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Wie humorlos sind die Schweizer? — Machen wir uns hier über die Schweizer lustig?

  • Gehen Sie doch zurück nach Deutschland!
  • Die Blogwiese ist seit dem 01.09.2005 online. Bisher wurden über 553 Artikel veröffentlicht. Fast immer gab es zahlreiche Reaktionen. Die Leserinnen und Leser korrigierten Fehler, ergänzten Fakten oder steuerten eigene Erfahrungen bei. Oft werde ich gefragt, ob auch richtig böse Kommentare eingegangen sind. Höchste Zeit, dies einmal „gesamthaft“, wie man in der Schweiz so gern sagt, zu betrachten.

    Der Artikel: „Lebensmüde benutzen bitte den Zebrastreifen“ (siehe hier) rief eine ältere Leserbriefschreiberin aus Bülach auf den Plan. Ich hatte ihn im Neuen Bülacher Tagblatt als Glosse veröffentlicht und geschrieben, dass diese „Fussgängerstreifen“ in der Schweiz eher zur Lösung des Überalterungsproblems gedacht seien als zum Überqueren einer Strasse, denn niemand pflegt dort wirklich anzuhalten und als Deutscher fällt man sofort auf, wenn man für einen Fussgänger stoppt. Sie empfahl mir, die Zelte in der Schweiz abzubrechen und mich gleich in den nächsten Zug nach Deutschland zu setzen.

    Ich nahm Kontakt mit der Person auf, es gingen ein paar Emails hin und her, denn immerhin war der Brief nicht anonym eingegangen. Schliesslich stellte sich heraus, dass die Schreiberin selbst vor 30 Jahren aus Deutschland in die Schweiz eingewandert war und nun sehr empfindlich auf jedes „sich Lustigmachen über die Schweizer“ reagiert. Die Geschichte mit den gefährlichen Fussgängerstreifen hat sich etwas abgemildert. Es halten immer häufiger auch die Schweizer, seitdem dies verstärkt von der Polizei geahndet wird.

    Beim nächsten Mal war es wiederum ein Deutscher, der, nach 25 Jahren in der Schweiz, meinte diese gegen jegliche Angriffe verteidigen zu müssen, als ich in einem Artikel über den Tunnelbrand im Gotthard schrieb, dass man bei den Renovierungsarbeiten dieser Verkehrsachse darauf verzichte hatte, erneut Sprengstoff in der Tunneldecke zu deponieren, wie es bisher üblich war und bei allen Brücken und Tunnel der Schweiz nach wie vor üblich ist.

    Meine Schlussfolgerung: „Die Schweizer sind ein lernfähiges Völkchen“ regte diesen Leser furchtbar auf. Ich solle doch zurück nach Deutschland gehen, wenn es mir hier nicht passt. Die meisten dieser Kritiker begannen dann erst, ein bisschen ausführlicher die Artikel auf der Blogwiese zu lesen und kamen später zu einem etwas gemässigteren Urteil.

  • In der Innerschweiz wäre so ein Blog unmöglich
  • Neulich lernten wir eine Deutsche aus dem Rheinland kennen, die auch schon lange in der Schweiz lebte und sich mit ihrer typischen „rheinischen Frohnatur“ schwer tat im Umgang mit den angeblichen so humorlosen Schweizer. Sie meinte, dass ein Blog wie die Blogwiese in der Innerschweiz ganz und gar undenkbar sei. Halte ich für Unsinn, denn ein Klick auf den Sitemeter-Button unten rechts an der Seite des Blogs erlaubt es leicht, die „locations“ zu sehen, woher die Leser stammen. Diese Auswertungen sind öffentlich zugänglich und nichts ist spannender, als diese Leserströme zu beobachten und zu analysieren. Jeder kann genau sehen, was über ihn im Internet beim Besuch der Blogwiese bekannt wird. Vom Betriebssystem über den verwendeten Browser, die Surfdauer und –tiefe etc.

    Blogwiese wird also auch in der Innerschweiz gelesen und „goutiert“, nicht „foutiert“, um das mal schön schweizerisch auszudrücken (und niemand fühlt sich „touchiert“). Die meisten richtig negativen Statements kamen von Leuten, die offensichtlich die Blogwiese nicht oder nur die Überschriften gelesen hatten.

  • Wieviele böse Stimmen waren es dann?
  • In Zahlen ausgedrückt, kamen auf 1‘000 Mails oder Kommentare vielleicht 10 böse Mails oder Briefe. Drei davon anonym. Auf die Brief mit Absendern habe ich sofort geantwortet und meist entwickelte sich in der Folge eine angeregte Diskussion. Wir können daraus schlussfolgern:
    99 % der Leserinnen und Leser haben genügend Humor und Selbstironie, um sich durch die Blogwiese nicht persönlich beleidigt oder angegriffen zu fühlen.

    Ca. 1% sehen in dem Blog eine Bedrohung der Schweiz und wünschen uns weit weit weg zurück über den Rhein.
    Es sind weniger die „Bünzlis“, die sich aufregen, sondern die Secondos.

  • Streitlustige Secondos
  • Denn eine Tendenz lässt sich bei den kritischen Schreibern feststellen: Unter den stärksten Kritikern und „Beleidigten“ finden sich erstaunlich oft Secondos (= Kinder von Wahlschweizern), die hier selbst entweder gerade erst Fuss gefasst haben oder einen roten Pass beantragten, die nun ihre neue Wunsch- oder Wahlheimat Schweiz bis aufs Messer gegen jeden Kritiker verteidigen möchten. Beispiel einer solchen Stimme: Zydeco, nach eigener Aussage ein Secondo.

