beweis hierfür erbringen zu können! *gggg*</p>
	<p>Wenn  man „Mond, Nirwana und Walhalla“ als Objekte im unendlichen Weltall annimmt, so kann gesagt werden, dass unser Wurfobjekt Fürst Otto bei „schiesse, rüehre und gheie“ von der Erde aus sicherlich mit einer Wurfparabel beginnt und dann im Weltall in der Keplerparabel auf die jeweilige Ellipse mit dem zugehörigen Zielort gelangt.<br />
Nun scheint tatsächlich die kürzeste Verbindung auch in diesem Falle eine Gekrümmte zu sein.<br />
Bei diesem Weg zum Mond sowie darüber hinaus ins Nirwana und/oder Walhalla hilft hierbei die universelle Sprachparabel alle Widerstände hinter sich zu lassen.<br />
Da es im Weltall es ohne Belang sei, was OBEN und UNTEN ist, dann spielt es auch keine Rolle was VORNE und HINTEN, LINKS und RECHTS ist. Spielt es denn überhaupt eine Rolle ob dabei es RICHTIG oder FALSCH sei?</p>
	<p>Fortsetzun: </p>
	<p>Den edlen Herrn von und zu Nirgendwo, selbsternannter Fürst Otto,<br />
den „schiesse“ wir auf den Mond, das ist unser geheiligtes Motto,<br />
oder besser ists, wir „rüehre“ ihn in das unendliche Nirwana,<br />
da er teutonisch ist, lassen wir lieber „gheie“ ins Walhalla.<br />
Ob mit einer Wurf-, Kepler- oder gar Sprachparabel,<br />
Hauptsache er ist nun dort, nur das ist passabel.
</p>
]]></content:encoded>
				</item>
	<item>
 		<title>Comment on Tut Busse und seid unfehlbar &#8212; Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene by: Psalmist</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-127984</link>
		<pubDate>Tue, 31 Jul 2007 07:00:26 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-127984</guid>
					<description>@Anfra: Das gibt aber wohl nur schwerlich eine Wurfparabel. *gg*

@Phipu:
Zum &quot;Rühren&quot; einer Ohrfeige habe ich noch eine andere Assoziation, und zwar in Anlehnung zum Ausdruck &quot;öppertem eis (oder eini) lange&quot; (der mir noch geläufig ist). Vielleicht steckt da die Idee dahinter, daß man die Hand ausstreckt, um jemanden zu be-&quot;rühren&quot; bzw. &quot;anzulangen&quot;. Dies wäre dann entweder euphemistisch gemeint oder als &quot;anrühren&quot; bzw. &quot;an etwas/ jd. rühren&quot;, das in einem etwas älteren Deutsch durchaus auch aggressiv verstanden werden kann (weil die negative Formulierung &quot;rühr es/ ihn etc. nicht an!&quot; auf die positive abgefärbt hat). Dann wäre &quot;öppertem eis schiesse&quot; dann analog dazu entstanden, wobei vielleicht der Gedanke an den &quot;Chlapf&quot; (Knall), den es beim &quot;schiesse&quot; mit einer Schußwaffe gibt, mitgespielt hat.

Übrigens: &quot;sich rode&quot; (CH) für &quot;sich rühren&quot; (DE) kenne ich noch, trotz meines jugendlichen Alters. Für beide Begriffe existiert auch eine transitive Form, nämlich &quot;rode&quot; (=bewegen, antreiben, umrühren - nicht in allen Dialekten vorhanden, die &quot;sich rode&quot; kennen!) bzw. das bereits erwähnte &quot;(an)rühren&quot; (durch einen kleinen Impuls (Stups) in Bewegung versetzen, anstoßen, berühren, vgl. Grimm zu &lt;a href=&quot;http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;#38;mode=hierarchy&amp;#38;textsize=600&amp;#38;onlist=&amp;#38;word=ruhren&amp;#38;lemid=GR09316&amp;#38;query_start=1&amp;#38;totalhits=0&amp;#38;textword=&amp;#38;locpattern=&amp;#38;textpattern=&amp;#38;lemmapattern=&amp;#38;verspattern=&quot;&gt;&quot;rühren&quot;&lt;/a&gt; bzw. &lt;a href=&quot;http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;#38;mode=hierarchy&amp;#38;textsize=600&amp;#38;onlist=&amp;#38;word=anruhren&amp;#38;lemid=GA04563&amp;#38;query_start=1&amp;#38;totalhits=0&amp;#38;textword=&amp;#38;locpattern=&amp;#38;textpattern=&amp;#38;lemmapattern=&amp;#38;verspattern=&quot;&gt;&quot;anrühren&quot;&lt;/a&gt;), die wohl ursprünglich ziemlich synonym waren. Übrigens hat dieses &quot;rode&quot; nichts mit dem &quot;roden&quot; zu tun, das man etwa mit einem Wald macht (und das Grimm seltsamerweise als mittel- und niederdeutsch bezeichnet, obwohl ich es ebenfalls als züritütsch empfinde).</description>
		<content:encoded><![CDATA[	<p>@Anfra: Das gibt aber wohl nur schwerlich eine Wurfparabel. *gg*</p>
	<p>@Phipu:<br />
Zum &#8220;Rühren&#8221; einer Ohrfeige habe ich noch eine andere Assoziation, und zwar in Anlehnung zum Ausdruck &#8220;öppertem eis (oder eini) lange&#8221; (der mir noch geläufig ist). Vielleicht steckt da die Idee dahinter, daß man die Hand ausstreckt, um jemanden zu be-&#8221;rühren&#8221; bzw. &#8220;anzulangen&#8221;. Dies wäre dann entweder euphemistisch gemeint oder als &#8220;anrühren&#8221; bzw. &#8220;an etwas/ jd. rühren&#8221;, das in einem etwas älteren Deutsch durchaus auch aggressiv verstanden werden kann (weil die negative Formulierung &#8220;rühr es/ ihn etc. nicht an!&#8221; auf die positive abgefärbt hat). Dann wäre &#8220;öppertem eis schiesse&#8221; dann analog dazu entstanden, wobei vielleicht der Gedanke an den &#8220;Chlapf&#8221; (Knall), den es beim &#8220;schiesse&#8221; mit einer Schußwaffe gibt, mitgespielt hat.</p>
	<p>Übrigens: &#8220;sich rode&#8221; (CH) für &#8220;sich rühren&#8221; (DE) kenne ich noch, trotz meines jugendlichen Alters. Für beide Begriffe existiert auch eine transitive Form, nämlich &#8220;rode&#8221; (=bewegen, antreiben, umrühren - nicht in allen Dialekten vorhanden, die &#8220;sich rode&#8221; kennen!) bzw. das bereits erwähnte &#8220;(an)rühren&#8221; (durch einen kleinen Impuls (Stups) in Bewegung versetzen, anstoßen, berühren, vgl. Grimm zu <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=ruhren&amp;lemid=GR09316&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=">&#8220;rühren&#8221;</a> bzw. <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=anruhren&amp;lemid=GA04563&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=">&#8220;anrühren&#8221;</a>), die wohl ursprünglich ziemlich synonym waren. Übrigens hat dieses &#8220;rode&#8221; nichts mit dem &#8220;roden&#8221; zu tun, das man etwa mit einem Wald macht (und das Grimm seltsamerweise als mittel- und niederdeutsch bezeichnet, obwohl ich es ebenfalls als züritütsch empfinde).
</p>
]]></content:encoded>
				</item>
	<item>
 		<title>Comment on Tut Busse und seid unfehlbar &#8212; Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene by: AnFra</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-125730</link>
		<pubDate>Fri, 27 Jul 2007 10:43:11 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-125730</guid>
					<description>@Psalmist

Zu Deiner Frage wg. Herrn Otto hier meine Antwort:


Den edlen Herrn von und zu Nirgendwo, selbsternannter Fürst Otto,
den „schiesse“ wir auf den Mond, das ist unser geheiligtes Motto,
oder besser ists, wir „rüehre“ ihn in das unendliche Nirwana,
da er teutonisch ist, lassen wir lieber „gheie“ ins Walhalla.</description>
		<content:encoded><![CDATA[	<p>@Psalmist</p>
	<p>Zu Deiner Frage wg. Herrn Otto hier meine Antwort:</p>
	<p>Den edlen Herrn von und zu Nirgendwo, selbsternannter Fürst Otto,<br />
den „schiesse“ wir auf den Mond, das ist unser geheiligtes Motto,<br />
oder besser ists, wir „rüehre“ ihn in das unendliche Nirwana,<br />
da er teutonisch ist, lassen wir lieber „gheie“ ins Walhalla.
</p>
]]></content:encoded>
				</item>
	<item>
 		<title>Comment on Tut Busse und seid unfehlbar &#8212; Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene by: Phipu</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-125353</link>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 07:01:08 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-125353</guid>
					<description>An Psalmist und AnFra

Eigentlich war ich ja zu faul, jeden Tag wieder nachzuschauen, ob vielleicht nicht doch jemand wieder etwas zu diesen längst vergangenen Zeilen geschrieben hat. Deshalb habe ich mit sanftem verbalem Druck in Richtung Diskussionsende gedrängt. 