    Sie verlassen kaum mehr die Schweiz, klammern sich hier „an die Scholle“ und sehen durch die Artikel der Blogwiese ihre neue Heimat bedroht. Reiselustige Schweizer, die selbst mal in Deutschland waren oder in der Welt herumreisen, legen da eine viel grössere Gelassenheit und Selbstkritik an den Tag. Ausserdem verirrte sich der ein oder andere „Troll“ in die Kommentare. So nennt man im Internet-Foren User, denen es nur um die bewusste Provokation der anderen geht. So gab sich ein Deutscher als Türke aus, und schimpfte unter dieser Tarnmaske über die Schweizer, etc.
    Wirklich ganz selten (vielleicht 2-3 Mal) musste ich in den ein letzten 16 Monaten einen zu beleidigenden Kommentar löschen.

  • Der Beweis, dass Deutsche arrogant sind
  • Richtig erschrocken war ich über den recht neuen Kommentar zum dem Artikel „Das Schweizer Tür-aufhalten-Phänomen“.
    So schrieb der Leser „Peter“ :

    »Dort pflegte ich mich zu bedanken mit dem Satz: „Jetzt müssen Sie mich nur noch heimfahren, das wäre perfekt.“«
    Quod erat demonstrandum - von wegen deutscher Arroganz. (Sorry!)
    (Quelle: Kommentar von Peter

    Ich versuchte zu erklären mit der Entgegnung:

    [Anmerkung Admin: Also das soll Arroganz sein? Mensch das war doch nur ein Joke, ein lockerer Spruch, eine kleine Auflockerung zum Abschied, erwachsen aus meiner Faszination über soviel Hilfsbereitschaft. Wenn das schon als “Arroganz” = Überheblichkeit aufgefasst wird, dann sehe ich die Schweiz langsam wirklich als “anderen Kulturkreis”. Merke: Niemals ein Witz zum Schluss, wenn eine Bedankungsorgie erwartet gewesen wäre. Nein, die freundlichen Taschenträger haben stets freundlich mit gelacht über diesen Satz, und ich glaub nicht, dass sie mich als arroganten Deutschen in Erinnerung behielten.]

    Worauf Peter zurück schrieb:

    Zur Antwort von “Admin”: Die Reaktion scheint mir typisch zu sein - oder auf gut bundesdeutsch: Mir kommen die Tränen. - Kennen Sie das nicht, dass man lacht, auch wenn (oder gerade weil) man sich etwas seltsam berührt fühlt bzw. - wie Sie sich wohl ausdrücken würden - leicht veräppelt vorkommt? - Ja, Sie befinden sich in der Schweiz tatsächlich (und eben nicht nur in der französischen oder italienischen) in einem anderen Kultur- bzw. Mentalitätsbereich, kurz: im Ausland. Es fällt auf, wie gerade die Deutschen oft Mühe haben - pardon: sich schwer tun -, das schlicht und einfach zu akzeptieren oder auch nur zur Kenntnis zu nehmen. (Statt dessen wissen sie nichts Schlaueres, als sich über das, was nicht wie bei ihnen zu Hause ist, zu mokieren. Nun gut, das können Schweizer auch!)
    (Quelle: Kommentar Peter)

    Und nun bin ich verunsichert. Hatte die ganze Zeit nur alle aus Höflichkeit freundlich gelacht? Wird diese harmlose Satire vom „Türen-Aufhalten“, die ein Spiegel für das Verhalten der Eidgenossen sein soll und einfach nur eine persönliche Beobachtung wiedergibt, ohne Anspruch auf wissenschaftliche Exaktheit oder sozio-psychologischer Analyse, wird diese Satire tatsächlich von Peter als „sich mokieren über die Schweizer“ aufgefasst?

  • Sind Schweizer doch etwas empfindlicher?
  • Ein bisschen erinnert die Geschichte an den Artikel „Schweizer Höflichkeit vs. Schweizer Empfindlichkeit“, denn diese empfindliche Reaktion „Der macht sich lustig über uns“ ist zwar bei einem kleinen Prozentsatz der Leser aufgetreten, was nicht viel heissen mag, denn viele haben sich vielleicht einfach nicht getraut, diesen Frust und diese Meinung als Kommentar zu abzuschicken. Leider lässt sich in so einem Blog ja kein anonymer Zettel an die Wand kleben, wie in der Waschküche oder im Hausflur.

    

    51 Responses to “Wie humorlos sind die Schweizer? — Machen wir uns hier über die Schweizer lustig?”

    1. michael Says:

      und ich bin bayer und wir machen uns über garniemand lustig solang ma nur unsre “ruah” ham ;-) und wenn “aaana” nervt dann heißts “scho recht” und man hat wieder sei “ruah” ;-) ich fühle mich übrigens zu unrecht immer wieder inbegriffen wenn hier von “deutschen” geredet wird

      achja liebe schweizer: es heißt GRÜSS GOTT oder “grüasi” und nicht “grüzi” ;-)

      servus

    2. Christian Says:

      moin moin

      toller blog, den muss ich unbedingt meinen DE freunden empfehlen, mal sehn ob die sich auch so koestlich amuesieren. ich hoffe die glauben ihnen und ihrem blog mehr als mir und meinen erzaehlungen, welche meist als uebertreibungen abgetan werden.
      weiter so, ich will mein fett abkriegen :-)

      chris

    3. Zuozer Says:

      Hallo Herr Wiese

      Es wird Zeit, da ich nun schon über ein halbes Jahr ihren Blog lese (und mich (MEISTENS) amüsiere ein Wort an sie zu richten:

      Danke

      Freundliche Grüsse

      Ein Innerschweizer

    4. neuromat Says:

      Kann jemand mal die Rettung zum Zuozer schicken - der ist kollabiert. Guti Besserig!