Offenbar habe ich den Seitenblick auf die Westhälfte des Schweizerdeutschen Sprachraums gespürt, und muss da noch eine wichtige Ergänzung machen, auch wenn vieles davon substantiell schon in Psalmists Erklärung steht: „rüehre“ im Wurf-Zusammenhang zu benützen ist besonders Ost-Dialekte-lastig. Im Grossraum Bern und Basel, wie die folgenden Kommentare (jeweils der oberste sichtbare) belegen, wird „rüehre“ nur für das hochdeutsche „rühren“ gebraucht (Küchenvokabular) und „schiesse“ ist Berndeutsch das einzige Wort für „werfen, schiessen“ (Katapultvokabular). Im Raum Basel könnte ich mir eine Variante „wärfe“ noch zusätzlich vorstellen. In Bern „hei d’Demonschtrante Schteine gschosse“ während „die säbe z’Züri Schtäi grüehrt händ“. Ob jedoch „sälli z’Baasel Schtai gwoorfe hänn“ müsste ich mir noch bestätigen lassen (die Demonstranten haben Steine geworfen). 

http://www.blogwiese.ch/archives/121#comment-1564

http://www.blogwiese.ch/archives/121#comment-10567

Nach meinem Sprachempfinden für andere Dialekte würde ich jedoch behaupten, Die einfachste Eselsleiter/Eselsbrücke für die Subtilitäten des Verbs „rüehre“ im östlichen Sinne (Katapult) verstanden, ist dieses „rüehre“ durch „werfen“ zu ersetzen. Damit hat man auch den Unterschied zu „schüüsse“ (z.B. aus Feuerwaffen wird in jedem Fall „gschosse“ und Steine werden in der Regel „grüehrt“, ausser in Dialekten, die nur „schiesse“ und kein „rüehre, wärfe“ kennen). 

Die Katapultfrage in senkrechter Richtung gegen den Boden analysiere ich folgendermassen: Wenn das Bébé (Baby, Kleinkind) Otti (Name gefeikt) den Nuggi (Schnuller) mit seiner Handbewegung von hinten oder von vorn aus dem Bögi (Buggy, Sitzkinderwagen) senkrecht zu Boden wirft, dann ist das „rüehre“ (werfen), weil willentlich. Fällt ihm aber dieser Nuggi aus dem Mund auch wieder senkrecht z.B. ins Schwümmbassäng (frz. Bassin, Schwimmbecken; zugegeben, das Beispiel ist etwas b’scheuert), über welches es sich gebeugt hat, ist das „gheie“ (fallen), weil unabsichtlich. Damit ist übrigens auch klar, dass nicht Otto geworfen werden soll. 

Das mit der „rührenden“ Ohrfeige bleibt für mich immer noch eine indirekt übernommene Idee. Denn die meisten mir bekannten Ausdrücke in diesem Sinne beziehen sich auf den die einschlagende Wirkung des Katapults Hand und nicht auf den Abstoss („chläpfe, eini brätsche, tätsche, chlepfe“ etc.). 