    5. Selma Says:

      He, he, was sagen denn die englischsprachigen Leute dazu (Fiona, sylv?), wenn ein Deutscher findet, die Schweizer seien humorlos. Sind doch beide Nationalitäten nicht gerade für ihren Humor bekannt…

      Sind Secondos nicht eher die ZWEITE Generation (daher ja der Name)? Jemand, der “gerade erst Fuss gefasst hat” und für den die Schweiz eine Wahlheimat ist, ist doch kein Secondo. Bin nämlich selbst eine (um das rauszufinden, braucht man keine Internetstatistik, erzähle ich den Leuten gerne auch so :-) ) Habe mir die Schweiz nicht ausgesucht, sondern bin ganz einfach hier geboren; es gefällt mir aber trotzdem…

      Wenn nur 1% Blogwiese als eine Bedrohung ansehen, liegt das sicher unter der Basisrate für Personen, die keine Ironie verstehen. Klingt mehr nach statistischem Rauschen, das ignoriert werden kann…

    6. Nessi Says:

      jetzt fühle ich mich als ch-in doch noch genötigt unser völkchen zu verteidigen ;-) wir sind keineswegs humorlos!!
      ich bin sicher, dass es eine minderheit ist, die sich betupft fühlt beim lesen deiner themen. deine ironie und wortgewantheit finde ich köstlich. allerdings ist zu sagen, nicht jede(r) versteht solchen humor von subtiler wortspielerei. (manche lachen lieber über slapstick)
      und noch was….jemand der sich ständig persönlich angegriffen fühlt zeigt damit, dass sein selbstwertgefühl an einem kleinen ort angesiedelt ist. (das gilt für alle)
      mach weiter Jens, mir gefällts, und letztlich bleiben eh nur jene hängen die spass haben an deinem blog.

    7. jotge Says:

      @michael
      Ja, die Bayern habe ich immer als mindestens so humorlos wie uns Schweizer eingeschätzt ;) Die Bayern ziehen das “Oachkatzel” an seinem “Schwoafrl” heran, um sich über die Nichtbayerischsprechendenabergernemöchtenden lustig machen zu können, die Schweizer das “Chuchichäschtli”. Als längere Sprachübung gibts bei Euch den “Münchner im Himmel” und bei uns …. wie wärs mit dem “Weg nach Worb”. Und statt einem “Totemügerli” habt Ihr den “roten Radlerengel”.
      :D Johanna

    8. Martin Says:

      WIR sollen doch laut einem schweizer Volkswagen-Werbespot humorlos sein. Wenn uns Deutschen jemand Humorlosigkeit “vorwirft”, kann doch im Allgemeinen nicht über zu wenig Freude im Leben verfügen, oder? Das Phänomen, dass zugewanderte Wahlschweizer schweizerischer sind (oder gerne sein wollen) als der Präsident des Jodelclubs, ist mir auch schon des öfteren aufgefallen und sauer aufgestossen.

      Der Blog ist Klasse! Weiter so! :)

    9. Peter aber nicht DER Peter Says:

      Hui…Soviele Peter im BloG. Da muss ich mich davon gleich distanzieren und führe einen Namen für mich ein :-) PeterÖ oder PeterA oder so :-)

      (Ö/A: ich bin der Österreicher der hier gerne (immer mit einem Grinser im Gesicht) mitliest und auch ab und zu meinen Senf dazugebe.)

      Die “Peters” erinnert mich ans Gymnasium: da waren wir 5 out of 28. Heute ist der Nahme hingegen Rarität…

      Ich finde den Blog sehr spannend, interessant und auch oft ironisch. Da brauchts halt Humor. Dass “Zugereiste” die Schweiz mehr verteidigen als Einheimische kann ich mir schon vorstellen. Ist in meiner Heimat auch oft so üblich.

      Somit, schönen Tag, liebe Grüsse und allen ein schönes Wochenende!
      PeterÖ

    10. sylv Says:

      @selma (danke fürs Kompliment!)

      Hmmm, als Schweizerin mit einem englischen Herzen:) :) muss ich schon sagen, dass das Schweizer Humorverständnis nicht gerade das beste ist…..entweder ist’s Schenkelklopfhumor ( schauder) oder dann exzellente Satire,wobei viele meiner Compatriotes letzeres nicht so goutieren können und sich auch mal persönlich angegriffen fühlen…..da lieb ich doch the british comedy with lots and lots and lots of irony

      Apropos Ironie,Rowan Atkinson, ja der der Mr.Bean spielt,ist in England fast bekannter als Blackadder,eine Serie voll Wortwitz und Ironie:) Nur in meinem GANZEN familiären Umfeld kann niemand damit was anfangen weil sie den Witz oftmals ,sozusagen, selber finden müssen…..
      http://www.bbc.co.uk/comedy/blackadder/

      Blackadder der Dritte, Erklärung des Begriffs Ironie von Blackadders trotteligem Sidekick Baldrick:

      ‘’Baldrick, have you no idea what irony is?
      Yeah, it’s like goldy and bronzy, only it’s made of iron.'’

      I rest my case:)

    11. DaniDo Says:

      Danke für die interessante Zusammenstellung und mal wieder ganz allgemein für den Blog und die interessanten Diskussionen!

      Schweizer haben Humor, aber manchmal ist er etwas mehr versteckt. (gerade bei Innerschweizern oder anderen Bergbewohnern gibt es drum die ganz spannende, sehr trockene Art des Humors, bei dem gar nicht unbedingt gelacht wird…)

      Obwohl ich aus der humormässig wohl an der Spitze stehenden Basler Ecke der Schweiz komme, kann ich verstehen, dass man so einen Spruch wie bei dem Türe aufhalten falsch versteht. Es geht nicht darum, dass der Deutsche nach Hause gefahren werden will, sondern darum, dass eine nette Geste (das Türenaufhalten) als ausserordentlich oder als witzig hingestellt wird. Das kann beleidigend sein, und ist eine etwas abrupte Art auf kulturelle Unterschiede aufmerksam zu machen.

      Wäre es vergleichbar wenn ich in Deutschland auf ein Grüss Gott eine Grüss Du ihn selber antworte?

      Vielleicht.

      anyway, man lernt ja.

      Danke, weiter so!

    12. Wolfgang Lierz Says:

      @DaniDo
      Wir Kölner sagen auf Grüss Gott:
      “wenn ich ihn treffe …”

      Und ansonsten sagt zum Thema “Secondos” schon der Dichter
      (F.K.Waechter):
      Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

      Jedenfalls: weiter so und vielen Dank !!

    13. Christian Says:

      Es ist schon so, wie Selma sagte:

      “Secondos” sind per definitionem Ausländer der 2. Generation, also solche, die in der Schweiz geboren sind, da deren Eltern schon eingewandert waren, und die immer noch einen ausländischen Pass haben.

      Was es mittlerweile auch schon gibt, sind “Terceros”, die (immer noch) ausländischen Kinder von Secondos.

    14. Selma Says:

      @sylv: yep, Blackadder ist witzig! Etwas weniger subtil aber für mich trotzdem ein Brüller ist Little Britain. Das habe ich schon mit meinen Englischschülern geschaut, kommt gut an (wenn man die englischen Untertitel einschaltet :-) )

    15. neuromat Says:

      Sehr geehrter Herr Wiese,

      das sind wieder einmal zwei Fragen auf einmal. Natürlich haben die Schweizer Humor, aber wir haben eben gelesen, dass sie ihn versteckt haben. Aus diesem Grunde kommen jetzt diese Horden aus dem Norden (das tönt doch schön, oder) und helfen suchen. Natürlich machen wir uns über die Schweizer lustig, die Schweizer machen sich ja auch über uns lustig und über die Österreicher, und wir machen uns auch über die Ostfriesen lustig, über die Polen und die katholische Kirche und die Amerikaner und die machen sich über die Japaner lustig und kriegen sich nicht mehr ein, wenn sie hören, das kamikaze „heilige Winde“ heisst.

      So weit so gut, aber was sind das eigentlich für merkwürdige Zahlen für ein Jubiläum. Seit dem 01.09.05 und 553. Und Herr Wiese, wie stehen wir jetzt wieder da, nach sechs Jahren Aufenthalt wissen Sie immer noch nicht, was ein Secondo ist, reden sie sich jetzt nicht damit raus, dass der Betreffende ja selbst gesagt hätte, er wäre einer, den getürkten Türken haben sie ja auch erkannt, und nach sechs Jahren, da schauen Sie mal auf ihre Uhr, was glauben Sie wie häufig der Secondozeiger da schon über die zwölf rüber ist, ich krieg mich hier gleich nicht mehr ein, aber was sollen die Schweizer denn jetzt von uns denken. Kein Wunder, wenn das zuständige Amt mir schreibt, sie wollen jetzt auf mein „Anliegen eintreten“, wahrscheinlich auch noch mit Springerstiefeln, ja eben für die Nöte des kleinen Mannes haben Sie kein Gehör, da fällt der Zuozer weiter oben vor Dankbarkeit in Ohnmacht und ich alarmiere das Spital Oberengadin in Samedan und dann stellt sich heraus, der ist aus der Innerschweiz, ganz innen drin, wenn Sie da die Autobahn entlang kommen sehen Sie den Wilhelm Tell auf braunem Schild, auf dem dann aber wieder Zentralschweiz steht, nee also, ich hab jetzt dank Ihnen völlig den Faden verloren, da machen Sie sich wahrscheinlich wieder lustig über meine Schweizbegeisterung. Aber sagen Sie mal, sie heiraten doch auch nicht, um sich dann anschliessend immer wieder mit der alten Freundin zu verabreden. Na ja, Schwamm drüber, ansonsten ist Ihr Blog für alle da, auch für die nicht deutschen Bayern, die kommen übrigens so in Scharen in di Innerschweiz, weil es da so viele Schwinger Clubs gibt, nee jetzt hab ich Hunger

      Ach so
      @ DaniDo

      grüss Du ihn selber wäre unverschämt. Vergleichbar wäre: „Mach ich, wenn ich ihn sehe“

    16. Ingo Says:

      @sylv:
      Danke für den Hinweis auf Black Adder - auch wenn’s etwas off-topic ist. Die genialste Serie ever to come out of the UK! Meine erste Import-DVDs - für teuer Geld auf eBay erstanden. Aber jeden Cent (Pfennig, Rappen) wert! Ich mache auch immer in meinem Freundeskreis Werbung - meist vergeblich. Darf man natürlich nur im Original (evtl. mit englischen Untertiteln) gucken…

      Den Briten müsste man dann aber im Gegenzug den gesammelten Loriot empfehlen - das beste, was Deutschland je an Humor hervorgebracht hat. Da hat’s zwar auch viel sprachbezogenen Humor, aber vieles sollte auch auf der Insel zu “goutieren” sein :-)

    17. Stefan Says:

      Site meter:

      Der Eintrag von

      (..)
      IP Address 85.2.185.183 ? (Swisscom Fixnet AG)
      Time of Visit Apr 27 2007 12:51:38 pm
      (..)

      ist fehlerhaft:

      City : Zrich

      Ich wohne in Thun.

    18. Tellerrand Says:

      Monty Pythons, Black Adder und Little Britain finde ich saukomisch. Über Harald Schmidt und manchmal auch Stefan Raab kann ich jedoch genauso, vielleicht sogar noch mehr lachen (bestimmt aus Patriotismus). Der Donnerstagabend auf ORF2 bringt mit Kupetzky und der Sendung ohne Namen sehr viel Österreichischen Humor zum Vorschein. Ich schaue nicht allzuoft Schweizer Fernsehen, aber auch hier wird’s ein, zwei komische Highlights geben.