Andererseits wurde auch das ursprünglich hochdeutsche Wort „werfen“ in den Dialekt übernommen (analog Diskussion zu „fallen“). Z.B. „Bäueliwitwurf“ (Ballweitwurf, müsste BE: „Bäueliwitschuss/-schiesse“ oder ZH: „Böllewiitrüehr[-e]“ heissen) oder „Schpeerwärfer“ (Speerwerfer = „Schpeerschiesser“ oder „Schpeerrüehrer“).</description>
		<content:encoded><![CDATA[	<p>An Psalmist und AnFra</p>
	<p>Eigentlich war ich ja zu faul, jeden Tag wieder nachzuschauen, ob vielleicht nicht doch jemand wieder etwas zu diesen längst vergangenen Zeilen geschrieben hat. Deshalb habe ich mit sanftem verbalem Druck in Richtung Diskussionsende gedrängt. </p>
	<p>Offenbar habe ich den Seitenblick auf die Westhälfte des Schweizerdeutschen Sprachraums gespürt, und muss da noch eine wichtige Ergänzung machen, auch wenn vieles davon substantiell schon in Psalmists Erklärung steht: „rüehre“ im Wurf-Zusammenhang zu benützen ist besonders Ost-Dialekte-lastig. Im Grossraum Bern und Basel, wie die folgenden Kommentare (jeweils der oberste sichtbare) belegen, wird „rüehre“ nur für das hochdeutsche „rühren“ gebraucht (Küchenvokabular) und „schiesse“ ist Berndeutsch das einzige Wort für „werfen, schiessen“ (Katapultvokabular). Im Raum Basel könnte ich mir eine Variante „wärfe“ noch zusätzlich vorstellen. In Bern „hei d’Demonschtrante Schteine gschosse“ während „die säbe z’Züri Schtäi grüehrt händ“. Ob jedoch „sälli z’Baasel Schtai gwoorfe hänn“ müsste ich mir noch bestätigen lassen (die Demonstranten haben Steine geworfen). </p>
	<p><a href='http://www.blogwiese.ch/archives/121#comment-1564' rel='nofollow'>http://www.blogwiese.ch/archives/121#comment-1564</a></p>
	<p><a href='http://www.blogwiese.ch/archives/121#comment-10567' rel='nofollow'>http://www.blogwiese.ch/archives/121#comment-10567</a></p>
	<p>Nach meinem Sprachempfinden für andere Dialekte würde ich jedoch behaupten, Die einfachste Eselsleiter/Eselsbrücke für die Subtilitäten des Verbs „rüehre“ im östlichen Sinne (Katapult) verstanden, ist dieses „rüehre“ durch „werfen“ zu ersetzen. Damit hat man auch den Unterschied zu „schüüsse“ (z.B. aus Feuerwaffen wird in jedem Fall „gschosse“ und Steine werden in der Regel „grüehrt“, ausser in Dialekten, die nur „schiesse“ und kein „rüehre, wärfe“ kennen). </p>
	<p>Die Katapultfrage in senkrechter Richtung gegen den Boden analysiere ich folgendermassen: Wenn das Bébé (Baby, Kleinkind) Otti (Name gefeikt) den Nuggi (Schnuller) mit seiner Handbewegung von hinten oder von vorn aus dem Bögi (Buggy, Sitzkinderwagen) senkrecht zu Boden wirft, dann ist das „rüehre“ (werfen), weil willentlich. Fällt ihm aber dieser Nuggi aus dem Mund auch wieder senkrecht z.B. ins Schwümmbassäng (frz. Bassin, Schwimmbecken; zugegeben, das Beispiel ist etwas b’scheuert), über welches es sich gebeugt hat, ist das „gheie“ (fallen), weil unabsichtlich. Damit ist übrigens auch klar, dass nicht Otto geworfen werden soll. </p>
	<p>Das mit der „rührenden“ Ohrfeige bleibt für mich immer noch eine indirekt übernommene Idee. Denn die meisten mir bekannten Ausdrücke in diesem Sinne beziehen sich auf den die einschlagende Wirkung des Katapults Hand und nicht auf den Abstoss („chläpfe, eini brätsche, tätsche, chlepfe“ etc.). </p>
	<p>Andererseits wurde auch das ursprünglich hochdeutsche Wort „werfen“ in den Dialekt übernommen (analog Diskussion zu „fallen“). Z.B. „Bäueliwitwurf“ (Ballweitwurf, müsste BE: „Bäueliwitschuss/-schiesse“ oder ZH: „Böllewiitrüehr[-e]“ heissen) oder „Schpeerwärfer“ (Speerwerfer = „Schpeerschiesser“ oder „Schpeerrüehrer“).
</p>
]]></content:encoded>
				</item>
	<item>
 		<title>Comment on Tut Busse und seid unfehlbar &#8212; Schweizerdeutsch für Fortgeschrittene by: Psalmist</title>
		<link>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-124942</link>
		<pubDate>Tue, 24 Jul 2007 20:42:53 +0000</pubDate>
		<guid>http://www.blogwiese.ch/archives/627#comment-124942</guid>
					<description>Na sowas! Da kommt man wenige Tage nicht zum Schreiben, und schon wird eine Diskussion für beendet erklärt! Da setze ich mich aber glatt drüber hinweg und gebe meinen Senf doch noch dazu. :-)

Lieber Anfra

Das mit der Wurfparabel scheint mir etwas aufgesetzt zu sein. Ich kann durchaus auch etwas senkrecht fallenlassen und somit &quot;aberüere&quot;. Gut, rein mathematisch ist das natürlich ein Grenzfall einer Wurfparabel, was im Sinn der Infinitesimalrechnung noch knapp akzeptabel wäre - aber das hast du wahrscheinlich nicht gemeint...