      Humor ist vor allem Geschmackssache, sicher aber immer auch eine Frage des jeweiligen kulturellen Hintergrundes. Es ist definitiv ziemlich humorlos darüber zu streiten, welche Nation humorvoller sei. Da diese Diskussion aber immer wieder startet, kann ich nur konstatieren: in Sachen Humor können sie Deutsche und Schweizer brüderlich das Wasser und die Hände reichen.

    19. Branitar Says:

      Eine ähnliche Beobachtung ist auch aus den USA bekannt: dort sind die neu zugewanderten Amerikaner oft “patriotischer” (und konservativer) als die (mehr oder weniger) alteingesessenen…

    20. Ostwestfale Says:

      Der Schweizer Professor für Psychologie Willibald Ruch hat den Humor von Deutschen und Schweizern untersucht. Dabei räumte er mit vielen Vorurteilen auf.

      Er stellte dabei u.a. fest:

      1. Deutsche mögen Nonsens signifikant mehr als Briten.

      2. Die Schweizer mögen Inkongruenzlösungen - das sind eher vorhersehbare Witze, bei denen sich am Ende alles in der Pointe auflöst - etwas mehr als die Deutschen und den Nonsens gleich gern.

      (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/555/60495/print.html)

    21. Zuozer Says:

      An Neuromat

      Ein Innerschweizer der in Zuoz im Internat lebt……

      Fragen?

    22. mare Says:

      Mit dem Humor ist’s immer so eine Sache: oft hat man ja Humor auf Kosten anderer und das findet immer nur eine Seite zum Lachen oder Lächeln oder meinetwegen Grinsen (im Wort “grinsen” steckt ja auch schon so was Hämisches). Ich hab’s lieber mit Wilhelm Busch und seinem Humor:

      Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
      er flattert sehr und kann nicht heim.
      Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
      die Krallen scharf, die Augen gluh.
      Am Baum hinauf und immer höher
      kommt er dem armen Vogel näher.
      Der Vogel denkt: Weil das so ist,
      und weil mich doch der Kater frißt,
      so will ich keine Zeit verlieren,
      will noch ein wenig quinquilieren
      und lustig pfeifen wie zuvor. –
      Der Vogel, scheint mir, hat Humor.

      Und Ironie ist leider auch nicht jedermanns Ding. Und die hohe Schule - die Ironie der Ironie - (jaja ich weiss, Schlegel) ist schon wieder etwas Schwieriges. Und am Schluss haben wir überhaupt nichts mehr, woran wir uns halten können, das passt zwar in unsere Zeit, aber vielleicht möchte man das hie und da doch lieber nicht.
      Das ist für meine Verhältnisse ein langer Eintrag und ausgerechnet gegen Ironie. Ich habe wohl jetzt einen Negativpreis gewonnen: nicht humorvoll, nicht Liebhaber von Ironie und erst noch - an, waaaas ist denn wohl meine Nationalität, was wohl?

    23. neuromat Says:

      An Zuozer

      ah so Lyzeum Alpinum, da kann man glaube ich sogar Deutsches Abitur machen. Also nur nicht stressen.

    24. Frank Says:

      Inkongruenzlösungen heißt das also. Ist mir hier im Fernsehen auch schon aufgefallen, extrem langatmige Witze und vorhersehbare Pointen.

      “Creature Comforts” ist auch noch so eine Perle des britischen Humors, läuft auf SF1.

    25. Christian (der Andere) Says:

      Das Traktat von Neuromat oder ein Fantast und kein Spast?

      Reim dich oder ich fress dich, sagt man bekanntlich dazu.

      Offensichtlich hat Neuromat empfindliche Blähungen. Darauf deuten die förmliche Anrede i.V.m dem Möchtegernsarkasmus hin. In keinster Weise lässt sich aus den Ausführungen von Jens Wiese entnehmen, dass er die Sekundos mit Wahlschweitzern verwechselt hat, den selbstverständlich können auch erstere den “roten” Pass beantragen. Es ist nicht sehr hilfreich etwas hineininterpretieren zu wollen, was nich explizit d´rin steht.

      Diese Verbissenheit hat schon etwas humorvolles :-) Scheinbar ein Wahlschweitzer der hier wettert.

      Die größten Kritiker der Elche waren früher selbst einmal welche - das hat was.

      Viele Grüße aus dem sonnigen Bochum.

    26. Fiona Says:

      Es gibt sogar die Terceros (die Kinder der Secondos) :-)

      @ selma. sylv und ich sind auf der gleichen Witzwelle.

      Der Film “Die Schweizermacher” ist ein Klassiker - Thema “Einbürgerung”.

      [Anmerkung Admin: Das ist aber kein Witzfilm, das ist eine Dokumentation]

    27. Fiona Says:

      Die Briten lieben TV-Serien über die Nazis und WW2 z.B. “Allo, ‘Allo” - British soldiers and air-crews stranded in France, trying to get back to GB, are hidden in a bistro run by a French family, where German officers spend their free evenings :-) )

      Auch Peter Sellers Film “The Party” ist ein Klassiker. Wer franzöisch versteht kennt den Klassiker “La Grande Vadrouille” Louis Funes and Terry Thomas (Brite).

    28. Simu Says:

      Also jetzt hab ich mal beim Locator nachgeschaut. Der platziert mich aber im Kanton Glarus (=Innerschweiz) in so einem Kaff von dem ich nie gehört habe, obwohl ich nachweislich in der Region Bern (=! Innerschweiz) hocke.

    29. Dominik Says:

      Woher ihr angeblich kommen sollt hängt vom Provider ab. Denn erst bei dem gehts wirklich in die grosse, weite Welt…
      Sunrise-Kunden beispielsweise sind grundsätzlich Zürcher (Hilfe! ;-) )

      Da gibts ne Menge Infos: http://www.geobytes.com/IpLocator.htm

    30. solar Says:

      Täusche ich mich oder werden überproportional viele eingebürgerte Secondos, die in der Schweizer Armee Dienst leisten müssen, Offiziere? Und dies speziell die deutschen Secondos?

      Themawechsel:

      Ich denke, Humor, Witz Schlagfertigkeit und Ironie sind etwa gleichmässig auf alle Nationalitäten verteilt und dort personenabhängig. Was differiert, ist der Typus des Humors oder der Ironie.

      Wem es an Selbstsicherheit mangelt, macht sich lustig auf Kosten anderer, um sich selber zu erhöhen.

      Auch in der Schweiz finden ja die einen Peach Weber zum Brüllen lustig und schnallen die Pointen eines Lorenz Keisers nicht. Oder man wieherte einmal über alle Nummern des das Cabaret Rotstift und schämt sich Jahre später dafür.

      Das Verständnis gewisser Ironie- und Humortypen – etwa des schwarzen Humors – lässt sich durchaus auch üben, etwa, wenn etwas Kultstatus erreicht hat, denn man will ja zu den Kult-Verständigen gehören. Ich erinnere mich, wie das betreffend “Addams Family” stattfand:

      http://de.wikipedia.org/wiki/The_Addams_Family
      http://www.clipfish.de/player.php?videoid=NDc1NTJ8NTgzNjg4

    31. Anna Says:

      Little Britain fand ich extrem witzig, als ich für einige Zeit in England lebte.

      Zurück in der Schweiz, wieder assimiliert, sah ich einige Little Britain-Episoden auf SF1, mit deutschen Untertiteln aber original englisch gesprochen. Witzig fand ich sie aber nicht mehr!

      >Humor ist kulturabhängig…Humor haben alle, aber nicht alle den gleichen!

    32. neuromat Says:

      @ Christian (der Andere)
      Ganz ehrlich – ich verstehe Deinen Comment nicht. Das Traktat, grammatikalisch zwar möglich, der Traktat wäre mir zumindest geläufiger, Fantast kenne ich, aber Spast, was ist ein Spast. Vor allem aber bin ich nun verunsichert (im Wieseschen Sinne der harmlosen Satire vom „Türen-Aufhalten“), was das Bochumer Ironie- und Satireverständnis anbelangt. Oder ist Bochum nun eine Ironie(-verständnis) freie Zone.
      Mit Deinem Einwand hast Du allerdings recht: „In keinster Weise lässt sich aus den Ausführungen von Jens Wiese entnehmen, dass er die Sekundos mit Wahlschweitzern verwechselt hat“. Ich habe mir seit gestern den Blog noch hundertmal durchgelesen, habe es dann mit einer Harrasse Bier, dann einer Flasche Rotwein, drei Joints und einer „einszweidrei“ Pause versucht: Ich finde keinen Hinweis, dass es um die Familie Schweitzer geht, deren berühmtester Spross den Vornamen Albert trug und die sich im Unterschied zu dem an der Südgrenze Deutschlands befindenden Auswanderungsziel mit „tz“ schreibt. Es stimmt in dieser Konsequenz auch Deine zweite Feststellung, „Es ist nicht sehr hilfreich etwas hineininterpretieren zu wollen, was nich explizit d´rin steht.“
      Noch etwas steht nämlich „explizit nich drin“ das sind die „Sekundos“, weißt Du der dünne Zeiger auf Deiner Uhr, der ganz schnell läuft, der zeigt die an.
      Wenden wir also den Text zur Klarheit: Es geht um Secondos und um Wahlschweizer. Lassen wir dann die Ironie des Neuromat beiseite. Selma hat einfach nur recht „Secondos sind die zweite Generation daher ja der Name. Jemand, der “gerade erst Fuss gefasst hat” und für den die Schweiz eine Wahlheimat ist, ist doch kein Secondo.“ Eben, wenn er gerade erst Fuss gefasst hat, dürfte sie oder er zehn bis zwölf Monate alt sein.
      Das mit den Secondos, die nach eigener Homepage http://www.secondo.net/ „meistens weder Müller noch Sutter heissen, sondern tragen oft Nachnamen wie Fiorentino, Gomez, Svensson, Tadic, García, Yeng, Szalay, Malek, Ibrahimi, Miller, Ganiyou oder Hacisalihoglu“ ist ein sehr heikles Thema. Solar dürfte sie kaum bei den Offizieren finden und die deutschen Secondos haben meistens den dunkelroten Pass oder beide und stammen zudem aus überwiegend pazifistischen Familien mit wehrdienstverweigerndem Hintergrund.
      So ist eben in jeder satirischen Übertreibung ein Funken „Wahrheit“ und Ironie nur das Stilmittel. Ich weiss nicht mehr ganz genau, ob es nach dem dritten Joint oder nach dem dritten „einszweidrei“ war, dass ich mich kurz fragte, ob Dein Comment nicht auch nur ironisch … aber den Gedanken habe ich schnell verworfen, denn „Offensichtlich hat Neuromat empfindliche Blähungen. Darauf deuten die förmliche Anrede i.V.m dem Möchtegernsarkasmus hin.“ Das ist einfach nicht ironisch.
      Es zeigt aber wie Sprache und Text manipulativ sein können. Du hattest meinen Comment gelesen … Kamikaze – heilige Winde und schon warst Du bei den Blähungen.
      Dann fragte ich mich, ist das ein Schweizer, der Dich jetzt auf den Arm nehmen will, aber das mit dem „tz“ und die Formulierungen „explizit nich drin“ und „in keinster Weise“. Bist Du sicher, dass es das Wort „keinster“ wirklich gibt. Oder entstammt es in reinster und klarster Form unserem deutschen Superlativismusdenken. Himmel, es wird doch kein heimlicher Helvetismus sein.
      Ich entschuldige mich schon jetzt bei swissami ;-) Ich habe es einfach nicht kürzer geschafft, und habe bereits alle ernsten Gedanken zum Thema Secondos, deren Empfindsamkeit ich öfters auch nachvollziehen kann, gestrichen. Und bei den anderen, dass es diesmal keine Brüller gab. Aber nichts ist so ernst wie das Thema Humor.