Aber ob Rüerparabel oder Schiessparabel (was ich beides noch nie gehört habe) - ich würde sagen, schiesse (oder ZH schüsse) ist eher katapultiv (auch ein Gewehr katapultiert sozusagen, zumindest für mein Griechischverständnis), während rüere (immer?) von Hand geschieht. So kann man mit einem Gewehr keine Kugeln rüere, aber auch von Hand einen Stein schüsse. Schüsse beinhaltet die Bedeutungen von Rüere (auch ZH), womit im Berndeutschen kein Verlust entsteht, wenn letzteres aufgegeben wird. Das gilt zumindest beim werfenden Rüere.

Beim Um(e)rüere im Sinn von umrühren von Teig in der Schüssel hingegen bin ich nicht sicher, ob das ev. auch in Bern so bezeichnet wird *zu den Fachpersonen schiel*. Es existiert allerdings (da bin ich aber grad völlig unsicher, auf welche Dialekte sich das erstreckt) auch noch die Ausweichformulierung &quot;(z)underenand mache&quot;.

Den Ausdruck &quot;öppertem eini rüere&quot; für Ohrfeigen kenne ich auch nicht, finde es aber intuitiv ostschweizerisch plausibel. Übrigens @Phipu: Die Hand fliegt zwar nicht davon, aber die Ohrfeige...

Psalmist

P.S. Wohin willst du den Herrn Otto denn werfen...?</description>
		<content:encoded><![CDATA[	<p>Na sowas! Da kommt man wenige Tage nicht zum Schreiben, und schon wird eine Diskussion für beendet erklärt! Da setze ich mich aber glatt drüber hinweg und gebe meinen Senf doch noch dazu. <img src='http://www.blogwiese.ch/wp-images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
	<p>Lieber Anfra</p>
	<p>Das mit der Wurfparabel scheint mir etwas aufgesetzt zu sein. Ich kann durchaus auch etwas senkrecht fallenlassen und somit &#8220;aberüere&#8221;. Gut, rein mathematisch ist das natürlich ein Grenzfall einer Wurfparabel, was im Sinn der Infinitesimalrechnung noch knapp akzeptabel wäre - aber das hast du wahrscheinlich nicht gemeint&#8230;</p>
	<p>Aber ob Rüerparabel oder Schiessparabel (was ich beides noch nie gehört habe) - ich würde sagen, schiesse (oder ZH schüsse) ist eher katapultiv (auch ein Gewehr katapultiert sozusagen, zumindest für mein Griechischverständnis), während rüere (immer?) von Hand geschieht. So kann man mit einem Gewehr keine Kugeln rüere, aber auch von Hand einen Stein schüsse. Schüsse beinhaltet die Bedeutungen von Rüere (auch ZH), womit im Berndeutschen kein Verlust entsteht, wenn letzteres aufgegeben wird. Das gilt zumindest beim werfenden Rüere.</p>
	<p>Beim Um(e)rüere im Sinn von umrühren von Teig in der Schüssel hingegen bin ich nicht sicher, ob das ev. auch in Bern so bezeichnet wird *zu den Fachpersonen schiel*. Es existiert allerdings (da bin ich aber grad völlig unsicher, auf welche Dialekte sich das erstreckt) auch noch die Ausweichformulierung &#8220;(z)underenand mache&#8221;.</p>
	<p>Den Ausdruck &#8220;öppertem eini rüere&#8221; für Ohrfeigen kenne ich auch nicht, finde es aber intuitiv ostschweizerisch plausibel. Übrigens @Phipu: Die Hand fliegt zwar nicht davon, aber die Ohrfeige&#8230;</p>
	<p>Psalmist</p>
	<p>P.S. Wohin willst du den Herrn Otto denn werfen&#8230;?
</p>
]]></content:encoded>
				</item>
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