    33. Schnägge Says:

      Hilfe, wir werden ausspioniert? Das finde ich aber mal gar nicht lustig! Meine Bildschirmauflösung geht niemanden etwas an. So.

      Aber die Statistik zeigt ohnehin nur, wo der Provider sich befindet. Ob ein Deutscher, Inner- oder Außerschweizer, Australier oder eine Bartagame vor dem Bildschirm hockt, darüber sagt das ja noch lange nix aus.

      Es kommt mir allerdings so vor, dass die Deutschen und anderen Einwanderer hier proportional mehr kommentieren als die mitlesenden Schweizer…

    34. DaniDo Says:

      hihihi: Schweizermacher = Dokfilm

      Ätschbätsch, Provokation misslungen, Jens!

      …aber war ein netter Versuch.

      :-)

    35. Peter Says:

      Als Homo Alpinus muss ich DaniDo natürlich recht geben: Es gibt ihn schon, den Schweizer Humor. Er ist trocken wie Schopfhäärd, Brandcholäärdenschwarz und zutiefst respektlos. Und für aussenstehende Opfer kaum zu erkennen. Denn das oberste Gebot heisst: Nur ja keine Miene verziehen.

    36. Christian (der Andere) Says:

      @Neuromat: Da hat wohl jemand die Rechtschreibfehler entdeckt, die ich eigens für ihn plaziert hatte; und da sag noch einer, die Schweizer - oder Wahlschweizer - hätten Probleme mit dem Hochdeutschen :-) . In “keinster” Weiser, ein Gruselschocker für jeden Sprachästheten, aber gebräuchlich. Was die Blähungen betrifft, sind es doch eher die typisch sarkastischen eines Wahlschweizers, die mir entgegen kamen. Gegen Fehlinterpretationen empfehle ich dir die Lektüre besagter Zeilen, statt eines emotionalen Overkills.
      Sowohl bei einem Wahlschweizer, als auch bei einem Secondo, kann es mit dem Fuß fassen etwas dauern. Wie soll man bei einem derart langweiligen(-wierigen) Traktat Lust auf Ironie verspühren? Sarkasmus kann auch langweilig sein.

      Schweizer haben mit Sicherheit Humor, nur einen im bestem Sinne weniger anstrengenden.

    37. Christian (der Andere) Says:

      Ach Übrigens, es sollte natürlich heißen: In keinster Weise.

    38. neuromat Says:

      @ Christian (der Andere)

      okay okay, schreib einfach “plazieren” so wie Du es für richtig hältst. Es ist eine Wohltat, das zu lesen, wird doch den Schweizern klar, dass Deutsche oder vielleicht auch Bochumer, auch nicht richtig deutsch können und genauso einen Neidfimmel haben. Hey, klar geht es uns hier besser als in D.
      Schöne Sundig

    39. El_Cid Says:

      Hallo Herr Wiese
      Ich glaube wegen dem “Das Schweizer Tür-aufhalten-Phänomen“ können Sie völlig beruhigt sein. Wenn dieser dann auch noch garniert mit einem Lächeln daherkommt, muss man schon ziemlich wenig emotionale Intelligenz haben um diesen Witz als arrogant aufzufassen.
      Meiner Meinung nach kann man den Schweizer Humor auch nicht als sehr trocken beschreiben, ich erlebe ihn im Alltag so vielfältig dass man ihn gar nicht irgendwie klassifizieren könnte.

    40. swissami Says:

      Tu dir kein Zwang an, mein lieber Neuromat :) Tell it like it needs to be told. Überhaupt, ein Satz, der über 10 Linien hinweg dauert, imponiert mir einfach! :) (und bitte eintschuldige mein Schriftdeutsch in diesem letzten Satz…. ist ja fürchterlich.)
      Überhaupt, ich bin mich immer noch am vergröllen über DaniDo’s “Grüss ihn doch selber,” ist eigentlich gar nicht so lustig aber ich kann einfach nicht mit lachen aufhören! Mein Bauch tut schon ganz weh..
      UND, ich find auch Cabaret Rotstift immer noch lässig… my guilty pleasure…

    41. swissami Says:

      *vergröhlen

    42. Christian (der Andere) Says:

      @Neuromat: Tja so ein “platzierter” Rechtschreibfehler (oder auch Tippfehler) will wohl gefunden sein. Warum sollte ich neidisch sein? Man schreibt zwar das Deutsche oder Deutsch als Sprache groß, dennoch kommt es mir eher auf den Inhalt an. Das Pedantische ist mir fremd, zumindest was einen Blog anbelangt.

    43. Firebird Says:

      So endlich mal wieder Zeit für die Kommentare;) Was den Schweizer Humor betrifft, kann man das glaub ich so genau nicht definieren. Humor hängt selten von der Landesgrenze ab. Ich kenne sowohl Humorlose Leute hier als auch Leute für die Sarkasmus und Ironie Fremdwörter sind und man gut tut, ja nichts in die Richtung zu sagen. Kann üble Konsequenzen haben. Schenkelklopfhumor ist in beiden Ländern verbreitet und oft vom Alkoholkonsum abhängig oder dem jeweiligen Gesprächspartner (Smalltalk kann man auch nicht ewig durchhalten).

      Gruss an Jens, Blog ist genial, ich wäre glaube ich nach ein paar Monaten an Themenknappheit gescheitert.

    44. Viennaspride Says:

      Von meiner Warte aus haben die Deutschen mehr Humor als die Schweizer, dafür reden die Schweizer nicht so viel was auch gut so ist.

    45. DaWoidda Says:

      @ swissami

      Das im bayerischen Sprachraum geläufige “Grüß Gott” ist die Kurzform des wohlmeinenden “Ich empfehle Dich Gott zum Gruße”. Unsere deutschen Nachbarn und Cousins halten sich für unheimlich witzig, wenn sie unseren Gruß mit einem herzhaften “wennste ihn siehst” oder “grüß ihn doch selber” erwidern. Dabei wäre Höflichkeit doch eine Zier …

      Die Deutschen ihrerseits wünschen zur Begrüßung einen “Guten Tag”. Das wäre im Prinzip ja ganz in Ordnung, würde es aus einem deutschen Mund nicht als “Tach” wie eine Pistolenkugel abgefeuert, die einem das Trommelfell zerfetzt.

      Aber so haben wir als Nachbarn alle etwas gegenseitig an uns auszusetzen und kommen in den Genuß eines solchen Blogs.

      Ein herzliches Grüß Gott entbietet
      DaWoidda vo Mingga

    46. Christian (der Andere) Says:

      @DaWoidda: “Ich empfehle dich Gott zum Gruße” ist natürlich um Einiges höflicher, als die lapidare Forderung: Grüß Gott. Frömmigkeit in allen Ehren, aber damit penetriert zu werden ringt so manchem Westfalen, und meist nur diesem, ein humoristisches “Grüß ihn doch selbst” oder ein “Wenn ich ihn sehe” ab.

      Diese höflichen Schweizer, was muss man sie beneiden!? Allerdings Grüßt mit “Tach” wohl der übelste Ruhrpottkanacke.

    47. Alex Says:

      Tach, :D

      ich lese als Deutscher (nah am Rhein, Karlsruhe) diesen Blog jetzt seit ca. nem halben Jahr und bin jedes Mal begeistert, vom Blog und natürlich von den Schweizern :)

      Weiter so! Die Artikel sind immer gut geschrieben und sehr unterhaltsam.

    48. Ostwestfale Says:

      Wow, dass “Grüss Gott” jetzt das bedeutet hätte ich nicht gedacht, aber woher soll man es als Nordlicht auch wissen, wenn es einem nicht gesagt wird? Kennt in Bayern, bzw. im bairischen Sprachraum eigentlich jeder Einheimische diese Bedeutung oder sind das nur die Spezis, denen dieser Sinn bekannt ist?

    49. Schnägge Says:

      Wikipedia mal wieder:
      “Grüß Gott ist eine Begrüßung (…) im oberdeutschen Sprachraum, insbesondere in katholisch geprägten Ländern. Der Gruß wurde im 19. Jahrhundert von der katholischen Geistlichkeit propagiert und ist mit einigen Varianten seit langem die häufigste Grußform in Süddeutschland, Österreich und Südtirol. (…) Grüß Gott“ ist die verkürzte Form von „(Es) grüß(e) dich Gott“ (Griaß di god) bzw. in der Mehrzahl „Grüß euch Gott“ („Griaß eich/enk god“). (…)
      Die ironischen Antworten von nicht bairisch Sprechenden auf ein „Grüß Gott“ wie „Wenn ich ihn sehe.“, „Wenn ich Zeit habe.“, “Welchen denn heute?“ oder „Hoffentlich nicht so bald.“ beruhen auf einem Missverständnis der Wortbedeutung. Das Wort „grüßen“ beinhaltete ursprünglich auch die Bedeutung „segnen“. Der eigentliche Inhalt von „Grüß (dich) Gott“ ist somit „Gott segne Dich“.”

    50. Flachlandkoenig Says:

      Humor ist wohl die Antwort, oder doch nicht…
      Das der Tür-aufhalte-Witz von den meisten Schweizern als nicht lustig empfunden wird kann ich mir sehr gut vorstellen. Er passt so gut ins Konzept des deutschen Touristen der vor den Pyramiden steht und in voller lautsärke verkündet: Die Wolkenkratzer in New York die ICH schon gesehen habe sind aber grösser…
      Trotzdem habe ich es auch schon mit dem Spiegelvorhalte Humor versucht bei meinen deutschen Kollegen, ich bin aber nie angekommen mit bemerkungen wie: Paprika heisst im rest der Welt Peperoni oder “geh doch mit einem Tricot der D-Nationalmanschaft an die CH Badtaste-Party”
      es fallen mir jetzt keine bessere Beispiele ein, aber mir fällt auf, dass insbesondere die Deutschen etwas Mühe bekunden wenn die “Deutsche in der Schweiz-Thematik” humorvoll aufgearbeitet wird und wir Schweizer über die Eigenheiten der deutschen lächeln und sie auch mal putzig finden. Und manchmal ist es wirklich putzig wie erschrocken die neuen Zuwanderer Nummer eins sind wenn man ihnen (zum Spass fälschlicher weise) angibt ein CH anstandsgebot verletzt zu haben…

    51. Oranje Says:

      Hier noch einen Beitrag zum gemeinsamen Deutsch-Schweizerischen Humorverständis und ausnahmsweise mal ein “deutsches Verzögerungsmoment”.
      http://www.youtube.com/watch?v=4o4FYsUTG-0

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